Lebenslagen Sicherheit kostet
Spektakuläre Bankpleiten kommen in Deutschland zum Glück äußerst selten vor. Aber jede Anlage beinhaltet ein gewisses Risiko. Wie sicher etwa sind Riester-Verträge? weiß es.
Wer die Nachrichten regelmäßig verfolgt, hat bestimmt mitbekommen, dass es in Deutschland in der vergangenen Woche seit langer Zeit wieder ein Ereignis gegeben hat, das ebenso selten wie ärgerlich ist für Bankkunden:
Die hiesige Finanzaufsicht, also die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), hat die Reithinger Bank geschlossen
. Der Grund waren finanzielle Schwierigkeiten des Instituts.
Die 65.000 Kunden der Bank kommen nun zunächst nicht mehr an ihr Geld heran. Vor allem aber:
Sie müssen zumindest um einen Teil ihrer Einlagen bangen.
Denn die staatlich vorgeschriebene Einlagensicherung schützt nur 90 Prozent des Geldes, höchstens aber einen Betrag von 20.000 Euro. Wer also beispielsweise 25.000 Euro auf einem Reithinger-Konto angelegt hat, bekommt davon lediglich 20.000 Euro zurück.
Um Panik gleich im Ansatz zu vermeiden: Dass lediglich dieser Mindestschutz greift, ist in Deutschland die Ausnahme. In der Regel sichern Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken und die meisten Privatbanken das Geld ihrer Kunden zu 100 Prozent durch eigene Einlagensicherungsfonds ab. Nicht zuletzt ist eine Bankpleite in Deutschland bislang wirklich ein Ausnahmefall.
Doch auch ohne spektakuläre Pleitefälle - eine Geldanlage ist immer mit Risiken verbunden.
Welche das sind, hängt ab vom jeweiligen Produkt. Für diese Kolumne ist der Fall Reithinger deshalb ein Anlass, sich heute und in den kommenden Wochen stärker den einzelnen Anlageformen, ihren Vorteilen, Nachteilen und Risiken zu widmen, nachdem in den vergangenen Ausgaben die passende Geldanlage für verschiedene Lebenslagen das Thema war.
Den Anfang machen dabei die verschiedenen Riester -Produkte. Es ist zwar immer von "dem" Riester-Vertrag die Rede, aber nicht jeder Anleger weiß, dass er bei dieser Art des Vorsorgesparens die grundsätzliche Wahl zwischen drei Anlageformen hat, nämlich einem Banksparplan, einer Rentenversicherung und einem Aktienfondsparplan.
Wie Aktienfonds funktionieren, wurde hier bereits hier ausführlich beschrieben. Um noch einmal die wichtigsten Vor- und Nachteile zu nennen: Bei ihnen ist der Sparer sehr flexibel. Zudem besitzt er hohe Renditechancen, denn auf lange Sicht können andere Anlageformen Aktienfonds nicht das Wasser reichen. Der Ertrag am Ende des Vertrages oder beim Verkauf der Fondsanteile ist jedoch unsicher, denn er hängt ab vom Anlagegeschick des Fondsmanagers und aber der allgemeinen Börsenentwicklung. Als Faustregel gilt: Je länger die Anlagedauer, desto geringer das Risiko, einen Verlust zu erleiden. Allerdings ist die Zahl der Fondsangebote à la Riester beschränkt, das begrenzt die Auswahl.
- Datum 10.08.2006 - 06:19 Uhr
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Der politische Wille, vom Umlageverfahren weg zur Privaten Rente, ist das größte Risiko dem sich unsere Gesellschaft und die folgenden Generationen stellen müssen. Solidargemeinschaft ade.
Eine Notbremse wäre angebracht, die die staatliche Rente auf einem Niveau deutlich über dem Armutsniveau schützt.
Denn die Wahrheit ist, dass die Privatverträge mit den Banken bei renteneintritt wieder in Kapital umgewandelt werden müssen. Die Geschichte funktioniert aber nur, wenn in 30 Jahren Menschen bereit sind für diese Papiere mehr zu bezahlen als heute. Bei schrumpfender Bevölkerung und Einkommenstagnation schon heute, ist das sehr unwahrscheinlich. Abgesehen davon, übersteigen die Overheadkosten der privaten Anlagen die der gesetzlichen Rente um ein vielfaches.
Da ist die Politik mal wieder den Lobbyisten der Banken auf den Leim gegangen.
Gerechter und sicherer ist das Umlageverfahren, man schaue sich nur die angelsächsische Erfahrung mit den Kapitalanlagen an. Altersarmut wohin man schaut.
Ein weiteres Problem bei Riester-Renten:
Möchte ich als Rentner mein Leben im Ausland verbringen, werden mir die staatlichen Zuschüsse wieder abgezogen.
Also lohnt sich die Riester Rente nicht - unabhängig davon, ob Banken Pleite gehen oder nicht.
Ich wage zu behaupten: kein Riester-Vertrag wird eine reguläre Auszahlung erle en. Letztlich legen all diese Gesellschaften das Geld ihrer Kunden in Staatsanleihen an, und daß die jemals legal zurückgezahlt werden, dürfte ausgeschlossen sein. Die Schuldenberge werden solange weiterwachsen, bis irgendwann nicht mehr genug frisches Kapital aufzutreiben ist, um im Schneeballsystem die laufenden Zinsen zu bedienen.
Erst in dem dann folgenden Crash wird leider offenkundig werden, daß all die schönen, in Staatsanleihen investierten Gelder in Wirklichkeit längst ausgegeben sind. Sie sind, zu gut deutsch, futsch.
> Der politische Wille, vom Umlageverfahren weg zur Privaten
> Rente, ist das größte Risiko dem sich unsere Gesellschaft
> und die folgenden Generationen stellen müssen.
Tja - so ist das, wenn der "politische Wille" immer wieder aus dem Unternehmerlager und der Versicherungsbranche übernommen wird, statt den Willen des Volkes von den extra dafür gewählten Diätenempfängern umzusetzen und gemäß grundgesetzlichem Auftrag "Schaden von ihm abzuwenden".
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