Ärztestreik Neuer Versuch
Arbeitgeber und Gewerkschaft treffen sich am Donnerstag erneut, um einen Kompromiss für den seit Wochen festgefahrenen Tarifstreit der Ärzte an den Universitätskliniken und psychiatrischen Landeskrankenhäusern zu suchen. Der Marburger Bund droht damit, den seit fast acht Wochen laufenden Streik der Hochschulmediziner auszuweiten, falls sich die Verhandlungsführer nicht einigen.
Der Streik der deutschen Hochschulärzte droht zu eskalieren. Falls die Vertreter der Länder als Arbeitgeber und die Ärztegewerkschaft Marburger Bund am Donnerstag keinen Kompromiss finden, wollen die Mediziner nicht mehr tageweise, sondern für ganze Wochen in den Ausstand treten. Notdienste sollten aber weiterhin sichergestellt sein. Beteiligen könnten sich rund 22.000 Ärzte an rund 30 Universitätskliniken.
In Dresden treffen an diesem Donnerstag der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, Niedersachsens Finanzminister Harmut Möllring (CDU), und der Vorsitzende des Marburger Bundes, Frank Ulrich Montgomery, direkt aufeinander. Während sich Montgomery vor dem Treffen vorsichtig optimistisch zeigte, nannte Möllring den Ausgang völlig offen.
Kurz vor dem Treffen sagte Möllring: »Keine Ahnung, ob es einen Durchbruch geben wird.« Sicher sei, dass ein mögliches Ergebnis nicht neue Begehrlichkeiten in den parallel laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst wecken dürfe. Beide Seiten hatten am vergangenen Wochenende schon weitgehend angenähert. Dennoch kam es bei der Runde am Dienstag wider Erwarten nicht zu einem Abschluss. Stattdessen beharrte Möllring auf einem Spitzengespräch. Die Ärzte hatten ursprünglich 30 Prozent mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen verlangt.
In einer Telefonkonferenz mit den Finanzministern hatte Möllring am Mittwoch die Marschroute der Länder geklärt. »Wir sind uns einig und werden dem Marburger Bund einen Vorschlag machen«, sagte Möllring. Strittig ist nach Möllrings Ansicht nur noch die Frage des Geldes.
Ein Tarifgespräch für die 70.000 Ärzte an rund 700 kommunalen Kliniken hatte der Marburger Bund am Mittwoch mit Rücksicht auf das Spitzengespräch in Dresden abgesagt. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber als Tarifpartner warfen der Ärztegewerkschaft daraufhin vor, sie wolle die Gemeinden offenbar mit einem Tarifabschluss auf Länderebene unter Druck setzen.
- Datum 29.07.2008 - 15:43 Uhr
- Quelle ZEIT online, 11.5.2006
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