Es wird ernst. Im vorletzten Testspiel vor der WM trifft Deutschland in Leverkusen auf Japan, immerhin Achtelfinalteilnehmer bei der letzten Weltmeisterschaft. Die Japaner, die von Brasiliens Fußballlegende Zico betreut werden, haben zwar in ihren bisherigen Vorbereitungsspielen nicht überzeugen können, in den letzten beiden Begegnungen verloren die Japaner mit 1:2 gegen Bulgarien, und auch gegen Schottland gab es nur ein 0:0-Unentschieden, dennoch kann sich die deutsche Elf auf erheblich mehr Widerstand gefasst machen, als die Auswahl Luxemburgs zu bieten hatte. Auf Seiten Deutschlands wird Kapitän Michael Ballack nach seiner Knöchelverletzung zurück ins Team kehren, der Einsatz von Robert Huth ist allerdings eher fraglich.

Gute Chancen auf einen Einsatz in seinem "Wohnzimmer" kann sich Jens Nowotny ausrechnen, der Ex-Leverkusener, der für die kommende Saison noch nach einem neuen Verein sucht, könnte an Stelle Christoph Metzelders mit Per Mertesacker die Innenverteidigung bilden. Im Kampf um einen Stammplatz im Mittelfeld hat Bastian Schweinsteiger zumindest für dieses Spiel die Nase vor Bremens Tim Borowski, der zunächst auf der Bank Platz nehmen wird. Torsten Frings und Bernd Schneider komplettieren das Quartett zusammen mit Michael Ballack. Im Sturm gibt es keinerlei Änderungen. Miroslav Klose, der aufgrund einer nicht näher beschriebenen Privatangelegenheit die Mannschaft am Montag verlassen hatte, wird wie schon gegen Luxemburg mit Lukas Podolski die Abteilung "Attacke" bilden.

Laut ihrem Trainer Zico betrachten die Japaner das Spiel in der "BayArena" in erster Linie als Gelegenheit, "verschiedene Dinge auszuprobieren". Nach dem Unentschieden gegen Schottland hatte sich das japanische Team in ein einwöchiges Trainingslager in der Nähe Tokios zurückgezogen. Erst vor vier Tagen war die Mannschaft im Bonner WM-Quartier eingetroffen, der Neu-Frankfurter Angreifer Naohiro Takahara befürchtet daher noch gewisse Eingewöhnungsprobleme, "Für uns ist es das erste Spiel hier in Europa, wir werden uns noch anpassen müssen", meinte der 26-Jährige gegenüber Eurosport. Anpassungsprobleme in vielerlei Hinsicht offenbarte in der Vergangenheit meist die Abwehr Japans, die Probleme hat sich auf die körperlich robusteren europäischen Teams einzustellen. Kapitän Tsuneyasu Miyamoto denkt daher auch: "Das wird viel Arbeit für unsere Defensive, wir müssen uns psychisch gut auf das Spiel gegen Deutschland einstellen."

Verzichten muss die "Blaue Armee" auf ihren Flügelflitzer Makoto Tanaka, der sich am Oberschenkel verletzt hat. Vor dem Aufeinandertreffen am Mittwoch Abend ist die Stimmung im deutschen Lager gut. Bis auf die verletzten Robert Huth und Philipp Lahm kann das Trainergespann Klinsmann/Löw wieder aus dem Vollen schöpfen und seinerseits verschiedene Dinge ausprobieren. Wie bei den Gegnern aus Japan steht auch hier die Abwehr im Blickpunkt des Interesses, nachdem Mittelfeld und Sturm gegen Luxemburg durchaus zu überzeugen wussten. Letzte Feinabstimmungen wird sich die deutsche Elf nach dem Testspiel im WM-Quartier in Berlin aneignen, dann sollen besonders Standardsituationen einstudiert werden.