Nahost Chronik einer angekündigten Eskalation

Nach Anschlägen in Palästina wird die Gefahr eines Bürgerkriegs greifbare Realität

Innerhalb von 24 Stunden war die Furcht vor einem Bürgerkrieg in Palästina zur greifbaren Realität geworden. Zwar konnte am Sonntag eine 70 Kilogramm Bombe vor dem Haus des Sicherheitschefs, Raschid Abu Schbak, in Gaza noch rechtzeitig entschärft werden, doch hatte sein Kollege vom Nachrichtendienst, Tarik Abu Raschab, am Tag zuvor weniger Glück gehabt. Er wurde bei einer Explosion in seinem Dienstaufzug schwer verletzt. Beide Männer gehören der Fatah an und sind loyale Anhänger von Präsident Mahmud Abbas.

Die Mordanschläge haben die Spannungen zwischen Mahmud Abbas und der Hamas-Regierung noch verschärft – auch wenn Internetseiten, die der Hamas nahe stehen, sowie Flugblätter der Hamas und anderer radikaler Gruppen schon wiederholt zur "Exekution" von Polizeikommandanten aufgerufen hatten – weil sie mit den Vereinigten Staaten und Israel konspirieren würden, um die Hamas-Regierung zu Fall zu bringen.

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Straßenkämpfe zwischen bewaffneten Gruppierungen der Fatah und Hamas-Anhängern gehören zur Tagesordnung. Vorige Woche ließ die Hamas dann eine 3.000 Mann starke eigene Sicherheitstruppe aufmarschieren, was Abbas als Kriegerklärung betrachtete. Denn er – und nicht der Innenminister der Hamas Said Siam - verfüge schließlich über die oberste Kontrolle der Polizei. Bevor Siam seine Männer losschickte, hatte er sich jedoch des öfteren beklagt, dass die offiziellen Sicherheitskräfte, die vor allem aus Fatah-Leuten bestehen, von ihm keine Befehle annähmen.

Mahmud Abbas bezeichnete die Mordversuche am Sonntag als "einen sehr berunruhigenden Vorfall", der eine große Gefahr für die Palästinenserbehörde darstelle. Palästinensische Sicherheitskreise gehen davon aus, dass die Mordversuche durch "infiltrierte Elemente" möglich geworden waren. Sie schließen auch einen Anschlag auf Abbas selber nicht aus.

Bis vorige Woche hatten sich die Vertrauten des Präsidenten in Geduld geübt. Sie gaben der Hamas-Regierung allerhöchtens noch bis zum Juli, dann würde diese, so lautete die Arbeitsprognose, wegen mangelnder Finanzen stürzen. Bisher allerdings haben die Geldnöte der Popularität der Hamas keinen Abbruch getan. Eher im Gegenteil. Denn statt ihre radikale Ideologie als Grund für die internationalen Sanktionen verantwortlich zu machen, stellen sich die demokratisch gewählten Islamisten als Opfer amerikanischer und israelischer Versuche dar, sie zu Fall zu bringen.

Sicher ist jedoch, dass die Gehälter von 160.000 Angestellten der Autonomiebehörde jeden Monat bezahlt werden müssen – und die Hamas pleite ist. Um die wirtschaftliche Blockade der westlichen Geberländer zu umgehen, versuchte einer ihrer Sprecher am Freitag 639.000 Euro aus Ägypten in den Gazastreifen zu schmuggeln. Das Geld, das Sami Abu Suhri unter seiner Kleidung verborgen hatte, war jedoch von europäischen Grenzkontrolleuren entdeckt und konfisziert worden. Sie arbeiten mit palästinensischen Zollbeamten zusammen, die wiederum loyale Anhänger des Präsidenten sind.

Leser-Kommentare
  1. Es ist schon seltsam, dass die grössten Antisemiten andere des Antsemmitismus diffanieren. Aber was für mich noch erschreckender ist - gleichzeitig jedem und allen mit Mord und Terror drohen. Das bestätigt das wahre Gesicht dieser sog. Freiheitskämpfer (von der PLO bis Hamas). Dies Leute denken nich im Ansatz an den Frieden, denn dann müsstin sie arbeiten und Leistung zeigen, und das legt ihnen fern. Denn es ist viel leichter mit der Kalaaschnikof rumzuprahlen als den Besen in die Hand zu nehmen.
    Vor der Intifada ging es den Palästinensern, dank Arbeitsmöglichkeiten in Israel wirtschaftlich ausgezeichnet (höchstes pro Kopf Einkommen im Vergleich zu arab. Nachbarstaaten, selbs Ägypten), Aber Arafat hat das bewusst verhindert, genau so wie die angebotene Friedenslösung. Nun werden sich die polit. Kräfte in Palästina gegenseitig massakrieren und dann heisst es wieder - daran sind alle andern schuld.

  2. 2. Gaza

    Wahrscheilich wird es immer absurde Verschwörungsgläubige geben, die in Palästina an eine Weltverschwörung durch internat. Judentum, Amerikaner, Israelis, Europäer glauben. Grösstenteils handelt es sich hier um verwirrte, faschistoide und realitätsferne "Gläubige", die sich von den mörderischen, islamistischen Organisationen ausnutzen lassen. Davon kann man sich nur angewidert abwenden, denn die sog. demokratisch Gewählten in den pal. Autonomiegebieten müssen erst beweisen, dass sie an eine friedliche Zukunft ihres Landes glauben. Palästina hat uns Europäer schon genug Geld gekostet. Dieser gigantische finanzielle Aufwand hat bis heute nichts bewirkt, ausser dem Entstehen eines riesigen Staatsapparates von beinahe 200.000 Angestellten!!!!

  3. Kein Mensch vergisst in der Diaspora seine alte Heimat, erst nach ein paar Generationen. Aber das ist ganz normal, so funktioniert nun mal die Menschheit. Die Welt befindet sich in STÄNDIGER Veränderung. Allerdings nicht für national Verblendete.
    Sollen etwa Menschen aus Palästina im Ausland schlecht behandelt werden, damit sie sich nicht wohlfühlen und freiwillig in ihr Heimatland zurückgehen? Wie soll das gehen. Beim Nachdenken über diesen widerlichen Vorschlag wird mir schlecht!!!
    In Europa leben heute viele Juden, sie sind unsere Mitbürger, auch wenn es den kranken Nazis und Islamisten und immer mehr Menschen islamischen Glaubens nicht passt. In Deutschland sogar immer mehr, weil sie zum Beispiel in ihrem Heimatland Russland verfolgt werden. Diese Menschen werden aber von den Antisemiten mit Israelis verwechselt. Dümmer geht es nicht mehr. Aber genau das zeigt die primitive Logik dieser Idioten, welche in Europa Gastrecht geniessen und trotzdem Gewalt verherrlichen und verbreiten. In Ländern ihrer moslemischen Brüder würden sie diese verfolgen, wie schon oft in der Vergangenheit.

  4. Sollen wir unser sauer verdientes Geld jemanden geben, der es gegen uns und unsere Freunde verwendet?
    Sollen wir etwa auch noch die Taliban und die iranischen Revolutionsgardisten finanziell unterstützen?
    Die verwüsteten dänischen Botschaften und brennende europäische Fahnen vergessen?
    Meiner Ansicht nach - entschieden das Nein!!

  5. Juden in Russland verfolgt ?

    viele JRussen wurden von völkischen Zionistischen Organisationen auch christlichen zionistischen Organisationen unter falschen Versprechungen nach Palästina gelockt, und viele von denen kehren wieder nach Russland zurück weil sie dort mehr Zukunftsperspektiven sehen. Inzwischen scheint mir die Rückwanderung nach Russland sogar grösser zu sein als die Einwanderung von Russen nach Palästina.

    Ausserdem sollten sie Russland in Fragen der Behandlung von Juden nicht diffamieren weil es einen Bodensatz von Antisemiten wie überall in der Welt gibt.

    Denn die rote Armee hat unter grossen Opfern die Vernichtungsmaschine der Europäer , namentlich der Deutschen an den europäischen Juden gestoppt, wärend andere heute sich israelfreundlich gebärdende Länder und christliche Konfessionen des Westens zugesehen und abgewartet haben.

    Wussten sie dass die SS mit der Hälfte nichtdeutscher Schergen in ihrer nationalen Zusammenstellung und Mannstärke der heutigen Nato entsprach durch die vielen europäischen Freiwilligen die sich zur Rettung des Abendlands berufen fühlten.

    Die Juden im Orient wären vielleicht sicherer wenn sie sich wieder auf ihre orientalische herkunft besinnen würden, und den Schutz den ihnen der Islam jahrhundertelang vor europäischen politischen und christlichem Antisemitismus gewährt hat.

    Ob sich die Juden wirklich sicher fühlen können mit ihren seltzamen europäischen und westlichen Freunden und einigen völkischen zionistischen Extremisten die sie in so eine unsägliche Situation in Palästina gebracht haben wird sich in der Zukunft erst noch zeigen. Vertrauen kann man darauf jedoch nicht.

  6. Jüdische Russen kehren Israel den Rücken, weil sie in Frieden leben wollen. Niemand hat sie dorthin mit falschen Versprechungen hingelockt, so blöd sind sie nicht. Aber die Friedensperspektive in Israel wird immer stärker von paläst. Terrororganisationen, iranischen Revolutionsführern und sonstigen Feinden in Frage gestellt, das heisst die Vernichtung des ganzen Volkes angedroht!

    Die Hamas und die Fatah zetteln momentan einen Bürgerkrieg an, der Israels Sicherheit sicher nicht stärken wird.

    Der russische Antisemitismus hat eine sehr lange Tradition und wird heute selbst von den politischen Eliten weitergeschürt. Würde die DDR heute noch existieren, so wäre es dort heute ähnlich. Wie wir heute erleben ist ein grosser Teil unserer ostdeutschen Mitbürger dieser ekelhaften "Tradition" noch heute verbunden.

    Die immer wieder kehrende Geschichte vom toleranten, nahöstlichen Islam stammt aus uralten Zeiten und hat mit der heutigen Situation nichts mehr zu tun.

    Was die russischen Juden betrifft - soll es wieder heissen die Juden sind an ihrem Unglück selbst schuld? So nicht!!!

  7. Wie kann es sein, dass eine radikale Ideologie Ursache des Finanzentzugs der palästinensischen Regierung sein soll, aber die radikale israelische Ideologie, ein Volk ihr auf Demütigung ausgerichtetes Besatzungsregime aufzubürden, gänzlich ausgeblendet wird. Es ist eine Ideologie, weil von Israel keinerlei Bemühungen ausgehen, irgendeinen Frieden basierend auf palästinensische Selbstbestimmung zuzulassen. Schließlich ist ja die israelische Besatzung in den 40Jahren zu einem Spinnennetz gewuchert, in dem sich Palästinenser im Westjordanland nicht mal 10-20km bewegen können, ohne von den Israelis Erlaubnis erbetteln zu müssen. Das das jegliche wirtschaftliche Entwicklung hemmt, ist von der israelischen Regierung genauso gewollt, wie der derzeitige Notstand in Gaza. Wie kann es anders sein, wenn Israel seit mehreren Monaten illegal palästinensisches Steuergeld der palästinensischen Regierung, also palästinensisches Eigentum, vorenthält. Erst gestern wurde die Zahlung des von der UNO längst angemahnten Geldes verkündet. Bis es da ist, wird wohl auch seine Zeit brauchen. Das Europa und die USA die ganze Charade der israelischen Regierung unterstützen, indem Sie mit dem zusätzlichen Geldentzug die Not in Gaza verschärfen, so dass zwangsläufig Unruhen entstehen müssen, übersehen die meisten gern, wenn sie Hass gegen die "bösen Radikalen" mit Ignoranz verteidigen.

    Wer Notstand und Gesundheitsgefährdung in Gaza bewusst und absolut bösartig in Kauf nimmt, der ist sicher nicht an Frieden interessiert. Wenn man dazu noch bedenkt, dass Israel für die Ermordung zweier Mütter vor wenigen Tagen in Gaza nicht den Hauch einer Kritik in den bekannten Medien erntet, dann kann man auch erwägen, wie heuchlerisch häufig Berichterstattungen sind.

  8. Die Europäer spielen hier zusammen mit palästinensichen Kolaborateuren und dem völkisch rassistischen Besatzungsregime eine schlimme Rolle beim Genozid an den Überlebenden blutiger Vertreibungen aus dem von europäischen Kolonisten und deren Nachfahren kontrollierten Teil Palästinas. Der politische und christliche Zionismus der Europäer ist verbandelt mit den schlimmsten Menschenschindern und extremisten , und berücksichtigt in keiner Weise annerkannte Verfassungsgrundsätze, Menschenrechte, Völkerrecht, UN Resolutionen oder sonstige zivilisierte rechtmässige prozeduren zur Lösung solcher Konflikte. So ist dieser inszenierte und provozierte Bürgerkrieg neben den staatlichen Morden und anderer kolonialer Zwangsmaßnahmen wie Zerstörung der Lebensgrundlagen, nur ein weiterer Meilenstein bei der pysischen Auslöschung der ansässigen Bevolkerung Palästinas.

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