Bahnbomben Dritter Haftbefehl

Nach den gescheiterten Zug-Attentaten ist gegen einen dritten Verdächtigen Haftbefehl erlassen worden. Die Bundesregierung erwartet weitere Festnahmen

Der 23-jährige Syrer Fadi A.S. aus Konstanz, gegen den der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof am Samstag den Haftbefehl ausstellte, soll er aus dem Umfeld des in Kiel verhafteten mutmaßlichen Attentäters Youssef Mohamad El Hajdib (21) stammen. Er war am Freitag festgenommen worden. Ihm wird ebenfalls Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und versuchter Mord in einer Vielzahl von Fällen vorgeworfen. Demnach besteht der Verdacht, dass er an den Bombenattentaten auf zwei Regionalzüge vor knapp vier Wochen oder ihrer Vorbereitung beteiligt war.

Unterdessen prüfen die Sicherheitsbehörden im Libanon Verbindungen der dort im Zusammenhang mit den Bahn-Attentaten festgenommenen zwei Terrorverdächtigen zum europäischen Netzwerk der sunnitischen Fundamentalistengruppe Al Tahrir. Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, August Hanning, rechnet mit weiteren Festnahmen. »Die Ermittlungen laufen, wir wollen die Hintergründe und Kontakte ausleuchten. Es ist gut möglich, dass weitere Festnahmen folgen«, sagte Hanning der B.Z. am Sonntag.

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Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält die Terrorgefahr in Deutschland trotz der raschen Fahndungserfolge für keineswegs gebannt. »Wir würden einen Fehler machen, wenn wir uns jetzt zurücklehnen würden«, sagte er den Lübecker Nachrichten.

In Beirut konzentrierten sich die Vernehmungen am Samstag auf den zweiten dort Festgenommenen. Der verdächtige 24-Jährige aus Akkar im Nordlibanon war am Freitag festgenommen worden. Wie es aus libanesischen Justizkreisen hieß, wurde der Mann auf Grund von Aussagen des 20-jährigen Jihad Hamad festgenommen. Hamad hatte sich am Donnerstag selbst gestellt. In einem Teilgeständnis gab er zu, dass er einen der Bombenkoffer in einen Regionalzug der Deutschen Bahn gestellt, aber nichts über seinen Inhalt gewusst habe.

Der libanesische Staatsanwalt Said Mirsa traf am Samstag vier Stunden lang mit den in den Libanon gereisten deutschen Ermittlern zusammen. Sie hätten wichtige Informationen ausgetauscht, hieß es. Der libanesische Innenminister Ahmed Fatfat sagte, einer der Verdächtigen könnte möglicherweise mit der Terrororganisation al-Qaida in Verbindung gebracht werden.

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