Ärztestreik Eine Frage des Respekts
Die Tarifverhandlungen zwischen Ärzten und Ländern sind gescheitert. Zu leiden haben die Patienten. Was ist die Sorge für Leib und Leben wert?
Für die Direktoren der deutschen Universitätskliniken sind die nun gescheiterten Tarifgespräche zwischen Ländern und Ärzten ein Desaster. 250.000 Euro verlieren ihre Häuser an jedem Tag, an dem gestreikt wird. Vereinzelt können es sogar bis zu 600.000 Euro sein. Solche Summen kann kein Hochschulkrankenhaus ausgleichen, jedenfalls nicht über Wochen hinweg. Das könnte aber nötig werden. Denn der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank Montgomery, kündigte am Freitag eine bundesweite Streikwelle an, und zwar "nicht mehr nur tage-, sondern wochenweise". Die Defizite der Unikliniken werden also wachsen - auf Kosten der Länderhaushalte.
Hartmut Möllring geht ein hohes Risiko ein. Der niedersächsische Finanzminister und Chefverhandler der Länder hält an derselben Strategie fest, die er auch im Tarifkonflikt mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di verfolgt: Abwarten, bis dem Gegner die Puste ausgeht. Gegenüber ver.di könnte die Strategie aufgehen. In der Auseinandersetzung mit dem Marburger Bund liegen die Dinge dagegen anders. Ein langer Streik kann, wie gesehen, hohe Kosten verursachen. Und niemand kann die Aufgaben der Uniärzte so ohne Weiteres übernehmen. Als die Müllabfuhr streikte, bestellten viele Kommunen einfach private Unternehmen, die den Abfall abfuhren. Doch nur wenige nicht-universitäre Kliniken in Deutschland praktizieren eine ähnliche Hightech-Medizin wie die Hochschulkrankenhäuser, und wo es sie gibt, sind die Wartezeiten lang. Reichlich schal klingt da die Sorge Möllrings, dass durch den andauernden Streik zahlreiche Patienten von den Universitätskliniken abwandern werden.
Begossen stehen nun alle da, die noch am Wochenende dachten, eine Einigung sei nur noch eine Formsache. Die Finanzminister hätten lediglich zustimmen müssen. Was also treibt Möllring und seine Kollegen? "Wir sind an die Grenze dessen gegangen, was die Länder finanzieren können", sagte er am Freitag. Ob das so absolut gelten darf, mag man bezweifeln. Jedenfalls ist aus Reihen der Klinikdirektoren zu hören, dass der Streik längst beendet wäre, könnten sie selbstständig verhandeln.
Aber treiben es die Ärzte nicht auch viel zu weit? Immerhin hätte der Vorschlag der Länder Assistenzärzten 510 Euro im ersten Jahr und 750 Euro im dritten Jahr pro Monat mehr gebracht. Bei einer Arbeitszeit von 42 Stunden und ohne Weihnachtsgeld bedeute dieser Vorschlag aber lediglich eine Nettolohnsteigerung von 1,1 Prozent, argumentiert der Marburger Bund. Dagegen kann man halten, dass bald die Hälfte aller abhängig Beschäftigten in Deutschland kein oder nur noch ein eingeschränktes Weihnachtsgeld bekommen. Ein Zuschlag von 30 Prozent, den der Marburger Bund von Anfang an forderte, ist ohnehin utopisch.
Hinter dieser Forderung steht aber eine andere Rechnung. Denn tatsächlich sind die Arbeitszeiten von Krankenhausärzten faktisch viel zu lang, ist das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das die Kliniken zu einer besseren Arbeitsorganisation und kürzeren Arbeitszeiten zwingt, vielerorts unzureichend umgesetzt. Doch wenn Assistenzärzte künftig nur noch 42 Stunden arbeiten, verlieren sie auch einen wichtigen Teil ihrer Einnahmen, der als Zuschlag für Nacht- und Wochenendarbeit gezahlt wird. Das will der Marburger Bund ausgleichen und noch etwas obendrauf legen.
Doch die Ärzte gieren nicht einfach nur mit scheinheiligen Argumenten nach mehr Geld.
Letztlich geht es in diesem Tarifkonflikt um eine Frage des Respekts. Mit wem vergleicht man Krankenhausärzte? Mit dem Pflegepersonal, wie Möllring es tut, das weit geringere Lohnzuwächse zu erwarten hat? Oder mit Piloten, die für Leib und Leben von Menschen verantwortlich sind und ein Vielfaches der durchschnittlichen 3.400 Euro Bruttolohn eines Krankenhausarztes verdienen? Wohlgemerkt: Die Gespräche scheiterten nicht daran, wie viel hochbezahlte und durch Beraterverträge und andere Honorare zu Spitzenverdienern aufgestiegene Chefärzte verdienen sollen. Es geht vielmehr um jene Mediziner, die den Betrieb auf Stationen und in Ambulanzen unter widrigen Umständen am Laufen halten.
Das Signal, das von Dresden ausgeht, ist deshalb doppelt schlecht. Erstens droht Patienten eine schlechtere Versorgung, kurzfristig durch Streiks (die nun offenbar wirklich bis zur Fußball-Weltmeisterschaft dauern könnten), langfristig durch demotiviertes Personal, sollten sich die Länder am Ende durchsetzen. Zweitens könnte sich auf diese Weise der Ärztemangel an Krankenhäusern weiter verschärfen. Denn längst ist es nicht mehr so, dass die Kliniken aus einem Überangebot an Bewerbern schöpfen könnten. Immer weniger Medizin Studierende werden Ärzte, immer mehr arbeiten wegen der besseren Bedingungen im Ausland. Unikliniken sind davon noch vergleichsweise wenig betroffen. Einzelne Krankenhäuser in ländlichen Gebieten sehen sich dagegen schon seit längerem gezwungen, offensiv medizinisches Personal in Osteuropa anzuwerben. 30 Prozent mehr Lohn mögen eine Utopie sein. Doch unter der Hinhaltetaktik der Länder könnte die Qualität der Patientenversorgung langfristig noch stärker leiden.
- Datum 17.05.2006 - 13:33 Uhr
- Quelle ZEIT online, 12.5.2006
- Kommentare 13
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Den Inhalt hätte man auch Erstsemestertauglich zusammenfassen können: In Zukunft entscheidet der Markt trotz Gewerkschaften über die Löhne.
Die Länder können die Ärzte kaum unterkriegen, weil sie nicht substituierbar sind. Bei Pflegern ist das genauso anders wie bei ungelernten Bauarbeitern, weswegen beide froh sein können, wenn ihre Löhne in Zukunft konstant bleiben.
Für schlecht ersetzbare Kräfte brechen gute Zeiten an. Das einzige Heilmittel für D ist daher: Bildung. Fazit wie immer dasselbe. Leider haben das unsere Politiker immer noch nicht so richtig erkannt.
Hallo,
der Ärztestreik ist doch nur ein Ausdruck mehr dafür, daß der jahrzehntelange Streit um den gesellschaftlich erwirt- schafteten Kuchen in die härtere Gangart wechselt. Deutschland lebt seine eigene interne Weltwirtschaftskrise. Das Selbstverwaltungssystem ist gescheitert, denn die gesetzlich gezahlten Beiträge sind bei den Verwaltern und der Lobby schon verbraucht, bevor ein müder Euro (übrigens müde Mark war besser)für das ausgegeben wird wofür es eigentlich gedacht war. Die Subventionierung des Staates von zweifelhaften Projekten (Autoindustrie, Pharmaindustrie, Kohleindustrie, überbetriebliche Ausbildung,ausgedienter unbrauchbarer Politiker und Beamter usw. ... usw. hat jahrzehntelang die sozialen Systeme ausgeraubt. Die Qualifizierung der Ärzte ist so schlecht,wie noch nie. Chefärzte haben keine Habilitationen mehr und sind kaum noch wissenschaftlich tätig. Wenn man für notwendige Dissertationen keine Lust, Zeit oder Fähigkeiten hat, nennt man sich eben Privatdozent. Die Unfallopfer des deutschen Verkehrswahnsinns werden jedenfalls miserabel behandelt und benötigen mitunter, auf Grund falscher Diagnosen und Gutachten von besonders dotierten und skrupellosen Ärzten, 20 Jahre zur Durchsetzung ihrer Entschädigungsansprüche oder werden von Berufsgenossenschaften mit Hilfe der D-Ärzte gänzlich um berechtigte Ansprüche geprellt. Warum muß man trotz eines Termins besonders bei sogenannten Fachärzten besonders lange warten (3-4 Stunden) oder 3-4 Monate selbst bei akutem Behandlungsbedarf auf einen Termin. Wenn ein Arzt in der Praxis überfordert ist, kann man schon mal für 4 Wochen ins Krankenhaus überwiesen werden. In den 4 Wochen hat dann aber keine Behandlung stattgefunden, außer die für´s Krankenhaus geldbringende Routine. Eigene Erfahrungen sind ausreichend vorhanden. Das deutsche Kabinett und der Bundestag haben ganz sicher die Bodenhaftung verloren. Mal sehen wie gleichgültig die Politiker noch bleiben, denn es sind doch nur minderwertige Menschen, die einfach mal nicht behandelt werden, die da draußen oder unten. Die zurückgestellten Operationen zeigen das wahre Wesen vieler Chefärzte; vielleicht sind die OP´s aber auch nicht erforderlich. Z. B. wurde mein Vater mit 88 J. an der Prostata operiert. Wozu? Er hatte ganz andere Probleme - unfähige Ärzte, die die einen Schlaganfall mit schweren Lähmungen nicht erkannt haben. Meine Familie und Ärzte sind ein Paradebeispiel - Ärzte machen krank . Wer die Wahrheit sagt kommt in die Psychatrie. Bekannte Satiriker stellen die Situation noch viel zu harmlos dar. Die Ärzte versuchen aus ihrem Tun ein Geheimnis zu machen, aber jede Mutter versucht zu heilen, nicht an der Krankheit anderer sinnlos viel zu verdienen. Zahnbehandlungen sind besonders überzogen und in vielen Fällen unnötig. Recherchen von TV Dokumentationen lohnen sich. Medizin ist eine Wissenschaft zur Heilung von Krankeiten, wie andere wissenschaftliche Disziplinen gesetzmäßiger Zusammenhänge unseres Daseins erforschen. Menschen haben es bis heute nicht verstanden, was wirtschaften heißt; auf jeden Fall nicht ruinieren. Wenn Menschlichkeit nur noch als Träumerei und Utopie abgetan wird, dann müssen sich die Heuschrecken und Blutsauger gefallen lassen als Industriesklavenhalter bezeichnen zu lassen. Die,die USA und England als die großen Vorbilder für das deutsche Volk zitieren, können nur kulturlos und geldgierig sein. Als Beispiel wie man nicht werden sollte, sind diese Gesellschaften allerdings geeignet.
Seit Jahren wird von der Kostenexplosion im Gesundheitswesen geredet, und mit diesem Argument wird ebenso lange die Unmöglichkeit von signifikanten Lohnzuwächsen in diesem Sektor begründet.
Was nur wenige wissen:
- Seit den 60er Jahren leistet sich die Bundesrepublik Deutschland relativ konstant etwa 13% des Bruttoinlandsproduktes für den Gesundheitssektor.
- Deutschland ist einer der fuenf groessten Gesundheitsmaerkte der Welt
- Pharmafirmen unterhalten ein riesiges Heer von Pharmavertretern, die jeden Tag die Krankenhäuser und Arztpraxen im Lande heimsuchen und ihre Produkte anpreisen. Dabei werden auch reichlich Produktproben ausgegeben. Da wundert's nur wenig, dass die gleichen Medikamente in anderen Ländern (auch innerhalb der EU) z.T. zu einem Drittel des hiesigen Preises verkauft werden. Merkwürdigerweise behaupten die Pharmafirmen immer, die Medikamente seien hier so teuer, weil so viel geforscht werden müsse - dabei werden die pharmakologischen Forschungskapazitäten in D seit Jahren zurückgefahren.
Wer heute Medizin studiert, hat mehrere Perspektiven:
- In D jahrelang im Krankenhaus arbeiten, mit im Vergleich zu den Anforderungen mässiger Bezahlung, besch***enen Arbeitszeiten und oft in einer extrem strengen Hierarchie, die Freude an der Arbeit nicht eben befoerdert. Vielfach ist ein Leben neben der Arbeit nur schwer möglich, weil z.B.regelmäßige Besuche im Sportverein oder so durch die ständigen Schichtwechsel nur schwer zu machen sind.
- Angebote aus der Wirtschaft annehmen - hier finden sich oft reguläre 9-bis-16-Uhr-Jobs, mit oft besserer Bezahlung als im Gesundheitswesen, ohne Wochenend- oder Nachtdienste, familienfreundlich, ... - wer wollte noch wissen, woher der kommende Ärztemangel in D kommt?
- ins Ausland gehen - im Zweifelsfalle fühlen sich viele hier in D zu sehr verankert oder wissen nicht, das es im Ausland oft besser bezahlt, mit besserem Arbeitsklima und besseren Arbeitszeiten durchaus attraktiv ist.
Die Forderung des Marburger Bundes nach 30% mehr Gehalt scheint erstmal hoch - vor dem Hintergrund, daß die Gehälter in den letzten Jahren bis Jahrzehnten unterdurchschnittlich erhöht wurden, daß die Möglichkeiten, diese mäßige Bezahlung durch zusätzliche Nachtdienste im Rahmen der definitiv zu begruessenden Arbeitszeitbegrenzungen durch die EU spaetestens ab 2007 extrem beschränkt sind und daß es im Gegensatz zu früher nur noch beschränkte Aussichten gibt, dass sich die schlecht bezahlte Buckelei der ersten Arbeitsjahre später mit eigener Praxis oder als Ober-/Chefarzt wirklich mal auszahlt, vor diesem Hintergrund begrüße ich, daß sich die Ärzteschaft jetzt nach Jahren des Stillhaltens endlich mal auf die Hinterbeine stellt und brüllt "Es reicht!"
Wie kann es angehen, daß Ärzte, deren Fehler extreme Konsequenzen haben können, auch 2006 noch 36 Stunden am Stück arbeiten duerfen, während die Kamerateams des NDRs, der das dokumentieren wollte, jeweils nach acht Stunden ausgewechselt werden müssen, weil die nicht länger am Stück arbeiten dürfen? Flugzeugpiloten werden notfalls mit Waffengewalt aus dem Cockpit entfernt, wenn sie nicht nach acht Stunden freiwillig in Pause gehen!
Wer würde sich von einem Menschen operieren lassen wollen, der 1 Promille intus hat? Wohl niemand. Aber wenn ein Mensch 24 h wach war, hat er die gleichen Reaktionsfaehigkeiten und -genauigkeiten wie ein Betrunkener mit eben diesem Blutalkoholpegel!
Es ist höchste Zeit, dass sich die Arbeitsbedingunen in deutschen Krankenhäusern signifikant verbessern, damit die Ärzte auch wieder Kraft haben, die im Moment nur durchschnittlichen Leistungen wieder auf Weltspitzenniveau zu bringen. Und da geht es nicht nur um Geld, sondern vor allem auch um menschenwürdige Arbeitsbedingungen.
@Marler1 ... dann kann und darf eben keine WM stattfinden! Und schon sind die Ärzte aus dem Schneider und der schwarze Peter liegt wieder bei den Verantwortlichen. Ich stelle mir gerade die Schlagzeilen in der Weltpresse vor: "Fußball-WM wegen Ärztestreik abgesagt."
Zum erstenmal lese ich positive Berichte in den Medien. Endlich kommt auch mal Zustimmung von den sonst so arztfeindlich eingestellten Medien. Meine Kollegen werden durchhalten. Spitzenmedizin ist eben nur von hochqualifizierten Menschen auszuführen. Endlich hat das mal ein Journalist begriffen. Wollen mal schauen wer denn die vielen kranken Hooligans und Zuschauer in der WM versorgen soll? Herr Lauterbauch und andere Politiker auf jedenfall können es nicht. Auch meine niedergelassenen Kollegen werden demonstrieren. Vielen Dank noch mal für den relativ guten Bericht in der Zeit.
Warum müssen die Ärzte tatsächlich mehr verdienen? Würde es nicht reichen, wenn man einfach jede Stunde ihres tatsächlich geleistetn Dienstes mit 100 Prozent entsprechend ihrer Eingruppierung ins jeweilige Tarifwerk vergüten würde? Gerade die Assistenten mit ihren hunderten von unbezahlten Überstunden würden dann wenigstens diese vergütet bekommen. Eins ist klar, kommt es zu einer drastischen Reallohnerhöhung, dann wird sicherlich nicht die Arbeitszeit gesenkt, weil die dann notwendige Einstellung zusätzlicher Ärzte von niemanden mehr finanziert werden kann - ausser von den Versicherten. Die sind aber mit der ständig steigenden Abgabenquote in Deutschland sicher nicht dazu bereit. Gut, dass man sie nicht fragen muss.
Die Aufmerksamkeit sollte nicht den Ärzten gehören ebensowenig wie den Ärzten ein überhöhter Lohn, sondern den nicht umgesetzten aber angemahnten Strukturverbesserungen der Arbeitsabläufe.
Kaum ein Mediziner kann aus Erfahrung seine Arbeitsleistung mit Industriearbeiter vergleichen. Kaum ein Mediziner hat eine Ausbildung in Organisation oder Arbeitseinteilung erhalten.
Ebenso die Versicherungen vehemend Regreßforderungen stellen, denn wer zahlt bei fehlbehandelten Patienten, siehe MRSA oder Zahnbehandlungen? Aber das steht noch in weiter Ferne!
Die Ärzteschaft ist die bestgeschützte und hofierte Berufsgruppe und das ist unverständlich. Jeder Elektriker oder Automechaniker haftet für seine Fehlleistung - nur ein Arzt kaum.
Vorschlag:
Eine Statistik sollte den Zeitraum der Ärztestreiks in bezug zur Sterberate aufzeigen, vielleicht sind wir dann besser im Stande die Ärzte neutraler zu bewerten ...
Ärzte...die bestgeschützte und hofierteste Berufsgruppe? Von welchem Land wird hier berichtet? Jedenfalls nicht von Klinikärzten in der Bundesrepublik Deutschland 2006! Knebel-Zeitverträge, die nicht selten für den Zeitraum von 3 Monaten vergeben werden, 1600-2400 Euro für gut und gerne 300 Stunden im Monat, Fußabtreter sein für Krankenkassen, Verwaltung, Pflegepersonal und nicht zuletzt auch für eine immer größer werdende Gruppe von anspruchsdenkenden Patienten, die mit wochenlang bestehenden Bagatell-Beschwerden nachts um 3 Uhr in die Klinik kommen, weil das Wartezimmer beim Hausarzt tagsüber ja so voll gewesen sei und sich beschweren, weil sie hier ja auch eine halbe Stunde warten müssen, während der Arzt grade Patienten auf Station betreut. 24 Stunden am Sonn- oder Feiertag arbeiten, aber nur 15 ohne jeden Zuschlag angerechnet bekommen, wovon der "Freizeitausgleich" (weil man nach der durchwachten Nacht endlich mal schlafen geht!) von 8,5 Stunden direkt abgezogen wird! Wo bitte ist denn hier das "hofieren" und der "beste Schutz" ist mir auch nicht ganz klar geworden? Vergleiche mit Handwerkern, wie im vorigen Kommentar, sind hier völlig fehl am Platze! Man möge mir doch bitte nur einen einzigen Handwerker nennen, bei dem ich an Heiligabend um 3 Uhr nachts mit meinem seit 3 Wochen klappendern Auto vorfahren kann, eine sofortige Reparatur ohne Wartezeiten fordere und das bitte ohne Zuschlag, sondern 20-35 % billiger mit der Begründung, es sei in Feiertags-Nächten ja ohnehin weniger zu tun! Und bzgl. der Behauptung Ärzte kennen keinen Regreß: als Arzt ist man genauso Haftpflichtversichert, wie in jedem anderen Beruf, nur zu noch horrenderen Beiträgen und wenn Fehler grob-fahrlässig oder mit Vorsatz geschehen, gehört man zur ersten Berufsgruppe, denen die Approbation entzogen wird, was soll also dieser Unsinn bzgl. angeblicher Haftungsfreiheit! Abschließend ein bekanntes Zitat des populären Kabarettisten Dieter Nuhr: "wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Schnauze halten"
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren