Personal PC "Monitor war zu teuer"
Die wenigsten hatten den, von dem jetzt alle sprechen: Der IBM PC scheint zumindest unter unseren Lesern keine große Rolle gespielt zu haben, als sie ihren ersten Computer auf den Tisch bekamen. Die Familie dafür umso mehr. Geschichten aus dem Rechnerleben, zum stöbern und freuen, aufgeschrieben von ZEIT online-Nutzern.
Jens Philipp
"Mein erster Computer war ein Sinclair ZX80, der die 80 in seinem Namen wohl als Hommage an den Prozessor (Zilog Z80) und sein Erscheinungsjahr trug. 2/3 einer Din A4 Seite groß gekleidet in edlem weissen Plastik mit einer blauen Folientastatur. Der Computer war ein Direktimport aus Großbritannien mit mehreren Monaten Wartezeit und ich war völlig ahnungslos, was da auf mich zukam. Ich wußte nur, daß ich das Ding wollte. In der Werbung stand immerhin, daß man alles damit machen konnte, von den Heimfinanzen (mein Taschengeld??) bis hin zum Betrieb eines Kraftwerks. Als Schnelleinstieg gab es ein sechsseitiges Faltblatt, auf dem mein allererstes Programm abtipp-bereit auf mich wartete. Gespeichert wurde auf einer Audio Compact-Kassette, allerdings war das erneut Abtippen oft schneller als das Einladen, da die Zuverlässigkeit der Speichermethode nicht sehr hoch war. Der Rechner hatte ein Kilobyte Arbeitsspeicher und wenn er rechnete musste er den Bildschirm abschalten. Bewegte Klötzchen Grafik war also unmöglich. Ich kannte anfangs niemanden, der sonst noch einen Computer hatte. Den Computer habe ich nach einem Jahr verkauft, um mir den ZX81 zu kaufen. Der Beginn einer bis heute andauernden Update-Orgie. Das Faltblatt und die Werbung habe ich immer noch."
Thomas Mank
"Noch gut erinnere ich mich an meinen ersten - einen grauen Atari ST. Schreibprogramm und Datenbank würde noch heute allem zur Ehre gereichen. Riesig groß die erste externe Festplatte mit sage und schreibe 1 MB Fassungsvermögen: Eine größerre und fromschöne Kiste, die unter dem Bildschirm plaziert werden konnte. Dank dem Atari lernte ich viel über die Nutzung des Computers. Unvergessen das Setzen einer Vereinszeitung: Jede Seite wurde mit ca. 30 Minuten berechnet. Das Ende kam teuflisch: Zwei Tage vor Abgabe meiner Diplomarbeit, natürlich auf dem Atari geschrieben, rauschte die Festplatte unwiederbringlich ab. Ich hatte zwar ein Backup, aber nur den reinen Text, den ich dann auf meinem zweiten rechner, einem schwarzen PC, neu formatieren und mit Fußnoten versehen durfte. Das PC Zwischenspiel dauerte nicht lange, ich stieg Monate später auf Apple um. Dabei ist es bis heute geblieben. Mein heutiges Powerbook ist mein sechster Rechner in 15 Jahren."
Jost Lange
"1986 in der Provinz war ein 86er Prozessor Standard, nicht aber mein vom sachverständigen Nachbarn zusammen gestellter erster PC: mit Festplatte (20 MB!), 2 Laufwerken (3,5'' und 5,25'' für Floppies bis zu 1,2 MB - ganz was feines) und Bildschirm in schwarz-weiß. nicht etwa bernstein oder grün. Dazu ein 9-Nadel-Drucker mit Höllenlärm für Endlospapier mit gelochten Seitenstreifen zum Einlegen. Endlich ein Ende der Papierflut, weg mit den Ordnern, die alles bisher geschriebene aufnehmen mussten. Auf Jahre hinaus bin ich an der Spitze des Fortschritts. Pustekuchen. Das Rennen der Prozessoren, von Multiplan zu Excel, Abschied von DOS-Befehlen, Internet und Notebook - es hat bisher Tausende gekostet."
Karl-Heinz Neumann
"Mein erster Computer war vor 23 Jahren ein ATARI 800XL mit Datasette, ein 5'25-Floppy-Laufwerk kam später dazu. Monitor war zu teuer, der kleine s/w-Fernseher tat es auch. Ich glaube, das Teilchen hatte 64 oder 128 KB Hauptspeicher. Damit würde sich heute kein Programm starten lassen. Spiele wurden als ellenlange Zahlenkolonnen und/oder kryptischen Befehlen aus diversen Zeitschriften abgetippt. So lernte man immerhin die Grundlagen von Basic. Einen Drucker gab es auch schon, zwar nur mit 8 Nadeln - aber man konnte alles lesen, auch wenn man ihn im ganzen Haus hörte. Immerhin war ich mit dieser Superausstattung in der Lage, Sitzungsprotolle (als ehrenamtlicher Schriftführer in einem Verein) zu erstellen - sogar mit Fett - und Kursivdruck. Ich denke heute noch gerne an diesen ersten PC, an dem ich viel Freude hatte und an dem ich mir mein erstes Computerwissen angeeignet habe. Von einigem profitiere ich bei DOS-Anwendungen noch heute. Übrigens, von dem was de r ATARI mit Zubehör damals kostete, könnte man heute einen guten Mittelklasse-PC kaufen "
Rudi Nitsch
"Ich war Azubi zum Spielwarenkaufmann (Anfang der 80er) in einer Warenhaus Kette. Da man meinte Computer wären super und müssen unbedingt ins Sortiment hat man schnell welche eingekauft. Ein Problem war nur das niemand sie Verkaufen wollte(die Kollegen der Fotoabt. hatten sich erfolgreich geweigert, ebenso die der Unterhaltungselektonik). Nachdem irgend ein kluger Kopf dann festgestellt hat das man mit den Dingern auch spielen kann war klar wer sie verkaufen sollte. Meine Kolleginnen (2 davon kurz vor dern Rente (wer´s noch kennt;-)), hatten wenig ambitionen sich mit den Computern auseinander zu setzen. So wurden 2 Informatik Studenten auf Teilzeitbasis eingestellt, diese sollten nicht nur verkaufen sondern auch uns schulen. Was sie recht erfolgreich gemacht haben. Der Vorteil für uns war das wir immer das neuste beste tollste zu Hause zum Test hatten (C64, Schneider CPC 12irgendwas, Amiga etc) von der Datasette bis zur 5 1/4 " Floppydisk. Programmieren habe ich deshalb trotzdem nicht gelernt aber lustig war es schon. Nachdem ich dort weg war, war ich Lang e auch weg vom PC bis irgendwann ein 486 mit 8 MB Ram angeschafft wurde, aber das ist eine andere Geschichte."
Kathrin Meyer
"Mein erster Computer war eigentlich nicht mein Computer. Er gehörte meinem Vater. 1988 legte sich besagter einen PC der Firma Schneider zu, die heute, wenn überhaupt, nur noch für billige Stereoanlagen bekannt ist. Dieser Computer besaß einen Farbbildschirm, man musste eine Floppydiskette ungeahnter Größe in das linke Laufwerk einlegen und START eingeben. Unter unglaublichen Mühen fraß sich dieser Computer dann seinen Weg durch Bits und Bytes um meinem Bruder und mir die Zeit mit einem unglaublich simplen, aber dennoch nicht minder fesselndem Energiesparspiel die Zeit zu vertreiben. Das Spiel war im Grunde nichts mehr als Werbung für die damals noch existente Energieversorgung Schwaben. Diese jedoch war so unglaublich einprägsam, zumal für leicht beeinflussbare 8jährige, dass nicht nur ich leuchtende Augen bekomme, wenn ich daran zurückdenke. Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken "meinen" SchneiderPC auf dem Dachboden zu besuchen und eine Runde "Wie dä mme ich mein Haus richtig" zu spielen. Leider ist jedoch im Laufe der Zeit die Bootfloppydisk abhanden gekommen...So werde ich eben versuchen müssen, den Traum von einem Haus mit doppelwandig verglasten Fenstern, Wärmepumpe und Tapete Deluxe jenseits der virtuellen Realität umzusetzen."
Karlheinz Nolle
"Der erste Rechner mit dem ich in Kontakt kam war ein Apple IIc. Um die Jahreswende 1984/1985 gab es von Aplle eine Werbeaktion "Try an Apple", für 3 Tage. Da man dazu volljährig sein mußte, war die Hilfe meiner Mutter nötig. Durch Zufall ergab es sich, daß ich den Computer statt drei praktisch sechs Tage behalten konnte. Ich wollte die Sache systematisch angehen, und ließ mir von Oma mein erstes Pragrammierbuch kaufen: "Programmierpraxis für AppleII und IIe". Danach saß ich 14 bis 16 Stunden vor dem Kasten und programmierte; in Applebasic. Meine Mutter mußte mich regelrecht ins Bett zerren. Neben dem obligatorischen "Hallo Welt"-Progrämmchen schrieb ich hier zum ersten Mal das Programm welches ich dann später in jeder Programmiersprache am Anfang verwirklichte, ein Währungsumrechnungsprogramm. Der Monitor war übrigens grauenhaft, grün auf schwarz. Selbst wenn ich die Augen zumachte flimmerte es mir grün vor den Augen. Nach den knapp sechs Tagen trat erstmal eine Pause ein in welcher ich mich weiter informierte. Nebenbei belegte ich einen Volkshochschulkurs in Pascal-Programmierung. Es war die Zeit, als der Atari seinen Höhepunkt an Popularität erreichte, und als die sog. "Kompatiblen" auf dem PC-Markt auftauchten den bisher IBm und vor allen Dingen Apple beherrschten. Zum Entsetzen meiner Freunde, wenn sie einen Computer hatten war es ein Atari, entschloß ich mich nach langen Überlegungen einen Kompatiblen zu kaufen, einen Plantron AT mit MS-DOS 3.2 und einen schwarz-weiß Monitor. Das war mein erster eigener Computer. Dafür fuhren wir extra nach Koblenz zu einem Großhändler, dort war der Rechner um fast 1000.- DM billiger als im Fachgeschäft. Er hatte noch keine Festplatte, die waren 1987 noch viel zu teuer, dafür aber zwei Laufwerke. Und da mich Programmieren ja von anfang an interessiert hatte wurde der natürlich auch dafür verwendet. Ich entschloß mich für Modula-2 als Programmiersprache, eine Weiterentwicklung von Pascal. Im mitgelieferten Handbuch war bezüglich der Pfadangaben für den Compiler und den Linker ein Fehler. Ich habe acht Tage gebraucht um dahinter zukommen, aber dann klappte alles. Ich habe den Rechner eigentlich nur zum Programmieren genutzt, erst nachdem ich meinen zweiten Rechner bekam besorgte ich mir eine Textverarbeitung zum Schreiben von Briefen, etc. Da der Rechner immer eine falsche Zeit anzeigte, trotz wiederholter Einstellungen, überredete ich meine Mutter den Rechner noch vor Ablauf der halbjährigen Garantiezeit zur Reperatur einzuschicken. Ein schwerer Fehler! Der Kasten kam im wahrsten Sinne des Wortes kaputt repariert zurück. Na ja, kurze Rede langer Sinn, oder umgekehrt, wir mußten klagen, und nach ca. einem Jahr hatten wir das Geld wieder zurück; für einen neuen Rechner. - Das war wieder ein Plantron AT nur jetzt mit 60 MB Festplatte und Super VGA Grafik, zum selben Preis wie der alte. Der Preisverfall für Computer war schon damals enorm. "
Alexander Tappe
"Im ALDI gab es den Commodore C16 nebst "Datasette", einer Art Cassettenrekorder, der weder Mikrofon noch Lautsprecher hatte, und nur ein einziges Anschlusskabel besaß. Das passte auch zu keinem je bisher dagewesenen Gegenstand, aber eben zum C16. Dieser kleine Computer hatte die liebevoll "Brotkasten" genannte, handfreundlich abgerundete Gestalt, die man schon bei seinen Vorgängermodellen verwendet hatte. Heute undenkbar, ein weiteres Produkt auf den Markt zu bringen, das im Grunde genauso aussieht wie das alte. Sagenhafte 16 KByte Hauptspeicher hatte dieses skurrile Kästchen, das ist weniger als ein 30tausendstel meines aktuellen PCs. Unvorstellbar, dass damit überhaupt etwas anzufangen war. Fast jede einzelne Seite von ZEIT online wird wohl ein Vielfaches dieser 16 KByte Speicher benötigen. Dennoch kann man auch heute noch immer wieder im ALDI Computer kaufen, wahnwitzige Boliden allerdings, und schicke Flachmänner, aber im Gegensatz zu damals ist es irge ndwie nichts besonderes mehr. Vielleicht war das etwas "uncoole" Image des Brotkastens gerade der Clou, der heute dem Alltagsgerät "PC" völlig abhanden gekommen ist."
Christoph Lange
"Einen Computer, bitte. Aber nicht zum Spielen! Ich bin bei meinem Onkel in den Sommerferien das erste Mal mit dem C64 zusammengetroffen. Die Ferien verliefen dementsprechend vor dem Monitor. Begeistert davon, kaufte ich mir Disketten, machte nach den Ferien in einer Computer-AG meiner Schule mit und schaffte es endlich meinen Vater zu überzeugen, einen Computer zu kaufen, denn schließlich hatten ja alle einen C64. Aber er bestand darauf, dass man mit einem Computer hauptsächlich arbeiten müsse. Also beriet sich mein Vater mit dem Verkäufer und ich konnte entweder den CPC6128 bekommen oder keinen. Nun ja, nun hatte ich also einen Schneider mit Grünmonitor. Eine Welt brach zusammen und mir das Ganze wirklich peinlich. Die Disketten für den C64 konnte ich nicht gebrauchen und ich musste mir die teuren Disketten kaufen. Wenigstens fand ich noch einen oder zwei andere Leute, die diesen Computer hatten. Aber dann packte mich doch noch das CPC-Fieber. Allein das Handbuch mit den vielen Befehlen und Beispielen war spannend. Und d ie 2 Disketten mit Dr. Logo und den ganzen speziellen Programmen waren interessant. So saß ich stundenlang vor dem CPC und schrieb Seiten voll von Maschinencode ab und lernte Basic und versuchte mich an eigenen Textadventures und Computergraphiken, und irgendwie gab es doch genug Spiele für den CPC. Es war doch ganz schön und ich habe viel zuviel Geld für den CPC ausgegeben, eigentlich mein Vater, denn er hatte auf den Computer bestanden, er musste dafür auch zahlen. Nachdem ich meinen ersten Amiga bekam und die schöne neue und vor allem bunte Welt betrachtete, geriet der CPC in Vergessenheit. Ich hab den CPC vor einiger Zeit noch einmal herausgekramt. Aber er starb wohl einen einsamen Tod im Keller meiner Eltern, denn so richtig funktionierte er nicht mehr. Alle Disketten waren gelöscht oder das Laufwerk kaputt. Schade eigentlich..."
Anja Merkert
"Mein erster Rechner 1985 war ein Sharp MZ-700, es war ein so ganannter "Clean Computer", d.h. im Anschaltezustand kannte er nur Maschinensprache (OE 3F 7G usw), alternativ konnte man über ein zusätzlich integriertes Kassettenlaufwerk eine beliebige "Hochsprache" wie BASIC o.ä. mittels einer 5-Min-Fe-Kasette (gibts so etwas eigentlich noch?) einspielen. Natürlich konnten Neugierige diese Kassette auch in ihren Kassettenrecorder einlegen und bekamen mit dem Abspielen dieser schönen 2-Ton-Musik (hoher Ton = 1, niedriger Ton = 0 und das alles in rasendschneller Abfolge ohne Takt) einen Vorgeschmack auf die musikalische Leistungsfähigkeit ihres Modems in wenigen Jahren. Der Gipfel der Technik war allerdings mein eingebauter "Farbdrucker": wer kennt noch die beliebten Vier-Farb-Kulis der 70er? Genau nach diesem Prinzip funktioniert er; die Farben wurden mit 1 - 4 definiert und durch die Eingabe von Funktionen (die man sich vorher am besten auf Millimeterpapier berechnete), konnten hüsche Muster im Spirographstil erzielt werden. Das Papier hatte die Breite einer Kassenrolle. Es reichte aber trotzdem aus, dass mir mein damaliger Freund nach einer 2-stündigen Sitzung am Rechner stolz ein sauber gezeichnetes rotes Herz präsentierte. Ein Jahr später sollte ein 9-Nadel-Drucker folgen, dessen Verbindungskabel mich runde 100 DM kostete (es gab noch keine Standardverbindungen). Dies versetze mich allerdings in die Lage, endlich die Listings zu Programmen abzutippen, die einschlägige Computerzeitschriften telefonbuchdick (und entsprechend teuer) auf den Markt warfen. Fertige Programme gab es für den Normalverbraucher kaum. Aber es war schon ein tolles Gefühl, wenn man nach dem Abtippen kilometerlanger Listings und der anschließenden mühsamen Suche nach Syntaxfehlern das Ganze endlich zum Laufen bekam."
Oliver Paland
"1981, ich war gerade 16 Jahre alt, nahm mich mein Vater mit in ein Kaufhaus. Mein Taschenrechner hatte den Geist aufgegeben und ich sollte einen neuen bekommen. Im Kaufhaus sah ich dann ein wirklich cooles Gerät: einen Casio PB-100 mit zweispaltiger Anzeige und alphanumerische Tastatur. Den musste ich haben! Ich glaube, mein Vater hat mich damals durchaus durchschaut, als ich ihm erklärte, dieses Gerät müsse es sein. Aber er hat sich nichts anmerken lassen. Wie sich dann zu hause herausstellte, war der "Taschenrechner" ein Computer mit mathematischen Funktionen und 512 Bytes über Basic programmierbaren Speicher. Die sündhaft teure Erweiterung auf 1 KB habe ich zwei Tage später von meinem Taschengeld gekauft undinnerhalb einer Woche programmieren gelernt. Die folgenden Jahre habe ich in der Schule mehrfach Ärger bekommen, weil ich während des Unterrichts Programme schrieb. Später musste ich nach zwei Semestern an der Uni zugeben, dass ich als Chemiker ein Versager war und bin dann auf die Informatik umgestiegen. Ich habe es nicht bereut. Der Einkauf damals hat meinen Lebensweg entscheidend bestimmt. Meinem Vater bin ich bis heute dankbar dafür."
Margot Kristof
"Im Zuge einer Fortbidlungsmaßnahme zum Wiedereinstieg in den bezahlten Arbeitsmarkt nach 10-jähriger unbezahlter Familienarbeit erwarb ich meine ersten Computerkenntnisse so gegen Ende der 80-er Jahre des vergangen Jahrhunderts! . Da ich diese zukunftsweisende Technik unbedingt sofort meinen drei Töchtern, damals im Alter zwischen 8 und 13 Jahren, zugänglich machen wollte, wurde - wie ich damals glaubte - eine Investition fürs Leben getätigt und der erste Computer samt Nadeldrucker angeschafft. Mit einem Freund der Familie - dessen wohlwollende aber damals noch recht begrenzten Kenntnisse aus Abendkursen herrührten - saß ich viele Abende bis spät in die Nacht vor dem schwarzen Bildschirm mit grüner Schrift, um irgendwelche Programme einzugeben, zunächst um Texte erstellen zu können. Es war der absolute Frust, denn wir stellten beide sehr bald fest, dass wir uns wohl ziemlich viel zuviel vorgenommen hatten. Ein Textverarbeitungsprogramm gehörte damals nicht zur Grundausstattung, und es einfach zu kaufen, überstieg nach der Investition für das Gerät einfach das Budget einer damals für kinderreich geltenden Familie. Also mühten wir uns Abend für Abend, und irgendetwas einigermaßen Brauchbare kam dann letztlich doch zustande. Hauptziel der mühsamen Abendveranstaltungen war jedoch, den Computer fit zu machen für ein Spiel, das unsere Jüngste - die am meisten an der Technik interessiert war - zu Weihnachten bekommen sollte. Da dies eine Überraschung sein sollte und die Zeit drängte , mussten wir unsere sog. Programmierarbeiten noch weiter in den Abend schieben, wenn das Kind möglichst schon schlief. Das gewünschte Autorennspiel wurde gekauft, kunstvoll so verpackt, dass man es nicht gleich an Größe und Form erkennen konnte, und unter den Weihnachtsbaum gelegt. Nach all den schlafarmen Nächten freuten wir uns auf die strahlenden Augen der Tochter, die voller Spannung ihr Geschenk auspackte. Die Überraschung war in der Tat groß: in der Schachtel war zwar die Beschreibung zum Spiel aber keine Floppy-Disk! Nach all der Mühe und Vorfreude, wussten wir nicht, sollten wir lachen oder weinen. Ein gewitzter Langfinger hatte wohl in einem unbeausichtigten Moment im Laden vorsichtig das Zellophan von der Packung geschoben, die Floppy-Disk für sich behalten, und das Zellophan wieder an Ort und Stelle gebracht. Dieser für unser Kind etwas mißglückte Start in die Computerwelt hat weder bleibende Schäden hinterlassen, noch sich später in Computerspielesucht gewandelt. Die "Investition fürs Leben" erwies sich bald als Täuschung, denn inzwischen ist nicht mehr nachvollziehbar, bei welcher Computergeneration wir inzwischen angelangt sind. Auf mehreren Auslandsposten - insbesondere abgelegeneren - haben wir Internet und e-mail - als lebenswichtigen Anschluß an den Rest der Welt zu schätzen gelernt."
André Eckloff
"Wiedermal das Neueste 1981 kaufte mein Vater den damals neu herausgekommenen Texas Instruments TI99/4a. Ich war zu dieser Zeit gerademal 10 Jahre alt und natürlich, wie wahrscheinlich jeder Junge in dem Alter, absolut technik- und damit computerversessen. Ganz abgesehen von dem Status, den ein solches "Ding" 1981 bedeutete. Wer hatte schon einen Home-Computer zu Hause stehen?? Die mitbestellte Hardware-Ausstattung war reichlich, da mein Vater stets alles Drumherum haben musste. Somit waren auch Computerspiele mit von der Partie, die jeder in der Familie gerne für sich in Anspruch nahmen. TI-Invaders und Parsec zählten zu den grossen Favouriten. Die effiziente Nutzung der eigentlichen Funktionen des TI99/4a beschränkten sich aber in aller Regel auf Textverarbeitung - und nicht etwa aufwändiges Rechnen oder ähnliches. Und das, obwohl sogar damals schon ein Sprachmodul mit dabei war. Die ersten Versuche, Basic zu programmieren und das "innere Wesen" des PC zu verstehen, verliefen relativ schnell im Sand und die Euphorie nahm dementsprechend ab. Alles in allem war der TI99/4a zur damaligen Zeit eine recht kostenintensive Anschaffung, die nicht aus jeder Richtung zu rechtfertigen war. Trotzdem existiert die komplette Ausstattung noch heute - doch ein wenig melancholisch aber sehr akribisch in der Originalverpackung sauber eingelagert. "
Michael Heiker
"Wir waren 1986 zu Besuch bei meinem Onkel, als er mir seinen, schon "alten" C64 vorstellte. Fasziniert war ich, ja, und noch viel mehr.. Wenn ich über die Zeit nachdenke, die ich mit Freunden zusammen Summer Games, Winter Games und alleine Maniac Mansion, Zak McKracken und unzählige Stunden The Last Ninja gespielt hab..es waren gute Zeiten. Der Trafo glühte, die Disketten waren noch flache Dinger, schön mit dem Locher gestanzt um aus eine SD in eine DD umzuwandeln. Renderprogramme die eine Nacht durchliefen, nur um am Morgen meist eine schön marmorierte, glänzende oder sonstwie verzierte Kugel kreiert zu haben. Das Basic-Buch meines Onkels las ich komplett durch, kaufte die C64-Magazine mit Spielen, Datenbanken zum abtippen der Größe einer DIN A3 - Seite (nur um in der nächsten Ausgabe mit zwei grauen Haaren mehr, die Entschuldigung über den Schreibfehler zu lesen). Mein zweiter PC war ein Pentium, der machte mich nicht wirklich glücklich (abgesehen von gew issen Spielen der Firma Lucas Arts), der Dritte - ein G5 von Apple - ist und bleibt hoffentlich noch lange so wie er ist, einfach gut. Aber in manchen Momenten vermisse ich es, mit dem treuen Joystick im Zimmer und auf den Spuren des Last Ninja."
Marius Müller
"ich war ungefähr acht jahre alt, als wir einen Spectrum Sinclair bekommen haben. Eigentlich heisst er Sinclair ZX Spectrum, von der Firma Sinclair im Jahre 1982 auf den Markt gebracht. Wir haben ihn damals aber trotzdem Spectrum Sinclair genannt, Sinclair ist auch eher ein Nachname als ein Vorname. Ich weiss nicht über was für Umwege er zu uns gekommen ist, sicher ist, er war selten im damaligen Ostblock und wir fühlten uns privilegiert. Finanziert durch Papas illegalen Mathematik-Nachhilfeunterricht. Sinclair war ein kleiner Kasten mit feinen Gummitasten, wie ein Taschenrechner sie normalerweise hat. Seinen Input hat er von großen Magnetbandkassetten bekommen. Es ist unglaublich, wieviele Spiele auf solch einer Kassette gepasst haben. Leider war eine Menge Spulen von nöten, um diese zu finden. Was für ein gelungenes Wochenende das war, als ich und mein Bruder unsere Lieblingspiele zum Laufen bekommen haben..."
Klaus Pollmann
"Nachdem ich meine Kriegsdienstverweigerung ungefähr 18 mal auf der Schreibmaschine getippt hatte -bis sie ohne Tippfehler war- schaute ich 1988 meinem Vater beim Arbeiten am IBM-PC über die Schulter: Wort markieren, ändern, einfügen, Text ausdrucken. WOW! Ich war begeistert. Ein Jahr später überlies er mir den 486er und ich erinnere mich noch gut an meinen Atemstillstand, als ich zum ersten Mal einen Tintenstrahldrucker leise arbeiten sah. Endlich konnte ich den Nadeldrucker versenken. Damals dachte ich, man könne so echt viel Papier sparen, schließlich brauchte man ja nicht mehr die ganzen vertippten Fehlerpapiere aus der Schreibmaschine in den Papiereimer zu werfen. Heute schaue ich da rein und stelle fest: der Müll ist der gleiche, er sieht nur besser aus!"
Barbara Wegbahn
"Unser "Erster" - ein Tandy - musste vor jedem Start mühsam mit selbst angefertigten Programmen gefüttert werden. Mit solchen Kleinigkeiten war mein Mann stunden- und tagelang beschäftigt. Aber nach Überwinden der ersten Hürden wurden auch unsere Kinder neugierig, und Papa fertigte für sie kleine Lernprogramme für den Matheunterricht. Besonders unser Jüngster war ganz wild auf solche Übungseinheiten - und er hatte schon bald herausgefunden, wie man mit Schummeln die erhoffte Note "Super" oder "Toll gemacht" erreichte. Nur irgendwann ist er aufgeflogen (oder hat Papa was gemerkt???) Er wurde unter einem Vorwand in einen anderen Raum geschickt, mein Mann betätigte ein paar Tasten - und siehe da, beim Lösen der folgenden Matheaufgabe meckerte der Computer plötzlich "Nicht mogeln, Daniel". Unser Sohn saß völlig erstarrt vor dem Bildschirm, dann ein Schrei: "Papa, komm schnell....." Gemogelt hat er bei diesem Computer nicht mehr....."
Richard Breuer
"Nachdem sich mein Vater Anfang der 80er für ein Videospielsystem in Schulden gestürtzt hatte (ATARI VCS 2600), musste der Funke natürlich auf den Sohn überspringen - von wegen Commodore 64 - ich wählte mir später einen Texas TI 99/4A. Vermutlich wegen dem Ballerspiel PARSEC, das für die damalige Zeit eine Wundergrafik hatte. Aber sonst hinkte er seinem Konkurrenten hoffnungslos hinterher. Meine Güte, wieviel Geld wurde da investiert? Unmengen! Dann, schon ein bisschen reifer, wünschte ich mir einen ATARI 130XE! Blöd nur, dass die Spieleauswahl sich in Grenzen hielt. Also wurde es dann und wann ein AMIGA 500. Welche Pracht, welche Herrlichkeit! Aber als ich mich für das Schreiben und Drucken zu begeistern anfing, war dieses Spielzeug eben nur ein Spielzeug und es musste der erste PC ins Haus (mit dem ersten sauer verdienten Geld): ein 386SX und ein Nadeldrucker. Damit konnte ich dann gut und überaus gerne meine hübschen und hässlichen Briefe in die Welt vers chicken. Die Empfänger waren zumeist junge Frauen, die ich von meiner Schreiberei beeindrucken wollte. Ja, so war das damals. Nicht anders als heute, mit Ausnahme, dass der PC und die Software hübscher und anschmiegsamer daherkommen - und statt der Briefe schreibe ich jetzt eben Bücher ..."
Tilo Beckers
"Ich war gerade 12 Jahre alt, als 1986 ein 'Amstrad PC 1640 HD20' das heimische Arbeitszimmer meines Vaters erobern sollte. Vater und Sohn standen vor einem großen Paket und vor einer großen Herausforderung. Zwei gänzlich unbedarfte Computerlaien, die wir waren, wollten doch vor dem Einschalten sicherstellen, dass wir auch nichts falsch machten. Ein Aufkleber mit einer unverständlichen Warnung hatte uns skeptisch gemacht, und das Handbuch mehr Verwirrung als Klarheit gestiftet. So hat es drei Stunden gedauert, bis wir das Gerät überhaupt eingeschaltet haben. Und alles lief problemlos und war auch schon damals vorinstalliert. Dabei hatten wir beim Anblick der vielen Disketten erwartet, das Gerät erst konfigurieren zu müssen. Auch die ausgesprochen intuitive Benutzeroberfläche GEM, ein früher, verschwundener Konkurrent zu Windows, hat uns das Leben leicht gemacht. Allerdings auch erst, nachdem die Auge-Hand-Koordination für die Bedienung der Maus gut funktioniert hat. Die Universalmaschine mit Floppy Disk-Laufwerk, 20 MB Festplatte und 8 MHz Taktfrequenz war zwar weit entfernt von heutigen Standards, aber doch zu so vielen Dingen in der Lage, dass es schon damals das Gefühl der Teilhabe an einer technischen Revolution in mir hervorrief. Es war also die Geburtsstunde meiner 'PC-Sozialisation' und die anfängliche kritische Distanz gegenüber dem technischen Neuling bleibt bis heute unvergessen. (Bilder und technische Informationen unter: http://www.heimcomputer.de/pcs/pc1640.html) "
Christian Schroeder
"Turbo in der Taste Noch vor der Wende bekam mein Vater seinen ersten Computer. Welches Modell kann ich nicht sagen. In meiner kindlichen Welt waren die grünen Striche auf dem Monitor, die sich zu einem Weltraumabenteuer zusammenfügten, spannender. In dieser aufregenden Zeit voller Veränderungen in jedem Bereich des Lebens spulten sich die Nullen und Einsen noch auf Kassetten ab. Die Kiste wurde durch freie Fahrt gen Westen schnell durch einen 486 der neusten Generation aus dem Dienst verabschiedet. Neue Welt in 256 Farben mit Sound und Disketten und Lemmings. Damals mit 12 Lebensjahren waren die kleinen, suizidgefährdeten Dinger auf dem Bildschirm das höchste Gut auf Erden. Wenn ich mir die heutige Entwicklung auf dem zu Neudeutsch Entertainment -Markt anschaue, traure ich um diese goldige Zeit. In der man eine Turbo-Taste am Plastikgehäuse hatte und durch Knopfdruck die virtuelle Welt ins Stocken versetzen konnte. Die wegrationalisierte Turbo-Taste fehlt mir heute manchmal um tolle Dinge auf dem Monitor einzufrieren und nie wieder loszulassen. Die Morgen schon wieder out sind. "
Dominic Eschweiler
"Mein erster PC, war ein 286er von Vobis. Sehr erstaunlich, auch schon damals, fand ich ich die Geschichte, die mein Vater zu diesem Händler parat hatte. Der hatte nämlich in den Ziebzigern seinen ersten Taschenrechner in einer kleinen Klitsche mit eben dem Namen Vobis gekauft. Nun standt der Highscreen pc286dx auf dem Schreibtisch im Arbeitszimmer. 1 Megabyte Ram, 20 Mhz, ein großes und ein kleines Diskettenlaufwerk, 40 Megabyte Festplatte, heute Lachhaft. Damals aber ein recht modernes Gerät, verbrachten mein Vater und ich zwei Abende damit, dass Betriebssystem aufzuspielen. Es ist schon wahnsinnig, wie man sich über einen blinkenden Coursor freuen kann, wenn er das erste mal einen erfolgreich eingerichteten PC markiert. Nach ein par Wochen, in denen ich mit Basic und Pascal Programmierung auseinander gesetzt hatte, degenerierte das teure Arbeitsgerät zu einer reinen Spielemaschine. Meine Eltern verkauften das gute Stück dann irgendwann und ich sattelte au f Spielekonsolen um. Schon damals las ich von Computern, sogenannten Workstations, der Firma Silicon Graphics. Mein großer Traum war zu der Zeit ein Indy, einem sündhaft teuren Computer dieser Firma, der neben einer dumpfen Konsole, auch ein graphische Oberfläche bot und mit dem solche Filme wie Terminator 3 animiert wurden. Heute, als eingeschworener Linux-Nutzer, setze ich wieder auf die Konsole um viele Dinge in meinem Alltag zu erledigen. Graphische Oberflächen sind doch nicht das, was ich mir davon erhofft hatte. Im Übrigen bin ich mittlerweile stolzer Besitzer einer Indy. Die habe ich von meiner Uni geschenkt bekommen, als Sie ausgemustert wurde. Sie steht jetzt im Keller, verkehrte Welt."
Christoph Macholz
"Mein erster Computer war ein sogenannter "XT", den ich als Student 1987 gebraucht für die stolze Summe von 2000 DM erstand. Eine Blechkiste, die auf dem Tisch lag, mit einer 20- MB- Festplatte und eine Taktfrequenz von 5,6 MHz, die man mit Hilfe des roten "Turbo"- Knopfes auf sensationelle 8 MHz erhöhen konnte. Natürlich lief er noch unter MS- DOS; das erste Windows, das ich später versuchsweise installierte, brachte ihn an die Grenze der Leistungsfähigkeit, sodass ich immer nur Windows oder ein anderes Programm laufen lassen konnte. Hauptsächlich benutzte ich ihn für ein Architektur- Zeichen- Programm, dessen Dateien natürlich wesentlich kleiner waren als die heutigen. Auch eine gewöhnliche Word- Datei hatte eine Größe von wenigen kB. Wie hätte ich sie sonst auch auf den großen, dünnen 5 1/4- Zoll Floppy- Disketten mit 360 kB Speicherkapazität transportieren sollen? Dieser Computer hat mir acht Jahre lang treue Dienste geleistet, bis er schließlich auch bei bestem Willen nicht mehr genügte. Auf seine alten Tage startete er im Winter bei kühlen Temperaturen nicht mehr: ich musste ihn vor der Heizung starten, sodass er über den Kühlungs- Ventilator warme Luft ansaugen konnte, und nach einigen Minuten nochmals starten. Immerhin konnte ich mit den damals erworbenen MS DOS- Kenntnissen noch Jahre später unsere Sekretärin begeistern, die unter Windows versehentlich eine wichtige Datei nicht nur "in den Papierkorb verschoben" sondern "endgültig gelöscht" hatte. Auf der DOS- Ebene konnte ich die Datei wiederfinden und reaktivieren. Aber auch das ist heute längst Schnee von gestern!"
Raimo Becker
"7. Januar 1988, ich war zwölf, meine beiden Brüder zehn und elf. Meine Eltern konnten sich der Zukunft nicht mehr entziehen, seit ein alter Freund meines Vaters seinen alten Commodore VC-20 kostengünstig an ihn losgeworden ist (mit Datasette!). Wir drei waren natürlich begeistert von dem Ding, wir bekamen sogar ein paar Bücher über Programmierung und Statistik (Bundesligaverwaltung). Ein Spiel war auch dabei, ein Klon von Pac-Man in Schwarz-Weiß. Ich war, glaub ich, noch nie von etwas so fasziniert wie von diesem Ding. Und am 7. Januar 1988 kauften meine Eltern für uns dann zwei(!) C64, damit es unter uns Brüdern nicht zu Mord und Totschlag käme. Im Herbst des Jahres - gerade siebte Klasse Gymnasium- fragte die Klassenlehrerin dann, ob wir einen Computer zu Hause hätten. Ich sagte "sogar Drei!" (mit VC20). Sie schaute mich an und lächelte über den offenbar lügenden vorpubertären Jungen..."Niemand hat 3 Computer in einem Haus" In diesem Moment war ich der co olste Junge auf der Welt. ...Und auch deswegen liebe ich die Kästen immernoch..."
detlef popiak
"1993 kam ich zu meinem ersten Computer wie die Jungfrau zum Kind. Nämlich fast ohne eigenes Zutun. Ich war damals und noch heute selbstständig als Fensterputzer. Technischen Innovationen stand ich damals sehr skeptisch gegenüber. So brauchte ich Jahre, um den Sprung von der großen Tonbandmaschine zum Kassettendeck zu schaffen. "Ein Computer kommt mir nicht ins Haus war damals mein Credo. Es begab sich dann aber, dass ich mit meiner alten Schreibmaschine eine Preisliste meiner Dienstleistungen tippen wollte. Das dauerte und das Ergebnis sah mager aus. Schließlich fiel mir ein Freund ein und ich fragte ihn, ob er mit seinem Computer solch eine Liste erstellen könnte. Der Freund war sehr erfreut, gab ihm das doch Gelegenheit, mir seine Überlegenheit mit Hilfe seines Computers zu demonstrieren. Ich besuchte ihn dann und mit dem Programm Word erstellte er mir meine Preisliste. Das hat mich schwer beeindruckt, das Ergebnis war hübsch anzusehen, ein Computer ist ja doch recht nützlich dachte ich. Das muß er mir angesehen haben als er mich schelmisch lächelnd fragte, ob ich nicht auch einen Computer möchte. Ich sagte ja und oh wunder, bestellte er gleich einen beim Otto-Versand per Online. Tatsächlich hatte er sogar schon einen Internetanschluß. Ein paar Tage später stand das Ding bei mir und der Freund packte alles aus und richtete ein, murmelte..schimpfte...erklärte - und ging aus der Tür. Jetzt war ich allein mit meiner neuen Errungenschaft. Drückte den Einschalter und sah nach einigem Rattern "den Prompt". Und nun? Ich hatte leider alles vergessen wie es denn nun weitergeht. Also Anruf beim Freund. Doch konnte mir sein Anrufbeantworter nicht helfen. Ich half mir also selbst. Schaltete den Fernseher ein, da passierte wenigstens was, einen Fernseher konnte ich bedienen. Am anderen Tag kam der Freund wieder - und schimpfte mit mir - weil ich doch seine schönen Erklärungen alle vergessen hatte. Ich war so betrübt, dass ich ihm Gel d anbot für sein Bemühen. So geschah es also, dass er sich in nächster Zeit und auch andere Leute ein hübsches Sümmchen für Computerhilfe bei mir verdienten. Mein neues Leben mit dem Computer bildete mich zum Kämpfer aus. Ich musste und wollte mit der Maschine klarkommen, in der ich so viel Geld reingesteckt habe. Heute nach Jahren ist der Computer für mich ein guter Freund geworden. Mittlerweile stark hörgeschädigt ersetzt er mir fehlende direkte Kommunikation mit Menschen. Ich bin sehr oft im Internet und tausche Meinungen und auch Schachspiele mit Fremden aus. Eines meiner großen Hobbies ist Mailen geworden. Und Fotos versenden...und.. und..und "
- Datum 24.08.2006 - 05:29 Uhr
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Mein erster Tisch Computer war ein Mael, so Anfang der Siebzigerjahre. Es war ein italienisches Modell, mit 2 K Speicherleistung, 2 Lochstreifenleser, 1 Lochstreifenstanzer, 1 elektrischer Schreibmaschine, eigener Programmiersprache, 2 Jumpbefehlen und 2 Befehlen zur Modifizierung von Adressen. Anschaffunspreis ca. 60.000 DM.
Das Nachfolgemodell hatte bereits 8 K Speicher und einen Turm mit Speicherplatten und ein Kasettenlaufwerk zur Eingabe von Daten und Programmen. Der stolze Preis betrug so ungefähr 112.000 DM.
Der groß Sprung kam um das Jahr 1981 mit dem Sirius, zu gleicher Zeit wie der IBM PC, aber weit leistungsfähiger : mit 2 Diskettenlaufwerke a 1,2 Mio Bytes, 400 x 600 Auflösung des Bildschirmes, modifizierbaren Zeichensätzen. Der Preis betrug mit Drucker so ungefähr 16000 DM.
Der Sirius war dem IBM weit überlegen. Allein in Europa wurde er mehr als 100000 mal verkauft, was zu seinem Untergang erheblich beitrug. Die Laufwerksfirma, an der IBM beteiligt war, stellte plötzlich alle Kredite fällig, worauf die Herstellerfirma recht schnell in Konkurs ging.
Meinen Sirius gibt es immer noch. Er steht, und zwar gut verpackt, auf dem Speicher. Alle anderen Computer, bis auf zwei, sind schon längst verschrottet.
Mein erster Rechner - nein, eigentlich gehörte er meiner Mutter - war bis heute die massivste Rechenmaschine, die ich je gesehen habe. In unserem Heim ersetzte der IBM XT mit 8088 Prozessor und einem echten schwarz/weiss Bildschirm die alte elektronische Schreibmaschine mit Textbausteinen. Ich hatte mich schnell in das Gerät verliebt, schließlich verbrachte ich die Jahre meiner Kindheit zuvor am C64 meines Sandkastenkumpels. Dieser war allerdings längst auf einen 486er umgestiegen. Der Grundstein meiner Computerkarriere: Immer war ich irgendwie ein paar Jahre hinterher, habe zwar weniger Geld ausgegeben alls alle anderen, dafür immer den schlechtesten Rechner gehabt. Auf Netzwerkspartys saßen die Kumpels längst an ihren Laptops - ich schleppte meinen Eigenbau-Pentium mit SCSI-Festplatte aus einer alten Digital VAX4000 an. Allein, da half und hilft nur tüfteln und viel Geduld. Quake habe ich trotzdem gespielt.
Mein erster Tisch Computer war ein Mael, so Anfang der Siebzigerjahre. Es war ein italienisches Modell, mit 2 K Speicherleistung, 2 Lochstreifenleser, 1 Lochstreifenstanzer, 1 elektrischer Schreibmaschine, eigener Programmiersprache, 2 Jumpbefehlen und 2 Befehlen zur Modifizierung von Adressen. Anschaffunspreis ca. 60.000 DM.
Das Nachfolgemodell hatte bereits 8 K Speicher und einen Turm mit Speicherplatten und ein Kasettenlaufwerk zur Eingabe von Daten und Programmen. Der stolze Preis betrug so ungefähr 112.000 DM.
Der groß Sprung kam um das Jahr 1981 mit dem Sirius, zu gleicher Zeit wie der IBM PC, aber weit leistungsfähiger : mit 2 Diskettenlaufwerke a 1,2 Mio Bytes, 400 x 600 Auflösung des Bildschirmes, modifizierbaren Zeichensätzen. Der Preis betrug mit Drucker so ungefähr 16000 DM.
Der Sirius war dem IBM weit überlegen. Allein in Europa wurde er mehr als 100000 mal verkauft, was zu seinem Untergang erheblich beitrug. Die Laufwerksfirma, an der IBM beteiligt war, stellte plötzlich alle Kredite fällig, worauf die Herstellerfirma recht schnell in Konkurs ging.
Meinen Sirius gibt es immer noch. Er steht, und zwar gut verpackt, auf dem Speicher. Alle anderen Computer, bis auf zwei, sind schon längst verschrottet.
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