Drei Tage nach seinem Kopfstoß gegen den Italiener Marco Materazzi im WM-Finale hat sich der französische Fußballstar Zinédine Zidane öffentlich für sein Fehlverhalten entschuldigt. Am Mittwochabend sagte er im Fernsehsender Canal Plus:

"Ich entschuldige mich bei den Kindern, die das gesehen haben. Natürlich darf man sich so nicht verhalten. Ich muss es laut und deutlich sagen, weil es von zwei bis drei Milliarden Fernsehzuschauern und Abermillionen Kindern gesehen wurde."

"Es waren sehr harte Worte, die er (Materazzi) wiederholt hat," sagte Zidane. "Worte, die härter als Schläge sind. (Dieser Kopfstoß), das ist etwas, was sehr schnell passiert ist." Zu den Beleidigungen Materazzis fügte er hinzu: "Es sind Worte, die mich im Tiefsten betreffen. Es betrifft meine Mama, meine Schwester. Ich bin vor allem ein Mann. Ich hätte lieber eine Rechte auf die Schnauze bekommen, als so was zu hören".

Einige Boulevardblätter hatten italienische Lippenleser beauftragt, Materazzis Worte zu entziffern. Demnach soll der italienische Verteidiger gesagt haben: "Wir wissen alle, dass du der Sohn einer Terroristenhure bist." Auf die Frage, ob es stimme, was diese Zeitungen berichteten, antwortete Zidane nur mit: "Ja."

Bedauern wollte der ehemalige Kapitän der Bleus seine Handlungsweise jedoch nicht, "weil das bedeuten würde, dass er (Materazzi) Recht hatte, es zu sagen. Ich kann es nicht, ich kann es nicht, ich kann es nicht sagen. Nein, er hat kein Recht, das zu sagen," wiederholte der Star.

Zum Disziplinarverfahren der FIFA gegen ihn sagte Zidane, "Schuld ist derjenige, der provoziert. Meine Tat ist unentschuldbar, aber man muss den bestrafen, der provoziert hat."

Übersetzungen: Alain-Xavier Wurst und Kathrin Zinkant