USA Das Schleppnetz
Die National Security Agency sammelt Telefondaten von amerikanischen Bürgern. Ein Skandal? Nicht unbedingt.
Ein neuer Skandal also in Washington? Eine neue Verletzung der Freiheitsrechte vieler Millionen Amerikaner im Namen der Bekämpfung des Terrorismus? Die Überschriften über "die größte Datenbank der Weltgeschichte" klingen jedenfalls sensationell und die Behauptungen alarmierend. Trotzdem empfiehlt sich ein wenig Zurückhaltung. Denn bis zur Stunde ist unklar, ob George Bush und seine Abhörspezialisten ein Gesetz gebrochen haben. Andererseits kann sich die Sache zur politischen Sprengbombe entwickeln, sogar wenn kein Gesetz missachtet wurde.
Was ist geschehen? Nach einem Bericht der Tageszeitung USA Today hat die National Security Agency (NSA) nach dem Terroranschlag vom September 2001 begonnen, die Telefondaten von mehreren Dutzend Millionen Amerikanern auszuwerten: Telefonverbindung, Dauer und Frequenz der Anrufe. Namen, Adressen und Sozialversicherungsnummern wurden nicht weitergegeben. Auch abgehört wurde nicht - jedenfalls nach jetzigem Kenntnisstand. Die NSA erhielt die Daten von den großen Telefongesellschaften. Nur die Firma Qwest verweigerte sich.
Ziel der gewaltigen Datensammlung ist ausweislich des Zeitungsberichts die "soziale Netzwerk-Analyse". Computer sollen die Kontaktmuster von Anrufern auswerten und durch Abgleich mit Telefonnummern bekannter Terrorverdächtiger die persönlichen Verbindungen und Netzwerke identifizieren. Die amerikanische Regierung hat die Existenz des Programms anfangs weder bestätigt noch dementiert. Präsident Bush sagt: "Wir durchstöbern nicht die Lebensverhältnisse von Millionen unschuldiger Amerikaner." Am späten Donnerstagabend schien sich aber die Verteidigungsstrategie zu ändern. Einzelne Vertreter der regierenden Konservativen behaupteten, die Aktion verletze keinerlei Persönlichkeitsrechte und sei gesetzeskonform. Die wichtigsten Abgeordneten der Geheimdienstausschüsse beider Parlamentskammern seien informiert gewesen.
Die rechtliche Lage ist unübersichtlich. Der NSA ist nicht gestattet, im Inland abzuhören. Telefongespräche dürfen nur von Ermittlungsbehörden belauscht werden, wenn durch richterlichen Beschluss ein Tatverdacht bestätigt ist. Die NSA hat aber nach gegenwärtigem Kenntnisstand nicht abgehört, sondern nur Telefondaten gesammelt. Umstritten ist auch, was der Begriff der "elektronischen Überwachung" umfasst, der sich im Auslandsüberwachungsgesetz, dem Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA), findet. "Überwachung" setzt dort die Prüfung von "Inhalt" voraus. Ist aber eine Telefonnummer und eine Übertragungsdauer schon "Inhalt"? Wie die Gesprächslisten technisch verarbeitet werden, ist noch unklar. Das ist aber rechtlich bedeutsam. Wird ein elektronisches Schleppnetz mittels einer automatischen Schaltung ausgelegt, also ein so genanntes Pen Register eingerichtet, war bis 2001 ein Gerichtsbeschluss erforderlich. Der so genannte USA Patriot Act, der nach dem Terroranschlag auf New York die Rechte der Strafverfolger ausweitete, weichte dieses Erfordernis auf. Ob die frisch enthüllte Telefonregistrierung die jüngste Version dieses Gesetzes verletzt, ist zur Stunde offen. Jedenfalls klingt angesichts der verworrenen rechtlichen Lage das Skandalgeschrei voreilig.
Das kann sich freilich ändern. Denn es scheint, als sei erst ein Teil der Inlandsschnüffeleien der Regierung Bush enthüllt. Jedenfalls gibt es offene Fragen. Der Sinn der "sozialen Netzwerk Analyse" kann nur sein, jene zu identifizieren, die ausgehorcht werden sollen. Vermutlich wird eine weitere Enthüllung gebraucht werden, um vom Abhör-Teil des Programms zu erfahren. Darin steckt das Potenzial für einen gewaltigen Skandal.
Auch wirft die Grundphilosophie der Aktion Fragen auf. Gerade Deutsche kennen sich da aus. Der Erfinder dieser Art der Schleppnetz-Fahndung mittels Computer war nämlich Horst Herold, Ende der siebziger Jahre Chef des Bundeskriminalamts. Nicht zufällig entstand seine Vision vom "Kommissar Computer", als die Bundesrepublik gegen den Terror der Baader-Meinhof-Gruppe kämpfte. Der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger prägte damals den Begriff vom "Sonnenstaat des Dr. Herold". Gemeint war der Überwachungsstaat. Herold verließ sein Amt frühzeitig. Seine technischen Ideen setzten sich nach anfänglichem Widerstand in vielen Ländern der Welt durch. Dass die Vereinigten Staaten ihnen erst jetzt zu folgen scheinen, ist Zeichen der großen Freiheit, die amerikanische Staatsbürger weiterhin genießen.
- Datum 01.04.2009 - 07:37 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 12.5.2006
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Was in der USA jetzt ein Geschrei auslöst ist bei uns mit dem Telekommunikationsgesetz (TKG)1996+2004 und weiteren EU-Verordnungen sang und klanglos schon längst die Regel.
(habe für evtl. Interessierte ganz unten ein paar Fakten zusammengestellt)
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Das wird alles noch erheblich verfeinert mit dem neuen Reisepass (11.2005) mit RFID-Chip (jeder einzelne Chip enthält u.a. eine weltweit einmalige Nummer), der ein automatisches Personen-Identifizieren (bei einsprechenden Lesegeräten) aus der Ferne (z.Zt. ca. 0,1-10 m) unbemerkt im Vorübergehen zulässt. Mit der (geplanten) neuen Gesundheitskarte kann sich dann jeder "Autorisierte" einen umfassenden Gesamteindruck der Person machen, die ihm begegnet, oder über die er Informationen benötigt.
Hinzu kommt noch die neue Technik der Markierung aller Konsumgüter (winzige RFID-Chips), vom Jogurt-Becher, bis zur Calvin-Klein-Unterwäsche (eingewebt) an der die großen Handelketten (federführend Wal-Mart und Metro AG) fieberhaft arbeiten. Natürlich zum Verbraucherschutz.
[ FIKTION ...
Da wird sich eine herrliche Welt eröffnen: Der Konsument wird schon an der Eingangstür erkannt und je nach Kaufkraftgruppe öffnet sich entweder die linke oder rechte Tür zu den Konsumtempeln. Der Raucher wird automatisch zu den Tabakwaren geleitet. Nach Kontoabfrage wäre man in der Lage den Konsumenten unmittelbar mit dem zu bedienen, was er sich leisten kann (ohne ihn mit Angeboten zu quälen, die nicht für ihn vorgesehen wären). Anhand der vielen RFID-Chips in den div. Kleidungsstücken ist das Kaufhaus auch bestens darüber informiert, was der Kunde gerade anhat und wo und wann er es gekauft hat. So kann eine optimale Kundenbetreuung stattfinden. Verweilt der Konsument vor einem Regal etwas länger, könnte man das z.B. in einem der neueren RFID-Chips mit Speicherfunktion (über einen Abstand von ca. 1m) festhalten und bei nächster Gelegenheit für gezielte Werbung einsetzen. Gegen Gebühr wäre auch eine Sicherheitsmeldung an die Eltern von Kindern möglich, das das Kind sich tatsächlich dort zur vereinbarten Zeit aufgehalten hat und nicht irgendwo bummeln war. Auch für Arbeitgeber oder Harz IV-Behörden durchaus interessant. Für den Konsumenten wird also alles besser.
Bei einem Kreditwunsch kann dann die Hausbank über die Schufa-Auskunft hinaus noch die gesundheitlichen Risiken und andere private Umstände zum Wohl des Kunden in Ihre Kalkulation mit einbeziehen. Möglicherweise hat dann auch das Finanzamt geeignete Lesegeräte um sofort zu erkennen, das ein einfacher Arbeiter unzulässigerweise eine Rolex, oder Boss-Unterhosen trägt. Und das Fahrtenbuch eines Freiberuflers nicht mit seinem Bewegungsprofile (Cellphone) übereinstimmt. Endlich eine gerechte Welt nicht wahr?
Und auch die glückliche Gesellschaft würde profitieren, denn systemkritische Menschen würden schon weit im Vorfeld erkannt und frühzeitig ausgesiebt, zum Wohle aller.
Wir dürfen hoffen das die Computer alle ordnungsgemäß funktionieren, denn im Falle einer Panne (Verwechslungen)und irrtümlicher Datenerhebung könnte die Welt für den einzelnen etwas anders aussehen.
Das schönste ist die absolute Verschwiegenheit, jeder Autorisierte wird einen wohlwissend freundlich anlächeln, und natürlich keinerlei personenbezogene Daten sammeln.
... FIKTION ]
(RFID-Technik ist keine Fiktion sondern schon längst verfügbar)
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HINTERGRUND / FAKTEN
Was viele vielleicht nicht wissen (und von der Presse vielfach ignorriert wurde):
Soweit ich mich erinnern kann, waren (sind?) die Weltmeister im Abhören der eigenen Bürger hier bei uns zu hause, (im Abstand gefolgt von den USA, heute wohl auch China) soweit man den Reports in der angesehenen (Fach-) Zeitschrift Heise - CT in den Jahren 1996-2004 trauen kann. Mit Echelon (sehr geeignet für die Industriespionage) haben uns dann vielleicht die USA überholt.
Der angesehne Journalist (und Sicherheitsexperte) Dr. Udo Ulfkotte hatte (damals FAZ) einen umfassenden Report aus Insidersicht über den BND erstellt und 1998 Teile davon im Bestseller Verschlusssache BND [ISBN 3453141431] veröffentlicht. (So weit ich mich erinnere ist darin auch beschrieben, wie CDs mit Schlüsselwörtern im Umlauf sind, auf die hin auch Gesprächs-Inhalte generell automatisch mitgeschnitten werden. u.v.a. Die direkte online- Auswertung von Inhalten der Kommunikation von Telefon/Fax/Cellphone (+Bewegungsprofile) usw. für Verfassungsschützer und deren Speicherung/Auswertung in großen Datenbanken ist heute anscheinend kein technisches Problem mehr. Sogar Stimmanalyse (als eine Art Lügendetektor) scheint angewandt zu werden. Die für Endverbraucher seit mehr als 10 Jahren verfügbaren PC-Spracherkennungstools sind dagegen sehr bescheiden. )
Wofür brauchen wir ein Parlament, wenn unsere Sicherheit in den Händen des BND viel besser aufgehoben ist?
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Bei uns ist das Telekommunikationsgesetz (1.Fassung 1996) still und leise am Parlament vorbei (demokratisch?) eingeführt worden (auch ohne die Öffentlichkeit vorher zu informieren), soweit ich mich noch an die vielen Artikel in der damaligen technischen Fachpresse erinnern kann.
Viele weitere Verordnungen sind dann angeblich ohne ein Parlament direkt über EU-Verordnungen eingeflossen.
Quellen zum Weiterinformieren:
(Sie werden staunen, selbst WM lässt grüßen)
(Überwachung ohne Transparenz fördert staatliche Willkür)
http://www.datenschutzzen... (Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz)
(Erste Fassung 25.7.1996)
4.2 Neues Telekommunikationsgesetz
...Am 26. Juni 2004 [TKG inkraftgetreten] ...
4.2.1 Vorratsdatenspeicherung
...Der Bundesrat verlangt seit Jahren eine Vorratsspeicherung für Verkehrsdaten in der Telekommunikation und bei Tele- und Mediendiensten. Er möchte erreichen, dass für eine gewisse Zeit nachvollziehbar ist, wer wann mit wem telefoniert hat, wer wann welche E-Mails oder SMS abgeschickt oder erhalten hat und wer wann welche Seiten im Internet aufgerufen hat... [aktuellen Stand bitte selbst überprüfen]
4.2.2 Vorausbezahlte (Prepaid-)Karten
...auch von Kunden, die ein Gerät mit vorausbezahlter Karte erworben haben, Rufnummer, Namen und Anschrift des Rufnummerninhabers, Datum des Vertragsbeginns und Geburtsdatum zu erheben...
4.2.4 Überwachung
... Kundendateien zu führen, in denen u. a. Rufnummern, Name und Anschrift des Rufnummerninhabers, Datum des Vertragsbeginns und Geburtsdatum der Kunden einzutragen sind...
...Das TKG räumt den Strafverfolgungsbehörden, der Polizei und den Nachrichtendiensten einen relativ unbeschränkten Zugriff auf solche Daten ein, mittels derer der Zugriff auf andere Daten geschützt wird. Dazu gehören z. B. die Passwörter, die PIN (Personal Identification Number) und der PUK (Personal Unblocking Key), mit dessen Hilfe sich eine Kartensperre nach dreimaliger Falscheingabe der PIN wieder aufheben lässt...
...Die Diensteanbieter müssen durch technische und organisatorische Maßnahmen sicherstellen, dass ihnen die Abrufe [der Lauscher] nicht zur Kenntnis gelangen können...
...Auf die Dateien konnten bislang Gerichte und Strafverfolgungsbehörden, Polizeibehörden des Bundes und der Länder, Zollbehörden, Verfassungsschutzbehörden, MAD und BND zugreifen. Hinzugekommen sind durch die TKG-Novellierung Notrufabfragestellen, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und die für die Verfolgung und Ahndung von Schwarzarbeit [Arbeitsamt / Sozialamt / Hart IV ?] zuständigen Stellen der Länder...
Das ist nur die Spitze des Eisbergs.
Wer mehr wissen will, sollte sich selbst schlau machen.
[Links gelöscht, gez. Die Redaktion]
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Aber alles schon von Huxley beschrieben, es scheint also eine Logik zu sein. Aber es gab da auch Wiederstand, es gibt immer Wiederstand! Das ist die schöne Seite, und die Phase der Staatstyrannei wird scheitern weil in unserem Blut die Freiheit pocht!
Zugegeben, es sieht schlecht aus, 1940 sah es auch schlecht aus. Nur Courage muss wieder wachsen, und nicht unsere Faulheit die immer wieder diese Entgleisungen ermöglichen.
Was gut daran ist: der dümmste US Bürger dürfte sich jetzt Fragen stellen und wird kaum meutern beim eventuellen Impeachement Verfahren im Falle eines Demokratischem Siege im November!
Ich habe mir schon Fragen gestellt beim Moussaoui Prozess als der FBI zugeben musste von den Planungen gewusst zu haben. Welcher Präsident wäre tolpatschig genug bei solchen Meldungen zumindest die Flughäfen so zu beobachten dass Risiko eher bei Null läge als bei 100 % .
Doch die USA müssen sich selbst von ihren Missionaren befreien und ihre wunderbare Demokratie wieder auf die Beine verhelfen!
Denn es ist die einzige Demokratie, die andern sind nur Imitate wie die unserigen hier in Europa welche schlicht in Luxemburg Demokraturen nennt!
Es sind pervertierte Geschöpfe in welchen die Trennung von den Gewalten immer undurchsichtiger werden, von der Eurokratur nicht zu reden!
Vielleicht sollte das Ganze den Namen: "Genmanipulierte Demokratien" tragen.
Alice Miller schrieb so ein schönes Buch welches hiess: Du sollst nichts merken!
Und doch haben wir es gemerkt, also rebellieren wir! Es waren sowieso immer nur Einige....am Anfang
Das ist schon eine eigenartige Angelegenheit mit der Gerechtigkeit, korreliert sie doch nicht immer mit geltendem Recht; für mich eindeutiger und treffender mit Gesetz bezeichnet.
Selbst nicht demokratische Staaten haben eine Gesetzgebung, also wer sich hier auf einen technokratischen Begriff stützt um die Gegenwärtige Phase der Aufdeckung der Verfassungsverletzungen in Amerika zu analysieren, der wird hart fallen. Es genügt den Ansprüchen nicht.
Der Vergleich mit bestehendem Unrecht oder treffender mit den Worten des Artikelschreibers bezeichneten "Rechts" welches bei uns in Europa an der Tagesordnung ist, kann doch kein Massstab sein!
Es sollte nur allen klar werden, wen Sie eigentlich an Ihrer statt als Volksvertreter wählen. Die ewige Leier von der Unfähigkeit der Politiker habe ich langsam satt. Liebe Mitbürger die Ihr euch beklagt: wählt und macht nicht bloss Kreuzchen, beschäftigt euch mit Eurer Umwelt, eurem Staat, euren Rechten und euren Mitmenschen. Falls Ihr das unterlasst, kriegt Ihr was Ihr investiert habt. Dann sollen Sie euch belauschen, eure Rechte einschränken und Euch zu Gefangenen der eigenen Freiheit machen, denn es war euer Wille.
Wer Frei sein möchte, der muss auch etwas dafür tun. Es gibt nichts umsonst und es wird euch auch von keinem anderen erarbeitet als von euch selbst. Habt doch endlich den Mut wenn Ihr wieder mal im Fernsehen von einem dummdreisten Politiker angelogen werden die Konsequenzen daraus zu ziehen. Zu lange haben wir in der Grauzone gelebt. Es ist an der Zeit die Dinge wieder in normale Bahnen zu lenken.
Es sind nicht die einfachen Menschen die Kriege brauchen und es sind auch nicht diese, welche sie anzetteln. Es sind weder Amerikaner noch Europäer die einen Konflikt provozieren. Wir haben alle die gleichen Bedürfnisse und diese liegen sicherlich nicht in Unfreiheit und Konflikt.
Die Bestrebungen weniger, welche sich leider dazu berufen fühlen Ihre Ideologien allen aufzuzwingen führen uns in ein Tal der der Finsternis wo Angst und Misstrauen herrschen. In der Finsternis kann niemand sehen, sie ist der Schutz für die Ungerechtigkeit und das Verbrechen.
Sagen Sie NEIN und fordern Sie Ihre Rechte [im Sinne der Gerechtigkeit] ein.
Teile Ihren Optimismus nur langfristig.
RANDNOTIZ: Bush hat zu beginn seiner Amtzeit noch ganz begeistert und offen von der neuen Weltordnung gesprochen. Was damit gemeint war offenbart sich heute.
Ob bei den US-Wahlen die Demokraten oder die Republikaner an die Macht kommen macht (meiner Meinung nach) keinen sehr großen Unterschied. Bush ist schon jetzt die lame duck und hat wohl nicht mehr viel zu sagen. (Auch der grosse Besuch von Fr. Dr. Merkel hat im Gegensatz zu unserer, in der US-Presse anscheinend gar nicht stattgefunden, soweit man den vielen Berichten trauen kann.)
Bedenken Sie das Bush und Kerry in der gleichen Universität (Yale) ausgebildet und dem gleichen (Geheim-)Bund Skul&Bones angehören (wie erstaunlich viele weitere einflussreiche US-Politiker und Finanztycoons). Ohne die entsprechenden Finanzmittel hat bisher kein Bewerber die Chance US-Präsident zu werden. Das Geld setzt logischerweise immer auf beide Pferde um sicher die Zügel in der Hand zu behalten und fordert seine Kapitalrendite.
Auch bei uns vertreten Spitzenpolitiker z.B. von SPD und CDU immer öfters vertauschte Rollen.
Z.B. Der Genosse der Bosse hat sich ja inzwischen im wahrsten Sinne des Wortes bestätigt.
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Im Zuge von 9-11 haben sich die Regierungen der USA und Grossbritanniens, aber auch vieler anderer Staaten sehr komplexe, auch für juristisch geschulte Menschen kaum durchschaubare Gesetze und Verordnungen geschaffen, die sowohl den Umgang mit dem Bürger im Verdachtsfall als auch die Art der Kontrolle seiner Privatsphäre deutlich verändern.
Als tröstendes Moment wird, auch von Ihnen, angeführt, der Bürger habe über seine Volksvertreter zugestimmt, diese übten Aufsicht und alles unterliege der Kontrolle durch unabhängige Richter.
Kaum je wird ernsthaft überprüft ob die Sammel- und Überwachungswut tatsächlich mehr Sicherheit bringt, in welchem Verhältnis der gemutmaßte Sicherheitsgewinn zum gewaltigen Einsatz ökonomischer und personeller Resourcen steht, und ob die Kontrollen durch die Repräsentanten des Bürgers überhaupt effizient sein können, wenn die Exekutive einfach behaupten kann, die Offenlegung der Verfahren und Vorgehensweisen würde der Sicherheit schaden.
In der Presse, auch hierzulande, wird häufig geschrieben, es bestehe ein "gefühltes Sicherheitsbedürfnis" und zudem müsse man auch präventiv mehr tun, weil im Ernstfall die Bürger den Staat für tragische Einzelereignisse verantwortlich machen.
Mit solchen Argumenten tritt leicht ein, was Sie mit dem Satz,
"Denn die Autorisierung zum Abhören in diesen Fällen hätte er (Bush) leicht und schnell erhalten können.", beschreiben.
Genau diese Praxis des "leicht und schnell", sie greift auch bei uns um sich, müsste doch sämtliche Alarmglocken ernstzunehmender politischer Journalisten schrillen lassen.
Bei den angeblich aufzuspürenden Tätern und potentiellen Terroristen handelt es sich allenfalls um hunderte, vielleicht einige Tausend weltweit, leicht und schnell angeordnet wird jedoch mittlerweile hunderttausendfach in den Staaten und tausende Mal bei uns. - Da stellen sich doch die öffentlich wichtigen Fragen.
Ich finde es etwas seltsam die Frage ob ein Skandal vorliegt allein davon abhängig zu machen, ob ein Gesetz gebrochen wurde. Auch wenn dies bestimmt kein unwichtiger Aspekt ist, kann es durchaus ein Skandakl sein, dass die Gesetzeslage ein bestimmtes Vorgehen zulässt.
Besonders, wenn man bedenkt, wie undurchsichtig der Gesetzesdschungel für den Otto-Normalbürger ist (selbst, wenn er ein überdurchsschnittlich hohes Interesse an solchen Fragen aufweist).
Sehr geehrter Herr J. Gerbeth,
ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre Einwände. Sie sind mir ein paar Minuten zuvorgekommen. Beim Abendspaziergang in der jetzt wunderschönen Natur ist mir klargeworden, wie verengt meine Sichtweise beim Thema Skull & Bones eigentlich war und wie wenig aufmunternd/gerecht. Die Menschen die im Rampenlicht stehen, sind auch nur Menschen, wie jeder von uns. Es hat so überhaupt keinen Sinn mit Feindbildern/Vorurteilen zu operieren. Deshalb wollte ich gerade die Redaktion bitten, meinen letzten Leserbrief löschen zu lassen, was so natürlich hinfällig ist.
Einerseits tut Aufklärung not. Andererseits sehe ich insgesamt mehr Gutes in der Welt auf dem es sich lohnt aufzubauen, weniger in der großen Weltpolitik, als vielmehr im kleinen in den Familien/Freunden und sehr sehr vielen Menschen die sich auch für andere einsetzen und offen kommunizieren. Auch sollte man die Menschen in der ärmeren Ländern nicht unterschätzen. Selten habe ich so viele strahlende Augen gesehen.
Deshalb habe ich auch nicht wirklich Ängste vor der Zukunft. Auch wenn es immer wieder Interessengruppen gibt, die gern die anderen für sich arbeiten lassen, und sie deshalb versuchen sie dumm oder arm zu halten/machen. Die Geschichte zeigt, das diese Rechnung auf die Dauer nie aufgehen kann, denn eine freie Gesellschaft ist letztendlich reicher an Ideen, Teamgeist, Mut und Kraft, d.h. überlegen. Deshalb ist ja auch jede noch so gut geplante Unterdrückungsmaschinerie am Ende an Ineffizienz pleite gegangen.
Was Sie geschrieben haben, spricht für sich, werde es deshalb auch nicht weiter kommentieren. Ich bin doch froh über dieses freizügige offene Forum in Die Zeit. Habe sehr viel von anderen lernen können. Es gibt noch viel zu sagen, in Zukunft also mehr aufbauendes, sure.
Auf gute transatlantische Beziehungen !
My best regards
Udo Kaemmle
PS: @luigilamoroso
Sie haben immer wieder gute Impulse, auch deshalb fand ich meinen letzen Artikel ungerecht, sorry.
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Sehr geehrter Mr. Gerbeth,
was ich vorher geschrieben habe, soll nicht etwa heißen, das ich in allen Punkten Ihren Standpunkt teile, aber zumindest respektiere. Mir bleibt im Moment einfach nicht genug Zeit um auf alle Punkte angemessen zu antworten. Auch will ich dieses Forum nicht mit privat Gesprächen überfrachten. Es gäbe noch so viel zu sagen.
Nur zwei Dinge bin ich Ihnen und anderen schuldig:
1.) Ein deutsches Sprichwort lautet: Der Lauscher an der Wand --- hoert seine eigene Schand.
Das gilt mehr oder weniger für jeden Nachrichendienst/Geheimdienst genau so wie für jeden Menschen. Wir hören meinst nur was wir hören wollen, erfassen deshalb meist gar nicht die ganze Wahrheit.
So erfährt der Lauscher eigentlich mehr über sich selbst, als über den vermeintlich Abgehörten. Nur merkt er das meistens nicht. Welch ein Dilema.
2.) Die Wahrheit über die Geschichte der eigenen Nation kann man eigentlich nur im Ausland erfahren, oder erst mit sehr großen zeitlichen Abstand. Die Chinesiche Regierung hatte damals gegen die Japanischen Geschichtsbücher in japanischen Schulen protestiert, weil es die Gräuel der Japaner im 2. Weltkrieg verschwieg. Das hat mir als jungem Studenten zu denken gegeben und ich fand ähnliches in unseren Geschichtsbüchern/Geschichtsunterricht/Medien. Das gilt für wohl auch für beide Seiten vom Atlantik und anderswo. Hier könnten wir, wenn wieder genug Zeit ist einiges Austauschen um von Altem frei zu werden. (Ich habe eine ganze Reihe Dokumente mitgeschnitten, um nicht ganz geschichtslos werden zu müssen. Unsere Nationen sind ja geschichtlich eng miteinander verwoben.) Fakten also beizeiten.
Herzliche Gruesse
Udo Kämmle
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