Entführung Der Fall KampuschSeite 3/3

Ist der Begriff "Opfer" nurmehr eine Vokabel gewesen, gewiss nicht völlig leer, aber doch kaum brauchbar für eine Situation, in der die junge Frau bereits Akteurin war, nicht mehr nur passiv ausgesetzt? Es kann so gewesen sein, es kann auch ganz anders gewesen sein. Es sind dies nur die Fragen nach der conditio humana , die der Fall Kampusch aufwirft nicht die Antworten.

Noch so eine Frage: Wie viel ist "ich" in uns und wie viel ist "Welt"? Aber die Frage ist eigentlich noch komplizierter, noch einen Dreh vertrackter, denn eigentlich muss sie ja lauten: Wie viel ist "ich" im ICH und wie viel ist "Welt"? Denn schließlich gibt es kein Ich jenseits der Welt. Wie kann man aber ein Ich, das fähig ist, ein Leben zu meistern, herausbilden mit beschränktem Zugang zur Welt? Wie pubertiert man ohne Gleichaltrige? Unter der totalen Kontrolle eines anderen? Was ist ein ausreichender Weltzugang?

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Natascha Kampusch hat offenbar ferngesehen, Zeitungen und Bücher gelesen und viel Radio gehört. Der Sender Ö-1 war, glaubt man profil , ihre "Nabelschnur nach draußen". Sie hat angeblich ihren Beratern gesagt, al-Dschasira würde sie gerne ein Interview geben von dem arabischen Sender hat sie viel im Radio gehört. Aber hat sie einfach zur Zerstreuung zugehört, damit endlos lange Tage gefüllt werden? Oder wurde Wissensakkumulation irgendwann zur Überlebensstrategie? Und die eigentlich interessante Frage: Welchen Einfluss haben die Eindrücke "von draußen" auf diese Überlebensstrategie? Kommt das, was die Ideologie unserer Zeit ist - also der Wert des Eigensinns, das "Mein-Ding-machen", der hohe Rang der autonomen Persönlichkeit eben nur über andere Poren herein, über die Einbahnstraße des "Ein-Weg-Mediums"? Wenn man Lebenserfahrung aus Büchern und Wissen aus der medialen Maschine nimmt: wie groß - oder eben: klein ist das Defizit an Lebensklugheit dann?

Der Fall Kampusch interessiert uns, weil er all diese Fragen aufwirft. Aber womöglich interessiert uns an ihm seine scheinbar versöhnliche Antwort. Die Geschichte liest sich ja auch als Entwicklungs- und Bildungsroman klassischer Art. Ein Mädchen, in Gefangenschaft, aber eben doch keine "Gefangene"; deren Eigensinn über den Wunsch ihres Peinigers siegt, der sie zurechtbiegen will; die Wissen einsaugt, für die die Nachrichten aus der Welt draußen der (zunächst metaphorische) Weg ins Freie sind; die sich bildet, um nicht unterzugehen.

Vielleicht ist das ein Märchen, das wir uns einreden, weil dies die Strategie der Öffentlichkeit ist, mit dieser Geschichte zurande zu kommen. Aber vielleicht ist der Umstand, dass solche Geschichten irgendwie "da" sind, weil sie zum Kulturgut der Menschheit gehören, auch mitverantwortlich dafür, dass Natascha Kampusch in ihrem Keller überstehen konnte. Vielleicht also gibt es da eine seltsame, schwer beschreibbare Osmose zwischen Literatur und Realität, zwischen dem kulturellen Schatz an Geschichten und der Widerstandsfähigkeit eines vereinzelten kleinen Kindes und später jungen Mädchens, zwischen dem Sauerstoff da draußen und der Luft im Keller in Strasshof .

Man weiß das alles nicht. Nur, die Dinge sind komplizierter, als sie uns scheinen. Die Menschen sind manchmal stärker, als wir glauben, wenn sie keine andere Wahl haben. Und manchmal schwächer als nötig, wenn sie noch genug Wahlmöglichkeiten haben. Die Geschichte der Natascha Kampusch ist ihre eigene, persönliche Geschichte. Aber sie ist auch schon Teil des kulturellen Geschichtenfundus' der Menschheit.

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Leser-Kommentare
  1. Die eingehende Spendengelder für soziale Projekte zu verwenden, war eine geniale Idee von Natascha Kampusch. Es ist ihr vielleicht nicht bewusst, aber sie setzt damit auch einen Schritt zur Aufarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse.

    Wenn sie ihre Gefangenschaft bekannt gemacht hat, diese Bekanntheit dazu geführt hat, dass hohe Beträge gespendet werden, und diese Gelder dazu verwendet werden, das Leid anderer Menschen zu lindern oder gar zu verhindern, dann war das, was sie durchgemacht hat mitsamt der Spätfolgen nicht vergebens, dann hat ihre Entführung zu etwas Positivem geführt. Diese Sinnstiftung kann sie sich ihr ganzes Leben lang vor Augen führen, wannimmer die schrecklichen Erlebnisse wieder hochkommen.

    Sie ist vielleicht auch eine Antwort auf die philosophisch-religiöse Frage, warum Gott oder das Schicksal gerade ihr das angetan hat. Diese quälenden Zweifel hat sie ja bei ihrem Zeitungsinterview anklingen lassen. Jemand anderer, der nicht ihre Kinderstube, ihre Intelligenz, ihren starken Willen und ihre soziale Ader hat, könnte wohl kaum die verlorene Freiheit in solcher Weise in einen Gewinn für die Menschheit umwandeln.

    Wenn sie diesen Weg konsequent weitergeht, dann ist auch die Frage entschieden, ob sie sich ins Privatleben zurückziehen oder eine öffentliche Person bleiben soll. Würde sie ihren Namen ändern lassen und die Öffentlichkeit meiden, wie ihr das einige Experten über die Medien nahegelegt haben, dann hätte sie das Kapital „Berühmtheit“ verspielt, das ihr die Durchführung von großangelegten Sozialprojekten erst ermöglicht. Auch das Sozialengangement anderer Prominenter wie Karl-Heinz Böhm oder Dietmar Schönherr zehrt weitgehend von deren Bekannheitsgrad und öffentlichen Auftritten.

    Schließlich müssen wohl auch die Medienschelte der letzten Tage ein wenig zurückgenommen werden, wenn die ausführliche über den "Fall", oder besser das Phänomen Kampusch zur Geldbeschaffung für gute Zwecke führt.

    • nikalu
    • 06.09.2006 um 22:19 Uhr

    Danke für diese Gedanken, wollte eigentlich mehr Bezug nehmen auf den Essay, aber der Kommentar von muminimu (vor allem der Absatz zur subtilen Entwertung und Ängstigung vor der Welt) hat mich nun zu einem sehr persönlichen Kommentar verleitet, geschrieben voll mit Gefühlen nach dem Interview von Natascha Kampusch:

    Und wie viele Menschen sind vor dem Fernseher gesessen, haben Natascha zugehört und mit ihr geweint, weil sie da einfach so redet, weil sie die Möglichkeiten, die sie hat, nützt, weil sie es noch schwer haben wird oder einfach weil sie als Zuseher selbst viele der beschriebenen Erfahrungen gemacht haben: dieser Schwur mit sich selbst, dass man da (aus großen, emotionalen Dilemmata) raus kommen wird. Dieses Gefühl, besser sein zu müssen als andere, dieses Verständnis bis hin zu schmerzlichem Mitgefühl für missbrauchte Menschen. Und dass da Panzer und die weiche, sensible Seite gesehen und gewährt wird. Wie gut tut das, wenn das ein honoriger Professor öffentlich mitteilt. Wie schwer ist es doch, das alles mitzuteilen, wenn das alles weniger spektakulär passiert. Wenn man diese Gefühle selber in Ansätzen kennt und darunter leidet oder gelitten hat, wünscht man sich auch die Zeit zum Phantansieren, Träumen und Pläne schmieden – diese Zeit gegen die ständig Leistung fordernde Gesellschaft durchzusetzen, weder in einem Gefängnis noch in einem Verlies. Dafür hat mir Natascha Mut gemacht. Auch wenn es niemand einfach hat. Es geht um den Mut. Und um den Glauben an sich.

  2. "Denn schließlich gibt es kein Ich jenseits der Welt. Wie kann man aber ein Ich, das fähig ist, ein Leben zu meistern, herausbilden mit beschränktem Zugang zur Welt? Wie pubertiert man ohne Gleichaltrige? "

    Es gibt (traumatisierte, unreflektierte, sprachlose)Eltern, die ihr Kind so subtil entwerten und vor der Welt ängstigen, daß dieses eigene Schwächen so riesig
    wahrnimmt, daß es sich zurückzieht und sich lieber in Größenphantasien ergeht und vor Klassenkameraden eine Fassade errichtet, anstatt sich mit der Realität auseinanderzusetzen. Was dann häufig in ein quälerisches,
    unreifes Scheitern in der Lebensrealität mündet,weil
    den Mitmenschen therapeutisch gegenübertretende Menschen
    im "feindlichen Leben" auch nicht gerade häufiger werden
    und der Weg zu den Profis nicht gefunden wird, weil die
    Selbstwahrnehmung niedrig ist, bzw. die Schuld am Scheitern im Außen gesehen wird.

    Menschen, die ein so ähnliches Leben hatten, beneiden Frau Kampusch bestimmt um die professionelle Aufmersamkeit und das viele "fuck off"-money, daß sie erhalten wird, welches ihr ermöglicht, in Zukunft "der Ideologie unserer Zeit" folgen zu können und autonom "ihre Dinge" machen zu können.
    Und da sie professionelle Therapeuten hat, wird sie vermutlich auch lernen, mit dieser Freiheit klar zu kommen.
    Man kann nur hoffen, daß sie jetzt nicht auf den Trichter verfällt, für uns alle die Perfekte geben zu müssen, aber siehe oben...

    "Wenn man Lebenserfahrung aus Büchern und Wissen aus der medialen Maschine nimmt: wie groß - oder eben: klein – ist das Defizit an Lebensklugheit dann?"

    Tja, eine Frage, die Frau Kampusch in 5 Jahren sicher weniger belasten muß, als viele selbst "gewählte"
    Soziophobiker und Narzisten, die eben deshalb nicht den Weg zu professioneller Hilfe gefunden haben und einfach nur lebensuntüchtig alt geworden sind (hüstel).

    korfstoems kommentar finde nur leer und völlig daneben...

  3. ist die reibungslos organisierte Vermarktung der Story. Welcher Haftentlassene bekäme schon eine Leibrente für seine Zellengeschichten zugesichert? Kannibalen ausgenommen.

    Was faziniert, ist der informationslose Schwachsinn, den wir uns von unseren medialen Informationsversorgern gefallen lassen. Sogar das moderigste, fauligste Bruchholz wird verkäuflich, wenn es den Blätterwald mit vermuteten Auflagen füllt.

    Auch "Die Zeit" ist sich für ein schwülstiges Essay mit herbeigequasten Nonsensinhalten nicht zu schade. Der einzige wertvolle Beitrag an dem vorliegenden Essay sind die Überschrift und die Fragestellung in der Unterzeile.

    Wir wissen heute noch zu wenig, um den "Fall Kampusch" zu beurteilen. Möglicherweise wird aus dem Entführungsfall wirklich ein Fall Kampusch. Zu groß sind die Merkwürdigkeiten, zu offen die Fragen, auf die der Leser der Berichterstattung gestoßen wird.

    War das "Opfer" wirklich nur Opfer? Wie waren die Todesumstände des Entführers? Welche Rolle spielte die Mutter des Entführers? Was wußte der Geschäftspartner des Entführers? Welche Rolle spielte das Verhältnis des Entführungsopfers zu seinen Eltern? Kannte der Entführer dieses Verhältnis?

    Auch der sogenannte Brief an die Weltöffetlichkeit stellt mehr Fragen als er beantwortet. Die Vorlage könnte gleichfalls durchaus der Weltliteratur entnommen sein. Eine stilistische Analyse wäre sicher aufschlußreich.

    Obszön, geradezu von naiver Perversität geprägt, wirkt der Vergleich des Autors mit den Opfern des belgischen Straftäters Dutroux. Nur zur Erinnerung: Zwei Mädchen sind in ihrem Verließ verhungert. Der Autor des Essays möge sich einer nur zweitägigen Fastenkur unterziehen. Vielleicht vermag eine solche Exerzitie seinen Verstand zu reinigen, damit er das Publikum in Zukunft von Sätzen wie diesem verschone:

    "Wolfgang Priklopil hat Natascha Kampusch ganz offenbar nicht in einem engeren Sinn sadistisch gequält, wie es beispielsweise Marc Dutroux mit seinen Opfern tat (wobei auch die damals 12-jährige Sabine Dardenne heute kein gebrochenes Opfer, sondern eine beeindruckende junge Dame ist)"

    Der Leser reibt sich erstaunt die Augen. Was ist sadistisches Quälen in weiterem Sinne? Vergewaltigung als Mittel der Persönlickeitsbildung? Was meint der Autor mit Todesangst als impliziter Drohung? Woher nimmt er die tollkühne Behauptung, daß es so scheine, "daß man sich auch in einer solchen Lebenslage zu einer Persönlichkeit weiterentwickeln kann"? Die Folteropfer in den Isolierhaftzellen dieser Welt werden sich freuen. Noch ist nichts verloren, werte Gefangene, betrachtet die Folter einfach als Weg auf Eurer Persönlichkeitsbildung!

    Nein, es bleibt dabei. Faszinierend ist, mit welch Geschwafel eine Leserschaft in unserer entwickelten Gesellschaft unterhalten werden kann.

    korfstroem

    • gocogo
    • 06.09.2006 um 18:48 Uhr

    Über den "Fall Natascha Kampusch" wird viel spekuliert. Thematisiert werden dabei hauptsächlich ihre Überlebensstrategien und die Beziehungsdynamik zwischen Täter und Opfer. Aber über das Motiv des Täters wird geschwiegen. Ganz so als wäre es uns allen vertraut bzw. wüssten wir darüber alles.
    Das ist beängstigend. Denn was hierbei unausgesprochen bleibt ist tatsächlich wohl bekannt, wird aber nicht thematisiert: Der männliche Drang nach Dominanz, die Frau als Objekt männlicher Bedürfnisbefriedigung und die enge Kopplung männlicher Sexualität an Macht und Unterdrückung.
    Die geheime oder offene Vorliebe vieler Männer für "Kinderbräute", die de facto nicht nur bei Arabern, Türken, Indern, Pakistanern usw. exitiert - wie dies derzeit gerne durch die zumeist skandalisierende Berichterstattung über Heiratsmigrationen und Zwangsehen suggeriert wird - ist genau in diesem Kontext anzusiedeln. Immerhin kann auf diese Weise ein Mädchen von "seinem eigenen" Mann erzogen werden. Das verhindert, dass sie allzu selbstständig oder widerspenstig wird und sich zu einem eigenständigen, selbstbestimmten Leben entscheidet. Die "Kindsbraut" lässt sich nämlich wie ein Teig vom Mann kneten und formen, der sich so ihrer Folgsamkeit und Hingabe sicher sein kann. Sie in materieller und emotionaler Abhängigkeit haltend, kann er sich ihrer sicher sein und muss in der Beziehung nicht das leisten, was heute von Mädchen und Frauen vielfach immer noch so gut wie selbstverständlich erwartet wird: Das Zurückstellen eigener Bedürfnisse zugunsten des Partners, Fürsorglichkeit und stetige Verfügbarkeit.
    Darüber sollten wir nachdenken anstatt über die tiefenpsychologischen Dimensionen des Täter-Opferverhältnisses oder die Strategien des Opfers, in dieser Entführungssituation sellisch und körperich zu überleben.
    Das einzige, was uns an der Geschichte Natascha Kampuschs "faszinieren" darf ist, dass ihr Extremfall uns vor Augen führt, wie fragil unsere Gesellschaft ist und wir nur scheinbar bzw. nur unter der Gewähr einer funktionierenden staalichen Kontrolle in einer von Gleichberechtigung und individueler Freiheit geprägten Gesellschaft leben. Mit anderen Worten: Das, was wir als unbequeme Wahrheit über uns selbst gerne verdrängen oder den "Anderen" zuschieben, ist und bleibt virulent: Der männliche Wunsch, über das Leben von Frauen zu bestimmen oder sie zumindest so sehr in Abhängigkeit zu halten, dass sie unter männlicher Kontrolle sind. So gesehen lenkt Nachtascha Kampuschs Geschichte den Blick auf uns selbst. Sie sollte uns dazu anregen, über Verdrängtes und Verleugnetes nachzudenken und und klar machen, wie brüchig unsere Zivilisation eigentlich immer noch ist. Auch oder gerade besonders wenn es um das Geschlechterverhältnis geht.
    Corrina Gomani

  4. Wir sind am Ende doch eigentlich darauf angewiesen, das jemand uns informiert.
    Ich glaube der Artikel ist zumindestens eine Seite der möglichen Betrachtungen über den Fall Kampusch.
    Einschlägige Medien sind und werden mit diesem Fall bestimmt anders umgehen.

    Was aber ist so faszinierend an diesem Fall?
    Ich glaube, es ist "das Wie" mit dem das eigentliche Opfer umgeht. Medienberater, ein öffentlicher Brief, bewußte Zurückhaltung und ein schon fast professioneller Umgang mit der Öffentlichkeit.

    Ist Natascha nach ihrer Befreiung selbst auf die Idee gekommen so zu reagieren.
    Ich kann mich nicht erinnern, dass je ein Opfer öffentlich so besonnen damit umging.

    Mir sind die Bilder noch im Kopf, als die zwei Mädchen des belgischen Straftäters Dutroux aus ihren Kerkern befreit wurden. Sie wurden nicht verhüllt, man konnte in ihrenn Gesichtern die Angst und die völlige Erschöpfung sehen, die gleichzeitige unendliche Freude, dieses Grauen überlebt zu haben.

    Die Vorstellung, dass jemand eine solch lange Zeit überhaupt psychisch überleben kann, nicht völlig zerstört, kaputt und körperlich am Ende ist, macht für mich den Fall so anders.
    Das Bild des eigentlichen Täters ist jedoch schnell gemacht.
    Sind es am Ende doch Typen, die nicht in der Lage sind soziale Kontakte zu knüpfen, selbst vielleicht in ihrer Kindheit Opfer waren und nun Gewalt anwenden, in welcher Form auch immer, um überhaupt irgendeinen Kontakt herstellen zu können.

    Natascha Kampusch geht mit ihrem Peiniger anders um als wir es gewohnt sind.

  5. ..dann sind das möglicherweise zwei völlig verschiedene Dinge:
    1. Wie entwickelt sich ein Mensch, der fast wie einst Kaspar
    Hauser völlig abgeschirmt von der Welt aufwuchs?

    2. Er berührt in uns möglicherweise eine zweite, verborgene
    Seite, je nachdem, ob man sich in die Rolle des Täters oder des Opfers versetzt.

    Was den ersten Gedanken anbelangt, dieses Interesse ist kurzlebiger Natur und schnell nicht mehr interessant.
    Das zweite jedoch wird die reale Existens von Täter und Opfer überdauern.
    Übrigens: Sein Selbstmord war wohl weniger die Angst vor Strafe, sondern eher die Furcht vor der schonungslosen Demaskierung seiner Person und Analyse seines Denkens.

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