Gesundheitsreform Neue Steuer?

Die Große Koalition denkt angeblich darüber nach, eine neue Abgabe zur Finanzierung der Gesundheitsreform einzuführen. Das Konzept erinnert an die Bürgerversicherung der SPD

Das Bundesfinanzministerium rechnet derzeit Modelle für eine Gesundheitssteuer durch, berichtet die Süddeutsche Zeitung ; vor allem die beitragsfreie Krankenversicherung für Kinder soll künftig so finanziert werden.

Diskutiert wird, auf alle Einkünfte der Bürger einen geringen Aufschlag zu erheben - unabhängig davon, ob diese aus Arbeit oder Kapitalvermögen stammen. Noch sei aber nichts entschieden und eine Entscheidung werde auch frühestens am Sonntag bei der Sitzung des Koalitionsausschusses fallen.

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Um die Versicherung der Kinder in Zukunft nicht mehr über Beiträge, sondern aus Steuermitteln zu finanzieren, werden rund 16 Milliarden Euro benötigt. Die Sonderabgabe müsste nach ersten Berechnungen etwa 1,1 Prozent des gesamten Bruttoeinkommens betragen. Die Gesundheitssteuer würde allein dem Bund zustehen, anders als die Einkommen- oder die Mehrwertsteuer, die auch an die Länder fließen.

Die neue Steuer wäre dadurch effektiver als eine Anhebung existierender Steuren: Erste Berechnungen hatten ergeben, dass die Mehrwertsteuer um weitere drei Prozentpunkte steigen müsste, um die Versicherung für die Kinder zu bezahlen.

Sollte der Vorschlag Teil der Gesundheitsreform werden, hätte die SPD das von ihr im Wahlkampf vertretene Konzept der Bürgerversicherung durch die Hintertür doch noch eingebracht: Damals hatte die Partei gefordert, auch Kapitaleinkünfte und Mieteinnahmen zur Finanzierung des Gesundheitssystems heranzuziehen. Die Union wollte mit der Kopfpauschale dagegen einen Festbeitrag einführen, der weitgehend unabhängig vom Einkommen sein sollte. Die Beiträge für Kinder sollten auch im Unionskonzept durch Steuern finanziert werden.

Die Umfinanzierung zur Senkung der Kassenbeiträge und damit der Lohnnebenkosten ist Teil des Plans, auf den die Spitzen von Union und SPD sich am vergangenen Sonntag geeinigt hatten. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wandte sich jedoch gegen weitere Steuererhöhungen wegen der Gesundheitsreform. Die Versicherung der Kinder lasse sich „stufenweise über mehrere Jahre“ auch ohne Steuererhöhungen finanzieren, glaubt er.

Leser-Kommentare
  1. Na also, es wird mal wieder umverteilt. Die Krankenkassenbeiträge sollen sinken, das kommt aber nur den Arbeitgebern zugute, weil gleichzeitig die Lohnsteuer steigt! Ha, ha, ha!

    Wo bleibt der Aufschrei, dass wir uns von der paritätischen Abgabenverteilung verabschieden?!

    Das wird keinen Arbeitsplatz schaffen und durch weiteren Kaufkraftverlust kleine und mittlere Betriebe weiter schwächen.

    Schöne neue, alte Welt der Großen Koalition.

    Man frage sich lieber, warum sind in Deutschland die höchsten Medikamentenpreise weltweit?

    Während Angie eigentlich alles tun wollte um Arbeit zu schaffen, wird weiter jedes Private Modell gefördert was über effizientere Strukturen weniger Arbeitskräfte braucht. Private Kliniken, weniger Krankenkassen. Nur schön für die Kunden (Patienten) die ihren Arbeitsplatz noch nicht verloren haben.

    Wir sind schon Produktivitätsweltmeister und leben volkswirtschaftlich aufgrund unserer positiven Handelsbilanz weit unter unseren Verhältnissen, lasst uns unseren Reichtum nutzen um alle, gerade die sozial Schwächeren, partizipieren zu lassen. (Das auch v. Hr. Lauterbach immer wieder zu hörende Rezept: "Bildung und Innovation" ist zwar wichtig, wird aber das Arbeitsverteilungsproblem nicht lösen. Oder glaubt irgendjmd. dass das größere Angebot von Qualifizierten, Arbeitsplätze in Zukunft aus dem Nichts entstehen lassen werden. (Chinesen und Inder sind auch gebildet und was heute noch innovative deutsche Produkte sind, die werden in 20 Jahren garantiert im Ausland gefertigt, wo soll dann der Vorsprung noch herkommen. Moralisch gesehen wäre es natürlich schön , wenn jeder etwas von Goethe, Schiller und Kant wissen würde, aber am Fließband braucht man diese Qualifikation nicht.)

    Die Gesundheit der Menschen ist nach der Würde das höchste Gut. Verspielen wir es auch, wie das Vertrauen in die Rente, wird die Zukunftsangst und Kinderlosigkeit in Deutschland noch weiter zunehmen und: Angst erzeugt keine Innovationen oder Neugründungen!

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