Pränatalmedizin Verstrahltes Babyhirn?
Für Schwangere ist die Untersuchung Standard, sie gilt als ungefährlich. Jetzt zeigt eine neue Studie: Ultraschall kann die Entwicklung von Gehirnzellen im Fötus stören.
BILDFür die meisten Frauen kommt es einer Offenbarung gleich, wenn der Arzt in der zehnten Schwangerschaftswoche oder früher die erste Utraschalluntersuchung macht. Der Bauch ist noch flach, das Baby klein wie ein Gummibärchen, von außen betrachtet eher eine langweilige Angelegenheit. Aber der Winzling, der da so unspürbar und versteckt vor sich hin wächst, hat schon ein Herz, das schlägt – und der Ultraschall bringt es dann plötzlich auf den Bildschirm. Es ist der Anfang vom großen Staunen, denn ab jetzt lässt sich per Ultraschall quasi die gesamte Entwicklung des Fötus beobachten: Größe, Geschlecht, Verhältnis von Kopf- zu Bauchumfang. Alle Finger dran? Genug Fruchtwasser da? Ultraschall wird zum Fenster in den Bauch jeder Mutter, wie ein Fernseher lässt er sich zuschalten.
Nicht nur für das Schwangerschaftserlebnis der Eltern ist die Sonografie deshalb eine Errungenschaft: Mit ausgefeilten Varianten des Verfahrens, der Dopplersonografie zum Beispiel oder hochauflösenden Geräten, können Geburtsmediziner bereits in der Frühschwangerschaft Herzfehler diagnostizieren und sogar Anzeichen für chromosomale Anomalien erkennen. Und das alles praktisch ohne Risiko. Zumindest schien es bisher so.
Doch jetzt kratzt eine Studie aus den Vereinigten Staaten am schönen Image der Sonografie. Forscher der Yale University haben gezeigt, dass Ultraschallwellen durchaus einen schlechten Einfluss auf das Ungeborene haben können – und zwar auf deren Nervenzellen. Das Team um den hochangesehenen Neurobiologen Pasko Rakic setzte trächtige Mäuse in den letzten drei Tage ihrer Schwangerschaft unterschiedlich langen Ultraschalluntersuchungen aus – mit einem Gerät, das auch für Vorsorgesonografien von Menschen üblich ist. Im Gehirn der Mäusebabys suchten die Forscher anschließend nach markierten Neuronen, die in besagten drei Tagen vor der Geburt normalerweise in bestimmte Teile des Gehirns wandern müssen.
Obwohl die Hirne der kleinen Tiere keine auffällige äußere Erscheinung und auch die richtige Größe hatten: In allen Mäuseföten, die vor der Geburt 30-minütige oder längere Ultraschallduschen über sich ergehen ließen, waren diese so genannten E16-Neuronen nach der Geburt nicht am richtigen Platz in der Großhirnrinde angekommen. Sie hatten sich in tieferen Schichten der grauen Substanz verirrt. Die Zahl der verirrten Zellen stieg mit der Ultraschallbelastung, manche Neuronen fanden sich später sogar in der darunterliegenden weißen Substanz des Großhirns wieder. Diesen Zellen fehlten auch bestimmte chemische Merkmale von korrekt positionierten Neuronen. Ihre vorgesehene Funktion können solche verirrten Nervenzellen nicht mehr ausführen.
Was aber bedeutet das für die Fähigkeiten des Gehirns? Die Autoren der Studie wissen es nicht. Sie können sich nur einen Reim darauf machen, warum sich die Nervenzellen im Mäusehirn falsch verteilen und dass dies vermutlich auch nicht ohne Folgen bleibt: Rakic und Kollegen glauben, dass die wandernden Zellen von den mechanischen Kräften der Ultraschallwellen schlicht gebremst werden. In der unvorhergesehenen Nachbarschaft entwickeln sie schließlich nicht mehr die richtigen Kontakte zu anderen Nervenzellen. Mäuse, die aufgrund eines genetischen Defekts dieselben – wenn auch deutlich stärker ausgeprägten – Neuronenverirrungen aufweisen, sind in ihrem Verhalten klar gestört.
Setzt der Mensch seinen ungeborenen Nachwuchs also seit Jahrzehnten einem ungeahnten Risiko aus? Die Harvard-Mediziner Verne Caviness und Ellen Grant versuchen diese Frage in einem Kommentar zum Artikel Schritt für Schritt zu beantworten – und mühen sich, eine allzu große Besorgnis konsequent zu dämpfen. Zum einen sei der Effekt auch bei sehr langer Ultraschallbehandlung klein und nicht exakt auf die Dosis beziehbar. Auch die Dauer der Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaftsvorsorge liege meist unter den 30 Minuten, die in der Studie mindestens für einen messbaren Einfluss auf die Neuronen nötig war. Vor allem aber glauben die beiden Experten für Entwicklungsbiologie, dass das menschliche Gehirn schon aufgrund seiner Größe weniger anfällig für Störeffekte ist: Größere Fläche, weniger Absorption, weniger irrende Neuronen. Wenn überhaupt.
Es erscheint ohnehin kaum plausibel, dass über viele Jahre keine entsprechenden Hirnschäden aufgefallen wären. Doch am Ende können selbst die beiden Ärzte aus Harvard nur mit Wahrscheinlichkeiten hantieren. So gering das Risiko, dass der Ultraschall in Babys Hirn Spuren hinterlässt, nach wie vor sein mag – auszuschließen ist es nicht. Die wichtigste Schlussfolgerung aus den neuen Erkenntnissen kann trotzdem nicht sein, plötzlich auf eine wertvolle diagnostische Methode zu verzichten. Grant und Caviness weisen deshalb folgerichtig darauf hin, dass alle Untersuchungsmethoden, die mit Strahlung oder Wellen arbeiten, nach dem ALARA-Prinzip eingesetzt werden müssten: As Low As Reasonable Achievable .
So sieht es auch der Bonner Pränatalmediziner Ulrich Gembruch. "Wir sollten bei der Untersuchung von menschlichen Feten möglichst wenig Ultraschall einsetzen." Bisher hätte zwar keine einzige epidemiologische Studie zeigen können, dass die Sonografie tatsächlich schädliche Auswirkungen auf das Ungeborene habe. Trotzdem müsse man immer daran denken, dass hier energiereiche Wellen im Spiel seien."Dieses 'Wir gucken mal das Kind' stellt da eher eine Belastung dar, auf die man verzichten kann." Die drei Standarduntersuchungen dagegen sind Gembruchs Ansicht nach nicht nur unschädlich, sondern auch sehr wichtig, weil sie zum Beispiel Plazentaverlagerungen oder Mehrlingsgeburten erkennbar machen. "Der Ultraschall stellt einfach eine deutliche Verbesserung gegenüber früher dar. Da wusste man oft gar nichts, bis zur Geburt."
- Datum 01.03.2007 - 02:36 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf mehreren Seiten lesen
- Quelle ZEIT online
- Kommentare 9
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Diese ganze MTV/VIVA/Hiphop-Generation mit ihren umgedrehten Baseballmützen und ihren auf Kimmenhöhe sitzenden Hosen - komplett verstrahlt!
Ist es möglich die Publikationen anzugeben, die diesem Artikel zugrunde liegen?
Danke
Sehr geehrte Frau Zinkant,
wenn schon Akronyme aus dem Englischen, dann bitte
auch grammatikalisch richtig:
ALARA: As Low As *ReasonabLY* Achievable
Nichts für ungut und Anerkennung für den
ansonsten interessanten Artikel!
Das Thema wurde ja bereits in den Achtzigern in
der scientific community kontrovers diskutiert...
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Hanewinckel
Ich schlage unter Berücksichtigung des Sommerlochs folgenden neuen Titel für den Beitrag vor:
Todesstrahlen bedrohen Nasciturus!
Das ist nichts Neues. Es gibt seit Jahren Forschungsergebnisse aus aller Welt, die uns zeigen, dass wir weltweit fahrlässig und völlig unbedarft im Mutterleib unzählige Versuchslabore eingerichtet haben.
Es gibt durchaus schon Forschungen, die Wachstumsstörungen belegen. Das ist z.B. das Ergebnis einer Studie mit 2834 Schwangeren: In der Gruppe, in der häufig sonographiert wurde, traten vermehrt intrauterine Wachstumsstörungen auf. Die Zahl der wachstumsretardierten Feten war in der mehrmals sonographisch untersuchten Gruppe um ein Drittel erhöht. Und das, obwohl sich die beiden Studienkollektive bezüglich Risikofaktoren für intrauterine Wachstumsretardierung nicht unterschieden.
Seit den frühen neunziger Jahren haben amerikanische Forscher aufgezeigt, dass durch die Ultraschallgewebeheizung Blutungen in Mäusedärmen verursacht wird.. Wissenschaftler der Universität Dublin haben belegt, dass Scans Veränderungen in den Zellen hervorrufen, was jahrelang immer bestritten wurde.
Forscher haben bewiesen, dass Ultraschall chemische Reaktionen auslösen kann. Die Erbsubstanz DNA sowie Eiweiße können zersetzt werden
Diese Studien veranlassten immerhin das National Institute of Health (die amerikanische Gesundheitsbehörde) 1984 zu der Stellungnahme, dass Routine-Ultraschall z.Z. nicht empfohlen werden kann.
Es gibt auch Studien, die zeigen, dass Ultraschalluntersuchungen feine Gehirnschäden verursachen können. Gemäß einer Studie an 2000 Babys, die vom Nationalen Zentrum für fötale Medizin in Trondheim" durchgeführt wurde, konnte festgestellt werden, dass Baby die routinemäßig mit Ultraschall untersucht wurden, eine 30 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit hatten, linkshändig zu werden, als die ohne US. Und es gibt auch Belege aus Australien, dass die Zahl wachstumsgehemmter Babys sich um ein Drittel erhöht! Kanadier sprechen von "verspätetem Sprechen" Professor James Campbell, ein Ohren, Nasen- und Kehlkopfspezialist fasst zusammen: "Es sollte die Möglichkeit feiner mikroskopischer Änderungen bedacht werden, wenn neuronales Gewebe Ultraschallwellen ausgesetzt wird!"
Bei uns legen Im Durchschnitt sechsmal pro Schwangerschaft die Frauenärzte den Schallkopf auf den Bauch.
Wenn die Befürworter der Ultraschalltechnik darauf verweisen, dass seit Einführung der Methode vor 25 Jahren keine Schädigungen beim Menschen nachgewiesen wurden, dann muss das allerdings nichts heißen. Wie wir das zum Beispiel von den Röntgenstrahlen her wissen, hat diese durch ihr fast 100-jähriges Bestehen noch nichts von ihrer Gefährlichkeit verloren und durch sie sterben noch immer jährlich 40 000. Die gesamte Geschichte der Medizin beweist das Unglaubliche für eine ernst genommen werden wollende Form der Krankheitsbehandlung: Ärzte machen erst mal munter drauf los, mit dem, was die Menschen beeindruckt und allem, was neu auf den Markt der Eitelkeiten kommt: Jahrzehnte später stellt sich das dann als schrecklich schadenverursachend heraus. (Unglaublich, aber wahr: In meiner Kindheit stand noch in jedem besseren Schuhgeschäft ein Röntgengerät für Kinderfüße.)
Fest steht auch: Ultraschalluntersuchungen wurden weltweit eingeführt, ohne dass langfristige Studien durchgeführt wurden, die belegen, dass diese Beschallung ungefährlich ist. Und tatsächlich zeigen einige Studien, dass es mit Ultraschall sogar wahrscheinlicher ist, dass man sein Baby verliert. Eine Studie des "Königin Charlotte Krankenhauses in London fand nämlich heraus, dass Frauen, die eine Doppler-Ultraschall-Untersuchung hatten, eine größere Wahrscheinlichkeit hatten, ihre Babys zu verlieren, als jene die nur die "standard neonatale Behandlung" erhielten. Eine Untersuchung mit Doppier- oder Duplex-Geräten bedeutet generell ein noch größeres Risiko.
"Natürlich" hat man Ultraschall auch an Tieren getestet. Die Röntgenologin Doreen Liebeskind vom Albert Einstein College hat in einer vielzitierten Studien festgestellt, dass Ultraschall Veränderungen im Zellaussehen und in der Mobilität der Zellen, abnormalen Zellwuchs und abnormale Chromosomen hervorruft, von denen einige auf die nächste Generation weitergegeben wird. Robert Bases, der Leiter des Colleges sagte, dass es eine "verwirrende Ansammlung von Ultraschallbioeffekten in über 700 Veröffentlichungen seit 1950" gab und fügte hinzu, dass Dr. Liebekinds Ergebnisse von vier unabhängigen Laboratorien bestätigt wurden! Alles in allem ist Ultraschall eine sehr fragwürdige Diagnosemethode und schon gar kein Familienspaß.
Der link zu diesem Artikel auf der Homepage lautet: "Jetzt zeigt eine neue Studie: Die Wellen stören die Entwicklung von Gehirnzellen im Fötus." Der Untertitel des Artikels: "Ultraschall kann die Entwicklung von Gehirnzellen im Fötus stören." Und im Artikel selbst kommt raus, dass die Studie an Mäusen durchgeführt wurde und die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen nicht klar ist und ein Risiko als äußerst gering eingeschätzt wird. Da fehlt's an journalistischer Sorgfalt, außerdem sollte wirklich die entsprechende Publikation angeben. Wenn ich Panikmache will, würde ich die "Bild" lesen!
[ Wir können leider nicht alle Verweise auf andere Internetseiten prüfen. Bitte haben Sie Verständnis, dass Links gelöscht werden. gez. Die Redaktion ]
Also, da muss man schon genau suchen, um die Essenz dieses Artikels freizulegen. Am Ende stehen doch Aussagen wie:
- Weiß man nicht
- wenn überhaupt...
- beim Menschen was völlig anderes
- da müsste man also schon 30 Minuten dauerbestrahlen (wo jeder weiß, dass man selten länger als ca. 8 Minuten beim Ultraschall sitzt...)
usw. usf.
Jetzt folgende Fragestellung: schwangere Frau und/oder werdender Vater beim gemütlichen surfen, den nächsten Ultraschalltermin im Kalender stoßen auf Schlagwörter wie geschädigter Fötus, Hirn verstrahlt etc...
Preisfrage: wessen Hirn ist hier das einzig verstrahlte? Dank an die Autorin...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren