Versicherungen Sinnvoller Schutz

Welche Policen junge Berufstätige und Berufsanfänger wirklich brauchen

Als Julia Henn nach erfolgreichem Abitur ihren ersten Arbeitsvertrag für den öffentlichen Dienst in der Tasche hatte, wurde auf einmal alles anders. Sie hatte ein eigenes Einkommen, eine eigene Wohnung mitten in Berlin, war vollkommen unabhängig von ihren Eltern - und: plötzlich nicht mehr gemeinsam mit ihnen versichert. Den Versicherungsschutz musste die 21-Jährige nun aus der eigenen Tasche finanzieren. Auf dem Weg durch den Versicherungsdschungel wurde ihr vor allem eines klar: „Man kann sich heute von oben bis unten versichern - wenn das Geld reicht.“

So wie Julia Henn geht es vielen, die ins Berufsleben starten. Weil der erste richtige Job meist nicht das große Geld bringt, sollten junge Berufstätige darauf achten, nur das zu versichern, was wirklich dringend nötig ist. „Zuerst sollte man absichern, was im Ernstfall Gesundheit und Existenz bedroht“, sagt Thorsten Rudnik, Pressesprecher beim Bund der Versicherten (BdV). Er rät, sich zunächst um Krankenversicherung, Privathaftpflicht und Berufsunfähigkeitsversicherung zu kümmern.

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Die Krankenversicherung wird von privaten (PKV) und gesetzlichen Kassen (GKV) angeboten. Private Kassen kommen für Berufsanfänger nicht in Frage: Sie können sich ihre Mitglieder aussuchen, und Angestellte nehmen sie nur auf, wenn die jährlich über 47.250 Euro brutto (Stand 2006) verdienen. Die meisten Arbeitnehmer sind in einer der gesetzlichen Kassen pflichtversichert. Unterschiede in den Leistungen der GKV gibt es kaum - über 95 Prozent sind vom Gesetzgeber vorgeschrieben -, wohl aber bei den Beitragssätzen: Sie schwanken zwischen 12 und 14,5 Prozent des Bruttoeinkommens.

Die wichtigste freiwillige Versicherung ist die private Haftpflicht. Sie zahlt, wenn der Versicherte anderen Personen oder deren Eigentum einen Schaden zufügt. „Die Bedeutung der Haftpflicht wird oft unterschätzt“, warnt Pressesprecherin Katrin Rüter de Escobar vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV). „Für Personenschäden haftet man aber ein Leben lang mit dem gesamten Vermögen, wenn man nicht versichert ist.“ Die Haftpflicht ist nicht teuer, die Beiträge liegen zwischen 40 und 60 Euro im Jahr. Paare – auch unverheiratete - können sich gemeinsam versichern. Wenn beide schon als Singles haftpflichtversichert waren, kann nur der neuere Vertrag aufgehoben werden, auch wenn er vielleicht der bessere ist.

Wichtig für junge Menschen ist auch die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). „Spätestens, wenn man mit dem Beruf beginnt, sollte eine BU abgeschlossen werden“, so Versicherungsreferentin Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die BU zahlt eine monatliche Rente, wenn man nach einem Unfall oder einer Krankheit seinen Beruf nicht mehr auf Dauer ausüben kann. Wer sie früh abschließt, kann viel Geld sparen, weil die Beiträge bei jungen und gesunden Menschen niedrig sind und dies bis zum Vertragsende bleiben.

Eine BU kostet zwischen 30 und 70 Euro im Monat, je nach Alter, Gesundheitszustand und Versicherungsbedingungen. Wichtig beim Vertragsabschluss ist, die Klausel „abstrakte Verweisung“ auszuschließen. Sonst kann man im Ernstfall von der Versicherung auf einen vergleichbaren Beruf „verwiesen“ werden, den man trotz Berufsunfähigkeit noch ausüben könnte. Eine Verkäuferin müsste dann zum Beispiel im Call-Center arbeiten.

Leser-Kommentare
  1. gibt es nicht mehr auf dem Markt. Die Arbeitslosenversicherung.

    korfstroem

  2. (Bitte beachten Sie, dass gewerbliche Posts nicht erwünscht sind und gelöscht werden. Die Redaktion /ft)

    • otto74
    • 04.12.2008 um 3:10 Uhr

    Finde ich gut, dass für junge Menschen ein solcher Leitfaden zu finden ist.
    Und die Auswahl der drei Versicherungen finde ich auch sehr positiv.

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