Terrorismus “Haben wir etwa gewonnen?”

Fünf Jahre nach dem 11. September: ZEIT-Gespräch mit Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero

Gleich zu Beginn erzähltJosé Luis Rodríguez Zapatero, dass er gerade zu einem Blitzbesuch in Berlin war, als Gast beim Konzert von Daniel Barenboims jüdisch-palästinesischem Orchesterprojekt. Eine Privatreise, wie Zapateros Mitarbeiter reihum versicherten, aber für den spanischen Ministerpräsidenten von hoher politischer Symbolik. Barenboims kultureller Friedensinitiative misst Zapatero enorme Bedeutung bei und will sie deshalb unterstützen, so gut es geht: Denn für ihn ist die ungelöste politische Krise im Nahen Osten der „primäre Tumor“, aus dem der internationale Terrorismus unserer Tage wächst.

Zum Gespräch über die Lage fünf Jahre nach dem 11. September 2001 und zweieinhalb Jahre nach den Bombenattentaten des 11. März 2004 von Madrid empfängt Zapatero DIE ZEIT in seinem Büro auf dem Moncloa-Gelände in Madrid. Aufmerksam betrachtet er die Titelseite der ZEIT-Ausgabe über den „neuen Feminismus“, ein Thema, das ihn seit langem interessiert. Zapatero ist in gewisser Weise der oberste Feminist Spaniens: Sein Kabinett besteht denn auch zur Hälfte aus Frauen (unbeschadet der vielfach vertretenen Ansicht, dass er diesem Gleichgewicht zuliebe einige besser geeignete männliche Kandidaten übergehen musste). Doch Symbole, davon ist der junge Leoneser Sozialdemokrat überzeugt, sind in der Politik unverzichtbar, dafür muss man auch mal ein Opfer bringen. Er gilt als entschlossener Frauenrechtler, und beim ersten Besuch im Berliner Kanzleramt riskierte er gegenüber Angela Merkel denn auch einen kleinen feministisch unterlegten Scherz. Ein Gespräch über die bitteren Jubiläen dieser Tage, den islamistischen Terror und seinen Einfluss auf die innere Verfassung der westlichen Demokratien.

DIE ZEIT: Herr Ministerpräsident, wie beurteilen Sie heute, fünf Jahre nach den Anschlägen des 11. September von New York und zweieinhalb Jahre nach denen des 11. März von Madrid, die innere Sicherheit der westlichen Demokratien? Was hat sich seither verändert?

JOSÉ LUIS RODRÍGUEZ ZAPATERO: Der islamistische Terrorismus macht uns zur Zeit in der Tat die meisten Sorgen. Aber terroristische Gewalt prägte nicht nur die fünf Jahre seit dem 11. September. Gewalt hat die Demokratien schon immer herausgefordert. Die demokratischen Gesellschaften müssen ihre Freiheiten verteidigen, aber die Antwort auf die Attacken gewalttätiger Fanatiker kann nur mit den Instrumenten der Demokratie erfolgen, mit den Methoden des Rechtsstaats und auf der Basis des Völkerrecht, nicht mit Kreuzzügen. Weder der Terrorismus noch die Angst vor der Gewalt dürfen zu einem Verlust an Freiheit führen.

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DIE ZEIT: Ist die demokratische Balance von Freiheit und Sicherheit aufgrund der terroristischen Bedrohung gefährdet?

Zapatero: Ich finde nicht. Wenn die Verteidigung der Freiheit einige unvermeidliche Einschränkungen vornehmen muss, dann geht das zurück auf Fehler, die anderswo gemacht wurden. Das führt uns zum eigentlichen Kern der Probleme. Natürlich müssen die demokratischen Gesellschaften die nötigen Vorkehrungen zur Sicherheit ihrer Bürger treffen. Aber das muss mit der richtigen Perspektive geschehen. Das heißt, noch wichtiger ist es zum Beispiel, die Probleme des Nahen Ostens zu lösen.

DIE ZEIT: Sehen Sie im Nahen Osten die Ursache für den islamistischen Terrorismus?

Zapatero: Der Nahe Osten ist der primäre Tumor, die ständige Quelle politischer Instabilität. Aus ihm wächst der islamische Radikalismus und die Bereitschaft zur Gewalt, die zum Terrorismus führt. Die internationale Staatengemeinschaft darf daher nicht davon ausgehen, dass wir im Nahen Osten im 21. Jahrhundert so weiter machen können wie die letzten 40 Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Die ganze Staatengemeinschaft muss sagen: Basta ya ! Genug! Ehe das Problem nicht gelöst ist, können wir die Staatengemeinschaft und das internationale Rechtssystem keinen Schritt weiter entwickeln. Deshalb müssen die nationalen Regierungen in legitime internationale Institutionen wie die Vereinten Nationen und die Europäische Union mehr Vertrauen investieren. Sie müssen ihnen Zuständigkeiten übertragen, damit sie die großen Konflikte angehen können.

DIE ZEIT: Da sprechen Sie von großen Lösungen, die viele Jahre dauern können. Die Bürger in den Demokratien verlangen aber mehr Sicherheit jetzt, wie immer die herstellbar wäre - mit mehr Videokameras, strengeren Gepäckkontrollen oder umfassenden Datensammlungen. Verzichten nicht viele Bürger gern auf einen Teil der Freiheit, wenn sie glauben, es bringt ihnen mehr Sicherheit?

Zapatero: Es gibt keine Einschränkung der Freiheit, die tatsächlich einen Zuwachs an Sicherheit gewährleistet.

DIE ZEIT: Wie sicher fühlt sich Spanien? Ein Beispiel: Auf der Strecke Berlin-Madrid war die Maschine der spanischen Iberia wie üblich voll mit Handgepäck, samt Computern und Handtelefonen und Wasserflaschen - was auf Amerikaflügen zur Zeit alles verboten ist. Ist Spanien sorgloser, ist es objektiv sicherer, oder versagt nur die Koordination der Sicherheitsmaßnahmen auf europäischen Flughäfen und Bahnhöfen?

Zapatero: Das ist Sache der nationalen Stellen, aber natürlich kann das Koordinieren von Sicherheitsmaßnahmen nützlich sein. Die wichtigste Aufgabe Europas heute ist jedoch nicht eine gemeinsame Richtlinie über das Handgepäck. Das Wichtigste ist die politische Arbeit an den Wurzeln der Probleme. Das ist langfristig die wirksamste Prävention. Es ist wichtiger, was wir außerhalb unserer Grenzen für die Sicherheit und unsere Freiheit tun als innerhalb der Grenzen. Das müssen wir begreifen.

DIE ZEIT: Tun die spanischen Bürger das?

Zapatero: Spanien ist eine junge Demokratie, ein vitales Land. In unserer Geschichte haben wir zwei Erfahrungen gemacht, die in der kollektiven Erinnerung nach wie vor präsent sind. Erstens waren wir ein Auswandererland und zweitens zur gleichen Zeit eine Diktatur. Diese Erfahrung der Öffnung zur Welt, während das eigene Land sich abschloss, war für viele Spanier damals prägend. Diese Offenheit macht sich heute deutlich bemerkbar.

DIE ZEIT: Können Sie ein Beispiel geben?

Zapatero: Die Attentate vom 11. März waren wahrlich brutal. Was danach aber am meisten internationale Aufmerksamkeit hervorrief, war die ruhige Reaktion der spanischen Bürger. Es gab bei uns keinerlei fremdenfeindliche Akte. Es gab nicht einmal eine Debatte über die Rolle ausländischer Mitbürger. Auch die Tatsache, dass die Mehrheit der Attentäter Marokkaner waren, fiel nicht ins Gewicht. Wir haben 400.000 marokkanische Mitbürger. Das spielt im öffentlichen Bewusstsein gar keine Rolle. Wir sind eines der weltoffensten und tolerantesten Länder der gesamten westlichen Demokratien. Der beste Beweis ist unser Gesetz zur Gleichstellung homosexueller Paare. Ältere Demokratien haben das noch nicht getan, aber eine junge Demokratie wie Spanien. Und 65 Prozent der Bürger stimmen diesem Gesetz zu, sehr zum Ärger der Katholiken, besonders der Hierarchie.

DIE ZEIT: Ist die Offenheit, von der Sie sprechen, die Ursache dafür, dass Spanien heute in Fragen der Immigration, verglichen mit anderen Ländern, als liberal gilt und dafür im vergangenen Jahr bei der Legalisierung illegal Eingewanderter von europäischen Partnerstaaten kritisiert wurde?

Zapatero: Unsere Haltung zur Zuwanderung ist weder liberal noch konservativ.

DIE ZEIT: Sondern?

Zapatero: Rational. Die Vernunft sagt uns zwei Dinge: Erstens darf ich als Regierungschef auf keinen Fall zulassen, dass in unserem Land Menschen aufgrund der Tatsache, dass sie illegal ins Land gekommen sind, schwarz arbeiten müssen und dabei betrogen und ausgebeutet werden. Zweitens: Es ist vernünftig - und moralisch -, die Menschenrechte zu respektieren. Wenn wir von Einwanderern sprechen, dann sehe ich zunächst einen Menschen mit seinen Grundrechten und erst danach einen Einwanderer. Ich bin der Regierungschef eines Landes, das selbst einmal bis zu zwei Millionen Auswanderer hatte, davon viele in Deutschland. Ich möchte die Einwanderer in Spanien so behandeln, wie die Spanier als Auswanderer damals behandelt werden wollten. Die Erfahrungen der Spanier im Ausland waren sehr positiv. Viele Spanier, die aus Deutschland zurückkamen, hatten dort die demokratische Kultur kennen gelernt, nicht in den Büchern, sondern in der Fabrik.

DIE ZEIT: Ist der heutige Einwanderungsdruck auf Spanien und damit auf Europa mit der Lage der spanischen Gastarbeiter im Deutschland der sechziger und siebziger Jahre wirklich vergleichbar?

Zapatero: Natürlich ist der Druck auf Spanien aufgrund der Zuwanderung aus den afrikanischen Ländern südlich der Sahara heute ein besonderer. Die Boote, in denen die Afrikaner - überwiegend junge Menschen - übers Meer zu den Kanarischen Inseln kommen, sind eindrucksvoll. 20.000 Personen im Jahr waren es zuletzt und die Zahl steigt.

DIE ZEIT: Was wollen und was können Sie tun?

Zapatero: Wir schicken einen Teil zurück in ihre Herkunftsländer. Denen gefällt gar nicht, dass wir das erwähnen. Aber entscheidend wird sein, dass man den Zuwanderungsstrom europäisch steuert. Viel hängt davon ab, was die EU bereit ist, außerhalb ihrer Grenzen zu tun.

DIE ZEIT: In Afrika?

Zapatero: Ja. Das ist ein ausgegrenzter Kontinent, in dem Verzweiflung herrscht. Europa hat eine geschichtliche Schuld gegenüber Afrika. Und es gibt darüber hinaus die Notwendigkeit, Afrika aus eigenem, europäischen Interesse zu helfen. Nur durch Hilfe in Afrika selbst kann die Einwanderung angehalten werden. Als Spanien sich an den Übergang von der Diktatur zur Demokratie machte, hatte es die Perspektive einer Eingliederung in die Europäische Gemeinschaft. Alsbald hatten wir keine Auswanderung mehr, die Auswanderer kamen vielmehr zurück. Die große Mehrheit der Senegalesen und der Marokkaner, die heute hierher kommen, würden sehr gerne zurückgehen. Ihre Zukunft in der eigenen Heimat ist zum Teil unsere Verantwortung. Wenn wir uns dieser Verantwortung nicht auf unserem Territorium stellen, dann müssen wir es eben dort tun, in ihrem Land, um ihnen dort eine Zukunft zu geben.

DIE ZEIT: Rational und moralisch haben Sie Spaniens Position genannt. Ist aber nicht auch das Argument rational - wenn auch nicht moralisch -, wonach jedes Volk eine sozialpsychologische und ökonomische Aufnahmegrenze hat, jenseits der die berüchtigte Parole gilt: "Das Boot ist voll". Kennt Spanien keine solche Grenze?

Zapatero: Man kann nicht von einer Grenze sprechen, die nach wissenschaftlichen Kriterien definiert werden kann. Natürlich ist die soziale und ökonomische Wirklichkeit nicht immer stabil. Sie fließt. Es muss eine Balance geben zwischen Angebot und Nachfrage im Arbeitsmarkt. Der Arbeitsmarkt legt fest, wie viele Einwanderer aufgenommen werden und das natürlich mit der größtmöglichen Legalität. Wir wissen, dass wir immer illegale Zuwanderung haben werden. Das ist nicht zu verhindern. Aber bisher waren die Einwanderer ein positives Element für uns, demographisch und ökonomisch, sie tragen entscheidend bei zu unserem Wirtschaftswachstum.

DIE ZEIT: Funktioniert das multikulturelle Zusammenleben in Spanien?

Zapatero: Bis jetzt ja. Es gibt Ausnahmen, aber keine großen Ghettos am Rande der großen Städte. In Madrid beispielsweise lebt ein großer Teil der Einwanderer im historischen Kern der Stadt, das erleichtert die Integration. Außerdem befinden wir uns noch in der Phase der ersten Generation. Wir müssen die Ankunft der zweiten Generation vorbereiten, deren Gleichstellung bei den Berufschancen. Die spanische Gesellschaft wird das schaffen. Und noch eins: Sie wird eine Gesellschaft mit enormen Fortschritten sein. Alle die Gesellschaften, die versuchen, sich zu verschließen und Mauern zu errichten, die in der Angst vor der Multikulturalität leben, werden weniger kreativ sein und weniger in die Zukunft blicken.

DIE ZEIT: Was nützt dieser optimistische Blick in die Zukunft, wenn gegen den Traum vom friedlichen Zusammenleben gebombt und geschossen wird?

Zapatero: Seit ich Ministerpräsident bin, hat es in Spanien noch keinen einzigen tödlichen Anschlag gegeben.

DIE ZEIT: Als Folge Ihrer Politik?

Zapatero: Ich stelle das als Tatsache fest.

DIE ZEIT: Ist die terroristische Gewalt aber nicht, wie die Massenmigration, längst ein Problem für die EU insgesamt?

Zapatero: Natürlich. Wir haben über den Kampf gegen den Terrorismus ausführlich gesprochen. Lassen Sie mich jetzt sagen, was der gemeinsame Kampf der Demokratien gegen den Terrorismus nicht ist: Er ist nicht Irak, er ist nicht Guantanamo. Der Kampf gegen den Terrorismus ist: Vereinte Nationen, internationale Staatengemeinschaft, eine starke EU und Geltung des Völkerrechts. Er ist eine Allianz gegen den Hunger und eine Allianz der Zivilisationen gegen Armut und Krankheit.

DIE ZEIT: Der "Krieg gegen den Terror" wird in der Realität aber weiterhin in erster Linie militärisch geführt.

Zapatero: Und mit welchem Erfolg? Haben wir heute, fünf Jahre nach dem 11. September, den Kampf etwa gewonnen? Haben wir die Konsequenzen aus der Entwicklung gezogen? Die militärische Intervention im Irak hat mehr islamischen Terror geschaffen und eine größere Krise im Nahen Osten bewirkt, das haben wir soeben im Libanon in aller Brutalität erlebt. Was lernen wir daraus? In dieser schlimmsten Konfliktzone der ganzen Welt können heute nur europäische Truppen stationiert werden. Nur sie gelten als legitim. Das ist die Grundlage für die Neuorientierung der Politik.

DIE ZEIT: Wird diese Lektion in Amerika verstanden?

Zapatero: Ich bin sicher, ja. Wir müssen natürlich abwarten.

DIE ZEIT: Vielleicht bekommen Sie doch einmal Gelegenheit, mit dem Präsidenten darüber zu sprechen.

Zapatero: Ich hätte nichts dagegen. Ich bin übrigens davon überzeugt, dass diese Überlegungen in der amerikanischen Gesellschaft eine wachsende Rolle spielen.

DIE ZEIT: Herr Ministerpräsident, Spanien hat seinen eigenen Terrorismus. Sie haben der baskischen Terrororganisation Eta Verhandlungen angeboten, die zum Frieden führen sollen. Was sind die nächsten Schritte?

Zapatero: Eta, das sind 35 Jahre Gewalt. Wenn das Ende dieser Gewalt erreicht werden soll, müssen wir demokratische Geduld an den Tag legen. Ich habe der spanischen Gesellschaft gesagt, dass es ein langer, harter und schwieriger Weg sein wird, aber dass es sich für den Frieden lohnt, ihn zu gehen.

DIE ZEIT: Es hieß, in den nächsten Wochen würde es die ersten Kontakte geben.

Zapatero: Ja, es werden Vorreiter sein, präliminare Kontakte. Das braucht seine Zeit. Dieser Prozess muss mit großer Ruhe vonstatten gehen. Wer aus der Überzeugung her kommt, dass Gewalt nützlich sein kann, der braucht eben lange, um sich von diesem Irrtum zu lösen.

DIE ZEIT: Haben Sie bei diesem Prozess Kategorien dafür, was geht und was nicht?

Zapatero: Unser Weg hat nur eine Beschränkung: Der Prozess muss sich innerhalb der Legalität entwickeln. Die Demokratie ist ein großes System. Sie kann schwierige Situationen bewältigen, und sie gibt Antworten auf Probleme, die großen Schaden verursachen. Die Demokratie weiß auch, wie man eine andere Zukunft vorbereiten kann. Der Schlüssel dazu lautet: Ein baskischer Radikaler akzeptiert künftig zweierlei: Erstens: Nichts rechtfertigt die Gewalt und den Tod einer Person; zweitens: Die baskische Identität wird fortbestehen, wachsen und sich weiterentwickeln.

DIE ZEIT: Allerdings müssen Sie den Weg vorerst ohne die oppositionelle Volkspartei, die PP, gehen. Könnte in dieser Situation eine europäische Vermittlung helfen, die innenpolitischen Spannungen zu entkrampfen, etwa durch eine gemeinsame Aktion der europäischen Christdemokraten zusammen mit den EU-Sozialisten?

Zapatero: Das glaube ich nicht. Europas Interesse ist offenkundig, es hat sich ja auch der Europäische Rat positiv zu dem Prozess geäußert. Was die Unterstützung für die Regierung durch die Opposition in Madrid angeht, so fürchte ich, wird das eine Entscheidung der spanischen PP sein müssen. Natürlich sollte sie die Regierung unterstützten. Schließlich ist das keine parteipolitische Frage, sondern ein Thema des Lebens, der Freiheit und der Demokratie. Da sollte es unter Demokraten keine parteipolitischen Differenzen geben. Für mich war das schon immer so, auch in meiner innenpolitischen Verantwortung als Oppositionsführer.

DIE ZEIT: Herr Ministerpräsident, Sie sprechen sehr engagiert von Europa. Man hat allerdings den Eindruck, dass Spanien sich in der europäischen Politik nicht sonderlich engagiert. Wie kommt das?

Zapatero: Europa hat sich für Spanien engagiert, wir schulden und danken Europa sehr viel, wirtschaftlich, kulturell, sozial. Spanien ist deshalb sehr aktiv. Im Integrationsprozess werden wir nie abseits stehen. Wir sind eine mittlere Macht, und dieser Verantwortung stellen wir uns.

DIE ZEIT: Aus der "Achse" Paris-Berlin-Madrid als neuer europäischer Motor ist aber nicht viel geworden. Liegt es daran, dass Ihr Freund Schröder abhanden kam?

Zapatero:  Zu Schröder hatte ich eine ausgezeichnete Beziehung und habe sie immer noch. Ich habe sie aber auch zu Chirac. Und zur neuen Kanzlerin habe ich ein zunehmend gutes Verhältnis. Deutschland hat innerhalb der EU ein großes Gewicht, da ist es logisch, dass Berlin das Modell für diese Zusammenarbeit vorgibt. Es wird auch, was die europäische Verfassungsproblematik angeht, sehr auf die deutsche Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 ankommen.

DIE ZEIT: Sie treffen Frau Merkel in wenigen Tagen am Bodensee, im Rahmen der bilateralen Konsultationen. Werden Sie dorthin einen Kompromissvorschlag in Sachen Übernahme des spanischen Energiekonzerns Endesa durch die deutsche e.on mitbringen?.

Zapatero: Es wird eine gute Lösung geben. Spanien ist ein offenes Land. Das Problem bei dem ganzen e.on-Prozess war bisher ja nicht so sehr der Inhalt, sondern die Form. Da gab es Fehler.

DIE ZEIT: Wo und wann?

Zapatero: Die Fehler kennen nur die, die sie begangen haben. Es war jedenfalls nicht die spanische Regierung.

DIE ZEIT: Hat Sie die Brüsseler Rüge wegen des spanischen Bedingungskatalogs für die Übernahme überrascht?

Zapatero: Nein. Wir kennen die Haltung von Brüssel in dieser Frage.

DIE ZEIT: Ist Ihnen Brüssel zu "neoliberal"?

Zapatero: Es ist Brüssel. Für Brüssel hat die Kenntnis der Versorgungsprobleme von Ceuta und Melilla keine Priorität. Genauso wenig interessiert es Brüssel, wer in Lateinamerika auf dem Energiesektor präsent ist. Für die spanische Regierung bedeutet das aber sehr viel, denn das ist ein entscheidendes Stück unserer Außenpolitik. Brüssel muss nicht alles verstehen, was da passiert. Es spielt seine Rolle, hält sich an die Regeln und fällt Entscheidungen. Die Wirklichkeit ist komplexer. Sie werden aber sehen, es wird ein Happy End geben für Spanien, für Europa, für den Energiesektor, für die Stromwirtschaft, und das werden wir auf dem bilateralen Gipfeltreffen gemeinsam feiern können.

DIE ZEIT: Nächste Woche schon?

Zapatero: Ja, Sie haben mich richtig verstanden.

DIE ZEIT: Einer Berliner Anekdote zufolge haben Sie als der oberste Feminist Spaniens, Frau Merkel bei Ihrer ersten Begegnung in Berlin gefragt: "Angela, wie viele Männer hast du eigentlich in deinem Kabinett?" Stimmt das?

Zapatero: Das stimmt. Das Abendessen, das wir bei meinem ersten Besuch in Berlin im Kanzleramt hatten, um erste Arbeitskontakte zu knüpfen, war außerordentlich interessant. Wir sprachen aber nicht nur über die Zahl von Männern und Frauen im Kabinett, sondern sie hat mir ihren persönlichen und politischen Lebenslauf beschrieben. Neben aktuellen Themen wie den internationalen Terrorismus und Irak und die Folgen haben wir auch ausführlich über demokratische Werte gesprochen, zum Beispiel über das spanische Gesetz, das die Ehe von gleichgeschlechtlichen Paaren ermöglicht, sowie über unser Gesetz zur Gleichstellung von Männern und Frauen. Dabei lernte ich eine sehr offene Angela Merkel kennen. Das Gespräch war sehr angenehm.

Interview: Werner A. Perger

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Leser-Kommentare
  1. Lesen Sie bitte die vorherigen Kommentare, samt und sonders mit "superkritischen" Äußerungen über den Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero gespickt, und dann urteilen Sie selber, was für eine Art von Opposition sich hier offenbart. In Spanien ist es bei einem weiten Teil der konservativen PP-Anhänger gerade sehr in Mode den Ministerpräsidenten und seine Minister/innen mit allen nur denkbaren Schmährufen und persönlichen Beleidigungen zu verunglimpfen. Nur vergessen diese anscheinend, das sie nicht zuletzt damit auch die Mehrheit der spanischen Bevölkerung beschimpfen, die diese Regierung gewählt hat. Wenn Sie jetzt vielleicht denken, das sei ein bisschen übertrieben, dann rate ich Ihnen eine halbe Stunde den Sender der katholischen Episkopalkonferenz "COPE" zu hören, oder ein wenig die Artiikel in den Zeitungen "ABC" oder "La Razón" zu lesen, dann wissen Sie, was ich meine.
    Es ist unertäglich, wie versucht wird, alle Erfolge der jetzigen Regierung in den Schmutz zu ziehen, und sogar so weit zu gehen, das alle Bemühungen, mit der Terroristenorganisation ETA zu einer friedlichen Lösung zu kommen, in einer solchen Art und Weise angefeindet werden, das man meinen könnte, sie ziehen es vor wieder Opfer von Anschlägen zu beklagen, als das die Verhandlungen Erfolg haben könnten.

  2. Ich lebe nun schon seit 13 Jahren in Nordspanien, genauer gesagt in Cantabrien, und kann nur sagen, dass hier die Koalition zwischen PRC (den "Nationalisten" von Cantabrien) und der PSOE einigermaßen funktioniert, ohne dass mir "himmelangst" um die Zukunft Spaniens wird. (Das gilt im übrigen auch für andere Regionen wie Galicien oder Catalunien).
    Im übrigen: "ZP", wie du ihn nennst, ist wie du sicherlich weisst, in sich schon wieder eine Beleidigung seiner Person. Und es ist einfach lächerlich zu behaupten, dass der Ministerpräsident von Spanien "mit" ,ich zitiere wörtlich: "Nationalsozialistischen Minderheiten (Katalunien, Galizien, Baskenland), Chavez (Venezuela), Morales (Bolivien), Hitler II (Iran), Arafat (Palestina), Anan (UN), ETA, und anderen Terroristen" geht, als wenns seine intimen Freunde wären! Das ist genau die Denkweise, die ich kritisiere! Seien Sie ein bisschen realistischer!!!
    Sonst reduzieren Sie Ihr politisches Denken zu einer "Schwarz-Weiss" Malerei, die überhaupt nicht weiterhilft die Probleme Spaniens konstruktiv anzupacken, bei allen Meinungsverschiedenheiten über die Effektivität der spanischen Innenpolitik, die ich im übrigen z.T. auch nicht immer für gut halte.

    • drto
    • 09.09.2006 um 9:56 Uhr
    3. \N

    @ sigamos

    Das Gedächnis der Basken scheint ziemlich selektiv zu sein. Dabei ist es erst zehn Jahre her, dass einige führende Politiker der damaligen PSOE-Regierung unter Gonzalez in den Knast wanderten, weil sie die ETA mit einer illegalen Truppe und ebenso illegalen Methoden bekämpfte. Felipe entging nur deshalb dem Knast, weil ein trickreicher Winkeladvokat, der heute Innenminister ist, ihn vor Gericht rauskloppte. Aber keine Sorge - Jose Luis wirds schon richten. Dafür darf ja auch ein angeklagter mehrfacher Mörder, den Richter im Gerichtssaal als Cabron beschimpfen, dem er gerne fünf Löcher in den Pelz brennen würde.

    Eigentlich ist es bis heute ein Rätsel, weshalb die PNV 1936 die Republik unterstützte, wo sie doch eigentlich das selbe Ziel hatte wie Franco; die Errichtung eines Ständestaates.
    Nur weil dieser eben autonom, bzw. antispanisch sein sollte, hat man die von den Sozialisten angebotene Autonomie vorgezogen, diese dann aber auch nur halbherzig verteidigt.

    Ein wenig Geschichtskenntnisse sollte man schon haben.

  3. Guten Morgen, Jetzt komme ich auch zu Katalonien. Muss zugeben dass ich den ganzen Estatut nicht gelesen habe, er hat über 1000 Seiten und 200 + Paraghragen. Dank den Journalisten gab es aber mehr als genug Zusammenfassungen. Hier die meiner Meinung nach 5 kritischsten Punkte:
    1. Sprache: Die Nationalisierung in Katalonien begann schon vor 20 Jahren und die Sprache war das Argument. Bis zum Estatut war das Katalonisch zu sprechen keine Pflicht, sondern nur ein Recht. Nun hat man es als Pflicht gemacht und die Folgen sind, dass man um in Öffentlichen Ämtern arbeiten zu können Katalonisch sprechen muss, alle Dokumente und Schriftstücke sind nur noch in Katalonisch. Vor der Abstimmung des Estatut kam ans Licht, dass die Partei von Rovira (ERC) sogar so weit ging und Krankenakten von Patienten in öffentlichen Krankenhäusern einsah um zu sehen in welcher Sprache diese verfasst waren. Selbstverständlich hat dieser Datenschutzbruch keinerlei Folgen gehabt. Ich finde es ist eine Bereicherung Spaniens dass es vier offfizielle Sprachen gibt, aber nun zu den Zahlen: In Katalonien leben 7 Mio. Personen davon haben 2 Mio. das Katalonisch als 1. Muttersprache. Katalonien war schon immer aufgrund seiner Industrialisierung ein Land der Gastarbeiter. Wenn ich heute mit meiner Familie nach Katalonien gehen müsste, würde mein Kind das Katalonisch lernen müssen, da auf allen Schulen, Universitäten nur noch in Katalonisch unterrichtet wird. Jetzt spricht mein Kind aber schon 2 Sprachen perfekt (deutsch und spanisch) und ich als seine Mutter bevorzuge dass er zuerst englisch lernt als katalonisch, geht nicht. Die Nationalen Parteien gehen sogar so weit und diskutieren derzeit ob sie nicht das Spanisch durch das Französisch austauschen sollten. Das schlimme an der Sache ist, dass die Katalonien sich ins eigene Fleisch schneiden da sie einer ganzen Generation eine sprache vorenthalten die in ganz (Brasilien ausgenommen) Südamerika gesprochen wird. Am Schluss, wenn mal sich mal mit vielen Katalonen unterhalten hat sieht man auch, dass viele beide Sprachen nicht gut benützen. Eine katastrophe in meinen Augen und dient nur noch mehr der distanzierung.
    2. Steuern: Mit dem neuen Estatut kann Katalonien seine eigenen Steuern beziehen. Bisher war das nur im Baskenland möglich aufgrund einer geschichtlicher Hintergründe (fueros). Dadurch können diese beiden Regionen als einzige in Spanien Steuergelder einbeziehen und verwalten und müssen nur am Jahresende eine Abrechnung machen. Das ergibt in einem Land mit 40 Mio. Einwohnern meiner Ansicht nach keinen Sinn und macht den Bürger nur noch abhängiger von einer Landesregierung.
    3. Staatsinversionen: Mit dem Estatut haben die Katalanen erreicht, dass die Inversionen des Staates vom BIP (BSP) für ALLE Regionen abhängt. Dass bedeutet dass, wenn Madrid zum Beispiel 26 % zum spanischen BIP beiträgt auch 26 % der staatlichen Inversionen erhält. Zum einen finde ich diese Regelung idiotisch, da die Inversionen einfach zwischen den Ländern variieren unabhängig deren BIP's. Wenn halt eine neue Zugstrecke gebaut werden muss dann kann man sie derzeit halt nicht durch Extremadura führen, da es einen negativen BIP hat. Vielleicht brauchen die ärmerer Regionen Spaniens aber gerade mehr Inversionen um den Kopf hochzukriegen und attrativer zu werden. Der andere Grund ist eher witzig den die Katalonen haben sich ins eigene Fleisch geschnitten. Letztes Jahr haben sie 18 % des BIP beigesteuert, dieses Jahr werden es nur ungefähr 17,4% sein. Wirtschaftsexperten haben übrigends errechnet, dass die Folgen des Estatut sich auf Dauer negativ auf die Wirtschaft auswirken werden. Katalonien ist schon in den letzten 10 Jahren zum Stillstand gekommen was den Wirtschaftswachstum angeht. Andere Autonomien haben übrigends das gleiche Recht gefordert allerdings mit kleinen Änderungen. So hat Andalusien gefordert dass die Inversionen in nach Bevölkerung gezahlt werden und Castilla León und Castilla La Mancha nach Quadratmeterzahl der Region. Entweder ist man halt ein Land oder nicht.
    4. Bilaterale Kommissionen: Ab jetzt hat Katalonien und nur Katalonien das Recht sogenannte bilaterale Kommisionen zu Gründen. Wenn zu Beispiel der Staat einen Stausee baut der zwischen vershciedenen Autonomien liegt unter anderem Katalonien hat Katalonien Recht ein Veto einzulegen. Oder bei allen staatlichen Aktionen die ganz Spanien betreffen, Soldatenentsendungen, Infrastrukturentscheidungen, etc. Es ist meiner Meinung nach wie in jeder Firma wichtig eine Kompetenztrennung zu machen.
    5. Nation: Zuerst sollte der Estatut anfangen mit: Katalonien ist eine eigene Nation. Aber da dies aufgrund der Carta Magna nicht geht haben die Anwälte sich einen anderen Text ausgedacht: Katalonien hat nationalen Charakter und Identität. Die ERC möchte eine Katalonische Nationalmannschaft in allen Sportarten und auch an den Olympiaden als Katalonien teilnehmen. Geht halt einfach nicht. Ist für mich einfach Blödsinn.
    Mit dem Estatut haben sie noch mehr Unruhe in Spaniens Autonomiestruktur reingebracht, welche wirklich nicht gut ist. Ich glaube bald das Beste wäre das Ganze neu zu Erfinden und die Spanier zu Verpflichten darüber abstimmen zu lassen was sie sein wollen. Die Regionen die sich mit absoluter Mehrheit gegen Spanien aussprechen gehören halt dann nicht mehr dazu, aber mit allen Konzequenzen. Was durch die Ämter und Machtübertragungen in Katalonien und im Baskeland passiert ist, dass sie übervorteilt werden. Die Katalanen wollen alle Vorteile Spaniens geniessen, aber keinen der Nachteile. Tja, so sollte es halt nicht sein.
    Eine andere Möglichkeit um die regionale Nationalisierung Kataloniens zu unterbinden ist übrigends Barcelona zur Hauptstadt Spanien zu machen. Ich wette mit Ihnen dass morgen alle Probleme aufhören würden und die Katalanen plötzlich spanischer als alle Spanier wären.

  4. Zu Ihrem 1. Kommentar: Die Beziehungen zwischen PSOE und Batasuna, dem politischen Arms von ETA, sind auf das Jahr 2002 zurückhin Verfolgt worden und zwar von angesehen Journalisten. Dies wurde auch nicht von dem Pais verneint. Die Wahlkampagne, eine sehr intelligente, von ZP begann im Jahre 2000. Das Schiffunglück Prestige wurde derart hochgespielt von der Presse und von den linksgerichteten Parteien, dass es Ihnen gelang wirklich Meinungsänderungen herbeizuführen. Das eigentliche Problem von dem Tanker Prestige war doch dass in der EU noch kein Gesetz für einen doppelten Schiffskörper vorlag. Als dass Schiff dann wirklich leckte gab's nur 2 Möglichkeiten, es in den Hafen von la Coruña zu ziehen oder es aufs Meer rausuziehen und zu hoffen, dass die Mehrheit des Petroliums abgepumt werden kann. Aufgrund des Unglücks wurden Politikern der Tod gewünscht und die Katastropheninszenierung wahren vollkommen übertrieben. Die letzen autonomen Wahlen sind der Beweis dafür, denn dort haben die wahren Betroffenen abgestimmt. Das Ergebnis war dass die PP um 1 Stimme die absolute Mehrheit verfehlt hat und die PSOE nur regiert weil sie sich mit allen nur möglichen nationalen und anderen linksparteien zusammengeschlossen hat. Zu Vergleichen wäre dies wenn in Deutschland heute die SPD mit Lafontaine an der Regierung wäre. Die 10 jährigen Folgen sind nicht eingetreten. Ich hätte der spanischen Presse damals zugestimmt, wenn es ein PP Parteimitglied gewesen wäre der dass Loch in den Schiffsrumpf gebohrt hätte. Die Entschädigungen an die Betroffenen wurden übrigends nur durch die Regierung ausgezahlt, die Spendengelder der damals gegründetet "Nunca Mais" sind regelrecht im Sande verlaufen. Nunca Mais hat sich übrigends vor kurzem wegen den Waldbränden wieder mal von seiner wahren Seite gezeigt. Sie liefen mit Sprechchören wie als nächsten brennen die von der PP, Aznar Waldmörder.

    Zu Ihrem 2. Kommentar: Im Attentat vom 11. März hat die PP ohne Zweifel ein schlechtes Bild abgegeben, aber aus den selben Gründen wie immer. Die PP hat sich noch nie gut verkauft und am Anfang hat auch der Informationsfluss innerhalb der Regierung nicht gestimmt. Der 11. März und die in den letzten 2 Jahren erforschten Hintergründe sind leider im Ausland nicht bekannt. Ich kann hier mal kurz darauf eingehen. Es ist nachgewiesen, dass PSOE Politiker bereits im Jahre 2002 Kontakte mit Batasunamitgliedern hatten (politischer Arm von ETA, bei diesen Kontakten wahren auch ERC Mitglieder dabei). Am 23. Dezember im Jahre 2003 nahmen Agenten in einem Zug 2 ETA Mitglieder fest die 2 Rucksäcke mit Sprengsätzen depositiert hatten. In den ersten Stunden nach dem Attentat vom 11. März haben alle, und ich sage ALLE Oppositionsparteivorsitzende ETA für den Anschlag verantwortlich gemacht (es gibt genügend Videoaufzeichungen). In diesem Moment begann übrigends meiner Ansicht nach Aznar seinen grössten Fehler, er hätte alle diese Parteivorsitzenden nur in die Moncloa einladen müssen und ein Foto mit Ihnen machen müssen. Jetzt zu den letzten Aufklärungen die man in einem Kommentar nicht zusammenfassen kann (werde deshalb diesem Kommentar einen LINK anhängen). Es gibt 3 Periodisten die derzeit fast wöchentlich neue Erkenntnisse an den Tag bringen. Hier ein paar in Kurzform: Die Korankassette die in einem Lieferwagen gefunden wurde und die Zünder und Sprengstoffreste waren erst später in diesen Lieferwagen hinterlegt worden. Die Sprengstoffhunde (2 verschiedene) fanden bei der ersten Untersuchung überhaupt nichts. Videoaufnahmen von den Stationen wurden erst spät oder nie an den bearbeitenden Richter übergeben. Die zu erst Festgenommenen waren kleine Gängster und unter Ihnen war waren zwei Hindus die wirklich keinen Islamischfundementalistischen Hintergrund haben. Von allen Festgenommenen wurde die Mehrheit wieder auf freien Fuss gesetzt. Und jetzt das Beste, die Hauptprobe gegen die noch Inhaftierten war ein Rucksack der scheinbar am 11. März nicht hochgegangen ist und der am gleichen Tag nach einer langen Irrfahrt in der polizeistation von Vallecas landet (der Polizeichef von Vallecas ist übrigends von Dienst suspendiert worden weil er viele Monate danach zwei PP-Mitglieder festnehmen liess ohne Ihnen ihre Rechte zu lesen, weil sie scheinbar auf einer Demonstration den damaligen Aussenminister Bono schlugen, was sich als falsch erwies). Dieser Rucksack wahr in wirklichkeit eine Tasche mit anderem Bausatz anderem Sprengstoff anderem Mechanismus etc. Die Originaltasche befand sich übrigends in Händen des Sprengstofferxperten in seinem Küchenschrank und wurde erst nach Aufforderung des Richters mit der falschen ausgetauscht. Es gibt auch mitlerweile eine Verbindung zur ETA. Weiterhin sind die Leichen der vermeindlichen Täter nie richtig untersucht worden, aber aufgrund Zeugenaussagen hatten einige die Hosen verkehrtrum an und waren nicht zusammen als sie sich in die Luft jagten (einer lag sogar im Bett). Eine Verbindung zu Al-Kaeda wurde nie hergestellt. Trotz den letzten Erkenntnissen in der Investigation will die PSOE werder die alte Untersuchung fortführen noch eine neue Untersuchungskommission bilden. Warum?

    Ich war damals für die Unterstützung im Irak, zum einen da spanische Soldaten im Krieg nicht teilnahmen sondern erst später und in logistischen Fragen zum Einsatz kamen. Weil Sadam Hussein ein blutiger Diktator war. Weil Spanien in den letzten Jahren endlich mal wieder eine starke Aussenpolitische Stellung bezog und weil sich kein westliches Land heute sicherwiegen kann (siehe Deutschland mit den 2 libanischen Jungs-Rucksäcke in Zügen- und Deutschland hat auch keine Truppen im Irak gehabt - obwohl auch wir halfen wenn auch verdeckt). Der islamistische Terror hat erst angefangen und entweder fangen wir ernsthaft an etwas zu tun oder wir werden halt immer mehr Freiheiten verlieren und mit ständiger Angst lässt es sich nicht gut Leben. Spanien ist aufgrund seiner geographischen Lage ein Land dass morgen schnell in Probleme kommen kann. Ein starkes Spanien ist von N¨ten. [Wir können leider nicht alle Verweise auf andere Internetseiten prüfen. Bitte haben Sie Verständnis, dass Links gelöscht werden. gez. Die Redaktion]

    • drto
    • 06.09.2006 um 16:00 Uhr
    6. \N

    Zapateros "Regierungskunst" beruht auf zwei Prinzipien: Positive Diskriminierung, die er Partizipation nennt, und grenzenlose Selbstüberschätzung. So werden nicht nur die Homosexuellen und Frauen positiv diskriminiert, sondern auch die ETA und ihre Unterorganisationen, die auf der EU-Liste der terrostischen Organisationen stehen.Ebenfalls positiv diskrimniert wird Hisbollah und Hamas, sowie das Mullahregime in Teheran.

    In diesem Kontext hätte ein interessierter Interviewer sich doch mal erklären lassen sollen, was Z. mit dem "primären Tumor" im Nahen Osten meint.

    Auch die folgenden Punkte, besonders die "baskische Identität" und wie der Rechtsstaat verurteilte Mörder der ETA zu behandeln gedenkt, sind klärungsbedürftig. Besonders dürfte Frankreich das mit der baskischen Identität (und auch der katalanischen interessieren).

    "Ein baskischer Radikaler akzeptiert künftig zweierlei: 1. nichts rechtfertigt die Gewalt und den Tod einer Person; 2. die baskische Identität wird fort bestehen, wachsen und sich weiter entwickeln."

    Zapatero überschätzt sich nicht nur hinsichtlich seines Einflusses in den USA, wo er und sein Außenminister fast so etwas wie unerwünschte Personen sind. Er kann nicht zwischen diplomatischer Höflichkeit in, und konstruktive Beziehungen zu Paris und Berlin unterscheiden.

    • drto
    • 07.09.2006 um 9:02 Uhr
    7. \N

    Wenn Zapatero sagt, "Seit ich Ministerpräsident bin, hat es in Spanien noch keinen einzigen tödlichen Anschlag gegeben," schanzt er indirekt der PP und seinem Vorgänger Aznar die Schuld am 11/3 zu. Er entschuldigt damit nicht nur die wirklichen Täter, islamistische Terroristen, sondern verläßt damit auch die zuvor mit der PP gebildete, gemeinsame Antiterrorismusplattform, die sich gegen ETA/Batasuna richtete. Denn die o.a. Ausssage impliziert zugleich, dass seine Interpretation des von der ETA verkündeten Waffenstillstandes die einzig mögliche, und die PP daher auch schuld am ETA-Terrorismus sei.

    Die parlamentarische Untersuchung des 11/3 war eine Farce, die von den Chefdemagogen des PSOE nur zu dem Zweck inszeniert wurde, um die Regierung Aznar nachträglich zu denunzieren und sich selbst positiv zu diskrimnieren.

    Im Baskenland und Navarra findet immer noch tagtäglich "Gewalt gegen Sachen" statt, wie Anschläge mit Molotowcactails auf Bankautomaten und PP-Parteibüros euphemistisch genannt werden. Das Eintreiben von sogenannten Revolutionssteuern durch ETA und JARRAI ist denn wohl eher der Gewalt gegen Personen zuzuordnen. Polizeiliches Einschreiten gegen den "Terror der Straße" wird von der ETA als staatlich, spanische Repression gewertet, gegen die man sich gegebenfalls mit Waffengewalt wehren müsse.

    Dennoch würde ich nicht sagen, dass Zapatero der schlechteste Ministerpräsident sei den Spanien je hatte. Largo Caballero, Zapateros Vorbild, war noch viel schlechter.

  5. Traue nie einen Spanier! Sie sind neidisch und anerkennen nie eigene Fehler! Wir Basken sind friedliche Leute. Die Spanier haben uns seit eh und je angegriffen und uns viel Leid angetan und noch heute werden unsere Rechte nicht anerkannt. Wie kann ein Baske in Spanien leben wenn die Spanier uns als Spanier betrachten und uns nicht als Basken anerkennen wollen? Basken die baskisch sprachen wurden als Primitivkerle bezeichnet und beschimpft und nicht nur das, jahrelang bekam man Knöllchen wenn man baskisch sprach, in der Schule unter Franco wurde baskisch nicht gelehrt und man wurde geschlagen wenn man baskisch miteinander sprach. Wir Basken wollen nicht den Spaniern sagen was sie in Spanien machen sollen. So wollen wir auch nicht das sie im Baskenland uns lehren was wir machen sollen. Die Beziehungen waren immer schlecht weil die Spanier es so wollten. Eta hat versucht die Lage zu gunsten der Basken zu ändern so wie die Spanier das Gegenteil versucht haben. Eta hat ermordet und die Spanier auch und sie bezeichnen Eta als Terroristen und sie selbst als Demokraten, aber sie haben auch unschuldige friedliche Leute ermordet und nichts ist geschehen (sie würden das als Kollaterale Schäden bezeichnen aber ein demokratisches Land darf nicht als Terrorist erscheinen und in Spanien ist es so gewesen. Minister von Zapateros Partei waren daran beteiligt und sie sind auf freiem Fuss. Terrroristen die schon auf freiem Fuss sein müssten, sitzen noch im Gefängnis weil Zapatero sie als Geiseln ausnutzt. Wir verlangen nur das Recht auf die Unabhängigkeit. Das ist alles. Eta spielt keine Rolle mehr. Wenn es in der EU Demokratie gibt werden wir unser Recht anerkannt bekommen - so wie andere Länder in Europa es in letzter Zeit schon anerkannt bekommen haben - und das wird das Ende aller Probleme sein. Die Kommentare die ich hier gelesen habe kommen nicht von Basken sondern von Spaniern die keinesfalls unparteilich bezeichnet werden können. In Spanien gibt es noch viele Faschisten die noch von der grossen Heimat träumen und für sie das Baskenland gehört zu Spanien so wie Kuba, Florida oder die Philippinen. Mit solchen Leuten ist es schwierig gemeinsam zu leben und deswegen wollen wir unser Frieden haben. Viel Glück an alle und traue nie einen Spanier, er wird Dich ausnutzen so wie er sie uns seit 500 Jahren ausnutzt.

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