Internet Kabellos für alle
Das Unternehmen FON will weltweit Millionen WLAN-Hotspots miteinander verknüpfen. Damit soll auch Internet-Telefonie mobil werden.
Weltweit an jedem Ort online surfen - mit neuen Ideen für WLANs soll das Wirklichkeit werden. Ein lokales Internet-Netzwerk, das eine kabellose Übertragung in einem Umkreis von 100 Metern erlaubt, wird mittlerweile von vielen privaten Internetnutzern verwendet. Unzählige Cafés, Flughäfen und Bahnhöfe bieten WLAN-Zugang über öffentliche Hotspots an.
Nun will das spanische Unternehmen FON eine weltweite WLAN-Community gründen. Die bisher knapp 80.000 Mitglieder, die Foneros, stellen ihre privaten DSL-Anschlüsse einander frei zur Verfügung. Auch in Deutschland wächst die Gemeinde der Foneros. Bis 2010 will FON über so genannte Community Router eine Million privater WLAN-Hotspots vernetzen - eine Art globales Internet-Roaming.
Die Idee einer globalen WLAN-Gemeinde hatte FON-Chef Martin Varsavsky, der zuvor in Spanien den zweitgrößten Mobilfunkanbieter Jazztel gründete, auf einer seiner unzähligen Geschäftsreisen. Oft fand er sich in Reichweite eines geschlossenen WLAN-Netzwerks. „Was für ein Paradox, die Welt ist voller WLAN, doch alles ist privat", findet Varsavsky.
Varsavsky gefällt es nicht, dass FON in den Medien oft als eine Art Internet-Guerilla dargestellt wird. „Wir wollen eine Roaming-Community, nicht eine Community von Leuten, die das WLAN-Netz ihrer Nachbarn anzapfen". Zugangsbedingung ist ein gewöhnlicher DSL-Anschluss und eine FON-Software. Der Fonero muss sich registrieren. Das System biete daher auch Sicherheit. FON, sagt der Argentinier, ist der „Safe Sex des WLAN".
Weltweite Internet-Telefonie soll mit FON natürlich ebenfalls möglich werden. Alles, was man hierfür braucht, ist ein Computer mit Internetanschluss und Kopfhörer. Mit Hilfe von Anbietern wie Skype sind dann gebührenfreie Gespräche weltweit möglich. Denn bezahlt wird nur die Internet-Verbindung, nicht das Telefonieren. Zusammen mit Skype hat FON ein kabelloses Telefon entwickelt, dessen Basis gleichzeitig ein FON-Community Router ist.
So genannte duale Mobiltelefone wiederum verbinden herkömmlichen Mobilfunk mit Internet-Telefonie (auch "Voice-over-IP", kurz: "VoIP", genannt). Das neue T-One-Handy von T-Com zum Beispiel schaltet so automatisch vom regulären Mobilfunk auf VoIP, sobald es ein WLAN-Netzwerk erkennt. Handy-Hersteller wie Nokia, Samsung und Motorola bringen solche Geräte derzeit auf den Markt. Auch das SkypeFON wird es bald als duales Handy geben.
Wegen der bisher begrenzten Anzahl von öffentlich zugänglichen Hotspots und dem Wunsch nach Mobilität wird man für eine ganze Weile nicht auf das übliche Handy verzichten können - es sei denn, ganze Städte würden mit WLANs überzogen werden.
Ein Hindernis sind die vielen verschiedenen Hotspot-Anbieter. Denn in jedes dieser WLAN-Netzwerke muss man sich getrennt einloggen und bezahlen. Doch die wenigsten wollen zum Telefonieren immer wieder in ein Café mit Hotspot rennen, oder wildfremde Leute nach ihrem WLAN-Passwort fragen. Bis zur VerFONung der Welt ist es also noch weit.
Die Großen der Branche haben den kommerziellen Wert vernetzter Hotspots im Übrigen erkannt. T-Com wirbt derzeit mit eigenem WLAN-Roaming. Auch Internet-Telefonie mit dem neuen T-One-Handy soll dadurch weltweit möglich sein.
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- Datum 31.12.1899 - 01:00 Uhr
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