Atomstreit Merkels starke SeitenSeite 2/2
Und so ist es eben nicht nur die unbequeme Lage des Präsidenten, die ihm Merkel als Partnerin so angenehm macht. Es ist zugleich der Bogen, der sich schlagen lässt zwischen Merkels Biographie und Bushs Freiheits-Pathos. Er nennt sie eine starke Verbündete, wenn es darum geht, die Welt zu einen und mit einer klaren Stimme zu sprechen.
Ist das noch Würdigung, oder schon Vereinnahmung? Oder darf jeder diesen Satz in seiner Weise deuten? Für den amerikanischen Präsidenten steckte darin dann die Hoffnung, die Deutsche auch in den schwierigsten Entscheidungen am Ende auf seiner Seite zu wissen. Angela Merkel mag darin lesen, dass Bush ihre Bemühungen durchaus schätzt und stützt, die Russen und all die anderen, die nötig sein werden, den Iran vom Bau der Bombe abzuhalten, beisammen zu halten.
Immerhin, George Bush hat während Merkels Besuch nichts verlauten lassen, was ihre Betonung der Diplomatie im Umgang mit Iran in Frage gestellt hätte. Im Gegenteil. Schien noch vor wenigen Wochen die militärische Option Washingtons auf dem Tisch zu liegen und plädierten die Amerikaner damals noch für eine harte UN-Resolution mit klarer Sanktionsdrohung, so sieht es während Merkels Besuch fast so aus, als könne man ihre moderierende Wirkung auf Bush beobachten. Es ist ihre Lehre aus dem Irak-Konflikt und der Spaltung des Westens, dass sie nun, im Falle des Iran, die Gemeinsamkeit der Staatengemeinschaft als unabdingbare Voraussetzung begreift, doch noch eine diplomatische Lösung zu erreichen. Alles, was einen Automatismus in Richtung Eskalation bedeuten könnte, lehnt Merkel unüberhörbar ab. Dabei geht es nicht nur um die militärische Drohung. Auch eine Art verschärfter Diplomatie, die mit Sanktionen droht, kommt ihr zu früh. Schon aus Rücksicht auf Moskaus Zögern.
Sicher wird sie Wladimir Putin von ihrem Washington-Besuch berichten, so wie sie Bush von ihren russischen Eindrücken der vergangenen Woche informiert hat. Wer die Russen braucht, sollte sie nicht vor den Kopf stoßen. Das ist plausibel. Aber ob das russische Interesse an der Verhinderung der iranischen Bombe am Ende ähnlich stark ist wie das des Westens, ist schwer zu sagen. Für die Kanzlerin scheint das klar zu sein. Aber das muss es ja auch. Denn nur dann kann sie darauf hoffen, die Russen im Boot zu halten.
In den aufgeladenen Zeiten der Irak-Eskalation war das Plädoyer für eine diplomatische Konfliktlösung zum Synonym für die Kapitulation vor der terroristischen Bedrohung geworden. Vermittlung wurde damals zum Verdikt. Auch in der deutschen Debatte. Das ist nun ganz anders. Die Kanzlerin, die nüchtern auf die deutschen Interessen schaut, tut derzeit alles, um die Diplomatie in Gang zu halten.
Merkels Verhältnis zu Bush ist diametral zu dem ihres Vorgängers. Ansonsten aber ist sie eine Vertreterin der soft power, wie Schröder es sich nicht schöner hätte wünschen können. A partner in peace hat Bush die Bundeskanzlerin genannt. Man weiß nicht ganz genau, was er damit sagen wollte. Aber es klingt nicht nach Eskalation. Über dieses Etikett wird sich Merkel kaum beschweren.
- Datum 10.05.2006 - 13:32 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 5.5.2006
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Dass die Russen immer wieder mit einem kalten Winter drohen, ist unertraeglich, Herrn Schroeder die Pensionen abzuerkennen wegen Verletzung seiner Amtspflichten!
Schroeder und Gernot Erler sind die Totengraeber der SPD!
Wer haette das gedacht, Gernot Erler habe ich auch mal gewaehlt!
Den Russen ist klarzumachen: wenn sie nicht wollen, wird Deutschland andere Wege gehen!
Wenn es überhaupt noch eine friedliche Lösung geben kann, dann nur in Verbindung mit Russland. Und ohne Sanktionen und Drohungen wird es nicht gehen. Eigentlich kann es nur noch friedlich gelöst werden, wenn "alle Welt" sich einig ist, dass Iran kein Atomprogramm haben darf. Diese Einigung bedarf sicher wie Kanzlerin Merkel es hervorragend kann, ein Höchstmaß an Diplomatie und Argumentation.
Moskau verdient mit Waffen und Atom-Technik eine Menge Geld im Iran. Das heißt Russland hat ein Interesse daran, das die Theokraten in Teheran an der Macht bleiben. Deutschland ist zudem von Rot-Grün in eine totale Abhängigkeit zu russischen Energie-Lieferungen gebracht worden. Das heißt Merkel muss sich den Interessen der russischen Rüstungs- und Atom-Industrie beugen. Hinzu kommt noch das Deutschland selber auch seit Jahrzehnten lieber Geschäfte mit Teheran macht, als dort mal wegen der Unterstützung von Terroristen zu protestieren. Bei Tschetschenien halten wir ja auch lieber die Klappe, denn das könnte unsere "guten Beziehungen" zum Kreml belasten.
Eigentlich sollten wir uns schnellstens mit Bush verbünden bei dem Ziel den Westen vom Erdöl unabhängig zu machen, statt uns immer wieder für ein paar Barrel Öl zu verkaufen. Bush zu kritisieren ist leicht, denn der wird sicher kein Embargo gegen Deutschland verhängen. Bei Putin und Ayatholla Khamenei sieht die Sache anders aus. J.S.
Ist "preiste" eine zulässige Vergangenheitsform von "preisen"?
Die USA wuerden einen schweren Gang gehen: nach Irak Iran!
Also ist Merkel OK!
Gut so, zur Zeit!
Der Artikel spricht hier (wie es scheint, zum erstenmal in einer deutschen Zeitung) von "sich verhaertenden Beziehungen" zwischen Moskau und Washington. Ich finde es erstaunlich, dass die deutsche Presse Cheneys scharfe Reden in Litauen und Kasakstan nicht erwaehnt, die in der russischen Presse buchstaeblich mit Churchills "Eiserner Vorhang"-Rede verglichen werden.
Ich finde das in keiner deutschen Zeitung, waehrend der Pariser "Figaro" es heute ausführlich berichtet.
Wer zweifelt, wohin wir gehoeren!
Zu Russland, Menschenschinder ohne Kontrolle?
Gernot Erler, Gerhard Schroeder!
Verraeter!
Komisch, welche Worte hat den die Kanzlerin in Russland gebraucht?
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