Querdax Rettet Lehmann den Dax?Seite 2/2

Da das Börsenspiel aber nur funktioniert, wenn Aktien laufend neu bewertet werden, geben vollkommen unökonomische Mächte den Ton an. Erwartungen, Gerüchte, Gefühle et cetera pp. Und ganz vorneweg die so genannten Charts, die Kurvenlinien, aus denen auch viele Bankberater glauben, die Zukunft der Börse lesen zu können. Mehr als ein Drittel aller privaten Anleger richtet sich nach solchen Kurven.

Dabei gibt es keinerlei plausiblen ökonomischen Grund dafür, dass der Dax abstürzt, wenn er die Unterstützungslinie bei 5.438 durchbricht. Oder dass er in die Höhe schießt, wenn sein Kursverlauf einen Doppelboden bildet. Auf den realen Wert der Unternehmen haben solche Kurvenformationen genauso wenig Einfluss wie ein Jens Lehmann, der den Fuß eines Gegenspielers nicht vom Ball unterscheiden kann. Und dennoch bewegen sie die Börsenkurse.

Udo Perina arbeitet als freier Publizist in Frankfurt am Main. Er war unter anderem Finanzredakteur der ZEIT und hat mehrere Bücher zum Umgang mit Geld veröffentlicht.

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