Fremdenhass Glatzen prügeln Ausländer
Wieder zwei fremdenfeindliche Überfälle im Osten: In Berlin wurde ein Italiener verprügelt, in Eisenach traf es einen Tunesier
In Berlin wurde ein 30 Jahre alter Italiener von drei Glatzköpfigen schwer verletzt. Die Männer hatten ihr Opfer in der Nacht zum Sonntag im Stadtteil Prenzlauer Berg zuerst nach seiner Nationalität gefragt. Als er antwortete, er sei Italiener, beschimpften sie ihn und schlugen mit einem Baseballschläger auf ihn ein. Anschließend flüchteten die Angreifer. Der 30-Jährige erlitt Kopfverletzungen und musste operiert werden.
Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) verurteilte die Tat und versprach, »alles zu tun, um die Täter ausfindig zu machen und einer Bestrafung zuzuführen«. Er fügte hinzu: »Solche Taten beschämen Berlin und sind absolut nicht zu tolerieren.« Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.
Ebenfalls vermutlich aus fremdenfeindlichen Motiven und nach dem gleichen Muster haben zwei unbekannte Männer am Sonntagmorgen in der thüringischen Stadt Eisenach einen 34 Jahre alten Tunesier verletzt. Nach Angaben der Polizei war der Mann auf dem Nachhauseweg von den etwa 30 bis 40 Jahre alten Männern nach seiner Herkunft befragt und daraufhin geschlagen worden. Die Täter wurden als muskulös und glatzköpfig beschrieben. Das Opfer erlitt eine Platzwunde im Gesicht. Er wurde im Krankenhaus ambulant behandelt.
Zu Ostern hatte ein Überfall auf einen in Äthiopien geborenen Deutschen in Potsdam bundesweit für Aufregung gesorgt. Der Bundesgerichtshof hatte Ende vergangener Woche die Haftbefehle gegen die Verdächtigen bestätigt. Dem Opfer soll es inzwischen etwas besser gehen. Der Mann hatte bei dem Überfall lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitten.
- Datum 17.05.2006 - 13:33 Uhr
- Quelle ZEIT online, dpa, 15.5.2006
- Kommentare 6
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Wenn das so weiter geht, dann gehören derartige Übergriffe bald zur "Normalität" in Deutschland.
Was soll man dazu noch sagen?
"Armes Deutschland!" oder "Willkommen bei Freunden!"
Solange die jungen Männer keine vernünftige Perspektive in unsere Gesellschaft bekommen, wird es immer mehr Glatzen geben. J.S.
Wird Gewalt in Deutschland nich haeufig viel zu lasch bestraft??
Dann gibt es aber auch keine Abschreckung!
Schnelle Aufklärung, harte Strafen für überführte Täter. Ja. Allerdings auch in den Fällen mit dem "Umgekehrten" Tatmuster. Davon gibts leider ja auch reichlich. Berichten muß man auch beides, denn nichts ist schlimmer, als selektive Berichterstattung. Sie macht aus Wahrheit in besonders infamer Weise Lüge!
Rainer Thesen
Rechtsanwalt
Nürnberg
Leider sind die Vorfälle weder neu noch selten. Neu ist nur, dass häufiger berichtet wird und im Fall Potsdam sich auch die Bundesanwaltschaft einschaltet. Ich hoffe sehr, dass die Aufmerksamkeit nicht wie bei vielen Themen nicht wieder abebbt. Davon gehen die Probleme nicht weg...
entsteht immer wieder dort, wo politiker die sorgen und nöte von teilen der bevölkerung eines Landes nicht ernst oder schlicht nicht zur kenntnis nehmen, gleichzeitig gerade aber diese menschen das gefühl haben, dass ihnen zunehmend fremdes aufgedrängt wird. Das ist nicht nur in deutschland so, wir erleben ähnliches zur zeit nahezu europaweit.
Ob europa- oder zuwanderungspolitik, der einfache bürger fühlt sich immer mehr übergangen und vor vollendete tatsachen gestellt. Das dieser kontext (+soziale umstände und mangelhafte bildung) bei einigen kriminelle kräfte freisetzt, sollte nicht verwundern.
Deshalb ist handlungsbedarf angesagt. Bestrafung von straftaten (aber in allen fällen !), wieder und wieder aufklärung und erziehungsarbeit in den schulen, aber auch mehr rückkopplung zum volk in europa- und zuwanderungsfragen, denn den ersten boden findet das pflänzchen fremdenhass häufig in den diskussionen innerhalb des familien- oder freundeskreises.
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