Serie Von Waldorf bis Waldkindergarten
Welche Kindergartentypen gibt es eigentlich? Welche Überzeugungen stehen dahinter? Und was wird daraus gemacht? Einleitung zur Serie über Kindergartenkonzepte
Nur mal angenommen, Eltern könnten überall in Deutschland wählen, welcher Kindergarten für ihr Kind der beste wäre. Paradiesisch, oder? Nicht unbedingt, denn Mütter und Väter gerieten bald in Schwierigkeiten . Wer verspricht was? Was soll ich mir darunter vorstellen? Und was ist wirklich wichtig?
Die meisten Eltern entscheiden aus dem Bauch heraus, und fahren gut damit. Die Stimmung ist liebevoll, es gibt den Draht zur Erzieherin, das Essen schmeckt, und im Garten lässt es sich perfekt Verstecken spielen. Ohne dieses Bauchgefühl wird es nie gehen. Denn wer sein Kind betreuen lässt, will mehr als nur Bildung – er will sein Kind geborgen wissen. Viel mehr könnte man jedoch erreichen, wenn das Wirrwarr der Konzepte und Methoden transparenter wäre. Und wenn Kitas formulieren würden, wer sie sind, könnten sie nicht nur den Eltern eine bessere Vorstellung vermitteln, was sie wollen - sie könnten auch den Kindern mehr bieten.
Inzwischen versprechen fast alle Kindergärten, dass sie unsere Kinder zu selbstbestimmten, kompetenten und verantwortungsvollen Menschen erziehen wollen. Hinter diesen Schlagworten kann sich allerdings Widersprüchliches verbergen: Ist der Tag bestimmt vom freien Spiel auf dem Spielplatz oder werden den Kindern spezielle Lernmaterialien, die Natur oder Musikinstrumente nahe gebracht? Sind herkömmliche Spielsachen verboten oder gibt es Puppen, Autos und Ritterburgen im Überfluss? Was wird den Kindern beigebracht: einmal die Woche Yoga, multikulturelle Projektarbeit die ganze Woche über oder eben einfach die sozialen Kompetenzen: nicht schlagen, nicht treten, nicht brüllen? Müssen Eltern sich am Kindergartenalltag beteiligen, oder dürfen sie den Gruppenraum nicht betreten? Gibt es feste oder offene, homogene oder altersgemischte Gruppen? Verstehen sich die Erzieherinnen als Lehrerinnen oder als Kuscheltanten? Oder gilt mal dies und mal das?
Und hinter all dem steht die Frage: Warum so und nicht anders? Manchmal wird nur aus der Not ein Konzept gemacht. Die Ressourcen reichten nicht für eine zusätzliche Hort- und eine Krippengruppe, deshalb behauptete ein privater Kinderladen, überzeugt zu sein von altersgemischten Gruppen. Manchmal haben sich Regeln und Angebote aus der Erfahrung vieler Jahre ergeben. Was perfekt sein kann – oder auch unflexibel und lustlos in die immer gleichen Bastelarbeiten münden kann.
Deshalb könnten Kindergärten eine Corporate Identity gut vertragen. Damit sie nicht nur den Eltern, sondern auch sich selbst erklären können, wovon sie überzeugt sind – und den Erfolg immer wieder überprüfen können.
- Datum 10.09.2008 - 17:18 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, 10.07.2006
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Ein Kind in einer reizreichen Umgebung wird immer das Lernen zu dem es gerade bereit ist. Dieses ist ein Ergebnis der akutellen Lernforschung. Dazu ist es natürlich notwendig, daß ein entsprechendes Angebot verfügbar ist.
Beispielsweise haben Kinder im Alter von etwa 4 Jahren ein Lernfenster, in dem sie extrem leicht Sprachen lernen können. Wenn also ein Sprachangebot da ist, wird das Kind das in diesem Alter auch annehmen (können).
Und eines müssen wir Deutschen begreifen, spielen ist lernen!
Wichtig ist meiner meiner nach nicht der Typ des Kindergartens, sondern daß das ein Ganztagesangebot zur Verfügung steht ( von 06:00 -06:00Uhr ) und das der Kindergarten allen Einkommensgruppen zur Verfügung steht. Derzeit werden Kinder aus armen Haushalten gezielt ausgegrenzt.
Wir brauchen kostenlose Ganztageskindergärten und keine kostenlosen Universitäten. Erst dann können wir den Kindern ein Mindestmaß an Chancengleichheit gewähren. Aber die derzeitige Politik grenzt die armen Familien mal wieder gezielt aus.
Ich habe manchmal den Eindruck, daß wir in Deutschland gezielt dumm gehalten werden sollen. An wirklich intelligenten und kritisch hinterfragenden Menschen hat die derzeitige Politik kein Interesse. Die Menschen sollen abhängig vom Übervater Staat sein und sich dafür ruhig verhalten.
Ich glaube kaum, dass der Staat (ergo die Allgemeinheit) bereit ist, die monatlichen Euro 225,00 meiner privater Kindertagesstätte - bei meinen zwei Kids macht das mit Zweitkind-Nachlass Euro 425,00 pro Monat - zu übernehmen.
Auch halte ich gar nichts davon, via Subsidiaritätsprinzip eine "christliche Leitkultur" in den KiTa`s faktisch kostenlos für die beiden großen Glaubensgemeinschaften zu installieren. Es muss, kann und darf (nicht nur humanistisch orientierte) Alternativen geben - doch warum sollen diese Eltern dafür finanziell belangt werden?
Mütter, Väter und Eltern - das implizieren diese Begriffe - sind primär persönlich verantwortlich für die Erziehung der von ihnen gezeugten Kinder; nicht staatliche Einrichtungen.
Siehe auch die Thesen von Peter Mersch (www.land-ohne-kinder.de) zu der aktuellen ZEIT-Serie: Demografie. Stichwort FAMILIENMANAGERIN; eine Mutter, die vom Staat für ihre Erziehungsleistung bezhalt wird.
Nachweislich ist in D die Geburtenrate dort am höchsten, wo das klassische Familienmodell verwirklicht werden kann. Für Regionen mit hoher Krippen/KiTa-/Hort-Anzahl gilt, dass die Fertilisationsraten entsprechend niedrig sind.