Bombenleger Doch Terrorzelle?

Im Fall der fehlgeschlagenen Bahn-Attentate ist in Koblenz ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden - möglicherweise ein Komplize der beiden Bombenleger

Bei dem am Freitag in Konstanz festgenommen Mann soll es sich ebenfalls um einen Libanesen handeln. Sein Zimmer in einem Studentenwohnheim am Bodensee wurde durchsucht. Die Bundesanwaltschaft teilte mit, der Verdächtige stamme aus dem Umfeld des in Kiel verhafteten mutmaßlichen Attentäters Youssef Mohamad El Hajdib.

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft ist allerdings noch offen, ob und inwieweit der Verdächtige in die Vorbereitungen der misslungenen Anschläge auf Regionalzüge vor rund dreieinhalb Wochen eingebunden gewesen ist. Am morgigen Samstag werde entschieden, ob ein Haftbefehl beantragt und der Mann dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe vorgeführt werde. In dem Studentenzimmer in Konstanz wurde unter anderem ein Laptop sicher gestellt. Möglicherweise gehörte er El Hajdib. Dieser hatte nach Erkenntnissen der Ermittler eine Laptoptasche gekauft. Ein entsprechendes Gerät sei bei der Durchsuchung in Kiel jedoch nicht gefunden worden.

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Die Festnahme des weiteren Verdächtigen stärkt aus Sicht der Ermittlungsbehörden die Vermutung, dass die fehlgeschlagenen Anschläge auf zwei Regionalzüge vor dreieinhalb Wochen nicht das Werk von Einzeltätern waren. BKA-Präsident Jörg Ziercke geht von einem breiten Netz von Tätern aus. Es sei wahrscheinlich, »dass es in Deutschland Mitwisser und Helfer gegeben hat«, sagte er. "Nach bisherigem Ermittlungsstand" gehe das Bundeskriminalamt von einer terroristischen Zelle in Deutschland aus. Ob es einen Zusammenhang mit der libanesischen Islamisten-Organisation Hizb ut-Tahrir gibt, sei noch unklar.

Deutsche und libanesische Ermittler begannen in Beirut mit dem Verhör des mutmaßlichen zweiten Bombenlegers Jihad Hamad (20), der sich am Donnerstag gestellt hatte. Nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen gilt er als inzwischen Hauptverdächtiger.

Der libanesische Innenminister Ahmed Fatfat erklärte: »Wir haben den deutschen Ermittlern erlaubt, (dem Verhör) beizuwohnen und Jihad Hamad auch zu verhören«. Ein Sprecher der Sicherheitsbehörden in Beirut sagte, die Vernehmung Hamads werde etwa zwei Tage in Anspruch nehmen. Die libanesische Polizei vernahm zudem einen Angehörigen des in Kiel verhafteten El Hajdib als Zeugen. Da sich der 24 Jahre alte Mann in Widersprüche verstrickt habe, befinde er sich nun in Polizeigewahrsam, sagte Fatfat.

Hamad war, kurz nachdem die nicht detonierten Sprengsätze entdeckt worden waren, in den Libanon gereist. Die Kofferbomben waren am 31. Juli in zwei Regionalzügen in Nordrhein-Westfalen deponiert worden. Der Vater Hamads hatte erklärt, sein Sohn habe keine Kontakte zu politischen Aktivisten gehabt und auch keine Verbindungen zu der radikalen Islamisten-Organisation Hizb ut-Tahrir.

Leser-Kommentare
  1. haben ganz sicherlich bessere Karten und bessere Chancen ihre Kommentare abgedruckt zu bekommen bie 'DIE ZEIT' als jemand der vor Muslimen mit Rollis auf deutschen Bahnhoefen warnt..LOL:-))

  2. Leider....Aber diese beiden Kofferbomben koennen niemanden wirklich erstaunt haben.Allerdings hatten 'wir' noch mal Schwein...die Leute verstanden ihr Handwerk nicht(noch nicht)In Zukunft wird man jeden Muslim der mit einem Rolli auf dem Bahnsteig steht misstrauisch beaeugen..Dank der 2 Libanesen die ganz sicherlich nicht alleine am Werk waren.
    Denke die Wahrheit wird sich langsam entwickeln und wir werden lernen wie verstrickte die Islamisten auch in Deutschland agieren.Es ist keine Zeit um sich zu entspannen,im Gegenteil.

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