Nahost Neue Schläge gegen BeirutSeite 2/2
Im Libanon kamen seit dem Beginn des Konflikts kamen mehr als 100 Menschen ums Leben,
fast alle waren Zivilisten. Der libanesische Ministerpräsident Fouad
Siniora forderte eine Waffenruhe unter Aufsicht der Vereinten Nationen.
Die USA verhinderten jedoch nach Angaben von Diplomaten einen Aufruf
des UN-Sicherheitsrates zu einer sofortigen Waffenruhe zwischen Israel
und dem Libanon. Nun sollten die Staats- und Regierungschefs der
führenden Industrienationen bei ihrem G-8-Treffen im russischen St.
Petersburg über die Eskalation im Nahen Osten beraten.
US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony
Blair hoffen auf eine deutliche Verurteilung der extremistischen
Hisbollah als Hauptverantwortliche für den Gewaltausbruch im Nahen
Osten. Er wünsche sich, dass die G8-Führer mit der gleichen Empörung
auf die »Terroristen« in Nahost reagierten wie beim Bombenanschlag in
der Londoner U-Bahn während des G8-Gipfels im vergangenen Jahr im
schottischen Gleneagles, sagte Bush am Sonntag nach einem Treffen mit
Blair am Rande des Gipfels in St.
Petersburg.
Die extremistischen Organisationen Hisbollah und Hamas sowie der Iran
und Syrien als Verbündete trügen die Verantwortung für das
Blutvergießen im Nahen Osten, sagten Bush und Blair. Es werde nicht
leicht, zu einer gemeinsamen Position zu finden, sagte Blair, auch wenn
alle eine Beruhigung der Lage wünschten. »Manchmal gibt es eine gewisse
Zurückhaltung, die wirkliche Wahrheit den Menschen zu sagen«, sagte
Blair.
»Der einzige Weg für eine Beruhigung in Nahost ist es, die Gründe für
die Gewalt zu benennen«, sagte Blair. Es sei eindeutig, dass die
Extremisten und ihre Verbündeten »eine Situation der Feindseligkeit und
Spannung schaffen wollen«. Damit solle eine friedliche
Zwei-Staaten-Lösung verhindert werden. »Die Terroristen wollen alles
tun, um den Friedensprozess zu zerstören«, meinte Bush. Israel habe
»das Recht auf Selbstverteidigung«. Allerdings müsse Israel auch stets
die Konsequenzen berücksichtigen.«
Hisbollah-Chef Sajjed Hassan Nasrallah hatte am Freitag mit einem "offenen Krieg" gegen Israel gedroht. Vorangegangen war der Beschuss seines Wohnsitzes in Beirut.
Bush forderte Syrien vor Beginn des Gipfels der führenden sieben Industriestaaten und Russlands (G-8) in St. Petersburg auf, die Hisbollah dazu zu bewegen, ihre Waffen niederzulegen. "Der beste Weg für die Hisbollah, die Gewalt zu beenden, wäre eine Niederlegung der Waffen. Daher fordere ich Syrien auf, Einfluss auf die Hisbollah auszuüben", sagte Bush. Zuvor hatte er bereits erklärt, Israel habe ein Recht auf Selbstverteidigung, müsse aber dafür Sorge tragen, dass bei der Libanon-Offensive nicht die Zivilisten die Leidtragenden seien. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bush, es sei "absolut inakzeptabel", dass die Hisbollah versuche, ihre politischen Ziele mit dem Einsatz von Gewalt und Entführungen durchzusetzen. Dennoch müsse auch der Einsatz von Gewalt auf israelischer Seite ausgewogen sein, fügte er hinzu.
Die in Syrien regierende Baath-Partei hatte zuvor erklärt, die radikale Hisbollah in ihrem Kampf gegen Israel zu unterstützen. Syrien stehe hinter dem libanesischen Volk und seinem "heldenhaften Widerstand", hieß es in einer Stellungnahme der Partei. Die Regierung in Damaskus wolle ihre Unterstützung daher ausweiten, um der "barbarischen Aggression und den Verbrechen" Israels entgegenzutreten. Syrien gilt neben Iran als einer der wichtigsten Verbündeten der libanesischen Hisbollah.
"Sollte das zionistische Regime einen weiteren dummen Schritt machen und Syrien attackieren, wird dies wie ein Angriff auf die gesamte islamische Welt betrachtet", sagte Ahmadinedschad
nach Angaben des staatlichen Fernsehens am Donnerstag in einem Telefonat mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Israel müsste in diesem Fall mit einer "scharfen Reaktion" rechnen. Für die jüngste Eskalation in Nahost machte Ahmadinedschad allein Israel verantwortlich.
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- Datum 18.07.2006 - 07:24 Uhr
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