Krankenhäuser Schmerz ist selten PrivatsacheSeite 2/2

Die Konzerne erhalten Herstellerrabatte, weil sie gleich für mehrere Häuser einkaufen. Außerdem lagern sie Randbereiche wie die Wäscherei oder die Küche aus. Ein Konzept, dem jetzt auch viele kommunale Häuser folgen, indem sie sich zu Einkaufsgemeinschaften zusammenfinden und eigenständige Gesellschaften für die pflegefernen Arbeiten gründen. Zudem schließen viele von ihnen günstigere Haustarife mit der Gewerkschaft ver.di ab. Damit schwindet der Vorteil der Privaten, die nicht an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes gebunden sind. Ein Vorteil aber bleibt: Private Kliniken können ohne weiteres Bankkredite für notwendige Investitionen aufnehmen.

Zwar ist es laut Gesetz Aufgabe der Bundesländer, den Trägern von Allgemeinkrankenhäusern Geld für Investitionen zur Verfügung zu stellen; die Kommunen sind nur für den Betrieb zuständig. Doch die Länder zahlten 2005 insgesamt nur 2,7 Milliarden Euro, 4,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor und 37,6 Prozent weniger als 1995. Experten schätzen den Investionsstau bereits auf 20 bis 50 Milliarden Euro. Dabei können Kliniken im Wettbewerb nur bestehen, wenn ihre Häuser einladend wirken und effektives Arbeiten ermöglichen ­und wenn sie über die neuesten Geräte verfügen.

Lesen Sie mehr zur Privatisierungswelle in deutschen Städten und Gemeinden. Wie steht es um das Verhältnis von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft bei der Wasserversorgung , beim ÖPNV , beim Strom , beim Wohnraum und der Müllentsorgung ?

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service