Arbeitsmarkt Subvention für echte Arbeit
Niedriglöhner sollen brutto für netto verdienen, damit sie Jobs annehmen, statt Arbeitslosengeld zu kassieren, sagt der Ökonom Peter Bofinger. Und schlägt ein Grundeinkommen von 750 Euro vor.
Peter Bofinger hat eine Idee. Das kommt häufiger vor, und oft erntet der Würzburger Wirtschaftsprofessor und bekennende Keynesianer im Kreise seiner vier andern Wirtschaftsweisen dafür Kritik. Weshalb Bofinger sich beeilt zu betonen, dass das Papier, welches er an diesem Freitag im sächsischen Wirtschaftsministerium vorstellt, auf keinen Fall als Minderheitsvotum oder sogar Gegengutachten zum vergangene Woche veröffentlichten Kombilohnmodell der Wirtschaftsweisen verstanden werden soll.
Nichtsdestotrotz ist es genau das. Bofinger präsentiert eine negative Einkommenssteuer für Geringverdiener, angelehnt an Vorbilder in den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Die Idee: Für solche Arbeitnehmer, die für sehr geringen Lohn und mindestens 30 Stunden in der Woche arbeiten, soll ein abgabefreies Grundeinkommen eingeführt werden. Es soll für Ledige bei 750 Euro im Monat liegen, für Verheiratete bei 1300 Euro. Wer einen solchen Job hat, soll zwar weiterhin Beiträge zu den Sozialversicherungen zahlen, bekommt dieses Geld aber vom Staat zurück. Er verdient also brutto für netto. Wer Kinder hat, dem soll der Staat zudem ein erhöhtes Kindergeld von 207 Euro zahlen, den gleichen Beitrag also, den Kinder von ALG-II-Empfängern erhalten. Je mehr ein Arbeitnehmer verdient, desto geringer soll der Zuschuss werden, bis zu einer Grenze von 1300 Euro bei Ledigen, 2000 Euro bei Verheirateten. Wer mehr verdient, zahlt Steuern und Abgaben wie bisher. Vier Milliarden Euro würde sein Vorhaben den Staat kosten, sagt Bofinger.
Was dieses Konzept von dem Entwurf der Wirtschaftsweisen unterscheidet, ist, dass es die Frage beantwortet, wie man Menschen dazu motiviert, reguläre Jobs zu suchen, auch wenn sie schlecht bezahlt sind. Beide Seiten gehen von demselben Befund aus: Der Abstand zwischen dem, was Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose durch reguläre Arbeit verdienen können zu dem, was sie als Arbeitslosengeld bekommen, ist zu gering. Deshalb entwickelten die Wirtschaftsweisen im Auftrag der Bundesregierung ein Kombilohnmodell, nach dem der Regelsatz für Hartz-IV-Empfänger um 30 Prozent gekürzt werden sollte. Zudem sollte danach die Einkommensgrenze für die steuerfreien und mit pauschalen Sozialabgaben belegten Minijobs von 400 auf 200 Euro gesenkt werden. Letztlich steckt dahinter der Gedanke, man müsse das Arbeitslosendasein für möglichst viele Menschen möglichst unattraktiv machen, damit sie einen - auch schlecht bezahlten - Job annehmen. Den allerdings muss es auch geben. Deshalb wollen die Wirtschaftsweisen, dass das Arbeitslosengeld II nur unter der Bedigung gekürzt wird, dass jeder Erwerbslose eine Zusatzbeschäftigung angeboten bekommt, damit er sein Einkommensniveau mindestens halten kann. Bis zu 350.000 Stellen könnten auf diese Weise im Niedriglohnsektor entstehen, rechneten die Wirtschaftsweisen vor.
Bei den Arbeitsmarktexperten von SPD und CDU stieß dieser Plan auf heftige Ablehnung. Im Arbeitsministerium erwägt man immerhin, die Minijobs für Hartz-IV-Empfänger einzuschränken. Bofinger geht weiter. Er will die 400-Euro-Jobs ganz abschaffen und die dadurch freiwerdenden zwei Milliarden Euro in die negative Einkommenssteuer stecken. Außerdem sollte der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung nicht, wie bislang geplant, im kommenden Jahr pauschal um zwei Prozent gesenkt werden, sondern nur für die untersten Einkommensstufen.
"Gegenwärtig sind reguläre Arbeitsverhältnisse das teuerste, was einem Arbeitgeber im Niedriglohnsektor passieren kann", sagt Bofinger. Indem sein Konzept Vollzeitarbeit subventioniere, würden solche Beschäftigungsverhältnisse wieder attraktiv. Deshalb will Bofinger auch die Hinzuverdienstregeln für Arbeitslose drastisch verschärfen. 85 Prozent des Geldes, das Hartz-IV-Empfänger auf diese Weise erwirtschaften, soll auf ihr Arbeitslosengeld angerechnet werden. Außerdem sollte ein Mindestlohn von 4,50 Euro für den Niedriglohnsektor gelten - womit jemand, der 40 Stunden in der Woche arbeitet, wieder fast jene 750 Euro Grundeinkommen erreichen würde, die Bofinger vorschlägt. Außerdem, das zeigt das Vorbild Großbritannien, kann eine solche Regel Lohndrückerei verhindern.
Weil man nach diesem Modell durch reguläre Arbeit in jedem Fall mehr verdient, als ein Arbeitsloser zur Verfügung hat, würden wieder mehr Menschen motiviert, sich eine Stelle zu suchen, erwartet Bofinger. Und sie entkämen der Bürokratie der Arbeitsagenturen. "Nur müssen wir dafür sorgen, dass diejenigen, die regulär arbeiten, ihren Lebensunterhalt auch aus eigener Kraft bestreiten können."
Allerdings: Der Durchbruch am Arbeitsmarkt sei sein Vorschlag nicht, sagt Bofinger; und will sich auch nicht darauf festlegen, wie viele Menschen auf diese Weise wieder in Arbeit kommen könnten. Aber immerhin gebe es sieben Millionen geringfügig Beschäftigte in Deutschland, dazu eine nicht bekannte Zahl an Kurzzeitverträgen und Scheinselbstständigen. "Diesen Sumpf müssen wir trockenlegen." Ob sein Plan allerdings bei den entscheidenden Arbeitsmarktpolitikern verfangen wird, daran hat auch der Wirtschaftsweise einige Zweifel. Freilich regiert auch in Dresden eine Große Koalition. Sie hat das Gutachten in Auftrag gegeben. Insofern könnte es zumindest etwas frischen Wind in die Berliner Mindest-Kombilohn-Debatte bringen.
Zudem findet die Idee einer negativen Einkommenssteuer
Unterstützung von höchster Stelle. Schon im Januar hatte
Bundespräsident Horst Köhler sie als "eine Art Grundeinkommen" nach
US-Vorbild ins Gespräch gebracht. Nur zeigen Untersuchungen aus
Amerika, dass eine solche Steuergutschrift zwar positive Impulse zur
Annahme gering bezahlter Arbeit bringt, aber nicht als
Reintegrationsinstrument für Arbeitslose wirkt. Dafür macht sie Löhne
armutsfest, vor allem bei Haushalten, in denen Kinder leben. Und das
wäre ja auch schon etwas.
Weitere Informationen im Internet:
Das vollständige Gutachten finden Sie hier
- Datum 04.08.2006 - 14:00 Uhr
- Quelle ZEIT online
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H.Bonfinger ist eigentlich der einzige Weg in die Richtige Richtung!
Betrachten wir einmal das etwa 41-45% aller Deutschen Transferleistungen erhalten, und auch so absolut unverdächtige wie Mütter, Studenten, Rentner, Schüler! Und die machen die Mehrheit letztlich aus - also nicht nur die "Arbeitsuchenden"
Und dann betrachten wir einmal kurz was eigentlich mit diesen Transferleistungen passiert! Sie wandern ruck-ruck nämlich wieder in die Wirtschaft. Da werden Mieten bezahlt, der Discounter mit Seinen Angestellten, der Bäcker und der Kleiderhersteller, und nicht zu vergessen der Möbelmacher!
Aber auch Telefon + Internetanbieter provitieren genauso wie Die öffentlichen Verkehrsbetriebe, oder die Theater, Museen und sonstigen Angebote.
Das - was die Gemeinschaft als Steuerzahler als "Transferleistung" in Form eines Geschenks da erbringt ist nur ein winziger Teil - nämlich grad die absolute Lebensgrundlage! und die liegt bei einer Transverleistung von 800 bei weniger als 100 .
Würden wir die Transferleistung auch nur für eine der Gruppen einstellen, dann würde die Wirtschaft sofort einen Kollaps erleben - weil an jedem Transferempfänger hängen 100 andere die damit ihr Leben bestreiten letztlich!
Und wir brauchen - auch wenn es unglaublich ist alle diese Millionen die "sich nicht selber finanzieren können durch Arbeit" für unseren Wohlstand - den die "Preise" der Wirtschaft hängen von ihrer Masse einfach ab!
Würden alle diese Transferempfänger verschwinden (wie auch immer) würden die Preise expotentiel klettern, ähnlich dem wie sie sinken wenn immer grössere Massen etwas konsumieren!
Oder besser gesagt, es ist für den "Eigentnutz" des einzelnen letztlich wichtiger das viele Menschen am Wirtschaftsgeschehen teilnehmen, man bezahlt gelinde gesagt einfach weniger!
Und für die Arbeitssuchenden - Sicherlich ist es sinnvoller sie zu motivieren - und sie zu unterstützen als sinnlosen Neid und Druck auf sie auszuüben!
Wer kein Geld hat um sich zu bewerben - der kann das schlichtweg einfach nicht. Und wer sich bewerben will - der muß auch das Geld für Bahn/Bus/Auto letztlich haben, genauso wie das Briefpapier!
Vielleicht glauben viele "Reiche" oder die sich dafür halten das Druck und Einschränkungen sie "weniger" kosten als Arbeitslose und suchende ihren Freiraum zu erhalten, nur es kostet sie letztlich mehr - und viel mehr als wenn sie ihren Neid und Mißgunst einmal aufgeben würden und den Nutzen in ihrer Brieftasche zählen den sie hätten wenn man sich diese Art von Druck ersparen würde!
Gut 20-25% der BA+Argen wird verpulvert indem man untaugliche Instrumente wetzt - weniger um Arbeit zu schaffen, sondern weil man Neid und Mißgunst nicht bremst!
Bofingers Ansatz geht zumindest einmal in die Richtung - nicht noch gutes Geld verschleudern, sondern sinnvoll motivieren und fördern - man sollte dankbar für solche Ansätze sein!
Mfg
Silverhair
(Wer reich werden will braucht viele Arme die er ausbeuten kann, wer wirklich reich sein will, der braucht noch viel mehr Reiche dafür!)C) Silverhair
\N
Ein erstaunlicher lobenswerter Schritt in die richtige Richtung. Obwohl das bedingungslose Grundeinkommen erst den wirklichen Wandel vom sozialen Überwachungsstaat zu einem freien Arbeitsmarkt mit Platz für Innovatonen wäre. Bofinger motiviert, Rürup demotiviert. Dahinter stecken die neoliberalen Interessen eines interessierten Kreises von "Leistungsträgern". Hartz IV ist ein beschämendes Zeugnis für eine Politik die sich immer mehr vom Menschen entfernt hat. Während dem Begriff "Kapital" "sensibles reagieren" und "Scheuheit" zugebilligt wird, verkommen die Menschen zu einem Faktor der in der Gewinnmaximierung vieler Unternehmen nur noch stört. Die Politik wäre gut beraten sich nicht vor den Karren der neoliberalen Lobbyisten spannen zu lassen. Motivation ist wichtig.
Der ganze erste Absatz verdreht meines Erachtens die Tatsachen ein wenig. Peter Bofinger hatte nicht einfach eine Idee, die er unaufgefordert in einem Papier präsentierte, sondern er stellte ein vom sächsischen Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebenes Gutachten "Ein Konzept für Existenz sichernde Beschäftigung im Niedriglohnbereich" vor. Neben der TAZ berichten sogar die Finanznachrichten in ihrem ersten Absatz netter über Bofinger.
Das Niedriglohn-Modell der 4 neoliberalen Wirtschaftsweisen Kollegen von Peter Bofinger mit einer 30-prozentigen Senkung des Arbeitslosengeldes II stieß bisher überwiegend auf Ablehnung, denn es basiert darauf, dass Arbeitslosen massenhaft Drückebergerei unterstellt wird. Auch aus diesem Grund kritisierte Bofinger das Gutachten: Er halte die Vorschläge für nicht praktikabel. Sie würden außerdem zu einer Vernichtung von regulären Arbeitsplätzen führen, sagte er in einem Interview. Der Vorschlag der Senkung des Arbeitslosengeldes II trägt vermutlich die Handschrift von H.W. Sinn.
Da freut sich aber die wählende Masse, Herr Bofinger! Wer arbeitet denn in 400 Jobs?? Das sind ganz überwiegend kinderbetreuende Ehegatten, die auf dem normalen Arbeitsmarkt nach Babypause nichts mehr finden und sich Auto/Haus/Urlaub etc von einem Gehalt nicht mehr leisten können, kurzum - der produktive Mittelstand, der auf diese Weise etwas Zuverdienst sucht.
Diese Menschen sollen nun auf das zweite Einkommen volle Sozialabgaben zahlen (statt Familienversicherung), kommen aber, wegen zu hohem Familienverdienst nicht in die Gunst ihrer negativen Einkommenssteuer. Und was passiert? Na klar der 400 Job wird aufgegeben, das zweite Auto abgeschafft - denn wenn der Aufwand in keinem Verhältnis mehr zum Gewinn steht, lebt man auch gut etwas sparsamer.
Und der neu zu motivierende arbeitslose Bauhelfer - der lacht über Ihr Angebot streicht das bischen weniger Hartz IV ein und muss pro Woche eben 3 Stunden länger schwarz arbeiten.
Super Idee!
Dann will ich aber auch die ersten 750 Euro abgabenfrei haben. Ansonsten ist das nämlich Blödsinn. Wenn jemand sagen wir mal 850 Euro verdiente hätte er bei voller Abgabenlast weniger als derjenige der 750 Euro brutto für Netto bekommt. Unter dieser Voraussetzung aber wäre das Konzept für die Kranken- und Rentenkasse schlichtweg nicht finanzierbar.
Was Herr Bofinger vorschlägt, ist nur eine weitere Aufblähung der Steuerbürokratie und eine weitere Gängelung der Arbeitslosen (man kann es auch als eine Form der modernen Sklaverei betrachten!).
Profitieren von solch einer Lösung würden nicht die Arbeitslosen, sondern nur den Unternehmen, die Jobs nach Dritte-Länder-Status anbieten.
Der viel beschworene Durchbruch am Arbeitsmarkt wird nicht kommen. Dafür gibt es hautpsächlich einen Grund: der technische Fortschritt ersetzt immer mehr menschliche Arbeitskräfte und er geht immer weiter. Und dabei ist es egal. ob es sich um industrielle Arbeitsplätze oder die viele beschworenen Dienstleistungsarbeitsplätze handelt. Wir werden die Entwicklung nicht wieder zurückdrehen können.
Wenn wir wirklich etwas ändern wollen, so müssen wir in Deutschland mehr Menschen finden, die selbständig und selbstverantwortlich arbeiten. Und wir brauchen Menschen, die an der Spitze des technischen Fortschritts stehen und stehen wollen, nicht am Ende! Dazu brauchen wir Ausbildung, Forschung und Entwicklung, nicht nur staatlich vorgegeben, sondern verstärkt privat organisiert. Unser Wohlstand hängt von unserem Wissen und KnowHow ab, nicht von irgendwelchen Bürokraten oder Rohstoffen. Wir brauchen ein gesellschaftliches Klima, in dem es leicht ist, neue Unternehmen aufzubauen. Wir sind in Deutschland schon sehr weit zurückgefallen, wir leben quasi von den Reserven.
Um dieses zu erreichen, brauchen wir Instrumente wie ein bedingungsloses Grundeinkommen. Nicht die vorgeschlagene Lohnsklaverei, sondern wirklich bedingungslos! Und wir brauchen Anreize, damit Menschen lernen, forschen und entwickeln und in die Lage versetzt werden, ihre Erkenntnisse wirtschaftlich umzusetzen. Die heutigen Arbeitslosen entwicklen manchmal eine beispiellose Kreativität, wenn es um sogenannte Schwarzarbeit geht. Warum diese vorhandene Kreativität nicht nutzen?
Das jetzige deutsche Schulsystem verhindert sehr erfolgreich, daß Kinder aus einkommensschwachen und bildungsfernen Familien ihren Status jemals verlassen können. Auch hier brauchen wir ein radikales Umdenken, beispielsweise eine Ganztagsschule vom 3. bis zum 18. Lebensjahr.
Der große Fehlglaube unserer Wirtschaftswaisen und Politiker ist, daß sie glauben, daß es nur genügend Anreize geben muß, damit die Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen. Solange das andere Umfeld nicht stimmt, werden alle Maßnahmen sinnlos sein. Ein Arbeitsplatz in einem Unternehmen darf einfach nicht vom staatlichen Subventionstopf abhängig sein!
auf dieser Welt, muss man immer wieder ironisch und hämisch anmerken.
Die wahren Kaberettisten sitzen in der Bundes- und in den Landesregierungen. :)
Und natürlich ist Peter Bofinger gescheit genug zu wissen, dass seine oder irgendjemandes Anderen Ideen zu Lohn- oder Gehaltsaufbesserungen der unteren Lohngruppen schon aus prinzipiellen Gründen niemals umgesetzt werden. Und das ungeschriebene Prinzip lautet: alles soll sich ändern, aber unter der zwingenden Voraussetzung, dass es alles so bleibt, wies ist. Hier wars schon immer so, dass der Löwenanteil der staatlichen Steuereinnahmen ( bewegt sich so zwischen 50 bis über 60%) sich vor allem aus den veranlagten Lohn- und Einkommensteuern speiste.
Schräge ist aber seit 10 Jahren an dem praktizierten Unsinn einseitiger Belastungen der Klein- und Mittelverdiener, dass im Lande nun nur noch beängstigende 20350000 Menschen in voll sozialversicherungspflichtigen Jobs beschäftigt sind.
Auch in Deutschland bewegt sich was, nur nicht das Richtige und Notwendige und für uns alle Beste.
Seit Jahren fällt allen Redakteuren nichts anders ein, als die Zahl von Bewohnern zu nennen, die für das Deutschland von 1999 galt, nämlich 82,3 Millionen. Auch hier hat sich was bewegt,und wie, nämlich die Anzahl alljährlicher Einwanderungen von nahezu 350 000 bis 400 000 Menschen. In der überwiegenden Mehrheit Ungelernte. Es dürften im Lande längst über 86 Millionen Menschen dauerhaft leben, wenn man dynamisch denkt und handelt.
Und alle wollen versorgt sein. Die Renter sowieso, denn es ist ihr verdammt gutes Recht, die Eingewanderten und all die Abgänger, so um 360 000 jährlich, von den Hoch- und Fachhochschulen aber auch. Das funktioniert politisch moralisch natürlich nur mittels andauernder verantwortungsloser Vernebelungstaktiken aller beteiligten so genannten " Eliten". Ungehindert.
In 2004 waren nur 900 Menschen ( Eingewanderte ) als
" qualifiziert" einzustufen. Das macht grad mal einen lächerlichen Anteil der Qualifizierten zu den Unqualifizierten von schlappen 0,26 % aus !
Im Vorwahljahr 1997 überlegte Wolfgang Schäuble im TV laut, dass "...man sich mal GEDANKEN darüber machen sollte, dass in Deutschland nur die Arbeit besteuert wird !" Stimmt haargenau. Das öffentliche Grübeln des Herrn Schäuble liegt 9 Jahre zurück und belastet werden weiterhin die kleinen Einkommensbezieher in erster Linie.
Nicht allein Herr Bofinger plädiert für ein Einkommen, mit dem rund 14 bis 16 Millionen Menschen auch tatsächlich auskommen könnten. Wir haben es weißgott nicht " nur" mit fast 5 Millionen Arbeitslosen zu tun, von denen eine Mehrheit seit zig Jahren schon willentlich importiert ist, der Topf also nie kleiner wird, sondern wie die honorige "WirtschaftsWoche " in Heft 29, 2004, schrieb mit einer "...Gesamtzahl inklusive stiller Reserven sind es rund 9, 5 Millionen Menschen. Angehörige, die von deren Unterstützungsleistungen mitleben nicht mitberechnet.
Nur auch hier gilt : Niemand will politisch wirklich die seit 1990 angewachsenen Problemberge ernsthaft mit Sachverstand verändern und verbessern, abbauen. Das genaue Gegenteil geschieht seit Jahr und Tag.
Immerhin setzen hier zu Lande Angehörige und Mitglieder vermeintlicher wirtschaftlicher und politischer ELiten die ethisch neoliberalten Werte: Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen. Und wenn schon gearbeitet wird, dann soll so wenig verdient werden, dass man den betroffenen Geringverdienern dies auch noch als "selbst verschuldet" tagtäglich vorwerfen kann.
Das allseits von den Obrigkeiten inszenierte Absurde und in sich Widersprüchliche soll die Menschen zu irgendeiner positiven Handlung motivieren...?
Nette Grüße, Jürgen E. Gesang, Hamburg
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