Ökostrom Das unterschätzte GesetzSeite 2/2

Die meisten Parlamentarier betrachteten das Stromeinspeisegesetz als Bonbon für ökologisch Bewegte. Was waren schon 50 Millionen Mark, die das Gesetz im ersten Jahr kostete, gegen die vielen Milliarden, die in der Energiewirtschaft umgesetzt wurden. „Herr Engelsberger, was wollen sie denn mit den paar Windrädern?“, wurde er oft gefragt, erinnert sich sein Sohn. In der Parlamentsdebatte bezeichnete der SPD-Abgeordnete Dietrich Sperling das Einspeisegesetz als „kleine Zehenwackelei“. Doch die Ökostrombranche nahm schnell Fahrt auf. Während sich 1991 noch weniger als 1.000 Windräder in Deutschland drehten, gab es 1999 schon über 10.000. Heute sind es sogar mehr als 18.000 Propeller.

Aus der anfänglichen Zurückhaltung der Stromkonzerne wurde nun ein offener Kampf. Eine Reihe von Klagen verunsicherte die Investoren, doch immer wieder bestätigten die Gerichte das Gesetz. Angela Merkel, zu dieser Zeit Bundesumweltministerin, betonte, dass der Beitrag der Elektrizitätswirtschaft am Stromeinspeisegesetz „an dieser Stelle unverzichtbar“ sei. Auch ihr Amtskollege im Wirtschaftsministerium, Günther Rexrodt (FDP), unterstützte die Öko-Paragrafen.

Die rot-grüne Regierung ergänzte das Gesetz und machte daraus im Jahr 2000 das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das wiederum 2004 novelliert wurde. Die Sätze für weniger konkurrenzfähige Energiequellen wie Solarenergie, Biogas und Geothermie wurden stark erhöht. Gleichzeitig stellte Rot-Grün auf eine degressive Förderung um, so dass die Vergütungen für neue Anlagen seither Jahr für Jahr um ein bis zwei Prozent sinken.

Aus Brüssel kamen zunächst vor allem kritische Töne. 1996 forderte der damalige EU-Wettbewerbskommissar Karel van Miert eine Änderung des Gesetzes. In seinen Augen handelte es sich um illegale Subventionen. Ein Vorwurf, gegen den sich die Initiatoren immer wieder wehren mussten, dem der Europäische Gerichtshof jedoch 2001 endgültig widersprach. Inzwischen schlägt die EU-Kommission andere Töne an: In einem Kommissionsbericht vom Dezember wird das deutsche Modell ausdrücklich gelobt. Der Ausbau der erneuerbaren Energien gelinge in Deutschland „besonders wirksam und kostengünstig“.

Im Ausland gilt das Konzept der festen Vergütung als vorbildlich. Bisher übernahmen 18 EU-Staaten den deutschen Ansatz in ihre Gesetzbücher. Auch in Japan, Brasilien und China findet er Anwendung. In Dänemark, wo schon in den 70er Jahren mit dem Ausbau der Windkraft begonnen wurde, wechselte 1999 die Regierung von einem klassischen Subventionsmodell hin zum deutschen Fördermodell, „um den Staatshaushalt zu entlasten“, wie Hendrik Lawaetz sagt, Leiter der Abteilung Erneuerbare Energien der dänischen Energiebehörde. Dies führte zwar zu Beschwerden der Verbraucher, die einen höheren Strompreis fürchteten. Dafür wurde noch mehr Ökostrom produziert. In Dänemark liegt der Anteil inzwischen bei 20 Prozent. Die Kunden zahlen dafür rund einen Cent pro Kilowattstunde zusätzlich. Auch in Irland haben sich die Verantwortlichen in diesem Jahr umorientiert. Dort wurden die Mehrkosten des Ökostroms ebenfalls über staatliche Subventionen aufgefangen. Seit Mai folgt man dem deutschen Vorbild.

Von dem internationalen Interesse profitiert auch Wolfgang Daniels. Nach dem Rückzug aus der Politik berät der Grüne nun Investoren, die Windparks errichten wollen. Von Sachsen aus reist er dafür durch die Welt. Deutsches Fachwissen ist gefragt, die deutsche Windindustrie liegt im internationalen Vergleich auf dem ersten Platz. „Diese starke Position ist vor allem dem Stromeinspeisegesetz zu verdanken“, sagt Matthias Hochstätter vom Bundesverband Windenergie. In den 90ern konnte sich eine mittelständische Industrie etablieren, die heute den Weltmarkt dominiert. Weltweit wurden 2005 etwa 10,6 Milliarden Euro mit dem Bau von Windenergie-Anlagen umgesetzt. Der deutsche Anteil davon beträgt mehr als vier Milliarden.

Im Ökostrom-Sektor verdienen inzwischen 170.000 Menschen ihr Geld. Die Konkurrenzfähigkeit des grünen Stroms rückt in greifbare Nähe. Nach Berechnung der Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) ist der Kostenanteil je Kilowattstunde in diesem Jahr erstmals seit Einführung der Fördergesetze rückläufig. Ein Trend, den auch das Bundesumweltministerium bestätigt. Der Anteil des grünen Stroms beträgt inzwischen mehr als 10 Prozent. In diesem Sommer wurde an der Leipziger Energiebörse erstmals Windstrom billiger gehandelt als konventionelle Energie.

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Leser-Kommentare
  1. Leider werden die Vorteile der Erneuerbaren Energien oft kleingeredet und die Nachteile (so es denn überhaupt welche geben sollte) horrend übertrieben. So macht die EEG-Umlage am Strompreis nur einen Anteil von 2,5% oder 0,5 Cent / kWh aus. Zum Vergleich: Allein die von den Energieversorgern den Verbrauchern in Rechnung gestellten Kosten für die Stromablesung sind doppelt so hoch!

    Es wird auch immer so getan, als wenn den höheren Kosten kein Nutzen gegenüber stehen würde. Aktuelle Studien des HWWA und der Universität Duisburg-Essen (unter Mitwirkung von EON) kamen zum Ergebnis, dass von der Windenergie preissenkende Effekte auf den Stromhandelspreis ausgehen, und zwar in der Größenordnung von 0,17 bis 0,76 Cent / kWh.
    Eine gemeinsame Studie der DLR und des ISI ergab unlängst, dass die durch das EEG vermiedenen Umweltschäden monetär höher zu bewerten sind, als die EEG-Umlage den Bürgern kostet. Das gleichzeitig auch noch positive volkswirtschaftliche Effekte auf Arbeitsplätze und den Export vom EEG ausgehen, hat gerade erst wieder ein gemeinsames Gutachten von DIW, ZSW, GWS und DLR ergeben.

    Das für Windenergie oder Photovoltaik höhere Regel- oder Ausgleichsenergie vonnöten sind als für konventionelle Kraftwerke, ist mittlerweile sowohl wissenschaftlich (DENA) als auch empirisch (Bundesnetzagentur) widerlegt. Dänemark zeigt bereits heute, dass selbst ein mehr als viermal so großer Windstromanteil als in Deutschland problemlos in die Stromversorgung integriert werden kann.

    Die Zustimmung der Bevölkerung zu den Erneuerbare Energien hat sich mitnichten abgeschwächt, sondern zuletzt eher noch verstärkt. Die letzte repräsentative Umfrage (FORSA) hierzu von Juni 2006 ermittelte bei allen Alters- und Wählergruppen eine Zustimmung von über 75%! Ältere Umfragen (z.B. von Infratest oder Emnid) haben nie ein anderes Bild ergeben. Das dürfte sich nach dem Unfall in Forsmark auch nicht geändert haben.

    Interessanterweise wird immer den Gegnern der Atomkraft Idoelogie unterstellt, als wenn es nicht genug überzeugende Argumente geben würde, auf die ich hier aus Platzgründen nicht näher eingehen kann. Für einen Weiterbetrieb sprechen allein die niedrigen Grenzkosten bei bereits abgeschriebenen Anlagen von 2-3 Cent / kWh. Nur werden diese nicht von den Energieversorgern an die Verbaucher weitergegeben. Und das sich daran auch in Zukunft nichts ändern wird, dass haben die AKW-Betreiber Frau Merkel vor der letzten Bundestagswahl schriftlich gegeben. Im Übrigen liegen die Grenzkosten bei der Windenergie und der Photovolatik noch deutlich unter denen eines Atomkraftwerks, bei den Vollkosten (inkl. Forschung, Planung, Bau, Rückbau und Entsorgung) ohnehin.

  2. Faustus34 behauptet:"Dass die Subventionen hoch sind, bestreitet wohl niemand."
    Das bestreitet jeder, der ein bißchen Ahnung hat wie eE finanziert werden.
    ***
    7. Einige sagen, die Hersteller von erneuerbaren Energien würden enorme Subventionen kassieren. Stimmt das?
    Nein. Erneuerbare Energien kommen ohne einen Cent Staatsknete aus. Sie verbrauchen keine Steuergelder. Richtig daran ist nur, dass sie gefördert werden. Und zwar über das Erneuerbare-Energien-Gesetz. [...]
    *** (bmu.de -> Startseite -> Themn A-Z -> Erneuerbare Energien)

    Faustus34 behauptet: "Wegen des Strombedarfs bei Ausfall von Windrädern oder Fotovoltaik ist doch wohl zu sagen, dass sie viel häufiger und unkalkulierbarer vorkommen als bei einem Kohlekraftwerk."
    Wer sagt das? Belege bitte! Fakten statt Agitprop!
    Der Einbruch der Dunkelheit läßt sich, wie schon erwähnt, mit 100% Sicherheit vorhersagen. Wolken lassen sich per Radar überwachen, das machen die Meteorologen längst.
    Zu Windenergie siehe Wikipedia->Windenergieanlage#Schwankung_des_Windangebots.
    Zitat:
    ***
    Teure Regelenergie (Primär- und Sekundärregelung) wird in der Regel nicht benötigt. Dies belegen zum Beispiel Untersuchungen für das im Auftrag mehrerer Stadtwerke erstellte "Regelmarkt-Gutachten" (31. Oktober 2003, BET Aachen). Für einen marktrelevanten Zusammenhang zwischen Windstromeinspeisung und Regelenergiemenge und -preis gibt es keine Belege. [...]
    Meteorologische Prognosesysteme ermöglichen es zunehmend, die von Windparks in das Stromnetz eingespeiste Leistung im Bereich von Stunden bis zu Tagen im Voraus abzuschätzen. Bei einem Vorhersagezeitraum von 48 h bis 72 h beträgt die Genauigkeit 90 %, bei einer 6 h Vorhersage bereits mehr als 95 % und so werden zur Aufrechterhaltung eines störungsfreien Stromangebotes keine zusätzlichen teuren Regelenergie-liefernden Kraftwerke benötigt.
    ***

    Faustus34 behauptet: "Der [Stimmungswandel] würde sich auch einstellen, wenn man den Stromabnehmern einmal offen sagen würde, was denn Photovoltaik-Strom oder Windkraftstrom wirklich kosten."
    Warum tust Du es nicht einfach, anstatt in Konjunktiven zu schwelgen?
    Es sind in diesem Jahr 0,5ct/kWh (solarserver.de->Artikel '26.09.2006: BEE zum Strompreis: Zahlen des VDEW sind falsch'). Prognose für nächstes Jahr ist 0,45ct/kWh.

    Faustus34 behauptet: "Die abgeschriebenen und voll finanzierten Atomkraftwerke sind in der Lage, das kWh zu 2 Cent zu produzieren."
    Und hat hier ausnahmsweise mal recht. Nur, wer hat denn die echten Milliardensubventionen für diese Atomkraftwerke "voll finanziert", einschließlich Bauruinen wie Wyhl, Kalkar und Wackersdorf?
    Dieselben steuerzahlenden Stromkunden, denen jetzt mit überhöhten Strompreisen das Geld von den Energiemonopolisten zum zweiten Mal aus der Tasche gezogen wird!
    Das ist der eigentliche Skandal, der mit verlogenem Gewinsel und Gehetze über die angeblich hohen "Subventionen" für eE verdeckt werden soll.

    Gruß Skarrin

  3. Etwas ehrlicher und damit auch fundierter wäre der Artikel, wenn der Autor auch angeben würde, was denn die Ursache für den Boom der Erneuerbaren ist : Nämlich orbitant hohe Subventionen, die, damit es nicht auffällt, nicht über den Bundeshaushalt, wo sie eigentlich hin gehören, abgerechnet werden sondern direkt dem Stromverbraucher in Rechnung gestellt werden und damit plötzlich keine Subventionen mehr sind.

    Wie naiv schätzt der Autor eigentlich die Leser der ZEIT ein, wenn er glaubt, auf solche Angaben verzichten zu können. 54 Cent für 1 kWh Solarstrom, 9 Cent für Strom aus Windkraft gegenüber Stromkosten von 3 bis 4 Cent für Strom aus herkömmlichen Energiemix. Und die Kosten für zusätzlichen Infrastruktur- und Regelungsaufwand schon einmal gar nicht mitgerechnet. Denn wenn eine erneuerbare Energieanlage mangels Wind oder Sonne ausfällt, muss im gleichen Augenblick entsprechendere Ersatzstrom bereit stellen, damit das Stromnetz nicht zusammenbricht.

    Einen Effekt haben z.B. der Subventionen schon : Industriebetriebe stellen ihre Fabrikdächer zum Anbringen von Solarmodulen zur Verfügung, natürlich gegen Vergütungen oder gegen Zusagen, die Dächer auch während der 20jährigen Laufzeit in Funktion zu halten, was den Firmen erhebliche Einsparungen bringt. Und die Kopplung von Wärme- und Stromerzeugung wird offenbar so hoch subventioniert, dass sich Kommunen die Erneuerungen ihrer Heizungsanlagen finanzieren können.

    Bezahlt natürlich von den Stromabnehmern.

  4. Etwas ehrlicher und damit auch fundierter wäre der Artikel, wenn der Autor auch angeben würde, was denn die Ursache für den Boom der Erneuerbaren ist : Nämlich orbitant hohe Subventionen, die, damit es nicht auffällt, nicht über den Bundeshaushalt, wo sie eigentlich hin gehören, abgerechnet werden sondern direkt dem Stromverbraucher in Rechnung gestellt werden und damit plötzlich keine Subventionen mehr sind.

    Wie naiv schätzt der Autor eigentlich die Leser der ZEIT ein, wenn er glaubt, auf solche Angaben verzichten zu können. 54 Cent für 1 kWh Solarstrom, 9 Cent für Strom aus Windkraft gegenüber Stromkosten von 3 bis 4 Cent für Strom aus herkömmlichen Energiemix. Und die Kosten für zusätzlichen Infrastruktur- und Regelungsaufwand schon einmal gar nicht mitgerechnet. Denn wenn eine erneuerbare Energieanlage mangels Wind oder Sonne ausfällt, muss im gleichen Augenblick entsprechendere Ersatzstrom bereit stellen, damit das Stromnetz nicht zusammenbricht.

    Einen Effekt haben z.B. der Subventionen schon : Industriebetriebe stellen ihre Fabrikdächer zum Anbringen von Solarmodulen zur Verfügung, natürlich gegen Vergütungen oder gegen Zusagen, die Dächer auch während der 20jährigen Laufzeit in Funktion zu halten, was den Firmen erhebliche Einsparungen bringt. Und die Kopplung von Wärme- und Stromerzeugung wird offenbar so hoch subventioniert, dass sich Kommunen die Erneuerungen ihrer Heizungsanlagen finanzieren können.

    Bezahlt natürlich von den Stromabnehmern.

  5. Auch wenn Faustus34 und seine Gesinnungsgenossen anderes unterstellen, die überwiegende Mehrheit der Deutschen weiß um die Finanzierung der Einspeisevergütung und befürwortet sogar eine stärkere Förderung erneuerbarer Energien. Ergebnis einer Umfrage (Emnid 2003): 96% sind der Meinung, Sonnenenergie müsse noch viel stärker genutzt werden, und 81% glauben, "wenn es Pflicht wäre, auf jedem Haus Solarzellen zu installieren, wäre Solartechnik viel billiger und eine echte Alternative zu herkömmlichen Energiequellen". 66% sind der Ansicht, es sollten "viel mehr Windräder" aufgestellt werden.

    Erwähnen sollte man auch immer wieder die exorbitanten Subventionen für Atomenergie und Kohleverstromung der letzten 50 Jahre, dagegen sind die Aufwendungen für eE wirklich nur "Peanuts".

    Das beim Ausfall eines konventionellen Kraftwerks kein Ersatzstrom bereitgestellt werden muß, ist mir völlig neu.
    Derartige Ausfälle lassen sich übrigens überhaupt nicht vorhersagen, im Gegensatz dazu läßt sich Wind heute schon ziemlich präzise und kleinräumig vorhersagen.
    Und dass es nachts dunkel wird und dann kein Solarstrom mehr produziert wird, ist sogar zu 100% sicher! ;-)
    Bei Wasserkraft, Geothermie und Biomasse gibts dieses Pseudo-Problem sowieso nicht.

    Die Milliarden, die heute noch für veraltete und nutzlose Atommülltechnik verschleudert werden, wären in der Erforschung und Anwendung von Energiespeichertechnologien (kleine Rätselfrage: Was bedeutet "SMES"?) wesentlich besser aufgehoben.

    Gruß Skarrin

  6. Ich meine, meine Ausführungen haben weniger mit Gesinnung als vielmehr mit konkreten Zahlen zu tun.

    Dass die Subventionen hoch sind, bestreitet wohl niemand. Dass diese hohen Subventionen dazu verführen, auch Mitnahmeeffekte auszunutzen, ist wohl nicht so abwegig.

    Ich kenne ein großes Industriewerk, bei dem gegen Vergütung und Auflagen, die Dächer ordnungsgemäß während einer Laufzeit von 20 Jahren zu unterhalten, insgesamt 10 Mio kWh Leistung von einer Betreiberfirma installiert wurden. Oder ich kenne einen Landkreis, der derzeit sämtliche Heizkesselhäuser ihrer öffentlichen Gebäude (Schulen und Büros) mit Anlagen der Strom-Wärmekopplung durch eine private Betriebsgesellschaft ersetzen und voll finanzieren lässt.

    Wegen des Strombedarfs bei Ausfall von Windrädern oder Fotovoltaik ist doch wohl zu sagen, dass sie viel häufiger und unkalkulierbarer vorkommen als bei einem Kohlekraftwerk.

    Und zu der Zustimmung der Bevölkerung zu Windkraft und Photovoltaik: Inzwischen scheint sich doch ein Stimmungswandel, zumindest zur Windkraft, ereignet zu haben.
    Der würde sich auch einstellen, wenn man den Stromabnehmern einmal offen sagen würde, was denn Photovoltaik-Strom oder Windkraftstrom wirklich kosten.

    Wenn man derzeit in Berlin sieht, dass sich Parteien wegen ein paar Milliarden Euros für die Finanzierung der Krankenversicherung bis zum Koalitionsbruch streiten, andererseits Milliarden in Erneuerbaren Energien einfach nicht erwähnt werden, oder erwähnt werden sollen, dann kann man nur den Kopf schütteln über soviel Unsachlichkeit.

    Und damit nicht genug : Die beharrliche Weigerung der SPD, eine Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke zu ermöglichen, zeigt nur, dass es mehr um Ideologie geht als um sachgemäße Problemlösungen. Die abgeschriebenen und voll finanzierten Atomkraftwerke sind in der Lage, das kWh zu 2 Cent zu produzieren. Für die Fotovoltaik werden 54 Cent gezahlt.

  7. Faustus34 behauptet: "Und zu der Zustimmung der Bevölkerung zu Windkraft und Photovoltaik: Inzwischen scheint sich doch ein Stimmungswandel, zumindest zur Windkraft, ereignet zu haben."

    Soso...

    29. April 2005:
    "Bei der Frage danach, welche Energiequellen die Energieversorgung in Deutschland in den nächsten 20 bis 30 Jahren sichern sollten, steht bei den Bundesbürgern die Sonnenenergie an erster Stelle (85 %). Auch die Windenergie (71 %), Wasserkraftwerke (68 %) sowie die Erdwärme (63 %) werden von vielen genannt. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger nennt auch Biomasse (56 %) und Erdgas (53 %) als Energiequellen, die in Deutschland in den nächsten 20 bis 30 Jahren die Energieversorgung sicher stellen sollten. Deutlich abschlagen sind hier Erdöl (27 %), Atomkraftwerke (24 %) und Kohle (22 %)."
    (BMU Pressearchiv 104/05)

    17.05.2005:
    "80 Prozent der Deutschen befürworten Windkraft
    Studie: Windkraftanlagen in Urlaubsgebieten verschrecken keine Gäste.

    Das SOKO-Institut, Bielefeld, hat in einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage bei 2000 Personen bundesweit festgestellt, dass sich, spontan gefragt, nur drei Prozent durch Windkraftanlagen in deutschen Urlaubsgebieten gestört fühlen. Konkret mit Antwortvorgaben gefragt fühlen sich aber weit mehr durch Atom- und Kohle-Kraftwerke (70%), Sendemasten (32%), Hochspannungsleitungen (29%) im Landschaftsbild gestört als durch Windkraftanlagen (24 %). Von den Anhängern der rot-grünen Bundesregierung fühlen sich nur 19 Prozent durch Windkraftanlagen in Urlaubsorten gestört; von den Anhängern der Opposition aber 29%. Die Frage hat offensichtlich nicht nur eine ästhetische Seite, sondern auch eine politische. Obwohl die Windkraft in letzter Zeit einigen Gegenwind bekam, wird sie nach wie vor bundesweit von 80 Prozent der Bevölkerung befürwortet (im Jahr 2003 waren es 83%), [...]"
    (ostwind.de, Kategorie 'Wind News')

    26.06.2006:
    Fast alle Bundesbürger für Strom aus Windkraft und Co. /
    Forsa-Umfrage: Erneuerbare Energien weit vor allen anderen Energiequellen

    26.06.2006 - 15:54 Uhr
    "Berlin (ots) - Erneuerbare Energien sind für die große Mehrheit der Bundesbürger die beliebteste Stromquelle. Das ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa.

    Demnach befürworten 85 Prozent der Befragten Wind- und
    Wasserkraft, Bioenergie und Sonnenenergie sowie Geothermie für die künftige Stromproduktion. Gas erhält eine Zustimmung von 39 Prozent.
    Kohle und Atomkraft werden jeweils von 19 Prozent der Bevölkerung für geeignete Energieträger zur Stromproduktion gehalten. Öl erhält eine
    Zustimmung von 17 Prozent (Mehrfachnennungen waren möglich).
    Die meisten Erneuerbare-Energien-Befürworter finden sich bei den Anhängern von FDP und Grünen: 94 Prozent der FDP-Fans unterstützen die Stromerzeugung auf Basis Erneuerbarer Energien. Nur bei den Anhängern der Grünen liegt die Zustimmung mit 97 Prozent noch höher.
    Bei den Anhängern der Linkspartei liegt die Unterstützung bei 88 Prozent.
    Auch bei den Anhängern der beiden großen Volksparteien sind
    Erneuerbare Energien äußerst beliebt: Die Unterstützter von CDU/CSU favorisieren die Erneuerbaren Energien zu 81 Prozent. Bei den SPD-Anhängern sind es 86 Prozent."

    Also unter einem Stimmungswandel stelle ich mir was anderes vor.
    Kleiner Hinweis für Faustus34: alleine vor dem Spiegel Selbstgespräche zu führen, zählt NICHT als repräsentative Umfrage ;-)

    Gruß Skarrin

    PS: Nach den jüngsten Erpressungsankündigungen von Putins Kleptokraten-Diktatur sind die Akzeptanzwerte für Erdgas vermutlich gesunken, aber dazu habe ich (noch) keine aktuellen Zahlen.

  8. Die erneuerbaren Energien können das Erdöl nicht ersetzen. Man bräuchte z.B. ungefähr 1 Million Windmühlen um das Erdöl zu ersetzen.
    Dazu kommen natürlich noch die Windmühlen, die die Kernkraft ersetzen müssen.
    Der Vergleich mit der Kernkraft ist völlig daneben, da diese die fossilen Energieträger tatsächlich ersetzen könnte. 50 AKWs reichen aus. Die Kernkraft spielt also in einer ganz anderen Liga als die Windmühlen.
    Unter Rot-Grün stieg der Verbrauch von Erdöl in Deutschland übrigens noch, obwohl offiziell Erneuerbare Energien Programm waren. Wenn die Erneuerbaren Energien tatsächlich funktionieren würden, wären die Freunde von Rot-Grün im Osten vermutlich auch ziemlich verärgert gewesen und es hätte vielleicht keine "Pöstchen" für "später" gegeben. J.S.

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