Die seit Monaten andauernde Auseinandersetzung um die Bezahlung der Ärzte in Deutschland droht zu eskalieren.  Während am Mittwoch abermals 12.500 Mediziner von 39 Universitätskliniken für mehr Gehalt demonstrierten, sind sich die Verhandlungsparteien nicht einmal über den Weg zu einer Lösung einig.

Nachdem der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery, am Mittwochabend eine Schlichtung ins Gespräch brachte, entgegnete der Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), dass er einen Schlichter "auf keinen Fall" akzeptieren werde. "Ich lehne einen Schlichter ab, da wir die Verantwortung für den Abschluss tragen müssen. Wir dürfen uns nicht hinter einem Schlichterspruch verstecken."

Für diesen Donnerstag kündigte der Marburger Bund "einen neuen Höhepunkt" der Streiks in 25 Universitätskliniken und 16 Landeskrankenhäusern an. "12.500 streikende Ärzte sind 12.500 Gründe für Hartmut Möllring, mit einem guten Angebot an den Verhandlungstisch zurückzukehren", sagte Montgomery. Viele Ärzte protestierten unter dem Motto "Wir geben unser Herzblut" oder drohten mit der Abwanderung ins Ausland.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) kritisierte die ursprünglichen Ärzteforderungen nach 30 Prozent mehr Gehalt, "weil ich nicht weiß, wer das bezahlen soll".

Auch die niedergelassenen Ärzte warfen der Bundesregierung vor ihrem "nationalen Protesttag" an diesem Freitag vor, durch einen andauernden Sparkurs die Patientenversorgung zu gefährden. Die Krankenkassen wiesen die Forderungen der Klinik- und Praxisärzte zurück. Sie appellierten an die Ärztefunktionäre, die wachsende Verunsicherung der Patienten zu beenden.