PolenSchwule Helden

Weil eine deutsche Zeitschrift mit den Zeichentrickfiguren Lolek und Bolek für die Schwulenparade in Warschau wirbt, fürchten manche Polen um die Helden ihrer Kindheit. Eine Initiative will die Nationalsymbole sogar juristisch verteidigen von 

Ausgelöst hat die Aufregung das Berliner Schwulenmagazin Siegessäule . Auf dem Titel seiner Mai-Ausgabe hatte es ein leicht abgewandeltes Bild von Bolek und Lolek gedruckt: Die beiden Trickfilmhelden, die seit Mitte der sechziger Jahre mit ihren Abenteuern auch in Deutschland bekannt geworden waren, stehen Arm in Arm auf einem Platz, während im Hintergrund Menschen mit Regenbogenflaggen tanzen. Bolek ist nun ein Mädchen und hat obendrein langes schwarzes Haar – gemeinsam halten die beiden ein Transparent, auf dem „Polen jetzt - Teraz Polska“ geschrieben steht.

Mit diesem Spruch wird eigentlich für die Wirtschaftskraft polnischer Unternehmen geworben. Die Siegessäule will dagegen auf die noch immer prekäre Lage Homosexueller in Polen und auf die Parade der Gleichheit aufmerksam machen. Diese findet als polnische Variante des Christopher-Street Day an diesem Samstag in Warschau statt.

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Als die Aktion der Siegessäule Anfang Juni in Polen bekannt wurde, beschwor das polnische Internetportal Wirtualna Polska seine Leser: „Bolek und Lolek sind nicht schwul“ - als wäre ein schon seit längerem gehegter Verdacht zu widerlegen. Tatsächlich sind die beiden Zeichentrick-Jungs dicke Kumpels – doch Böses soll dabei niemand denken. „Ich bin mit Bolek und Lolek aufgewachsen“, zitiert die Tageszeitung Gazeta Wyborcza eine Leserin. Eine andere fragt sich: „Wie sollen Eltern ihren Kindern erklären, dass Bolek jetzt Brüste hat?“

Und Andrzej Pewniak, Vorsitzender der „Bürgerinitiative zur Verteidigung des Abbilds von Bolek und Lolek“ sieht in den beiden sogar ein „nationales Symbol“, das in allen seinen Teilen den Polen gehöre. Die Bürgerinitiative hat im südpolnischen Städtchen Bielsko-Biala bereits tausende von Unterschriften gesammelt und fordert die Regierung auf, Maßnahmen gegen das Zeitschriftencover zu ergreifen.

Das gleiche Ziel verfolgen die Inhaber der Verwertungsrechte von „Bolek und Lolek“. In einem Schreiben, das inzwischen bei der Siegessäule eingegangen ist, werfen sie der Redaktion eine „diffamierende Darstellung“ vor und fordern zudem Unterlassung und Schadenersatz. Holger Wicht, Chefredakteur der Siegessäule , sieht einem eventuellen Rechtsstreit gelassen entgegen: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen, da das Cover eine eigenständige Leistung darstellt. Die Figuren haben andere Harschnitte und sogar neue Namen“. Bolek und Lolek heißen jetzt nämlich Kinga und Karol.

Zumindest das Ziel, Publicity für die Warschauer Gleichheitsparade zu machen, hat die Siegessäule erreicht. 2005 war die Parade erst vom damaligen Bürgermeister Lech Kaczynski verboten, und später von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet worden. Bei ähnlichen Veranstaltungen in anderen Städten wurden Demonstranten von gewalttätigen Hooligans und Rechtsradikalen angegriffen. „Wir wollten, dass möglichst viele ausländische Unterstützer und Prominente bei der Parade dabei sind“, sagte Wicht ZEIT online. „Die Organisatoren in Warschau glauben, dass nur die Aufmerksamkeit westlicher Medien Übergriffe wie im letzten Jahr verhindern kann.“

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Leserkommentare
  1. nun, da sind sie als noch oder schon ex-pauker doch am richtigen hebel und können den lieben kleinen doch sicher den schwulenhaß näherbringen.
    ich denke, das grundgesetz ist hier in allen punkten recht eindeutig. ihnen scheinbar nicht bekannt, aber das macht vieleicht gerade ihre pädagogische qualifikation aus, nebst einer unfähigkeit, dümmlichste pauschalisierungen zu unterlassen, da nunmal nicht haltbar (offenbar haben sie in ihrem pädagogikstudium hervorragend geschlafen).
    sonst sind ja auch alle lehrer grundsätzlich dumm und faul.
    aber sicher wissen sie es -kraft germanenfaible?- wieder besser.
    wenn ihnen das alles nicht paßt in deutschland, so wird man sie in polen oder rußland als asylsuchenden sicher mit offenen armen empfangen.
    ansonsten empfehle ich ihnen die forschungen paul floridas (the riose of the creative class) als lektüre.
    ach, ich vergaß, das ist ja wieder ein wissenschaftler, die spinnen ja.

    als lehrer weiß man das ja besser....

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  • Schlagworte Polen | Bürgerinitiative | Hooligan | Internetportal | Siegessäule | Unterlassung
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