Die Gewerkschaft ver.di erhöht den Druck auf den Lebensmitteldiscounter Lidl. Am Dienstag legte ver.di das Schwarzbuch Lidl Europa vor. Es ist das Ergebnis einer Recherche über die Arbeitsbedingungen bei dem Unternehmen in 20 europäischen Ländern. Damit setzt die Gewerkschaft eine Kampagne fort, die sie vor eineinhalb Jahren mit einer ähnlichen Publikation über die deutschen Niederlassungen begann.
© Smetek für DIE ZEIT BILD

Dem Autorenteam um Andreas Hamann zufolge haben Lidl-Beschäftigte auch im Ausland nichts zu lachen. "Gnadenlose Arbeitshetze, chronische Unterbesetzung, geringe Einkommen, Druck und schikanöse Kontrollen prägen den europäischen Lidl-Arbeitsalltag", heißt es bei ver.di. So soll beispielsweise österreichischen Mitarbeitern gekündigt worden sein, nachdem diese versucht hatten, einen Betriebsrat zu gründen. In Italien und anderen Ländern sollen Überstunden nicht bezahlt worden sein.

Lidl entgegnet, die dargestellten Einzelfälle entsprächen weder dem Stil noch den Führungsgrundsätzen des Unternehmens: "Wir bezahlen unsere Mitarbeiter korrekt und vergüten jede Überstunde, wir halten die Arbeitszeiten ein, wir haben Vertrauensleute, mit denen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jederzeit offen über Probleme oder Kritik reden können."

Lesen Sie mehr darüber, wie die Discounter arbeiten:

Alle unter Kontrolle - Ob Lidl, Schlecker oder Aldi; bei den Discountern regieren die Patriarchen. Und die Mitarbieter dürfen nur eines: Funktionieren