Brasilien
Auch Brasilien hat die Schweiz als perfekten Vorbereitungsstandort für die WM ausgemacht. In Weggis sollen Ronaldinho, Ronaldo & Co. sich erst einmal erholen bzw. wie im Fall Ronaldo zu ihrer Matchfitness finden. Der Stürmer von Real Madrid schiebt nach einer von Verletzungen begleiteten Saison Extraschichten, um bei der Weltmeisterschaft Gerd Müllers Rekord von insgesamt 14 WM-Toren zu knacken. Bei seinen bisherigen WM-Teilnahmen konnte „Il Fenomeno“ bereits 12 Treffer verbuchen. Der amtierende Weltmeister wird nach dem derzeitigen Stand der Dinge nur noch ein Vorbereitungsspiel, am vierten Juni gegen Neuseeland, bestreiten.

Niederlande
Die Holländer haben ein Trainingslager in Lausanne bezogen und suchen dort unter den fachkundigen Augen ihres Trainer Marco van Basten hauptsächlich nach der optimalen Aufstellung. Derzeit favorisiert die holländische Stürmerlegende ein 4-3-3 System indem, neben Kapitän Cocu, lediglich Ruud van Nistelroy als Sturmspitze gesetzt ist. Der Angreifer befindet sich allerdings in einem kleinen Tief, da er sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nach einem neuen Arbeitgeber umschauen muss. Sein bisheriger Verein Manchester United hatte in Gestalt von Trainer Alex Ferguson durchblicken lassen, dass an einer Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses kein Interesse mehr besteht. Gelegenheit durch Tore andere Clubs auf sich aufmerksam zu machen erhält der Stürmer vor der WM gegen Kamerun, Mexiko und Australien.

Frankreich
In der Abgeschiedenheit der französischen Alpen versuchen die Spieler der „L’Équipe“ in WM Form zu kommen. Coach Domenech, der neben seiner Leidenschaft für Laientheater und unpopuläre Entscheidungen, gerne zu ungewöhnlichen Trainings- und Teambildungsmaßnahmen greift. Schickte seine Mannschaft auf eine Hiking-Tour über Gletscherfelder um den „Teamgeist“ zu finden. Den hatte Frankreichs zweiter Keeper Gregory Coupet kurzerhand mitgenommen als er, wütend über seinen Status als Nummer Zwei hinter Fabien Barthez, mit Sack und Pack die Mannschaftsunterkunft verließ. Mittlerweile ist der unzufriedene Torwart zur Mannschaft zurückgekehrt und auch der Teamgeist soll sich wieder eingestellt haben. Wie sich der Torwartstreit auf die Leistung auswirkt werden die Franzosen in Freundschaftsspielen gegen Mexiko, Dänemark und China herausfinden.

Argentinien
Mitfavorit Argentinien weilt noch in der Heimat. Rund vierzig Kilometer von Buenos Aires entfernt, betreiben die Spieler der „Albiceleste“ hauptsächlich Regeneration, bevor die Mannschaft nach Europa reisen wird. Sorgen bereitet derzeit nur Jungstar Lionel Messi vom frisch gebackenen Champions League Sieger FC Barcelona. Der Spieler, der in seiner Heimat schon als neuer „Maradona“ gefeiert wird, hat zurzeit noch muskuläre Probleme. Im Spiel gegen die eigene U-20 Auswahl kam er daher nicht zu Einsatz. Trotzdem konnte die Begegnung ohne große Schwierigkeiten mit 4:0 gewonnen werden. Mit Spielen gegen Angola und Saudi-Arabien, sind noch zwei weitere ernsthafte Tests vor dem Auftaktmatch gegen die Elfenbeinküste geplant.

England
Die Engländer kennen derzeit nur ein Thema, Wayne Rooney. Genauer gesagt ist es sein Fuß, der für Gesprächsstoff sorgt. Der junge Angreifer und Hoffnungsträger der Engländer zog sich am Ende der Saison im Spiel gegen den FC Chelsea einen Mittelfußbruch zu und wurde trotzdem für die WM nominiert. Obwohl eine rechtzeitige Genesung mehr als unwahrscheinlich scheint hofft Trainer Sven-Goran Eriksson noch ihn in den späteren Turnierrunden einsetzen zu können. Derweil verlor Englands B-Team, immerhin verstärkt durch Michael Owen, ein Testspiel gegen Weißrussland und ihren zweiten Ersatztorwart Robert Green, der sich verletzte und bei der WM wohl durch Scott Carson ersetzt werden wird. In weiteren Vorbereitungspartien trifft Englands A-Nationalmannschaft auf Ungarn und Jamaika. Italien
Auch Italien erlebt eine sehr unruhige Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft. Das Team des in die Schusslinie geratenen Trainers Marcello Lippi befindet sich in der Nähe von Florenz im Trainingslager. Allerdings müssen immer wieder Spieler das Gelände verlassen um der Staatsanwaltschaft, die im Skandal in den italienischen Profiligen ermittelt, Rede und Antwort zu stehen. Zuletzt traf es Torhüter Buffon, der über einen Strohmann unerlaubt Wetten platziert haben soll. Fußball gespielt wird dennoch und zwar am 31. Mai gegen die Schweiz und zwei Tage darauf gegen Ukraine. Mit von der Partie, Francesco Totti. Der Mittelfeldstar vom AS Rom hatte sich vor drei Monaten einen Beinbruch zugezogen, scheint aber rechtzeitig wieder fit zu werden.