Terror Kein Schutz, nirgendwo

Erst in Kanada und Großbritannien, nun wurden auch in Schweden mehrere muslimische Terrorverdächtige festgenommen. Ein beunruhigendes Zeichen, analysiert Jürgen Krönig

Die jüngste Welle der Verhaftungen junger Muslime in Kanada, Großbritannien und nun auch in Schweden ist in mehrfacher Hinsicht aufschlussreich. Islamistischer Terror, ob von außen initiert oder  von innen kommend, richtet sich  gegen alle westlichen Länder, gleich welche Außenpolitik sie verfolgen. Eine Lektion, die man in Kanada nur langsam begreift. Die Zelle, die dort verhaftet wurde, wollte nationale Wahrzeichen des Landes in die Luft jagen, Massenmord begehen, den Premier enthaupten und Abgeordnete kidnappen – ein spektakuläre Serie von Untaten also, mit einer Propagandawirkung, vergleichbar jener der Terrorakte des 11. September.

Warum wir?, fragen kanadische Leitartikler, schockiert und ungläubig; wir sind doch Kanadier, die „nice guys“, die netten Typen, die jedemann mag, die als Friedensstifter wirken, die auf scharfe Distanz zum mächtigen Nachbarn USA gingen; wer wollte uns solch furchtbares Leid zufügen?

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Kanada glaubte ob seines hypersensiblen Multikulturalismus gefeit zu sein gegen mörderische Dschihadisten. Nun dämmert es den netten Kanadiern, dass ein multikultureller Schmusekurs nicht nur keine Garantie gewährt, vom islamistischen Terror verschont zu bleiben. Sie  müssten begreifen, dass der Multikulturalismus, der Minoritäten keinerlei Integrationspflichten auferlegt, die Radikalisierung der islamischen Diaspora in erheblichem Maße begünstigt hat. Er erlaubte 
das Entstehen ethnischer und religiöser Ghettos und damit die Abschottung von der Mehrheitsgesellschaft und ihren Regeln und Werten. Multikulturalismus, oftmals unterfüttert von einer verquasten Mischung aus Marxismus, kulturellem Relativismus und romantisierender Verherrlichung totalitärer Ideologien, trug dazu bei, in islamischen Minderheiten eine „Opfermentalität“ zu befördern.

Hinzu kommt, dass die Debatte über die Rolle al-Qaidas – zentral gelenkte Terrororgansiation oder nur Anreger lokaler, unabhängiger Zellen – sinnlos ist. Der islamische Extremismus kennt keine Grenzen, er ist ideologisch verbunden, global in seiner Ausrichtung und seinem Ziel, der Errichtung eines weltweiten Kalifats unter der Sharia. Auch wenn terroristische Zellen in westlichen Ländern zumeist selbstständig handeln, erwies sich, von New York über Madrid bis London, dass ein internationales Geflecht aus Koranschulen, reisenden Predigern und 
Experten im Bau von Bomben auch ein Teil der  Infrastruktur des Dschihad-Terrorismus sind. An der Vorbereitung der geplanten Massaker in Kanada waren offenbar auch Muslime in Schwedennd Großbritannien beteiligt.

Wann immer es zu Verhaftungen mutmaßlicher Terroristen kommt, läuft ein vertrautes Ritual ab. Polizei und Geheimdienste weisen, wie in Großbritannien geschehen, auf zwingende 
Verdachtsgründe hin oder, im Falle der kanadischen Fahnder, auf harte Beweise, die die Festnahmen notwendig machten. Muslimische „Gemeindeführer“ reagieren, als handele es sich um den feindseligen Übergriff der Mehrheitsgesellschaft gegen die bedrängte islamische  Minderheit. Liberale Medien greifen dieses Motiv nur zu gerne auf und warnen davor, junge Muslime kollektiv zu verdächtigen. Ohnehin erheben sie häufig den Vorwurf, die terroristische Gefahr werde bewusst übertrieben. Das hält sie andererseits nicht davon ab, nach jedem Terrorakt den staatlichen Instanzen lautstark mangelnde Voraussicht und unzureichende Sicherheitsmassnahmen vorzuwerfen.

Die britischen Terrorfahnder haben sich für ihre massive Operation am vorigen Wochenende nicht entschuldigt, obwohl sie bislang nichts Handgreifliches vorzuweisen haben. Sie haben recht daran getan. Die  Polizei musste den spezifischen Hinweisen auf eine chemische  Bombenwerkstatt nachgehen.

In Großbritannien wurden in den vergangenen vier Jahren rund 20 Anschläge, ähnlich denen des Juli 2005, vereitelt. Die Terrorgefahr kommt nun mal aus der muslimischen Minorität. Das ist eine bedauerliche Tatsache, die sich leider nicht leugnen lässt. Und die den Vorwurf der „Islamophobie“ ad absurdum führt, hinter den sich muslimische Kreise gerne zurückziehen. Man muss den Vorwurf umkehren: Wenn Polizei und Geheimdienste versuchen, Terrorakte zu vereiteln, dienen sie dem Interesse aller Menschen in einer demokratischen Gesellschaft, gleich welcher Hautfarbe und Religion, also auch dem der muslimischen Minorität. Verantwortungsbewusste Gemeindeführer und Prediger sollten ihre Gläubigen daran erinnern, auch wenn es schwer fällt, junge Hitzköpfe von dieser Wahrheit zu überzeugen.

 
Leser-Kommentare
  1. Es scheint, dass Sie nicht viel Ahnung von der islamischen Welt haben, wenn ja, denn werden Sie feststellen, dass das Ölgeschäft in den Händen ein Paar islamische Regime ist, die von den westlichen Länder mit allen Mitteln unterstutzt werden, das sie an der Macht bleiben ,damit die Öllieferung für die westlichen Länder gesichert wird.
    Dieser Regime haben ihr Gelder nicht in der islamischen Welt investiert, sondern in Europa und Amerika. Wie sie sehen, es wird für die islamische Bevölkerung keine Wirkung haben, wenn die Ölfelder versiegen.
    Es gibt auch nicht viele islamische Länder, die Öl haben.
    Die Länder, die das besitzen und mit den Erträgen des Ölgeschäfts nicht gut umgegangen sind, können von mir aus verrecken. Es wird genug MOSLEM übrig bleiben.
    Die MOSLEM haben vor dem Öl kein Problem gehabt und nach dem Ölzeitalter wird auch so bleiben.
    Sie müssen nur nach Europa vor dem Industriezeitalter zurückblicken und Sie werden feststellen, das Europa nicht nur in mittelalterliche Dunkelheit lag, sondern von Epidemien und Hungernot geplagt hat.
    Sie sollen wissen, das die Menschen, die nichts haben, können nichts verlieren.

  2. Sind Sie der Fritzfernando der auch in dem Teheran-hörigen Muslim-Markt Forum schreibt? J.S.

    • Anonym
    • 10.06.2006 um 13:07 Uhr

    Liebe Zeit-Leser,

    es tut mir leid, nur kann ich die Geschichte von islamischen Terroristen bzgl. New York, Madrid, London nicht glauben, egal wie oft sie in den großen Medien wiederholt wird.

    Bin Laden war ein CIA-Produkt, wer sich die Mühe macht und eiines der zahlreichen Bücher über 9/11 zur Hand zu nehmen, die im Gegensatz zum offiziellen Bericht sehr gut recherchiert sind, kann es selbst nachlesen.

    Wer hat in Deutschland von Peter Power, Visor Consultants, gehört, ehemaliger Scotland Yard Spezialist für "Counterterrorism", der nicht nur in zwei der betroffenen U-Bahn-Stationen zufälligerweise Terrorübungen (simultane Explosionen in der Londoner U-Bahn), durchführte, sondern bereits in der Vergangenheit in Attacken auf die Londoner U-Bahn sehr dubios involviert war?

    Live auf NBC hat es ein Reporter ausgesprochen, dass Moussaui, der stellvertretend für 9/11 abgeurteilt wurde, ein Elektroschockgürtel während der Gerichtsverhandlungen angelegt war.

    Ist es wirklich so klar wer die Fäden gezogen hat bei diesen Terroranschlägen? Wieviel krtische Hinterfragung hat man in der Presse gesehen? Der Springer-Verlag hat seinen Journalisten auferlegt Solidarität mit den USA zu üben...

    Ich kann nur jedem raten, sich selbst mit den Fakten zu befassen. Dass die Presse behauptet der Hintergrund sei islamischer Terrorimus ist genauso falsch, wie seinerzeit behauptet wurde, der Deutsche-Bank-Chef Herrhausen, welcher 3.-Welt-Länder die Schulden erlassen wollte, sei von der 3. Generation RAF ermordet worden. Von dieser 3. Generation ist nur leider bis heute keiner gefasst worden. Wahrscheinlich wollte die RAF die Aufrechterhaltung der Verschuldung sichern und mit dem Mord an Treuhand-Chef Rohwedder den umgehenden Ausverkauf der DDR fördern, damit die Provisionen im M&A-Geschäft an angelsächsische Investmentbanken fließen...

    Soviel dazu. Jeder möge sich seines Verstandes bedienen und vorgefertigte Aburteilungen hinterfragen. Fordern Sie die Dinge bei den Fakten heraus und lassen Sie nicht von Schnellschüssen wie "Verschwörungstheoretiker" abhalten. Gern wird auch vorgehalten, dass man die Opfer des Terrors mit solchen Zweifeln verhöhne. Ach ja? Ich finde man verhöhnt diese gerade mit diesem Kartell des Schweigens.

    Zu Verschwörungen kann ich nur soviel sagen: Nicht nur der große Keynes hat gesagt, dass diese stattfinden, sobald sich mehrere Kapitalisten an einem Ort treffen, sondern, wenn es diese nicht gäbe, hätten wir wohl auch kein Bundeskartellamt. Was ist denn geheime Absprache zu eigenem Nutzen und zum Schaden der Allgemeinheit?

    Cui bono?

  3. 1) Ehrliches Danke fuer den Beitrag.
    2) Schick' ihn ruhig mal an den Beckstein, kann nicht schaden.

  4. Ich habe Ihre Gegner gemeint und ich glaube nicht, dass die nur Deutsche sind??.
    Wenn Sie die Schreibweise Ihrer Gegner analisieren, werden Sie feststellen,dass die Israelpolitik gut finden und die meisten von Ihnen keine Schreibmachmiene besitzen, die die Buchstaben Ö,Ä,Ü.. usw. hat
    Ich glaube die deutschen, die Sie gemeint haben, sind keine Zeit-Leser und wenn sie im Internet surfen, werden sie sich für andere Dinge interessieren.

  5. Betr. Ihr Zitat:
    "Ihre Gegner sind sehr nervose geworden!!@Fritzfernando Von kaok601 - Das Sie von vielen ANTIMOSLEM angegriffen werden, bedeutet, dass Ihre Gegner sehr schwach sind. Ein Hund kann keinen Bär allein angreifen und ist auf die Helfe der anderen Artgenossen angewiesen.
    Sie sollen auf sich stolz sein, dass Sie von vielen Seiten angegriffen werden. Das zeigt, das Sie Außergewöhnlich sind und Sie sind nicht allein. Wenn wir sehen, dass Sie Helfe brauchen, stehen wir Ihnen bei."

    Jo, genau das meinte ich mit in meinen Antworten auf fritzfernando bezüglich der unterentwickelten sozio-kulturellen Fähigkeiten bestimmter Kulturen mit Konflikt umzugehen:
    paranoider Schwachsinn, der in den Gegenargumenten Anderer gleich den "Feind" ausmachen will, den es gilt "gemeinsam" fertigzumachen; wobei das Angegriffenwerden an sich schon als Auszeichnung für Tapferkeit gedeutet wird - wobei es dann eigentlich egal ist, ob man gewonnen (überzeugt?) hat, oder nicht - Hauptsache draufhauen, egal was dabei rauskommt (siehe Palestinenser). Wobei dieser "Feind" dann gleich zum Hund erklärt wird, der sich angeblich nicht zu wehren weiß.
    Darin unterscheidet sich übrigens Ihr Kommentar deutlich von fritzfernandos eigener, letzter Reaktion.
    Aber auch wenn Sie es in Ihrer kitschigen Beduinenauffassung von "Kampf", "Ehre" etc. nicht glauben können: es gibt auch im westlichen Kulturkreis eine Auffassung von Ehre - die allerdings sehr anders funktioniert als Sie es sich wohl vorstellen können. Eine Ehre, die es durchaus zuläßt kritisiert zu werden, und Kritik ertragen zu können. Man nennt das in diesem Kulturkreis "erwachsen sein". Ihre Ehrvorstellung erinnert mich mehr an die eines verwöhnten, noch am Rockzipfel (oder sollte ich besser sagen: Tschadorzipfel?) der Mutter hängenden Zehnjährigen, dem immer nur eingeredet wurde, er sei das Größte und Herrlichste was der Welt je hat passieren können.

  6. Mir müsst ihr mit euren langatmigen Entschuldigungen nichts beweisen, dass der Westen ein exportfähiges Modell wäre, sondern dort wo das Vertrauen der Menschen fehlt, oder die unter unerträglichen Verhältnissen durch westliche Gewalt gezwungen sind, dort erwarten die Menschen befriedigende Antworten.

  7. hi kaok601

    Ich hatte einmal einen Marokkanischen wilden Hund (Welpen) mitgebracht nach Deutschland und ihn großgezogen. Dieser wusste immer was richtig oder falsch war egal ob sich Erwachsene oder Kinder gestritten haben, er hat sich immer korrekt verhalten. Der braucht dazu keine Hundeschule oder einen Hundeflüsterer. Ich find es Falsch gewisse Debattenteilnehmer als Hunde zu bezeichnen, es sind Deutsche im besten Sinne , und sie denken dass sie eine Ehre haben.

    Was Deutsche sind kann man am besten beurteilen an dem was sie seit der Reichsgrüdnung als Nationalstaat 1870 alles verbrochen haben. Zuvor galten sie ja noch als Kulturnation, und viele die den Ruf als Kulturnation begründet haben wie zb. Goethe der heute ungefragt für den deutschen Nationalismus vereinahmt wird hat vor diessem Nationalstaat zurecht gewarnt. Denn wehe wenn sie losgelassen. Nach dem Fiasko 1945 haben die Siegermächte sie quasi zu ihren Dhimmies gemacht und in ihren Rechten beschränkt, das hat ihnen anscheinend gutgetan denn von 1945 bis Anfang der 1990 er Jahre waren sie einigermaßen friedlich. Aber schon nach nur gut 6 Jahren nach den 2+4 Vertragen die ihnen die souverenität gab hatten sie schon einen Bürgerkrieg in Jugoslawien inszeniert und Belgrad bombardiert und seitdem geht es Zug um Zug immer schneller.

    Wären Hitler noch via Stalingrad die Wolga entlang sich zum kaspischen Öl durchschlagen wollte wählt man heute die Route Teheran und bastelt schon mit an künstlichen Kriegsgründen und rüstet auf auf Teufel komm raus, und zu Lasten der Alten und Kinder. Un in Deutschland gibt es schon NOGo Areas wohin sich kein Barträger oder Dunkelhäutiger trauen kann.

    Und immer sind sie unschuldig, vor 1945 sagten sie oh mein Gott , wenn das der Führer wüsste, und nach 1945 sagten sie oh mein Gott wenn wir das gewusst hätten. Und bei den derzeitigen und künftigen Verbrechen wird sich daran nichts ändern, darum wäre es Unfair sie Hunde zu nennen , denn sie sind Deutsche, und zwar in dem Sinne wie Goldhagen es gemeint hat. Es finden sich heute genug die vorauseilend gehorsam willige Vollstrecker beim Hetzen und Stigmatisieren von Muslimen sind, in der Politik, in den Medien,oder einfach bei jeder Gelegenheit, in den Kirchen usw., und wenn welche gebraucht werden um Gewalt anzuwenden werden sich auch ausreichend genug finden.

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