Abfallentsorgung Begehrter MüllSeite 2/2
Inzwischen hat Verbandssprecher Henggruber beim Hausmüll jedoch "die Tendenz beobachtet, dass die Kommunen das Rad wieder zurückdrehen, sie kündigen den Drittbeauftragten und gründen wieder eigene Betriebe". Der Grund: Die Abfallentsorgung sei höchst profitabel, das Geld wollten die Kommunen wieder selbst verdienen. Karin Opphard, Geschäftsführerin des Verbandes kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung (VKS), sieht noch andere Gründe: Vielfach seien die Kommunen und ihre Bürger mit der privaten Leistung nicht zufrieden gewesen. Zudem erschwere die jüngste EU-Gesetzgebung Gemeinschaftsunternehmen von öffentlichen Betrieben und Privatfirmen: Selbst bei einer Privatbeteiligung von nur einem Prozent müsse die Leistung nun europaweit ausgeschrieben werden. Opphard: "Die Kommunen wollen die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze lieber in der eigenen Gemeinde halten und übernehmen die Aufgabe deshalb wieder allein."
Welche Folgen der Trend zurück zum kommunalen Betrieb für die Bürger hat, ist nicht abzusehen. Aus einer Studie des Verbraucherschutzbundes ist zwar abzulesen, dass sich die Müllgebühren bundesweit um bis zu 500 Prozent unterscheiden. Aber deren Höhe gibt keinerlei Aufschluss darüber, ob privat oder kommunal entsorgt wird. Auf beiden Seiten gibt es effiziente und weniger gut organisierte Betriebe.
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- Datum 06.07.2006 - 05:34 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 22.06.2006
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