Mit einem erhofften Torfestival hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die Vorfreude auf den Beginn der Weltmeisterschaft noch einmal kräftig angeheizt. 13 Tage vor dem Eröffnungsspiel in München gegen Costa Rica bezwang das Team von Jürgen Klinsmann am Samstag in Freiburg die Mannschaft von Luxemburg mit 7:0 (3:0) und setzte in der Offensive einige spielerische Glanzpunkte.

Vor allem das Zusammenspiel zwischen Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski weckte Erinnerungen an die starken Vorstellungen beim Confederations Cup im vergangenen Jahr. Podolski glänzte vor 23.000 Zuschauern ebenso als zweifacher Torschütze (36./65.-Foulelfmeter) wie die Stürmer Miroslav Klose (5./59.) und Oliver Neuville. Torsten Frings (19./Foulelfmeter) rundete das 25. Länderspiel für die deutsche Mannschaft ab.

"Es war eine Freude zu sehen, wie sie vorne harmoniert haben. Der Konkurrenzkampf ist groß für alle. Was uns freut in den zwölf Tagen Vorbereitung, ist der große Elan. Alle freuen sich auf die WM", sagte Klinsmann anschließend. "Wir haben das gezeigt, was die Trainer sehen wollten. Ich denke, dass wir von Spiel zu Spiel stärker werden", sagte Frings. Die Partie war sein 50. Länderspiel. Gelegenheit zum stärker werden bietet der nächste Test am Dienstag in Leverkusen gegen WM-Teilnehmer Japan, ehe am Freitag in Mönchengladbach gegen Kolumbien die Generalprobe für den Weltmeisterschafts-Auftakt auf dem Programm steht.

Dass Spielmacher Michael Ballack wegen einer Bänderverletzung kurzfristig ausfiel, zerstörte Klinsmanns Pläne, das Spiel gegen Luxemburg zu einem ersten Härtetest für seine WM-Stammelf zu machen. Doch auch ohne ihren verletzten Regisseur, der in Genf geblieben war und dort gemeinsam mit dem Ellbogen operierten Philipp Lahm ein Fitness-Training absolvierte, bot die Mannschaft attraktiven Fußball. Mit "Klinsmann"-Sprechchören und "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin"-Gesängen honorierten die Fans die gelungenen Aktionen.

Trotz der strapaziösen Trainingseinheiten am Genfer See ging das Team spritzig und engagiert zur Sache. Tim Borowski überzeugte als Ballack-Vertreter mit klugen Pässen und stopfte im Zusammenspiel mit Frings auch manche Lücke in der Defensive. Hier offenbarte sich abermals die Schwäche der Mannschaft. Christoph Metzelder agierte beim ersten Wettkampf nach seiner im Trainingscamp erlittenen Verletzung im Deckungszentrum betont vorsichtig, seinem Nebenmann Robert Huth unterlief der eine oder andere Stellungsfehler. Ein Ausrutscher des Chelsea-Verteidigers hätte in der 9. Minute durch Alphonse Leweck beinahe zum 1:1 geführt.

Die deutsche Elf startete mit viel Schwung in das zweite WM- Testspiel gegen die Amateure aus dem Großherzogtum. Gleich die erste Kombination über die linke Seite führte zum Führungstor, als Klose die Hereingabe von Podolski über die Linie drückte. Sechs Minuten später verhinderte die Latte beim Kopfball nach Flanke seines Clubkollegen Borowski den nächsten Treffer des Bremers. Ein Zupfen von Tim Heinz am Trikot Schweinsteigers leitete den zweiten Treffer durch Frings ein. Beim 3:0 schlenzte Podolski einen genauen Pass von Borowski ins Netz.

Nach einer Phase des Leerlaufs zu Beginn der zweiten Halbzeit, in der mit Oliver Kahn, Per Mertesacker, Sebastian Kehl und Thomas Hitzlsperger vier frische Kräfte ins Spiel kamen, schossen die Gastgeber nach knapp einer Stunde weitere Tore. Zunächst traf Klose. Als der Luxemburger Oberweis Kloses Nachfolger Gerald Asamoah im Strafraum nur regelwidrig stoppen konnte, trug sich auch Podolski zum zweiten Mal in die Torschützenliste ein. Mit zwei Toren innerhalb von 45 Sekunden sorgte auch Neuville in der Nachspielzeit noch für Furore.

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