HIV Freie Fahrt für Frauenliebe?
Safer Sex ist für viele lesbischen Frauen immer noch ein Fremdwort. Ist die Lesbenszene wirklich eine HIV-freie Zone?
Christopher Street Day in Köln. Als Matrosen verkleidete Schwule werfen Kondome in die feiernde Menge. Eine Lesbe fängt reflexartig eines dieser bunten Päckchen und dreht sich verwundert zu ihrer Freundin um. „Was soll ich denn damit?“, fragt sie lachend.
Gute Frage. Wozu brauchen lesbische Frauen Kondome?
Schwanger werden können sie nicht und was die Gefahr einer HIV-Infektion betrifft, beschreibt das Robert-Koch-Institut in einer Studie (2005) unter dem Stichpunkt „Neuinfektionen in Deutschland“ genau vier Infektionswege: Männer, die mit Männern Sex haben, heterosexuelle Kontakte, Infektion in Folge von Drogenmissbrauch und Mutter-Kind-Transmission. Von einer Ansteckung von Frau zu Frau ist nicht die Rede.
Auf die Frage nach der Zahl der infizierten lesbischen Frauen in Deutschland hieß es: „Da sexuelle Kontakte zwischen Frauen kein Risikofaktor sind, wird diese Angabe weder systematisch erhoben noch datenmäßig bei uns festgehalten.“ Allerdings merkte Dr. Ulrich Markus vom Robert-Koch-Institut an, dass es selbstverständlich lesbische HIV-Infizierte gebe. „In den meisten dieser Fälle existieren jedoch neben Sex mit Frauen weitere Infektionsrisiken wie Sex mit Männern oder intravenöser Drogenkonsum.“
In der Tat: In einigen Aufklärungsbroschüren wird in einem Unterpunkt darauf hingewiesen, dass es ja durchaus auch lesbische Frauen gebe, die mit Männern sexuellen Kontakt hätten, die als Prostituierte arbeiteten, die Drogen nähmen oder die Opfer von sexuellem Missbrauch geworden seien. In solchen Fällen könne natürlich eine Ansteckung erfolgen. Sind demnach alle HIV-infizierten lesbischen Frauen entweder Ex-Huren, Ex-Junkies oder Vergewaltigungsopfer? Und was das Robert-Koch-Institut nicht erwähnt, was jedoch viele Beratungsstellen für Lesben stark kritisieren, ist die Tatsache, dass Frauen – im Gegensatz zu Männern – bei dem Erstellen von Statistiken über HIV-Infektionen nicht nach ihren sexuellen Vorlieben gefragt werden. Hetero- und homosexuelle Frauen werden also in einen Topf geworfen.
Es gibt also HIV-infizierte lesbische Frauen, wenngleich auch die Zahl der Betroffenen gering ist. Und Verhütung macht tatsächlich Sinn, zumal es neben dem HIV-Virus auch noch andere Krankheiten wie Hepatitis oder Pilzinfektionen gibt, mit denen Frau sich recht schnell anstecken kann.
- Datum 24.08.2006 - 05:14 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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HIV-Infektion fällt in der Regel nicht vom Himmel. Man muss richtig was dafür tun. Warum also die unterstützen, die sich nicht beherrschen können oder wollen!?
Aber deswegen muß man nun nicht jede Abartigkeit gutheißen. Es geht auch anders. Einfach nur ordentlich und verantwortungsbewußt leben. Ist das denn zuviel verlangt?
[Anm.: Bitte sehen Sie von einer zynischen Verurteilung der Opfer dieser Krankheit und einer beleidigenden Diffamierung Anderer ab. Danke. /Die Redaktion pt.]
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