Auf die Frage, auf was er sich am meisten bei der WM freuen würde, antworte Bastian Schweinsteiger schon beim Confed Cup mit einem Traum. "Ich stelle mir vor, wir fahren mit dem Mannschaftsbus durch Deutschland und überall an den Straßen jubeln uns die Menschen zu", prophezeite der Jungstar. Die Euphorie über den Blitzbesuch zum Testspiel in Freiburg war von Schweinis WM-Phantasie gar nicht mehr so weit entfernt. BILD

Oliver Bierhoff zuckte regelrecht zusammen. Die Fan-Massen an Flughafen und Mannschaftshotel hatte er erwartet. Nicht aber ein Kreischkonzert, wie sonst nur bei einem Robbie-Williams-Konzert. Dem inzwischen 38-jährigen Teammanager brüllten die Fans auf dem Weg in dem Mannschaftsbus genauso extasisch hinterher wie etwa Mädchenschwarm Christoph Metzelder. Auch Per Mertesacker quittierte das zu seinen Ehren lang gezogene "Huth" mit einem - wenn auch unsicheren - Lächeln.

Die Bestätigung: Deutschland liebt seine Nationalelf, egal wer nun das Trikot mit dem Adler trägt. Dass mit Michael Ballack gegen Luxemburg der Kopf und vor allem das Gesicht der Mannschaft fehlte, tat dieser Euphorie keinen Abbruch. "Wir konzentrieren uns auf unser System, die Spieler sind deshalb darin beliebig austauschbar", sagte Christoph Metzelder über die sportliche Vorgabe. Kurz vor WM-Start scheinen nun auch die Fans diese Philosophie übernommen zu haben.

Nur einer traute dieser vermeintlichen WM-Euphorie noch nicht so ganz. "Da waren schon sehr viel junge Leute im Stadion", gab Jens Lehmann zum Spielort und Universitäts-Stadt Freiburg zu bedenken. Darum lautete seine persönliche Vermutung: "Ich glaube, die Studenten haben sich vor allem einen Spaß daraus gemacht, sich selbst zu feiern..."