USA/Iran Der Brief aus Teheran
Diplomatisch verpackte Härte: Was Ahmadineschad an Bush schrieb.
Eine Nachricht war es, dass Irans Präsident Ahmadineschad dem amerikanischen Präsidenten Bush einen Brief geschrieben hatte – es war die erste direkte Kontaktaufnahme zwischen beiden Ländern seit der iranischen Revolution vor 27 Jahren.
Eine weitere Nachricht ist der Inhalt des Briefes, soweit er zu diesem Zeitpunkt bekannt geworden ist.
Irans Präsident ergeht sich in dem Schreiben in theologischen Ausführungen über Gott und Jesus, zieht einen Vergleich der gegenwärtigen Situation zu derjenigen vor dem Irak-Krieg und insistiert darauf, dass Iran das Recht habe, die Kernenergie wissenschaftlich zu erforschen. Der Präsident schreibt ferner, für die Gründung Israels keine „rationale“ Begründung zu kennen und führt Allgemeines darüber aus, dass seine Amtszeit und die von US-Präsident Bush daran gemessen werde, ob sie Frieden, Wohlstand und soziale Gerechtigkeit erbracht hätten. Liberalismus und Demokratie wiederum seien als Konzepte „gescheitert“.
Das ist zwar inhaltlich nichts Neues – aber eben in der Verweigerung auch nur eines einzigen konstruktiven Gedankens, verpackt in die konziliante Form eines Briefes, liegt der Nachrichtenwert: Noch ist der Druck auf Iran nicht so stark, dass das Regime Zugeständnisse machen muss (GvR).
- Datum 10.05.2006 - 13:32 Uhr
- Quelle ZEIT online, 9.5.2006
- Kommentare 11
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findet sich bei Le Monde: http://www.lemonde.fr/web...
Es kommt nicht auf die Konvertierbarkeit an, sondern ob die Gelder in US-Treasuries angelegt werden oder nicht. Wer Öl in EUR handelt bringt wohl seine Absicht zum Ausdruck, nicht in Treasuries zu gehen, damit nicht das US-Staatsdefizit zu finanzieren und damit einen großen Schneeball ins Rollen zu bringen.
Dr. Corsi, der Autor des von mir zitierten Artikels unter
http://worldnetdaily.com/... mit dem Titel "Iran signs its own death warrant" (mit der Öl-Börse), steht übrigens nicht im Verdacht, als Ex-Schlammwerfer im Wahlkampf gegen Kerry mit seinem Werk "Unfit for Command: Swift Boat Veterans Speak Out Against John Kerry.", gegen die Bush-Regierung zu agieren. Weiterhin sollte man ihm auch Detailkenntnisse zugestehen als Autor von "Black Gold Stranglehold: The Myth of Scarcity and the Politics of Oil". Einer hat es eben mal ausgesprochen...
Übrigens, so ein dummer Europäer bin ich nun doch nicht, um zu übersehen, daß Ihre einzigen "Argumente" Stereotypien sind (böser Saddam, böser Iran). Daß die Konvertierbarkeit hier völlig unerheblich ist, habe ich Ihnen weiter oben bereits erklärt lieber JdotSdot.
Ich glaube auch nicht, daß die Europäer in der Masse so dumm sind, nicht zu wissen was die wahren Gründe für das Aufbauschen der iranischen Bedrohung sind. Trotz teilweise peinlich einseitiger Berichterstattung, falscher Übersetzungen der Reden des iranischen Präsidenten, mit unterstellten Auslöschungsfantasien, wissen die Leute, daß es immer nur um das liebe Geld geht.
Wie gut man mit der Einschätzung der Öl-Börse als einen gewichtigen Grund für amerikanische Aggressionen Richtung Iran liegt, zeigt sich darin, daß das Thema in den Medien seit Monaten zum Nicht-Thema erklärt wurde, im Spiegel-Forum Posts darüber zensiert wurden, und schließlich in einem späteren Artikel das ganze mit sehr leicht widerlegbaren Argumenten als Verschwörungstheorie abgetan wurde.
Daß es nicht der einzige Grund ist, unbestritten, auf der Agenda stehen auch Neuordnung des mittleren Ostens, Eindämmung des wiedererstarkten Russlands, daß zusammen mit China und zentralasiatischen Republiken in der Sitzung der Shanghai Cooperation Organization am 15. Juni Indien, Pakistan und den Iran in das Bündnis aufnehmen könnte. Eine US-Economy kurz vorm Kollaps, die Notenpresse wird schon bedient (M3 wird nicht mehr veröffentlicht), Umfragewerte auf dem Tief, Kongreßwahlen vor der Tür, die Möglichkeit an hohen Ölpreisen astronomisch zu verdienen, was macht man da?
Man wird einen Krieg gegen den Iran anzetteln...
Gruß aus Bilderberg!
PS: Wer meint der Iran könnte die USA bedrohen, dem sei ein Blick auf die Weltkarte empfohlen, der verdeutlicht, daß es genau umgekehrt bereits der Fall ist: US-Truppen im Irak, der Türkei, in Afghanistan, in Pakistan. Solange Israel Atombomben besitzt, stärkt dies wohl auch nicht das Wohlgefühl in Teheran...
Lieber Herr SchmidtH,
Sie sollten vielleicht etwas mehr Propaganda-Journalismus lesen, damit Sie besser differenzieren können. Wenn Sie trotzdem meinen, der Verfall des Journalismus wäre - insbesondere bei der ZEIT - zu weit fortgeschritten, dann stören Sie sich bitte nicht an Stimmen von unten, die Sie in luftiger Höhe erreichen.
Selbst in dem von Ihnen angegeben Text steht "psychological impact". Das ist extrem unkonkret wie man das von Propagandastorys gewohnt ist. Im übrigen werden an einer Öl-Börse nicht US-Treasuries sondern Öl gehandelt. Die US-Treasuries dienen nur als Sicherheit. Da die Sicherheiten aber bei jedem neuen Öl-Deal die gleichen bleiben, ist das Volumen der Sicherheiten im Vergleich zum Handelsvolumen langfristig vernachlässigbar. Irgendwelche Auswirkungen auf US-Treasuries sind also an den Haaren herbeigezogen. Aber ganz sicher werden US-Treasuries auch an einer Euro-Öl-Börse als Sicherheit akzeptiert werden.
Was soll dieser "Gruß aus Bilderberg"? Sind Sie einer dieser Antiamerikanischen Verschwörungstheoretiker? Soll ich in Zukunft ein freundliches "Gruß an Teheran" drunter schreiben? J.S.
Woher wissen sie was in dem Brief steht? Woher? Sie wissen, was die US-Administration sie wissen lassen möchte. Mehr nicht.
Glauben sie tatsächlich mit diesem Brief wurde nur längst Bekanntes, so allgemeines Gechwafel übermittelt? Dieser, ihr Kommentar ist eine Schande für guten, kritischen Journalismus. Er begibt sich auf das Niveau der Proganda. Einer Zeitung wie "Die Zeit" unwürdig.
Offene Worte, die "nukleare" Gefahr liegt wohl doch eher darin, daß die $-Bombe platzt:
http://worldnetdaily.com/...
Für alle Zeit-Leser, denen die iranische Öl-Börse bisher vorenthalten wurde oder vom Spiegel als lächerlich dahingestellt wurde. Money makes the world go round...
Ein gelungener Propagandacoup. Saddam und Ahmadineschad schwadronieren von einer Euro-Öl-Börse und wir dummen Europäer fühlen uns geschmeichelt. Jetzt sind wir natürlich sauer, das uns der böse Bush unsere schöne Euro-Öl-Börse nicht gönnt, die der nette Ahmadineschad und der liebe Saddam sich uns zu Ehren ausgedacht haben. Man kann uns wirklich leicht einseifen. Saddam Hussein und Ahmadineschad haben es geschafft Zwietracht zwischen Europäern und Amerikanern zu säen. In Wirklichkeit macht es überhaupt keinen Unterschied in welcher der frei konvertierbaren Währungen der Öl-Preis ausgehandelt wird. Es ist peinlich, das man das vielleicht sogar noch erklären müsste, in unserem hoch gebildeten Land. J.S.
Hi
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