Nahost

Neue Schläge gegen Beirut

Nach den Raketeneinschlägen in Haifa reagiert Israel mit weiteren Angriffen auf die Hisbollah-Zentrale im Libanon. Die Hisbollah-Miliz droht derweil mit weiteren Schlägen in ganz Israel

Israelische Kampfflieger haben nach Augenzeugenberichten mit  mindestens zehn Raketen  den dicht bevölkerten Süden der Hauptstadt getroffen. Der Hisbollah-Sender Al Manar wurde erneut getroffen. Das Wohnhaus von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah ist mittlerweile weitgehend zerstört.

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Die radikal-islamisches Hisbollah-Miliz Israel hat derweil mit weiteren Schlägen im ganzen Land gedroht. »Wenn Israel weiter gegen unsere Leute vorgeht, dann werden wir keinen Ort in Israel verschonen«, sagte ein Vertreter der Schiiten-Miliz am Sonntag in Beirut.

Zuvor hatte sich Hisbollah gerühmt, neuartige Raketen mit größerer Reichweite zu besitzen. »Unsere Kämpfer haben Raketen vom Typ Raad 2 und Raad 3 auf Haifa gefeuert«, hieß es in einer Erklärung. Die ersten Raketen vom Typ Raad (Donner) wurden 2004 im Iran hergestellt. Auf Expertenseiten im Internet sind Schätzungen ihrer Reichweite von 120 bis 350 Kilometer zu finden

In der israelischen Hafenstadt Haifa schlugen am Sonntagmorgen Raketen der Hisbollah ein. Es starben mindestens acht Menschen. Eine der Raketen, bei denen es sich vermutlich um Katjuschas handelte, schlug in einem Bahnhof ein. Es war das zweite Mal innerhalb von fünf Tagen, dass die drittgrößte israelische Stadt von Hisbollah-Raketen getroffen wurde. Haifa liegt rund 35 Kilometer von der südlibanesischen Grenze entfernt. Außerdem seien 15 andere Menschen verletzt worden.

Israel hat gleichzeitig seine Offensive gegen Libanon mit einem massiven Bombardement der Hauptstadt Beirut fortgesetzt und damit den fünften Tag in Folge Ziele im nördlichen Nachbarland angegriffen.

Im Visier der Luftwaffe sei unter anderem das Gebäude des Fernsehsenders al-Manar im Süden der Metropole gewesen, teilte die israelische Armee mit. Das Programm des Hisbollah-Senders verschwand zwei Mal kurz vom Bildschirm, bevor es wieder erschien. Es blieb zunächst unklar, ob al-Manar von seinem ursprünglichen Standort sendete oder von einem anderen Ort. Mehr als ein Dutzend Explosionen waren durch die Nacht in der ganzen Hauptstadt zu hören. Bei einem der Luftangriffe wurden in der südlichen Gegend Beir Al-Abed nach Angaben von al-Manar vier Zivilisten verletzt. Der Sender war bereits mehrmals Ziel von israelischen Angriffen gewesen. Zudem hatte die Luftwaffe das Hauptquartier der radikal-islamischen Hisbollah dem Erdboden gleichgemacht.
                                   

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Die israelische Armee setzte auch ihr militärisches Vorgehen im Gazastreifen fort. Am Sonntagmorgen sind bei Luftangriffen drei Palästinenser getötet worden. Zehn weitere wurden verletzt. Das israelische Militär erklärte, die Angriffe richteten sich gegen Terroristen und deren Infrastruktur.
                                   
Unterstützt durch Kampfhubschrauber waren israelische Panzer zuvor in der Nacht auf Ackerland in der Nähe der Stadt Beit Hanun vorgedrungen. Von dort hatten palästinensische Extremisten in der Vergangenheit wiederholt Raketen auf Israel abgefeuert. Nach dem Einmarsch sei es zu Gefechten zwischen der Armee und kleineren Gruppen von Extremisten gekommen, hieß es in israelischen Militärkreisen. Die Extremisten sprengten versteckte Bomben in die Luft und feuerten panzerbrechende Granaten ab. Nach palästinensischen Augenzeugenberichten schoss die Armee drei Raketen aus der Luft ab. Unter den Verletzten soll auch ein elfjähriger Junge sein.
                                   
Mit den Angriffen auf das Palästinensergebiet will Israel die Freilassung eines vor drei Wochen entführten Rekruten erreichen. Israel macht die regierende Hamas für das Schicksal des verschleppten Soldaten verantwortlich. Die radikale Gruppe fordert die Freilassung Gefangener aus israelischer Haft im Austausch für das Entführungsopfer, was Israel kategorisch ablehnt. Seit Beginn der Offensive im Gazastreifen kamen etwa 85 Menschen ums Leben, die Hälfte davon Extremisten. Am Samstag griff die istraelische Armee unter anderem das palästinensische Wirtschaftsministerium an.

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  • Datum 18.7.2006 - 06:24 Uhr
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