Rassismus Angsträume
Das Transkript der englischen O-Töne
Vorspann:
Die meisten Orte sind mittlerweile unsicher geworden. Alle Orte, an denen du als schwarzer Mann, ohne Freunde, ohne Brüder bist, sind unsicher geworden.
Chu Eben von Refugees Emancipation
Im Zusammenhang der Flüchtlings-Gesetze leben wir längst in No-Go-Areas. Das Gesetz sagt uns, dass wir eine bestimmte Gegend nicht verlassen dürfen und hält uns die meiste Zeit über in Asylbewerberheimen, die immer von den Siedlungen der Städte ausgeschlossen sind. Damit werden wir nicht als Teil Bevölkerung dieser Orte verstanden.
Manchmal ist es wirklich zu viel für jemanden, der ein ernsthaftes bürokratisches Problem hat und im gleichen Moment nicht sicher ist. Du kannst dich deines Lebens nicht sicher fühlen. Also alleine der Umstand, dass die Behörden Heime aufrechterhalten und AusländerInnen oder MigrantInnen in diesen abgeschlossenen Gegenden aufbewahrt werden, bringt sie in Gefahr. Und, wie ich gesagt habe, ängstigt sie systematisch. Die meisten Flüchtlinge haben nicht das Recht, einen Festnetzanschluss in ihren Räumen zu besitzen, deshalb haben sie Mobiltelefone, die sehr teuer sind. Internet ist billig. Deshalb dachten wir, dass wir ein Projekt entwickeln könnten, das sich einerseits darauf konzentrieren könnte, billige Kommunikationsmittel für Flüchtlinge, andererseits auch alternative Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, die sie nutzen können, um sich angesichts der schwierigen Rechtslage selbst zu helfen. Komunikation ist nicht irgendeine Art von Luxus es ist ein Recht! Psychologisch hilft so ein Projekt den Flüchtlingen aus ihrer andauernden Isolation und Exklusion auszubrechen. Ich denke sogar unter den Flüchtlingen in diesem Land, sind Schwarze immer noch die am stärksten benachteiligten.
- Datum 25.01.2006 - 12:32 Uhr
- Quelle ZEIT online 11.5.2006
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Direkt nach dem Mittagessen in der Mensa der BTU Cottbus kam ich in den Genuss, betreffenden Artikel aus der Zeit von gestern lesen zu dürfen. Und wirklich: von gestern.
Zunächst ist die einleitende Schilderung der Stadt Cottbus eine peinliche Farce. Natürlich passt dieses düstere Bild zur Haltung des Autors, entspricht aber bei Weitem nicht der Realität. Vom Gegenteil überzeugt man sich am besten bei einem Wochenendtrip.
Die geschilderten Übergriffe fanden sicherlich statt, aber zumindest im Falle von einem hat ein Betroffener nachher angemerkt: Das hätte auch in Portugal passieren können.
Also schön den WM-Ball flach halten. Natürlich: Cottbus liegt im Osten, die dementsprechenden Probleme prägen Stadt und Menschen. Aber mit Sicherheit wird auch diese Stadt gerade zum Opfer einer haltlosen Anti-Ost-Debatte.
Wie komme ich zu meiner Haltung? Nö, ich bin nicht rechts. Nö, ich komme auch nicht aus Cottbus.
Das Studium brachte mich vor 5 Jahren aus dem mittleren Westen, die Formulierungen passt gut, denn auch in meiner Heimatstadt sind seit Jahren Übergriffe auf Ausländer Realität und auch dort sammeln sich Jugendliche mit Bier-Cola-Mix im mittelalterlichen Stadtkern, nach Cottbus. Seitdem habe ich mich mit dem Leben hier arrangiert. Natürlich passiert viel, wie in anderen Städten, mit dem ich nicht konform gehen möchte oder aus Überzeugung nicht kann. Dennoch, obwohl ich nicht dem idealtypischen Bild einer Deutschen entspreche, hatte ich in der Zeit hier nie Angst vor den beschriebenen Gruppen an der Puschkinpromenade oder vor der Stadthalle den die sind zum Großteil gar nicht rechts, wohl eher auch mal links. Herr Klenk vermisste wohl bei seinem Besuch, sofern er je in Cottbus zu Gast war, ein Teil seines Urteilsvermögens.
Das derzeit allgemein beliebte Bräunen von (ost-) deutschen Städten nervt. Auch im Westen legen sich Viele unter den Assitoaster fangt an zu suchen, dann werdet Ihr fündig, mit Sicherheit.
Im Übrigen 1989 ist 17 Jahre her. Wann sind Ost und West auch in unseren Köpfen Geschichte?
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