Blümchen zum Geburtstag Man kann darüber streiten, ob der 12. August 1981 tatsächlich der Tag war, an dem der PC geboren wurde. Heimcomputer gab es damals nämlich schon eine ganze Reihe. Trotzdem markiert dieser Tag einen Anfang - und zwar den des kommerziellen Personal Computers . An diesem Tag stellte IBM den 5150 PC vor. Ein knuffiges Kistchen, in dem herzlich wenig Innovation steckte. Weder die Bauweise mit abgesetzter Tastatur war neu, noch offenbarte das Innenleben des 5150 technische Großtaten. Es war einfach der erste Heimcomputer des Branchenriesen IBM. Noch dazu einer, der für alle erreichbar war - sofern alle mal eben 4000 Dollar übrig hatten. Die Reaktion des umtriebigen Konkurrenten Apple: "Zuerst fanden wir es peinlich, wie schlecht (der) Apparat war. Dann versetzte uns dessen Erfolg in Schrecken."

Hello Mac!Der Schrecken über IBMs großen Wurf mag tief gesessen haben - unterkriegen ließ sich das Apple-Duo Steven Jobs und Steven Wozniak davon zunächst nicht. 1984 stellten sie das erste Modell ihrer Macintosh-Reihe vor, jene Reihe also, die sich allen Widrigkeiten zum Trotz bis heute auf dem Markt behauptet hat. Der "Würfel" war schon für damalige Verhältnisse ein echter kleiner Freund: Er nahm nicht viel Platz weg, startete extrem schnell (weil von Diskette) und war mit der ersten grafischen Oberfläche auch noch unschlagbar bedienungsfreundlich - ein Kult war geboren.

Brotkasten für allePC hin, Mac her - ein Computer lief den großen Konkurrenten über viele Jahre den Rang ab. Er sah dabei nicht einmal aus wie ein Computer, sondern wie eine etwas zu groß geratene Tastatur, die sehr liebevoll auch "Brotkasten" genannt wurde. Der C64 von Commodore kam 1982 heraus und hielt sich ungeschlagene zehn Jahre auf dem Markt. Zu erklären ist der Erfolg sicher auch damit, dass vor allem Jugendliche ihren Spaß mit dem Kistchen hatten: Der C64 war ein offenes System, an dem man ziemlich ungeniert herumbasteln konnte. Vor allem aber war er ein Spielzeug - und als solches ohne Konkurrenz.

Spaß mit Henkel Dem Bedürfnis, den ganzen Tag mit dem Brotkasten herumzuspielen, folgte quasi zwangsläufig das Bedürfnis, ihn überall mit hinzunehmen. Dem stand vor allem der Monitor im Weg. Commodore löste das Problem ganz ähnlich wie IBM mit seinem Portable: Der besaß nämlich nur noch einen 5 Zoll großen Zwergmonitor. Die Tastatur ließ sich als Deckel auf den Rest des knapp 14 Kilo schweren Kastens legen. Der SX64 folgte diesem Prinzip, ergänzte es aber um ein Floppylaufwerk. So richtig mobil war die Kiste dann aber doch nicht - ein Akku passte nicht mehr hinein. Steckdosennähe blieb obligatorisch.

Oranje ComputingDer Charme der Siebziger feierte 1983 sein erstes Comeback. Das Äußere des COMX 35 spiegelte die farblichen Neigungen seines Herkunftslandes wieder: Produziert wurde er für den holländischen Markt, viel weiter kam er auch nicht. Spannend ist das Gerät aber trotzdem: Sein Prozessor wurde in den siebziger Jahren gerne für Weltraummissionen verwendet, weil es eine spezielle Version gab, die strahlungsresistent war. Der Prozessor kam deshalb in den Viking- und Voyager-Sonden zum Einsatz. Die Leistung war allerdings selbst für die Verhältnisse in den siebziger Jahren primitiv - mit zwei Megahertz Taktfrequenz hinkte der COMX 35 seiner Konkurrenz gnadenlos hinterher. Kurios auch: Der 35-Kilobyte-Arbeitsspeicher.

Ossis DarlingVoilà, auch in der DDR gab es Heimcomputer und die sahen in den meisten Fällen aus wie dieser hier. Der KC-85/3, ab 1987 gebaut von der VEB RFT Mikroelektronik Mühlhausen, war der meistverkaufte Rechner im Osten. Weil es nicht genug Exemplare für alle gab, nannte man ihn aber nicht Heim-, sondern Kleincomputer. Der Arbeitsspeicher ließ sich von 16 KB auf 64 KB aufrüsten. Die Software gab es fast ausschließlich auf Audiokassetten. Eine etwas skurrile Ausnahme bildete ein Zusatzprogramm, das auf einer Schallplatte daherkam und den Ostrechner mit Wessi-Computern kompatibel machen sollte. Der Preis für einen KC-85/3 - sofern man das Glück hatte, überhaupt an einen heranzukommen - betrug 3900 Ostmark.