Afghanistan

Angriff auf die Bundeswehr

Bei einem Anschlag in Nordafghanistan sind drei deutsche Soldaten verletzt worden. Trotz der eskalierenden Gewalt wollen die USA nicht abziehen, versicherte Außenministerin Rice bei einem Besuch in Kabul

Bei dem Angriff in Kundus wurde zunächst ein Bundeswehrfahrzeug durch Panzerfaustbeschuss gestoppt, sagte ein NATO-Sprecher im nordafghanischen Masar-i-Scharif. Dabei wurden die drei Soldaten leicht verletzt. Anrückende Verstärkungskräfte seien dann von bewaffneten Kräften mit Panzerfäusten und automatischen Schusswaffen unter Feuer genommen worden. Anschließend sei es zu einem Schusswechsel gekommen, der die Angreifer offenbar in die Flucht getrieben habe.

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Seit dem 10. Juni sind bereits fünf Angriffe auf die Bundeswehr in Nordafghanistan verübt worden. Insgesamt wurden dabei fünf deutsche Soldaten verletzt. Der jüngste Anschlag ereignete sich nach Angaben des Nato-Sprechers nahe des Ortes, an dem ein gepanzertes Bundeswehr-Fahrzeug am Dienstag Ziel eines Selbstmordanschlags geworden war. Dabei waren der Attentäter und zwei Zivilisten getötet und acht weitere Afghanen verletzt worden. Bundeswehrsoldaten waren dabei nicht zu Schaden gekommen.

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich in den vergangenen Monaten insgesamt dramatisch verschlechtert. US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte nach einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai in Kabul dennoch einen Sieg über die wieder erstarkten radikal-islamischen Taliban voraus. »Wir werden nicht ermüden, wir werden nicht weggehen«, betonte sie. An die Adresse der Rebellen gerichtet sagte Rice: »Sie sollten wissen, dass wir diesen Kampf kämpfen werden, bis er siegreich beendet ist.«

Bei Kämpfen und Anschlägen sind in den vergangenen drei Monaten mehr als 1100 Menschen ums Leben gekommen, darunter hunderte radikal- islamische Rebellen und über 30 ausländische Soldaten. Derzeit läuft in Afghanistan die größte Offensive der US-geführten Koalitionstruppen seit dem Sturz der Taliban Ende 2001. Angesichts der eskalierenden Gewalt hat Karsai die Internationale Gemeinschaft eindringlich dazu aufgefordert, ihre Vorgehensweise im Kampf gegen den Terrorismus zu überdenken.

Die US-Streitkräfte wollen ihre Truppenstärke in Afghanistan von derzeit rund 19.000 auf 16.500 verringern. Die NATO-geführte internationale Schutztruppe ISAF soll dafür im instabilen Süden 6000 Soldaten aus Großbritannien, Kanada und den Niederlanden stationieren. Derzeit sind im Rahmen der ISAF rund 2750 deutsche Soldaten in Afghanistan und im usbekischen Termes stationiert. Deutsche Soldaten sollen nicht in den Süden. Die Bundeswehr hat am 1. Juni das ISAF-Regionalkommando für Nordafghanistan übernommen.

Am Dienstag hatte Rice Pakistan besucht und die Regierungen in Islamabad und Kabul zu besserer Zusammenarbeit im Anti-Terror-Kampf aufgefordert. Die pakistanische Regierung sagte zu, die Truppen im Grenzgebiet zu Afghanistan um 10.000 auf 90.000 Soldaten aufzustocken. Die Soldaten sollen Taliban-Anhänger in der schwer zugänglichen Region bekämpfen. Im Grenzgebiet werden auch der Chef des Terrornetzes al-Qaida, Osama bin Laden, und Taliban-Führer Mullah Omar vermutet. Afghanistan wirft Pakistan vor, Terroristen zu unterstützen. Islamabad weist das vehement zurück.


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Leser-Kommentare

  1. zur erinnerung: die sehr brutale, russische sowietmacht musste sich geschlagen geben und einsehen dass dieses unwegsame land nicht zu halten ist!
    unsere verweichlichten party people sollen das jetzt besser machen???
    dieses land war doch garnicht befriedet nach den amerikanischen bomben, nur lahmgelegt. nachdem die russen einmarschiert waren ging nach eineinhalb jahren der eigentliche krieg erst los! in diesem land sind noch alle gegen alle, dass ist kein frieden dass ist nen vertagter krieg der auf uns zukommt!
    ...und wetten dass noch nicht einmal der rückzug gesichert ist???
    hier geht es um krieg, um töten und morden, ist den deutschen eigentlich bewusst dass man sehr genaue vorstellungen haben sollte wofür man das alles riskieren will und wie man es dann durchzusetzen hat???
    da haben diese medienwirksamkeits geschulten taugenichtse der schröder regierung dinge angefasst die sie niemals verstanden haben, geschweige denn kontrollieren konnten.
    und 50 prozent der deutschen wählerschaft wählte links, was heute kaum mehr idealismus bedeutet sondern völlige unkenntnis der begebenheiten und die verwirrte einbildung die welt sei ein platz der liebe und des friedens, solange man seine sozialbezüge erhält und 2 mal im jahr nach fuerte ventura oder in den touristen teil der türkei fahren kann!!

    armes deutschland!

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  • Von Ludwig Greven
  • Datum 28.6.2006 - 07:59 Uhr
  • Quelle ZEIT online, dpa
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