Nordpol Schwindsüchtige Arktis

Neue Satellitenbilder zeigen "dramatische Öffnungen" des vermeintlich "ewigen" Eises im hohen Norden. Selbst Wissenschaftler zeigen sich schockiert von den Aufnahmen.

Eiskalter Schrecken: Die linke Satellitenaufnahme zeigt die Eiskonzentration um den Nordpol (schwarzes Loch) am 24. August 2005. Pinke Flächen sind vollständig vom Eis bedeckt. Rechts daneben der Zustand der Arktis am 23. August 2006. Insbesondere im Bild rechts und unten kann man die massiven Verluste in der Eisdecke erkennen, die binnen eines einzigen Jahres erfolgten.

Eiskalter Schrecken: Die linke Satellitenaufnahme zeigt die Eiskonzentration um den Nordpol (schwarzes Loch) am 24. August 2005. Pinke Flächen sind vollständig vom Eis bedeckt. Rechts daneben der Zustand der Arktis am 23. August 2006. Insbesondere im Bild rechts und unten kann man die massiven Verluste in der Eisdecke erkennen, die binnen eines einzigen Jahres erfolgten.

Wenn es Sommer wird auf der Nordhalbkugel unseres Planeten, dann schmilzt naturgemäß auch die Eisdecke in der Arktis. Weniger Eis allein ist also noch kein Grund zur Aufregung. Jene Bilder aber, die der Erdbeobachtungssatellit Envisat erst vor wenigen Wochen zur Erde funkte, haben nun sogar langjährigen Experten einen Schrecken versetzt: Bis zu einem Zehntel der sonst auch im Sommer geschlossenen Eisdecke ist verschwunden, und wo das Nordmeer einst undurchdringlich blieb, schwimmt gefrorenes Wasser nur noch in Brocken herum.

Einen solchen, drastischen Kahlschlag im arktischen Eis hat nach eigener Aussage auch Ozeanforscher Mark Drinkwater von der European Space Angency (Esa) noch nie gesehen. "Es ist absolut vorstellbar, dass ein Schiff mühelos von Spitzbergen oder Nordsibirien bis zum Nordpol durch das gelangt wäre, was normalerweise Packeis ist", sagte der erstaunte Wissenschaftler. Die auf den Satellitenbildern erkennbaren Öffnungen im Eis erstrecken sich über ein Gebiet, das nördlich von Svalbard in Norwegen liegt und größer ist als die Britischen Inseln. Ein Teil der Lücken hat sich mit dem einsetzenden Herbstfrost zwar wieder geschlossen. Dennoch bleibt die Frage nach der Ursache für diesen Schwindsuchtanfall.

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Das arktische Eis - oder Nichteis - nördlich von Svalbard, Norwegen.

Das arktische Eis - oder Nichteis - nördlich von Svalbard, Norwegen.

Da ist zum einen der Klimawandel: Erst in der vergangenen Woche hatten US-Klimaforscher Alarm geschlagen, weil das ewige Eis in der Arktis zuletzt drastisch abschmolz. Nun fürchtet man eine Spirale der Erwärmung im hohen Norden, denn allein von den Jahren 2004 bis 2005 gingen etwa 720.000 Quadratkilometer und damit ein Siebtel des ganzjährig vorhandenen Eises verloren. Dies entspricht einem Gebiet von der Größe des US-Bundesstaates Texas. Im September 2005 wurde so wenig Eis in der Arktis gemessen wie noch nie seit Beginn der Satelliten-Aufzeichnungen im Jahre 1978. Betroffen war vor allem der Ostarktische Ozean oberhalb von Europa und Asien.

Die Esa führte die diesmal beobachteten Änderungen eher auf das Wetter des vergangenen Spätsommers zurück: Demnach sollen Stürme die riesigen Eisflächen in Stücke gerissen haben. Welches der zwei Phänomen tatsächlich schuld ist am eisigen Trümmerhaufen - oder ob beide ihren Anteil daran haben -, bleibt vorerst aber unklar. Fest steht nur: Die Eis-Konzentration im Gebiet zwischen Spitzbergen, dem Nordpol und Sewernaja Semlija lag für den August deutlich unterhalb aller bislang gemessenen Werte. "Wenn dieser anormale Trend sich fortsetzt, wird die Nordost-Passage zwischen Europa und Asien längere Zeit über offen sein", sagte Mark Drinkwater. Dann sei denkbar, dass in zehn oder zwanzig Jahren sogar Weltumseglungen direkt durch den sommerlichen Arktischen Ozean hindurch erfolgen.

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Leser-Kommentare
  1. 1. \N

    Bedrueckend ist in meinen Augen nicht nur die Nachricht selbst, sondern auch, wie damit umgegangen sind.
    Obwohl uns zur Zeit gehaeuft Nachrichten erreichen, die die Befuerchtungen und negativen Prognosen oekologisch denkender Wissenschaftler aus den 70er und 80er Jahren bestaetigen (Club of Rome, Global 2000), wie das Abschmelzen der Polkappen, katastrophale Waldschadensberichte, drastisch ansteigende Energiepreise, veraenderungen der Klimazonen etc., so sind die Reaktionen dazu eher gedaempft.
    Waehrend in den 80er Jahren Menschen gegen Kernkraftwerke oder neue Startbahnen demonstrierten, eine gruene Partei gegruendet wurde, die umweltpolitische Aspekte im Parlament vertreten wollte, so scheint heute, wenn es um solche Themen geht, ein gewisser oeko-Fatalismus eingetreten zu sein.
    Die damalige, vielleicht auch naive, Euphorie in Sachen Umweltfragen ist einer eher resignierten Haltung gewichen.
    Angesichts der wirtschaftlichen Folgen, die die Globalisierung und das Zusammenwachsen der Maerkte fuer Deutschland bringt, wird immer mehr bewusst, wie wenig der einzelne angesichts einer wachsenden Weltbevoelkerung veraendern kann.
    Eine solche Sichtweise der Dinge kann aber auch in dieser Hinsicht oportun ausgelegt werden, dass sich jeder einzelne nun um so leichter aus seiner persoenlichen Verantwortung um die weitere Entwicklung des Weltklimas etc. herausziehen kann.
    (Was bedeutet schon mein neuer Porsche Cayenne in Anbetracht der Mobilisierung von einer Millarde Chinesen..?)
    Der Ansatz, unangehme Enwicklungen als Strafe Gottes zu betrachten und damit aus dem eigenen Verantwortungsbereich zu schieben, traegt meines Erachtens auch nicht zu einem konstruktiven und aktiven Umgang mit einer Thematik bei, die die Menschheit in Zukunft immer drastischer bedraengen und beschaeftigen wird.
    Aber Handlungen erfolgen wohl immer erst unter Leidensdruck.
    Und der Nordpol erscheint uns im Moment noch weit weg (dabei liegt er doch geografisch gesehen noch naeher, als die Bahamas oder Sri Lanka)

  2. Es wird sehr unwirtlich werden auf dieser Welt, und viele Menschen werden ganz neue Vorstellungen von Komfort entwickeln müssen. Aber am Ende wird es wieder mal vor allem die Armen treffen, denen es jetzt schon dreckig geht. Man kann nicht dauernd im Hotel Natur wohnen, ohne zu bezahlen.

  3. Frag mal unseren Kumpel aus der Eiszeit "Ötzi" was er vom heutigen Klima hält. Entweder es wäre ihm devinitiv zu heiß oder vielleicht würde er auch erfreut nach noch mehr Wärme rufen.

    "Du Manni, weißt Du auf was ich Bock habe? Auf totale globale Erwärmung!

  4. Der Artikel wird wohl verstanden als das Aufzeigen einer neuen Sünde der Menschheit, diesmal am Beispiel des Abschmelzens des Eises am Nordpol, was nicht nur den Verfasser, sondern auch Wissenschaftler angeblich schockiert.

    Dabei ist seit langem bekannt, z. B. seit den 50iger Jahren durch die Fahrten der US-Atom U-Boote unter dem Eis, dass der Nordpol im Sommer meist eisfrei ist, verursacht durch Spannungen im schwimmenden Eis und die über den ganzen Tag anhaltende Sonneneinstrahlung. Selbst Vögel sind dort im Sommer anzutreffen.

    Deswegen bieten russische Touristikunternehmen seit Jahren Schiffsreisen zum eisfreien Nordpol an. Dies hat aber einen amerikanischen Harvard-Professor und ehemaligen Vize-Präsidenten des IPCC nicht davon abgehalten, auf der Titelseite der New York Times einen unfangreichen Artikel zu publizieren mit der Behauptung, seit 50 Mio Jahren sei erstmals der Nordpol eisfrei. Die Korrektur der Aussage kam dann, wie üblich, auf einer der hinteren Seiten, in geringem Umfang.

    Der Direktor des “International Arctic Reserach Center, Alaska, Fairbanks, DR. SYUN-ICHI AKASOFU
    hat in einer Anhörung eines US-Senatsausschusses am 26. April 2006 darauf hingewiesen, dass die derzeit zu verzeichnenden Temperaturen alles anderes als außergewöhnlich seien. Bereits in den 40iger Jahren waren die Temperaturen in der Arktis nach Aufzeichnungen von Polyakov.so hoch oder noch höher als derzeit.

    Die effektiv gemessenen Temperaturen weichen zumindest in der Fläche, weit ab von denen durch Computer simulierten. Und die durch die internationale Arktiskommission angegebene Temperaturerhöhung kam nur dadurch zustande, dass man plötzlich einen Teil Sibiriens als Arktis deklarierte, was er vorher nicht war.

    Aussagen über einen Zeitraum von 30 Jahren sind zu ungenau, um damit eine gültige Aussage zu machen. Derzeit ist es wohl so, dass vermehrt warmes Wasser von den südlichen Breiten nach Norden fliesst Dies hängt wohl zusammen mit Veränderungen natürlicher Phänomene wie der der Nordatlantik-Oszillation (NOA).

    In der Antarktis wachsen derzeit das Eismassen im überwiegenden Teil, ebenso in Grönland.

    Offenbar soll der Bevölkerung wieder Angst und Schrecken eingejagt werden. Eine neue Variante hat die Royal Academy von Grossbritannien jetzt geboten. Sie verlangt von Exxon Mobile eine Aufstellung aller finanziellen Unterstützungen an Organisationen, die nicht mit den Aussagen des IPCC übereinstimmen. Und die BBC wurde vom Vorstand der Academy glatt aufgefordert, nicht mehr über die Wissenschaftler zu berichten, die der “offiziellen Meinung des IPCC” nicht zustimmen.

    Es ist bereits beinahe so wie im Mittelalter. Da wurden ca. 22000 Frauen und Männer in Deutschland als Hexen und Hexer verbrannt, weil man sie für das schlechte Wetter verantwortlich machten. Soweit sind wir aber noch nicht.

  5. Der Artikel wird wohl verstanden als das Aufzeigen einer neuen Sünde der Menschheit, diesmal am Beispiel des Abschmelzens des Eises am Nordpol, was nicht nur den Verfasser, sondern auch Wissenschaftler angeblich schockiert.

    Dabei ist seit langem bekannt, z. B. seit den 50iger Jahren durch die Fahrten der US-Atom U-Boote unter dem Eis, dass der Nordpol im Sommer meist eisfrei ist, verursacht durch Spannungen im schwimmenden Eis und die über den ganzen Tag anhaltende Sonneneinstrahlung. Selbst Vögel sind dort im Sommer anzutreffen.

    Deswegen bieten russische Touristikunternehmen seit Jahren Schiffsreisen zum eisfreien Nordpol an. Dies hat aber einen amerikanischen Harvard-Professor und ehemaligen Vize-Präsidenten des IPCC nicht davon abgehalten, auf der Titelseite der New York Times einen unfangreichen Artikel zu publizieren mit der Behauptung, seit 50 Mio Jahren sei erstmals der Nordpol eisfrei. Die Korrektur der Aussage kam dann, wie üblich, auf einer der hinteren Seiten, in geringem Umfang.

    Der Direktor des “International Arctic Reserach Center, Alaska, Fairbanks, DR. SYUN-ICHI AKASOFU
    hat in einer Anhörung eines US-Senatsausschusses am 26. April 2006 darauf hingewiesen, dass die derzeit zu verzeichnenden Temperaturen alles anderes als außergewöhnlich seien. Bereits in den 40iger Jahren waren die Temperaturen in der Arktis nach Aufzeichnungen von Polyakov.so hoch oder noch höher als derzeit.

    Die effektiv gemessenen Temperaturen weichen zumindest in der Fläche, weit ab von denen durch Computer simulierten. Und die durch die internationale Arktiskommission angegebene Temperaturerhöhung kam nur dadurch zustande, dass man plötzlich einen Teil Sibiriens als Arktis deklarierte, was er vorher nicht war.

    Aussagen über einen Zeitraum von 30 Jahren sind zu ungenau, um damit eine gültige Aussage zu machen. Derzeit ist es wohl so, dass vermehrt warmes Wasser von den südlichen Breiten nach Norden fliesst Dies hängt wohl zusammen mit Veränderungen natürlicher Phänomene wie der der Nordatlantik-Oszillation (NOA).

    In der Antarktis wachsen derzeit das Eismassen im überwiegenden Teil, ebenso in Grönland.

    Offenbar soll der Bevölkerung wieder Angst und Schrecken eingejagt werden. Eine neue Variante hat die Royal Academy von Grossbritannien jetzt geboten. Sie verlangt von Exxon Mobile eine Aufstellung aller finanziellen Unterstützungen an Organisationen, die nicht mit den Aussagen des IPCC übereinstimmen. Und die BBC wurde vom Vorstand der Academy glatt aufgefordert, nicht mehr über die Wissenschaftler zu berichten, die der “offiziellen Meinung des IPCC” nicht zustimmen.

    Es ist bereits beinahe so wie im Mittelalter. Da wurden ca. 22000 Frauen und Männer in Deutschland als Hexen und Hexer verbrannt, weil man sie für das schlechte Wetter verantwortlich machten. Soweit sind wir aber noch nicht.

  6. Mein alter Freund H. ist vor ca. 2o Jahren nach Indonesien (Bali) ausgewandert. Vor ca. 16 Jahren baute er sich im Norden, Lavona-Beach, Anturan-Singaraja ein Haus, und das in Strandnähe. Damals maß der Strand bis zum Meer ca. 26 mtr.heute sind es gerade mal noch ca 5 mtr. Nun kann er sich ausrechnen wie lange er dort noch wohnen kann. Auswirkungen des Klimawandels hautnah. Der Meeresspiegel steigt!

  7. Im Zeichen der Byzanz-Rede des Papstes bleibt kaum die Frage: Wer ist nun Schuld an der ganzen Misere? Der Mensch natürlich, wer sonst. Die Frage ist, welcher Mensch. Wer soll gestraft werden: Die (fundamentalen, siehe ARTE) Christen, die heißblütigen, zuweil explosiven (hat ja nix mit Gewalt zu tun) Muslime oder die ewig zynischen Ungläubigen, die Atheisten, die Gottlosen?

    Und wer will uns/andere überhaupt mit diesem Klimawandel, dem großflächigen Abschmelzen von Speiseeis, ansteigenden Pegeln und ganzährig sommerlichen Temperaturen abstrafen? Gott oder Allah oder gar beide in einer Art Personalunion?

    Das sind doch die Fragen die in dieser Zeit wirklich wichtig sind.
    Gott und/oder Allah erschuf(en) die Welt vor 6.000 Jahren. Unser Leben wie wir es kennen begann im Wesentlichen mit einer Sintflut. Wie sie im christlichen Lehrbuche steht. Und man sieht: Es wird mit einer Sintflut enden. Schon bald!

    • bierus
    • 21.09.2006 um 11:15 Uhr

    Die Erde wandelt sich. Mit ihr das Klima. Und zwar schon immer. Derlei Prozesse (egal ob der Mensch nun Mitverursacher ist oder nicht) sind nicht aufzuhalten. Stattdessen sollten wir überlegen, wie wir uns vor den Folgen des Klimawandels schützen können. Firlefanz wie das Kyoto-Protokoll welches bekanntlich Indien und China nicht mit einbezieht und daher witzlos ist können wir hierbei getrost vergessen. Und um meinem Vorvorredner gleich zu widersprechen, der Meeresspiegel ist bisher NICHT gestiegen. Das täte er nebenbei bemerkt auch dann nicht wenn die gesamte Arktis eisfrei würde weil das arktische Eis (mit Ausnahme des grönländischen welches aber im Wachsen begriffen ist) nun einmal auf dem Meer schwimmt. Was seinen Freund bzw. dessen Behausung in Bali angeht, an Küsten finden nun einmal Erosionsprozesse statt. Auch das wra schon immer so. Um dies zu beobachten reicht übrigens eine Reise nach Sylt. Anderenorts finden durch Sedimentablagerungen ständig Verlandungsprozesse statt.

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