Rekordspende 37 Milliarden Dollar

Warren Buffett schenkt der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung 85 Prozent seines Vermögens, zur künftigen Bekämpfung von Aids und Malaria. Buffetts Kinder erhalten nur einen Bruchteil.

Die beiden reichsten Männer der Welt haben binnen zweier Wochen beschlossen, ihr Leben dramatisch zu ändern. Erst verkündete Microsoft-Gründer Bill Gates seinen Rückzug vom operativen Geschäft. Nun erklärt der zweitreichste Mann, der US- Investor Warren Buffett, 85 Prozent seines Vermögens verschenken zu wollen. Nach dem schmerzlichen Verlust seiner 2004 gestorbenen Frau Susie will sich Buffett schneller als geplant von seinem Reichtum trennen. 37,5 Milliarden Dollar (fast 30 Milliarden Euro) sind laut der Washington Post die größte Summe, die jemals ein Mensch für Wohltätigkeit ausgegeben hat. »Der Schritt markiert eine goldene Ära der Philanthropie«, schreibt das Blatt.

Aber so ganz will das 75-jährige Finanzgenie aus Omaha (Nebraska) vom Geldscheffeln nicht lassen: Der legendär erfolgreiche Unternehmer hat angekündigt, mit seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway auch in den kommenden Jahren sein Vermögen mehren zu wollen - mit dem Ziel, letztendlich fast alles wohltätigen Zwecken zukommen zu lassen.

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In diesem Jahr spendet Buffett erst einmal 1,5 Milliarden Dollar. Gehässige Stimmen könnten sagen, der zweitreichste Mann schenke sein Vermögen dem reichsten Mann der Welt. Schließlich bringt Buffett sein Vermögen in die Stiftung seines Freundes Gates ein. Allerdings verbirgt sich dahinter die große Geste eines sehr selbstbewussten Mannes.

Buffett ist nicht der erste Milliardär, der im Alter seinen Reichtum verschenkt - auch John Rockefeller, Henry Ford oder Paul Getty wurden im Alter zu Wohltätern der Gesellschaft. Aber Buffetts Entschluss ist in der Welt der Industriemagnaten und Finanzgiganten ein ungewöhnliches Zeichen von Bescheidenheit. Denn sein Geld wird nicht im Namen des generösen Stifters fließen, wie dies in anderen Fällen üblich war, um damit auch nach dem Tod Glanz auf den Namen zu werfen.

Das Geld fließt fast komplett in die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, nur ein kleiner Teil an Stiftungen seiner Kinder und seiner Frau. Buffetts drei Kinder werden sich mit jeweils einigen hundert Millionen Dollar bescheiden müssen. Buffett war stets ein Gegner von ererbtem Milliarden-Vermögen. Deshalb lehnte er auch die von US-Präsident George W. Bush und seinen Republikanern angestrebte - und jüngst gescheiterte - Abschaffung der Erbschaftssteuer ab. »Großes Vermögen, das anzusammeln die Gesellschaft ermöglich hat, soll auch dahin wieder zurückfließen«, sagte Buffett.

Er blieb auch beim Spenden seiner berühmt-berüchtigten Eigenwilligkeit treu und entschied sich für die Stiftung seines Freundes, weil ihn deren Leistungen tief beeindruckt haben. »Wer würde beim Golf nicht Tiger Woods wählen, um von ihm vertreten zu werden«, begründete Buffett seine Entscheidung für die »beste Stiftung, die es gibt«.

Leser-Kommentare
    • WaR52
    • 28.06.2006 um 13:25 Uhr
    1. Gates

    sehr schöne sache.

    aber im falle bill gates frage ich mich, warum er nicht in der lage ist windows besser zu machen. da ist alles geld was er hat doch nur schadenersatz für die tage/monate die man fluchend am computer verbracht hat.

    die frage, ob einzelpersonen mit so einem vermögen gesund für die menschheit ist, sei gestellt!

  1. Eine wundervolle Botschaft an die Welt; hier meinen aufrichtigen Dank und Respekt an Bill und Warren. God bless you!

  2. Abramowitsch & Co. fühlen sich durch Herrn Buffet ermuntert, denn auch ihr Heimatland hat es bitter nötig. Oder vielleicht wäre ihnen nicht wohl dabei, weil ihre Milliarden auf unlautere Art und Weise erworben wurden und jetzt schön durch den Kauf von Ballack und Schewtschenko durch die Bücher gewaschen werden.
    Gruss

  3. Ich finde es auch gut, dass Herr Buffett den Fehler im System, der ihm ein derartiges Vermögen eingebracht hat, von sich aus ausgleicht. Für seine Erben hält sich mein Mitleid in engen Grenzen. Die paar hundert Millionen werden sich ganz ohne ihr zutun innerhalb weniger Jahre verdoppeln, verzehn- verhundertfachen. Irgendjemand wird den Gegenwert dieses Geldes an Waren und Dienstleistungen erbringen müssen. Dessen Kinder werden dann vielleicht auf das wohltätige Geld der Gatesstiftung angewiesen sein, denn das Unternehmen, für das er arbeitete, wird ihm gekündigt haben, weil es unbedingt 18% (oder mehr) Rendite ausschütten muss, um nicht Opfer einer feindlichen Übernahme zu werden. Deswegen muss der Staat diesem Unternehmen auch unbedingt die Steuern weiter kürzen. Tolles System!

    Aber vielleicht denke ich auch zu einfach, und es funktioniert alles ganz anders.

    Gute Nacht

  4. bekannt wurde dass Warren Buffett 85%seines Vermoegens stiftet sackten die Aktienkurse seiner Firmen leicht weg....offenbar ist es den Leuten nicht geheuer wenn so ein reicher Mann soviel Geld verschenkt...wer weiss wozu er sonst noch faehig ist...

    • KRL
    • 27.06.2006 um 10:12 Uhr

    In Buffett sehe ich, genau wie in den Eheleuten Gates Menschen, die auf einem recht ungewöhnlichen Wege verstanden haben, was Menschsein tatsächlich ausmacht.
    Wer alles hat, der merkt, dass es nichts wert ist ohne selbst zu sein, ohne selbst zu tun. Keine pathetische Leidenserfahrung oder dergleichen hat sie dazu bewegt, gutes zu tun, sondern die Erkenntnis, dass nichts anderes ihrem Leben Sinn verschaffen kann.
    Ob sie als Vorbild für eine neue Selbstsicht des Reichen (zu denen die meisten, die das lesen sich zählen müssen) taugen, wird sich zeigen. Es bleibt allenfalls zu hoffen.

    Noch ein Lesetipp zum Thema: Erich Fromm: "Haben oder Sein".

  5. Es ist Warren moralisch hoch anzurechnen, das er sein fiktives Geldvermögen nun der Gesellschaft zugute kommen lässt. Zeigt dieser Schritt nicht eigentlich, wie krank unser Geldsystem ist? Während viele in der Welt mit weniger als 1$ pro Tag auskommen müssen ist es möglich mehr Geld zu raffen als manch ein Staat.

    Der Besitz Warrens ist eigentlich ein Anspruch an andere auf Leistung in einem ungeheurem Ausmass. Das er sich dabei schlecht fühlt ist ganz klar, schließlich hat er niemals wirklich einen reellen Gegenwert für diese Gelder erbracht. Dieser Anspruch wird jetzt auf eine gemeinnützige Institution übertragen. Schon besser, aber das Problem des Systems wird dadurch nicht gelöst und demokratisch ist diese Geldzuweisung in keinem Fall, denn die Gesellschaft würde diese Schuldverschreibungen gerechter verteilen.

    Der Gedanke der Erbschaften ist so verkehrt nicht. Warum soll eine Familie nicht ihren Besitz an ihre Enkel weiterreichen dürfen. Es sollte sich allerdings um materiellen Besitz(Land, Güter, Immobilien) handeln und nicht um fiktiven, wie z.B. Geld. Außerdem wird eine GRENZE des persönlichen Besitzes immer notwendiger. Ob diese bei 5, 10 oder 100 millionen liegt, dass muss debatiert werden.

    Geldschöpfung und Verteilungsgerechtigkeit werden die Themen der Zukunft. Entweder rechtzeitig vor einer Revolution oder danach.

    Ich gebe dem weltweit globalisierten Kapitalismus noch max. 10 Jahre! Dann geht er unter wie der Manager Kapitalismus, der immer Sozialismus genannt wurde und gerne Kommunismus gewesen wäre.

  6. mutiger gewesen, hätte er die Erkenntnis, dass das Geld, welches in(/mit hilfe) einer Gesellschaft erwirtschaftet wurde auch dorthin zurückfließen muss (100% Erbschaftssteuer), in seine Theorie (der Fairniss/Gerechtigkeit) reingeschrieben. Nichts ist geringer als ein vermeintlicher "Anspruch" auf das Erbe der Eltern. Alleine die Ausbildung und der Sozialstatus (/Habitus), den wohlhabene Eltern ihren Kindern zukommen lassen, ermöglichen ein sehr erfolgreiches Leben.
    Gruß
    Barney

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