Libanon-Krieg "Kana ist kein Einzelfall"Seite 2/2
ZEIT online:Israel argumentiert, dass die Hisbollah Zivilpersonen als menschliche Schutzschilde einsetzt.
Houry: Unsere Untersuchungen vor Ort belegen dies nicht. Es stimmt, dass die Hisbollah Raketen aus Wohngebieten abfeuert, was übrigens auch eine Verletzung des Kriegsrechts darstellt. Aber in den von uns untersuchten Fällen befand sich die Hisbollah nicht mehr vor Ort, als die israelische Armee die Zivilisten angriff. Wir verurteilen das Verhalten der Hisbollah, sich unter die Zivilbevölkerung zu mischen. Aber das rechtfertigt nicht das wahllose Bombardement Israels. Beide Seiten müssen sich an Verpflichtungen halten.
ZEIT online:Human Rights Watch fordert eine internationale Untersuchung, aber das scheint nicht sehr realistisch.
Houry: Doch, das Generalsekretariat der Vereinten Nationen muss eine Kommission einsetzen, die dem Generalsekretär direkt berichtet. Das ist viel schneller und realistischer, als den Weg über den Sicherheitsrat zu nehmen. Die internen Untersuchungen der israelischen Armee sind unzureichend.
Nadim Houry leitet Human Rights Watch im Libanon.
Die Fragen stellte Alain-Xavier Wurst
- Datum 03.08.2006 - 11:06 Uhr
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