Atomkonflikt Grund zur HoffnungSeite 2/2
Die
FTD
ist der Ansicht, dass Teheran erst einmal eine Vorleistung erbringen muss, bevor man darüber reden könnte: "Wenn Iran tatsächlich an einer Verhandlungslösung interessiert ist, kann die Führung des Landes seine Ernsthaftigkeit auf einfache Weise unter Beweis stellen: Indem sie die Urananreicherung für die Dauer von Verhandlungen nachprüfbar aussetzt." Mit weniger dürfte sich die EU gemeinsam mit den anderen Mächten nicht zufrieden geben.
Die
FR
ist der Meinung, die Urananreicherung "bis zu einem nur zivil nutzbaren Grad kann Gegenstand von Verhandlungen sein - unter der Voraussetzung umfassender internationaler Kontrollen." Iran könne möglicherweise aber auf die Anreicherung auch verzichten, wenn die Lieferung von Brennstoff für den angebotenen Leichtwasser-Reaktor garantiert ist. Inspektionen müsse es gleichwohl zulassen.
Für den
Tagesspiegel
aus Berlin sieht ein möglicher Kompromiss ebenfalls so aus: "Leichte Anreicherung ja, aber keine hohe, wie man sie für Bomben braucht." Angesichts der fragilen Koalition, die hinter dem internationalen Angebot steht, sieht der Kommentator des
Tagesspiegels
den Vorteil auf Seiten Teherans: "Iran kann warten. Die USA werden wohl auch bei dieser Prinzipienfrage nachgeben müssen, um ihre breite Koalition zusammenzuhalten."
Womöglich liegt aber genau hier der Schlüssel für einen Erfolg der Gespräche, wenn sie denn Erfolg haben sollen: Sie müssen der iranischen Führung - wie in all solchen internationalen Verhandlungen - ermöglichen, ihr Gesicht zu wahren. Und sie müssen dem Land die erkennbare Perspektive bieten, den Status eines Parias zu verlassen und mittelfristig wieder in die Staatengemeinschaft aufgenommen zu werden, ähnlich wie im Fall Libyen. Wandel durch Annäherung nannte man das früher einmal. Und es hatte, in the long run , Erfolg.
Wollen Sie mehr über den Atomkonflikt mit Iran wissen? Dann besuchen Sie
www.zeit.de/iran
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- Datum 07.06.2006 - 03:26 Uhr
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