Dieses Auge sieht nichts. Es ist aus Silikon und wird mit Titanmagneten in der Augenhöhle verankert, damit es nicht verrutscht. Eine rein kosmetische Attrappe. Sie wird eingesetzt, wenn die plastische Chirurgie nicht mehr helfen kann. Medizintechniker können das Gesicht so zumindest ästhetisch wiederherstellen. So soll es Patienten erleichtert werden, wieder am normalen Leben teilzunehmen - ohne Angst, dass ihre Entstellungen die Mitmenschen erschrecken könnten. Dieses künstliche Auge ist ein Exponat der Ausstellung "Leben mit Ersatzteilen"
des Deutschen Museums in Berlin. Die Ausstellung öffnet am 1. Juni 2006 und läuft bis zum 25. Februar 2007.

Dieses künstliche Ohr wird ebenfalls mittels Magneten verankert und ist in der jeweiligen Hautfarbe und Form auf den Patienten abgestimmt. Früher wurden solche kosmetischen Prothesen aus Metall, Elfenbein, Papier, Holz oder Wachs hergestellt. Heute sind sie entweder aus Silikon - wie dieses Ohr - oder aus PVC und Acrylaten.

Eine Wunde in der Haut schließt sich, wenn die Haut nachwächst. Oder wenn man neue Haut aufträgt - wie aus dieser Plastikspritze. In der einen Kammer sind Hautzellen, in der anderen ein biologischer Klebstoff namens Fibrin. Für die Behandlung werden Zellen und Biokleber gleichzeitig auf die Wunde gespritzt, dort verbinden sie sich zu neuem Hautgewebe. Die Hautzellen wachsen zuvor 18 Tage im Labor. Das Verfahren kommt schon seit 1999 zum Einsatz.

Dieses künstliche Hüftgelenk kann mehr, als dem Patienten schmerzfreies Gehen ermöglichen. Kleine Sender messen die Temperatur und die Kräfte, die während des Gehens und anderen Belastungen auf die Prothese wirken. Diese Sender sind in den Hals der Hüftprothesen eingearbeitet. So können die Daten drahtlos abgefragt werden. Die Ergebnisse interessieren Medizintechniker wie Krankengymnasten: Sie erlauben dem einen Schlüsse, wie man das Prothesendesign verbessert. Der Krankengymnast erfährt, wie er das Übungsprogramm des Patienten optimieren kann.

Ob ein Mensch sitzt, schläft oder joggt, ob er sich aufregt oder ruhig ist - das Herz geht mit und ändert seine Schlagzahl ständig. Auf dem Bild sieht man den ersten Schrittmacher, der die Unterschiede in der Herzschlagfrequenz auch registriert und das Herz abhängig davon stimulieren konnte. Ein Sensor in diesem Einkammer-Schrittmacher von 1985 misst die Vibrationen im Körper des Patienten und bildete so ab, wie das Herz gerade belastet ist.

Der so genannte Hydrocephalus ("Wasserkopf") ist eine Krankheit, die oft schon zum Zeitpunkt der Geburt manifest ist; aber auch im späteren Leben kann ein Wasserkopf entstehen, zum Beispiel durch eine Verletzung oder Krankheit, die zu einer Ansammlung von Hirnflüssigkeit im Schädel führt. Behandeln kann man den Hydrocephalus durch ein Ventilsystem, wie dieses Sprungreservoir von 2003, das in den Kopf eingepflanzt wird. Es leitet das Hirnwasser aus den Hirnkammern beispielsweise in die Bauchhöhle ab. Dieses Sprungreservoir ist das erste pumpbare Bohrlochreservoir. Es ermöglicht gleichzeitig, den Hirnkammerdruck zu messen, Medikamente zu injizieren und eine Probe des Hirnwassers zu entnehmen.