Personal PC "Monitor war zu teuer"
Die wenigsten hatten den, von dem jetzt alle sprechen: Der IBM PC scheint zumindest unter unseren Lesern keine große Rolle gespielt zu haben, als sie ihren ersten Computer auf den Tisch bekamen. Die Familie dafür umso mehr. Geschichten aus dem Rechnerleben, zum stöbern und freuen, aufgeschrieben von ZEIT online-Nutzern.
Jens Philipp
"Mein erster Computer war ein Sinclair ZX80, der die 80 in seinem Namen wohl als Hommage an den Prozessor (Zilog Z80) und sein Erscheinungsjahr trug. 2/3 einer Din A4 Seite groß gekleidet in edlem weissen Plastik mit einer blauen Folientastatur. Der Computer war ein Direktimport aus Großbritannien mit mehreren Monaten Wartezeit und ich war völlig ahnungslos, was da auf mich zukam. Ich wußte nur, daß ich das Ding wollte. In der Werbung stand immerhin, daß man alles damit machen konnte, von den Heimfinanzen (mein Taschengeld??) bis hin zum Betrieb eines Kraftwerks. Als Schnelleinstieg gab es ein sechsseitiges Faltblatt, auf dem mein allererstes Programm abtipp-bereit auf mich wartete. Gespeichert wurde auf einer Audio Compact-Kassette, allerdings war das erneut Abtippen oft schneller als das Einladen, da die Zuverlässigkeit der Speichermethode nicht sehr hoch war. Der Rechner hatte ein Kilobyte Arbeitsspeicher und wenn er rechnete musste er den Bildschirm abschalten. Bewegte Klötzchen Grafik war also unmöglich. Ich kannte anfangs niemanden, der sonst noch einen Computer hatte. Den Computer habe ich nach einem Jahr verkauft, um mir den ZX81 zu kaufen. Der Beginn einer bis heute andauernden Update-Orgie. Das Faltblatt und die Werbung habe ich immer noch."
Thomas Mank
"Noch gut erinnere ich mich an meinen ersten - einen grauen Atari ST. Schreibprogramm und Datenbank würde noch heute allem zur Ehre gereichen. Riesig groß die erste externe Festplatte mit sage und schreibe 1 MB Fassungsvermögen: Eine größerre und fromschöne Kiste, die unter dem Bildschirm plaziert werden konnte. Dank dem Atari lernte ich viel über die Nutzung des Computers. Unvergessen das Setzen einer Vereinszeitung: Jede Seite wurde mit ca. 30 Minuten berechnet. Das Ende kam teuflisch: Zwei Tage vor Abgabe meiner Diplomarbeit, natürlich auf dem Atari geschrieben, rauschte die Festplatte unwiederbringlich ab. Ich hatte zwar ein Backup, aber nur den reinen Text, den ich dann auf meinem zweiten rechner, einem schwarzen PC, neu formatieren und mit Fußnoten versehen durfte. Das PC Zwischenspiel dauerte nicht lange, ich stieg Monate später auf Apple um. Dabei ist es bis heute geblieben. Mein heutiges Powerbook ist mein sechster Rechner in 15 Jahren."
Jost Lange
"1986 in der Provinz war ein 86er Prozessor Standard, nicht aber mein vom sachverständigen Nachbarn zusammen gestellter erster PC: mit Festplatte (20 MB!), 2 Laufwerken (3,5'' und 5,25'' für Floppies bis zu 1,2 MB - ganz was feines) und Bildschirm in schwarz-weiß. nicht etwa bernstein oder grün. Dazu ein 9-Nadel-Drucker mit Höllenlärm für Endlospapier mit gelochten Seitenstreifen zum Einlegen. Endlich ein Ende der Papierflut, weg mit den Ordnern, die alles bisher geschriebene aufnehmen mussten. Auf Jahre hinaus bin ich an der Spitze des Fortschritts. Pustekuchen. Das Rennen der Prozessoren, von Multiplan zu Excel, Abschied von DOS-Befehlen, Internet und Notebook - es hat bisher Tausende gekostet."
Karl-Heinz Neumann
"Mein erster Computer war vor 23 Jahren ein ATARI 800XL mit Datasette, ein 5'25-Floppy-Laufwerk kam später dazu. Monitor war zu teuer, der kleine s/w-Fernseher tat es auch. Ich glaube, das Teilchen hatte 64 oder 128 KB Hauptspeicher. Damit würde sich heute kein Programm starten lassen. Spiele wurden als ellenlange Zahlenkolonnen und/oder kryptischen Befehlen aus diversen Zeitschriften abgetippt. So lernte man immerhin die Grundlagen von Basic. Einen Drucker gab es auch schon, zwar nur mit 8 Nadeln - aber man konnte alles lesen, auch wenn man ihn im ganzen Haus hörte. Immerhin war ich mit dieser Superausstattung in der Lage, Sitzungsprotolle (als ehrenamtlicher Schriftführer in einem Verein) zu erstellen - sogar mit Fett - und Kursivdruck. Ich denke heute noch gerne an diesen ersten PC, an dem ich viel Freude hatte und an dem ich mir mein erstes Computerwissen angeeignet habe. Von einigem profitiere ich bei DOS-Anwendungen noch heute. Übrigens, von dem was de r ATARI mit Zubehör damals kostete, könnte man heute einen guten Mittelklasse-PC kaufen "
Rudi Nitsch
"Ich war Azubi zum Spielwarenkaufmann (Anfang der 80er) in einer Warenhaus Kette. Da man meinte Computer wären super und müssen unbedingt ins Sortiment hat man schnell welche eingekauft. Ein Problem war nur das niemand sie Verkaufen wollte(die Kollegen der Fotoabt. hatten sich erfolgreich geweigert, ebenso die der Unterhaltungselektonik). Nachdem irgend ein kluger Kopf dann festgestellt hat das man mit den Dingern auch spielen kann war klar wer sie verkaufen sollte. Meine Kolleginnen (2 davon kurz vor dern Rente (wer´s noch kennt;-)), hatten wenig ambitionen sich mit den Computern auseinander zu setzen. So wurden 2 Informatik Studenten auf Teilzeitbasis eingestellt, diese sollten nicht nur verkaufen sondern auch uns schulen. Was sie recht erfolgreich gemacht haben. Der Vorteil für uns war das wir immer das neuste beste tollste zu Hause zum Test hatten (C64, Schneider CPC 12irgendwas, Amiga etc) von der Datasette bis zur 5 1/4 " Floppydisk. Programmieren habe ich deshalb trotzdem nicht gelernt aber lustig war es schon. Nachdem ich dort weg war, war ich Lang e auch weg vom PC bis irgendwann ein 486 mit 8 MB Ram angeschafft wurde, aber das ist eine andere Geschichte."
Kathrin Meyer
"Mein erster Computer war eigentlich nicht mein Computer. Er gehörte meinem Vater. 1988 legte sich besagter einen PC der Firma Schneider zu, die heute, wenn überhaupt, nur noch für billige Stereoanlagen bekannt ist. Dieser Computer besaß einen Farbbildschirm, man musste eine Floppydiskette ungeahnter Größe in das linke Laufwerk einlegen und START eingeben. Unter unglaublichen Mühen fraß sich dieser Computer dann seinen Weg durch Bits und Bytes um meinem Bruder und mir die Zeit mit einem unglaublich simplen, aber dennoch nicht minder fesselndem Energiesparspiel die Zeit zu vertreiben. Das Spiel war im Grunde nichts mehr als Werbung für die damals noch existente Energieversorgung Schwaben. Diese jedoch war so unglaublich einprägsam, zumal für leicht beeinflussbare 8jährige, dass nicht nur ich leuchtende Augen bekomme, wenn ich daran zurückdenke. Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken "meinen" SchneiderPC auf dem Dachboden zu besuchen und eine Runde "Wie dä mme ich mein Haus richtig" zu spielen. Leider ist jedoch im Laufe der Zeit die Bootfloppydisk abhanden gekommen...So werde ich eben versuchen müssen, den Traum von einem Haus mit doppelwandig verglasten Fenstern, Wärmepumpe und Tapete Deluxe jenseits der virtuellen Realität umzusetzen."
- Datum 24.08.2006 - 05:29 Uhr
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Mein erster Tisch Computer war ein Mael, so Anfang der Siebzigerjahre. Es war ein italienisches Modell, mit 2 K Speicherleistung, 2 Lochstreifenleser, 1 Lochstreifenstanzer, 1 elektrischer Schreibmaschine, eigener Programmiersprache, 2 Jumpbefehlen und 2 Befehlen zur Modifizierung von Adressen. Anschaffunspreis ca. 60.000 DM.
Das Nachfolgemodell hatte bereits 8 K Speicher und einen Turm mit Speicherplatten und ein Kasettenlaufwerk zur Eingabe von Daten und Programmen. Der stolze Preis betrug so ungefähr 112.000 DM.
Der groß Sprung kam um das Jahr 1981 mit dem Sirius, zu gleicher Zeit wie der IBM PC, aber weit leistungsfähiger : mit 2 Diskettenlaufwerke a 1,2 Mio Bytes, 400 x 600 Auflösung des Bildschirmes, modifizierbaren Zeichensätzen. Der Preis betrug mit Drucker so ungefähr 16000 DM.
Der Sirius war dem IBM weit überlegen. Allein in Europa wurde er mehr als 100000 mal verkauft, was zu seinem Untergang erheblich beitrug. Die Laufwerksfirma, an der IBM beteiligt war, stellte plötzlich alle Kredite fällig, worauf die Herstellerfirma recht schnell in Konkurs ging.
Meinen Sirius gibt es immer noch. Er steht, und zwar gut verpackt, auf dem Speicher. Alle anderen Computer, bis auf zwei, sind schon längst verschrottet.
Mein erster Rechner - nein, eigentlich gehörte er meiner Mutter - war bis heute die massivste Rechenmaschine, die ich je gesehen habe. In unserem Heim ersetzte der IBM XT mit 8088 Prozessor und einem echten schwarz/weiss Bildschirm die alte elektronische Schreibmaschine mit Textbausteinen. Ich hatte mich schnell in das Gerät verliebt, schließlich verbrachte ich die Jahre meiner Kindheit zuvor am C64 meines Sandkastenkumpels. Dieser war allerdings längst auf einen 486er umgestiegen. Der Grundstein meiner Computerkarriere: Immer war ich irgendwie ein paar Jahre hinterher, habe zwar weniger Geld ausgegeben alls alle anderen, dafür immer den schlechtesten Rechner gehabt. Auf Netzwerkspartys saßen die Kumpels längst an ihren Laptops - ich schleppte meinen Eigenbau-Pentium mit SCSI-Festplatte aus einer alten Digital VAX4000 an. Allein, da half und hilft nur tüfteln und viel Geduld. Quake habe ich trotzdem gespielt.
Mein erster Tisch Computer war ein Mael, so Anfang der Siebzigerjahre. Es war ein italienisches Modell, mit 2 K Speicherleistung, 2 Lochstreifenleser, 1 Lochstreifenstanzer, 1 elektrischer Schreibmaschine, eigener Programmiersprache, 2 Jumpbefehlen und 2 Befehlen zur Modifizierung von Adressen. Anschaffunspreis ca. 60.000 DM.
Das Nachfolgemodell hatte bereits 8 K Speicher und einen Turm mit Speicherplatten und ein Kasettenlaufwerk zur Eingabe von Daten und Programmen. Der stolze Preis betrug so ungefähr 112.000 DM.
Der groß Sprung kam um das Jahr 1981 mit dem Sirius, zu gleicher Zeit wie der IBM PC, aber weit leistungsfähiger : mit 2 Diskettenlaufwerke a 1,2 Mio Bytes, 400 x 600 Auflösung des Bildschirmes, modifizierbaren Zeichensätzen. Der Preis betrug mit Drucker so ungefähr 16000 DM.
Der Sirius war dem IBM weit überlegen. Allein in Europa wurde er mehr als 100000 mal verkauft, was zu seinem Untergang erheblich beitrug. Die Laufwerksfirma, an der IBM beteiligt war, stellte plötzlich alle Kredite fällig, worauf die Herstellerfirma recht schnell in Konkurs ging.
Meinen Sirius gibt es immer noch. Er steht, und zwar gut verpackt, auf dem Speicher. Alle anderen Computer, bis auf zwei, sind schon längst verschrottet.
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