Die Bürokratie in Europa wird immer laxer: Lange hat das europäische Komitee für Normung um EU-weite Regeln zum »Brennverhalten von Nachtwäsche« gerungen, jetzt aber soll auf die neuen Vorschriften überraschend verzichtet werden. Das meldet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Reutlingen, die sich als Sieger in einem »flammenden Kampf« gegen die Brüsseler Regulierungswut sieht. Wo brennt"s? BILD

Hintergrund für die EU-Pläne ist nicht etwa die sprichwörtliche Zigarette danach, sondern es sind Erkenntnisse über »risikoreiche Traggewohnheiten« in einigen Mitgliedsländern. Engländerinnen zum Beispiel trügen gern Polyester-Negligés, die »bei der morgendlichen Zubereitung von Teewasser am Gasherd« Feuer fingen, wie die IHK Reutlingen aufklärt. In Deutschland dagegen werde für die Nachtwäsche Baumwolle favorisiert. Diese ließe sich aber nur mit ökologisch bedenklichen Mitteln vor Entflammbarkeit schützen.

Außerdem hätte durch die EU-Vorschriften auch der Mode Ungemach gedroht, heißt es weiter. So sollten Pyjamahosen nach den geplanten Normen am unteren Saum nicht weiter geschnitten sein dürfen als am Knie. All das wird dank der Industrie- und Handelskammer Reutlingen nun voraussichtlich nicht kommen – und das Treiben in Europas Schlafzimmern wild und gefährlich bleiben.