Fernsehen Rudi Carrell erliegt Krebsleiden
40 Jahre lang prägte er das deutsche Unterhaltungsfernsehen. Nun ist der Entertainer und Fernsehmoderator gestorben
Am Freitagmittag erlag Rudi Carrell im Alter von 71 Jahren in Bremen seinem im Frühjahr 2005 diagnostizierten Lungenkrebs. Seitdem lebte er zurückgezogen auf seinem Gutshof in Syke bei Bremen. Der Fernsehkomiker mit dem niederländischen Akzent war 1975 auf das Anwesen gezogen. "Er ist friedlich eingeschlafen", sagte Carrells Schwiegersohn Dieter Klar am Montag. Ein Teil der Familie sei bei ihm im Krankenhaus gewesen. Carrell hat drei erwachsene Kinder und vier Enkelkinder. Seit 2001 war er in dritter Ehe verheiratet.
Eine offizielle Trauerfeier wird es auf eigenen Wunsch Carrells nicht geben. "Er wollte es so unauffällig wie möglich", sagte der Schwiegersohn. So hat eine Trauerfeier im engsten Kreis mit den Enkelkindern und Verwandten aus Holland schon am Sonntag stattgefunden. "Wir wussten seit eineinhalb Jahren von der Krankheit und wir waren auf den Abschied vorbereitet." Wo Carrell beigesetzt wird, steht noch nicht fest.
Carrell wurde am 19. Dezember 1934 im niederländischen Alkmaar als Rudolf Wijbrand Kesselaar geboren. 1965 kam er zum deutschen Fernsehen und präsentierte zunächst neun Jahre lang die
Rudi-Carrell-Show
. Mit
Am laufenden Band
erreichte er später Einschaltquoten von bis zu 64 Prozent. Über die Jahrzehnte stieg Carrell zu einer der bestimmenden Personen des deutschen Unterhaltungsfernsehens auf. 1981 wechselte er vom Showfach in ein reines Comedyformat:
Rudis Tagesshow
. Sein letztes großes Projekt war der satirische Wochenrückblick
7 Tage - 7 Köpfe
. Er wurde am 30. Dezember zum letzten Mal ausgestrahlt.
Fast 40 Jahre lang zählte Carrell zu den beliebtesten Entertainern im deutschen Fernsehen. Seinen Erfolg erklärte er sich einmal so: "Ich stelle mir mein Publikum immer so vor, wie es ist: nämlich im Wohnzimmer." Allerdings hatte er sich schon länger damit abgefunden, dass die großen Familienshows ihr Publikum verloren: "Mich reizt das große Familienprogramm nicht mehr, denn es gibt die Familie nicht mehr, die Samstagabend geschlossen vorm Fernseher sitzt."
Mit seinem nahenden Tod hatte sich Carrell längst abgefunden. "Dann ist es eben aus", sagte er einmal. Auch hatte ihn die Krankheit wohl nicht überrascht. "Hätte ich eigentlich schon längst haben müssen", meinte Carrell in einem seiner letzten Interviews. Der passionierte Raucher hatte die Zigaretten erst beiseite gelegt, als der Krebs sich seiner schon bemächtigt hatte.
- Datum 10.07.2006 - 13:42 Uhr
- Quelle ZEIT online
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Sehr schade, eine wahrhaft große Persönlichkeit, mit wunderbaren Fähigkeiten. Möge er in Frieden Ruhen.
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