Männer
Typisch Mann
Eine Galerie dessen, was Frauen an Männern entweder lieben oder hassen - vom Bauchansatz bis zur Ex. Von Autorinnen der ZEIT und ZEIT online
Seidiger Stoff. Jackett Figur umspielend, Hosenbeine mit lockerem Fall. Elegante Schuhe, übrigens geputzt. Ein Hemd in diskreter Farbigkeit, Krawatte mit verwegenem Auftritt – kann in solchem Anzug ein Langweiler stecken? Eigentlich nein.
Aus früheren Zeiten, als Männer noch Jäger waren und Frauen in der Höhle warteten, haben sich bis in die Zeiten globalisierter Karrieresurfer leider versteckte Genpools erhalten, die Männern zellulär das Gefühl einflößen, Abgerissenheit sei ein Indikator für Testosteron und Müffeln ein Beweis für schweißtreibenden Außendienst auf freier Wildbahn. Die Verwerfung aller ästhetischen Erwägungen bezüglich der eigenen Erscheinung kommt rüber wie eine Mutprobe, die zeigt, dass er sich ohne Rücksicht auf Verluste der Wildnis entgegenzuwerfen bereit ist. Könnte auch eine Machtprobe sein, im Sinne von: Kann doch aussehen, wie ich will, krieg aber trotzdem eine. Nun, welche Frau braucht das, hat sie nicht selber einen Job? Warum sollte sie, die ihr Fleisch selber jagt, noch Zugeständnisse machen, was das Auftreten der Typen betrifft? Anders gesagt: auf lustvolles Schnuppern verzichten?
Eleganz steht für Raffinesse. Da ist einer, der ein Gefühl für Texturen hat. Augen hat, um Farben zu genießen. Kann sich zwar nicht die Augenringe wegschminken wie unsereins, aber weiß, wie egal das ist, wenn der Aufzug heiter stimmt. Der sorgfältige Umgang mit der eigenen Erscheinung könnte ein Signal sein, dass er sich denselben Maßstäben unterwirft, die er bei Frauen anlegt. Es sei denn, er hat sich das alles nicht selber zurechtgelegt, sondern seine Frau, pünktlich jeden Morgen nach der Dusche.
Kleider sind zeichenhaft, sie kommunizieren dem Gegenüber etwas, im Fall des Anzugs mit Krawatte: Zuverlässigkeit und Seriosität. Es finden sich umso mehr Anzugträger, je höher die hierarchische Ebene liegt, in der sie arbeiten. Auch auf die Branche kommt es an. Faustregel: Je mehr Zuverlässigkeit und Seriosität das Unternehmen ausstrahlen soll, desto strenger ist die Kleiderordnung. Es ist auch tatsächlich einfacher, im Anzug gut angezogen auszusehen als in Baumwollhosen und Sakko. Der Schnitt und die einheitliche Farbe verhüllen selbst unvorteilhafte Figuren noch vorteilhaft. Was also ist gegen die guten Stücke zu sagen?
In ihrer Zeichenhaftigkeit sind Kleider so etwas wie eine an die Oberfläche gebrachte Körpersprache. Auf die reagieren wir Frauen sehr sensibel. In der Bank, im Büro und beim Anwalt sind die Signale des Anzugs angebracht und erwünscht. Doch sonst? Wer immer Anzug trägt, strahlt nicht mehr aus als jemand, der immerzu verbindlich lächelt. Was fehlt, ist der Witz, die Kreativität, das Spielerische - Eigenschaften, auf die ich bei einem Mann aber nicht verzichten will.
Natürlich schafft es nicht jeder, mit Kleidung kreative Gedanken auszudrücken. Für viele ist der Versuch sogar ein Risiko. Aber ich will ja auch nicht viele Männer – nur den einen, der es beherrscht.
- Datum 19.12.2007 - 11:54 Uhr
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Zurück zur Ausgangsseite

Was soll diese dümmliche Aufzählung von Vorurteilen? Würden Männer ein ähnliches Machwerk über Frauen verfassen, wäre das Gekreische der Emanzen groß! Die hier vertretenen Stereotypen sind ähnlich aussagekräftig wie "alle Türken stinken nach Knoblauch" oder andere fragwürdige Volksweisheiten. Geht es eigentlich noch dümmer? Ich habe der Zeit mehr zugetraut ......
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren