Bundeswehr Sterben fürs Öl?

Verteidigungsminister Jung (CDU) will die Armee zur Sicherung deutscher Wirtschaftsinteressen einsetzen. Das klingt schlimmer, als es ist. Ein Kommentar

Der Neue ist eben doch ein Profi. Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU), vom Publikum zur Zeit seines Amtsantritts mit schlecht zurückgehaltener Skepsis begrüßt, ließ in den vergangenen Tagen ein paar Versuchsballons steigen. Auf ihnen stand zu lesen, dass die Bundeswehr einen Beitrag zur Sicherheit der Versorgung Deutschlands mit Rohstoffen zu leisten habe.

Es handelte sich um Interviews, Reden, kleine Ansprachen des Ministers – doch die Reaktion blieb verhalten. Da konnte der nächste Schritt gewagt werden, und irgend jemand (wer das wohl war?) spendierte der Tageszeitung DIE WELT , die dem CDU-Mann gewogen ist, ein Exemplar des Entwurfs für ein neues „Weißbuch der Bundeswehr“ . Darin fanden die Journalistenkollegen einschlägige Passagen und veröffentlichten sie: Deutschland werde zur Wahrung seiner Interessen auch militärische Mittel einsetzen; vorrangige Interessen seien die Förderung der transatlantischen Stabilität und die Sicherung des Wohlstandes durch freien und ungehinderten Welthandel, und: „Hierbei gilt es wegen der Export- und Rohstoffabhängigkeit Deutschlands, sich besonders den Regionen, in denen kritische Rohstoffe und Energieträger gefördert werden, zuzuwenden.“

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Das provozierte erwartungsgemäß Ärger, aber nicht allzu heftigen. Was an der taktischen Lage in der Großen Koalition liegen mag. Die Nervosität der Partner nimmt zu, aber niemand will einen koalitionsentscheidenden Grundsatzstreit riskieren, siehe Atomkraft. Zumal die von Jung vertretene Position der Sozialdemokratie so fremd in Wahrheit nicht ist.

Dass die Bundeswehr auch die Aufgabe hat, Ressourcen zu sichern, mag zwar nicht schön klingen in pazifistischen Ohren, steht aber seit Jahren in sicherheitspolitischen Dokumenten. Kurz vor seinem Rücktritt im März 1992 hatte Gerhard Stoltenberg, damals Kohls Verteidigungsminister, in einem Positionspapier die „Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des Zugangs zu strategischen Rohstoffen“ als „deutsche Sicherheitsinteressen“ definiert. Der Gedanke fand einige Monate später Eingang in die „Verteidigungspolitischen Richtlinien“ und tauchte – etwas blasser formuliert – auch im Bundeswehr-Weißbuch von 1994 auf. Sechs Jahre später befasste sich die so genannte „Weizsäcker-Kommission“, die zur Bundeswehrreform Stellung nehmen sollte, mit den wirtschaftlichen Abhängigkeiten Deutschlands, darunter diejenige von den Öllieferungen aus der „geopolitischen Turbulenzzone rund um den Persischen Golf“; am Tage nach der Veröffentlichung der Studie setzte der damalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) nach: „Die Bundesrepublik Deutschland bezieht über 90 Prozent ihrer Rohstoffe aus dem Ausland. Über 90 Prozent dieser aus dem Ausland kommenden Rohstoffe erreichen Deutschland über den Seeweg. Der zweitgrößten Exportnation der Erde, der größten Exportnation in Europa wäre es ganz und gar unangemessen, wenn sie ihre Angewiesenheit auf die Freiheit der Seewege beantworten wollte dadurch, dass sie sich aus dem Schutz dieser Freiheit der Seewege völlig zurückzieht“ – weshalb Deutschland eine starke Marine benötige.

Mit anderen Worten: Die Vorstellung, dass Wirtschaftsinteressen Deutschlands auch Gegenstand seiner Militärpolitik sind, ist mitnichten neu. Neu indes ist die Lage. Mit der Globalisierung wurde eine dermaßen intensive Verflechtung weltweiter Wirtschaftsprozesse erreicht, dass sich lokale Krisen im Nu verallgemeinern können. Außerdem sind neue, problematische Mitspieler aufgetaucht, die auf dem Feld der Energiekonflikte gerne Foul spielen. Zu den Machthebeln Irans, beispielsweise, könnte nicht nur der Öl- und Gashahn zählen, sondern auch eine Blockade des persischen Golfs. Andere Gefahren sind derzeit nicht abzusehen, aber weil der Aufbau militärischen Potenzials seine Zeit braucht, ist es aus dieser Perspektive sinnvoll, Kräfte vorzuhalten, die Störungen des freien Welthandels und Warenverkehrs abwehren können.

„Aus dieser Perspektive“, wohlgemerkt. Zu fragen ist nämlich noch, ob diese Perspektive legitim ist. Halten wir uns mit der Bundeswehr nicht eine reine Verteidigungsarmee, die allenfalls – und unter einiger verfassungsjuristischer Anstrengung – zur Terrorbekämpfung, Friedenssicherung, Krisenprävention und humanitären Hilfe im Ausland eingesetzt werden darf?

Leser-Kommentare
  1. Auch wenn man uns heute Bilder von "Kinshasa" in den Nachrichten verkaufen will. Das größere Truppenkontingent ist geplant vor der Küste von Gabun.

    Lesen Sie dazu auch mal den Artikel in der FTD Financial Times Deutschland online von heute: „Bundeswehrsoldaten sollen Kongo bei Einsatz meiden“.
    http://www.ftd.de/politik...

    Das da unsere (besser informierten) Politiker herumdrucksen und wenig Begeisterung zeigen ehrt sie. Auch ist so logischerweise die Dauer des Einsatzes unabsehbar, denn des es geht um anderes.

    Netterweise bieten uns die USA an, das Leben unserer Soldaten nicht unbedingt im Kongo auf Spiel zu setzen, dafür möchten sie uns in ihre Ölpolitik verstricken.

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    Machen wir uns nichts vor. Unter dem Deckmantel „Wahlbeobachtung im Kongo“ geht es handfest um den Zugriff auf Rohstoffe (hauptsächlich ÖL).

    Weitgehend unbemerkt von unserer Presse sind große Öl/Gas Vorkommen in Westafrika teilweise vor der Küste (A.Guinea, Gabun, Kongo), auch knapp außerhalb der 12 Meilenzone von Gabun entdeckt worden. Deshalb sollten unsere Kriegsschiffe auch vor der Küste von Gabun die Wahl im Kongo beobachten (wenn sie die damaligen Nachrichten genau verfolgt haben).

    Eine „Demokratie“ von unseren Gnaden ist dort einfacher zu handhaben, als eine Diktatur mit einem manchmal launischen Despoten der natürlich auch von China umgarnt werden könnte.

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    Sorry, der einfache Soldat ist immer das Bauernopfer im Schachspiel der Weltpolitik. Und die Zivilbevölkerung die Leidtragenden.

    Und für unsrere Soldaten: Waffengewalt ist im Kongo nicht ungewöhnlich. Mein früherer Chef (nach seinem Bericht), war dort kurz Konsul und musste sich schon am ersten Tag auf dem Hoteldach auf den Boden werfen um einem Kugelhagel zu entgehen. Aber die Menschen sind dort auch durchaus sympathisch, sonst hätte er nicht eine Einheimische geheiratet und später mit in seine Heimat genommen.

    Bitte lesen Sie doch zur Entspannung, wie die heutigen USA gerade mit ihren Söldlingen verfahren:
    Obdachlose Irak-Veteranen: Verheizt, verstoßen, vergessen
    http://www.spiegel.de/pol...

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    Diesen Artikel zumindest schulde ich den afrikanischen Freunden, denn ihre Zivilbevölkerung wird wenig oder nichts abbekommen vom Erlös der Ausbeutung ihrer Rohstoffe.

    Uns Bürger sollte man nicht für dumm verkaufen und für ungerechte Absichten verführen wollen.

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    • Anonym
    • 15.05.2006 um 8:40 Uhr

    Wer das Kriegsende 1945 und die damalige Parole "Nie wieder Krieg" bewußt erlebt hat, hätte es nie für möglich gehalten, was inzwischen zum Alltag zu gehören scheint. Es klingt nicht nur schlimm, es i s t schlimm. Ob es einen "gerechten Krieg" geben kann, entscheiden später die Sieger nach dem Motto: "Wehe den Besiegten". Mein Vorschlag: Diejenigen, die den "gerechten Krieg" für erforderlich halten, marschieren zuerst und an vorderster Front.

    • Anonym
    • 15.05.2006 um 12:47 Uhr

    UdoKaemmle schrieb:
    "Was könnten die folgenden Personen gemeinsam haben?
    Otto Schily, Matthias Wissmann, Friedbert Pflüger, Hilmar Kopper, Josef Ackermann, Jürgen E. Schrempp, Klaus Kleinfeld, Klaus Zumwinkel, Hubert Burda, Mathias Döpfner, Matthias Naas, Ekkehard D. Schulz, Eberhard Sandschneider, Jürgen Weber, Angela Merkel, Gerhard Schröder

    mit

    Martin S. Feldstein, David Rockefeller, Max Boot, Melinda F. Gates, Paul Wolfowitz, Norman Pearlstine, Henry A. Kissinger, Richard N. Perle, William J. Luti, William C. Ford Jr., u.a.

    (Finden Sie es selbst heraus)"

    Das sind doch nicht etwa Mitglieder oder ehemalige Teilnehmer an Treffen der Bilderberg-Gruppe? An deren Treffen "Die Zeit" übrigens immer teilnimmt, aber nie darüber berichtet...;-)

  2. 4. \N

    Den Vorschlag finde ich gut. Natürlich werden die Initiatoren ihre Söhne lieber nach Cambridge schicken statt in den Krieg. Diese Absicht illustriert auch die Doppelmoral einiger Politiker, die z. B. das berechigte Anliegen Russlands, das Gas zu Marktpreisen verkaufen zu wollen, in der Öffentlichkeit als Erpressung interpretieren. Fürs Öl & Gas in den Krieg zu ziehen, wird aber als "natürliches Verhalten" definiert.

  3. Zitat: „Verteidigungsminister Jung (CDU) will die Armee zur Sicherung deutscher Wirtschaftsinteressen einsetzen. Das klingt schlimmer, als es ist.“ (sagt Gero von Randow … und versucht damit unseren Verstand einzulullen.)

    Ich finde es sehr schlimm, wenn Sie (Hr. Gero von Randow) einen fundamentalen Rechtsruck in unserer (Militär-)Politik so zu verniedlichen versuchen.

    Wir haben uns durch konsequente Friedenspolitk ein gewisses Ansehen in der Welt erarbeitet.

    Im Beiwagen der traditionellen US-Außenpolitik sollen Raubzüge also in Zukunft (verbrämt als „Verteidigung“ unserer Wirtschaftsinteressen) demnächst auch bei uns wieder ganz offen legitimiert werden.

    Ein Vergleich: Wenn wir in Zukunft uns also weigern sollten „unser Nordseeöl“ oder Maschinen zu exportieren, wäre das also ein legitimer Kriegsgrund für andere Staaten die das so dringend bräuchten, und es wäre also in Ordnung uns mit Gewalt dazu zu zwingen?

    Oder wie ist das zu verstehen?

    Statt das wir unsere Wirtschaft vom externen Öl/Gas langsam unabhängig machen wollen, wie es uns die (neutralen) Schweden vormachen, soll also eine rückwärtsgerichtete (konservative) Politik die alten Pfründe (weniger Reicher) verteidigen helfen.
    Dabei gäbe es so viele Möglichkeiten Energie effizienter oder Alternativen zu nutzen, was aber aus o.g. Gründen lange behindert wurde.

    ---

    Wenn ein Mr. Martin S. Feldstein, (President and CEO, National Bureau of Economic Research) uns schon langsam auf eine große Dollarabwertung vorbereiten will (Die Zeit, Rubrik Finanzen „Ruhe vor dem Sturm“), mit allen wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen (auch für uns!), wen wundert es da, wenn auch das Militär langsam wieder in Position gebracht werden soll. Der steigende Goldpreis reflektiert schon die Vermutungen der informierteren Anleger.

    Ist es also schon so schlecht bestellt, um den Fortbestand unseres Wirtschaftssystems, das jetzt wieder das Militär ins Stellung gebracht werden soll? Natürlich vorsichtig, wir sind ja gebranntes Kind. Schäuble hat schon Anläufe unternommen die Bundeswehr zukünftig auch im Inneren unseres Landes einsetzen zu können. Sieht man die Verteilungskämpfe auf uns zukommen, auch im Inneren?
    (Unsere nationale „freie Markwirtschaft“, wird ja schon lange durch die „Diktatur“ der globalen im Inneren totalitären Wirtschaftkonzerne immer mehr geknebelt und gefesselt. Und über die mächtige „Lobbyarbeit“ werden Regierungen gefügig und durch Geschenke abhängig gemacht.)

    Was soll aus unserem Land werden?

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    Was könnten die folgenden Personen gemeinsam haben?
    Otto Schily, Matthias Wissmann, Friedbert Pflüger, Hilmar Kopper, Josef Ackermann, Jürgen E. Schrempp, Klaus Kleinfeld, Klaus Zumwinkel, Hubert Burda, Mathias Döpfner, Matthias Naas, Ekkehard D. Schulz, Eberhard Sandschneider, Jürgen Weber, Angela Merkel, Gerhard Schröder

    mit

    Martin S. Feldstein, David Rockefeller, Max Boot, Melinda F. Gates, Paul Wolfowitz, Norman Pearlstine, Henry A. Kissinger, Richard N. Perle, William J. Luti, William C. Ford Jr., u.a.

    (Finden Sie es selbst heraus)

    .

  4. Lesen Sie doch einmal was unserer Verteidigungsminister "heute" dazu sagt:

    Zitat Focus 21.05.2006 13:19
    „Jung: Armee soll Ölversorgung sichern

    Die Bundeswehr wird sich nach den Worten von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) künftig auch auf die Sicherung der Energieversorgung als Aufgabe einstellen müssen.

    „Vor einem militärischen Einsatz müssen wir stets die Frage beantworten: Wo liegen unsere sicherheitspolitischen Interessen? Zu denen gehört auch eine freie und sichere Energieversorgung“, sagte Jung im FOCUS-Interview. Schon bisher (Also erst recht in der Zukunft?) seien deutsche Soldaten an der Sicherung der Ölversorgung am Horn von Afrika beteiligt: „Wenn Terroristen etwa eine Meerenge kontrollieren, dann liegt es natürlich auch im deutschen Interesse, wieder für einen freien Handel zu sorgen.“]

    ----

    Sie werden sehen, das es auch beim beschlossenen Kongo-Einsatz weniger um Demokratie als um Rohstoffquellen geht, auch wenn jetzt noch heftig dementiert wird. Wir werden halt langsam darauf eingestimmt.

    Und unsere Verfassung wird von defensive auf offensive "verteidigung" umgedeutet. Denkt man das weiter, so könnte in (ferner?) Zukunft wieder jeder Angriffskrieg als Verteidigung (der eigenen gerechten Interessen) erklärt werden. Wer ahnt was dabei herauskommt?

    .

  5. Zur Erinnerung:

    Die Zeit (21.03.06): „Potsdam soll leiten“
    http://www.zeit.de/online...

    Zitat: „Nicht nur deutsche Soldaten, auch andere EU-Truppen sollten »hinter dem Horizont bereit stehen« - gemeint sind Bereitschaftspositionen beispielsweise in Gabun, wo die französische Armee eine große Garnison unterhält. Zudem werden sich die deutschen Kinshasa-Kräfte auch auf dem Versorgungsschiff »Berlin« aufhalten, das vor der Mündung des Kongo-Flusses ankern soll.“

    ----

    Muss mich hier korrigieren. Es sind wohl nicht nur die USA sondern auch andere EU- Partner, die hier ihre Interessen wahren wollen.

    .

    • Anonym
    • 15.05.2006 um 12:34 Uhr

    Der Gedanke eine starke Bundeswehr mit Wehrpflichtigen aufrecht zu erhalten ist unterstützenswert, wir werden leider nicht bis in alle Ewigkeit in Frieden leben können.

    Dies zu Zwecken der "Verteidigung am Hindukusch" oder zu Sicherung der Rohstoffe zu tun ist falsch und utopisch. Wo Rohstoffe zu sichern sind, tun dies bereits andere Nationen, mit Militäretats jenseits von Eden. Wollen wir mit den USA und China in Konflikt treten?

    Ein Blick auf die Weltkarte zeigt, daß Rohstoffe Konflikt bedeuten (auch im Sudan, Kongo, etc ). Clevererweise sollte man sich also, wenn man außer ein wenig Kohle keine Energierohstoffe hat, auf das Machbare besinnen und mit innovativen Energiekonzepten eine weitgehende Autarkie sicherstellen.

    Daß Herr Stoltenberg den freien Welthandel als für Deutschland so wichtig befand dürfte damals schon fraglich, heute schlicht falsch sein. Wir werden heute mit Produkten aus Niedriglohnländern, die ohne jegliche Standards in bezug auf Menschenwürde,-rechte, Umwelt- und Ressourcenschutz operieren, überschwemmt, hierzulande gehen die Arbeitsplätze verloren.

    Die Begründung als größte Exportnation käme der freie Welthandel gerade uns zugute ist schlicht falsch. Deutsche Produkte werden nicht wegen des Preises sondern wegen der Qualität gekauft. Sie würden also auch im Zeitalter von Zöllen und Protektionismus gekauft werden. Ein Beispeil an Perplexität an sich ist: Allein im Zuge der EU unterbieten neue Mitgliedsstaaten Standards, Steuer - u. Sozialversicherungsabgaben, umgekehrt darf im Sinne der allgemeinen Gleichheit kein Staat sich mit Einfuhrabgaben schützen...

    Weiterhin dürfte auch der letzte Exportgläubige gesehen haben, daß der Export zwar Rekorde erreicht,genau wie die Gewinne der DAX-Unternehmen, die Arbeitslosenrate aber auch, und z.B. DaimlerChrysler in diesem Jahr wieder mal keine Steuern zahlt.

    Ergo: Der freie Welthandel kommt den Großkonzernen und deren Eignern zugute, aber leider nicht der deutschen Bevölkerung, übrigens auch keiner anderen Bevölkerung sonstwo.

    Zur Sache der Rohstoffsicherung muß man denn auch lachen, ob des Vorhabens von Minister Jung. Wer in den 90er Jahren zum bereitwilligen Statisten wird, als zum zweiten Mal im 20. Jh. (analog zu den Vorkommnissen vor WW1) der Balkan zerschlagen werden sollte und es diesmal auch erfolgreich war, der müßte eigentlich wissen, daß es bereits zu spät ist. Wie damals die Berlin-Bagdad Bahn zur Rohstoffversorgung Deutschlands unterbunden werden sollte, um nicht unabhängig von der britischen Marine agieren zu können, wurde in den 90ern, als zum ersten Mal wieder die Gelegenheit bestand nach der Öffnung des Ostens(sei es per Bahn oder Pipeline), wieder im Balkan als Tor zum Nahen Osten Unruhen gestiftet. U.a. mit amerikanischen Kongreßbeschlüßen, die damals (1991!) nichts anderes als die Aufspaltung Jugoslawiens in Teilrepubliken binnen 6 Monaten forderten...

    Die Bundeswehr hat weder am Hindukusch noch im Kongo was verloren. Daß Minister Jung die eigentlichen Interessen für BW-Auslandseinsätze anspricht bringt Ehrlichkeit in die Debatte, Sinn aber leider nicht, überdies würde es zu spät kommen.

    Gruß aus Bilderberg

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