London Wir wollen Jazz!Seite 2/2
Jazzer fahren zu wenig Umsatz ein, ziehen keine großen Sponsoren an, haben keine bekannten Gesichter auf MTV - "alles, was die Mobo-Organisatoren respektieren, ist Geld", sagt Kinch, "es ist beschämend, wie viele schwarze Talente sie nicht berücksichtigen. Ich weiß sicher, dass alle, die heute Abend live auftreten, ihre Kosten selbst tragen müssen. Die Organisatoren investieren nichts in Livemusik, schon gar nicht in Jazzmusik."
Tatsächlich hat der diesjährige Jazz-Ausschluss das Fragezeichen über den Mobos vergrößert, die einst sehr verdienstvoll als britischer Musikpreis gestartet waren, um schwarze Künstler zu ehren. Nun leidet das Anliegen unter der Kommerzialisierung und dem wohl aussichtslosen Versuch, auf dem ungleich größeren amerikanischen Musikmarkt wenigstens eine kleine Spur zu hinterlassen.
Die US-Sängerin Beyoncé Knowles, als die große Attraktion der diesjährigen Mobos angekündigt, tauchte zur Preisvergabe nicht einmal persönlich auf, obwohl sie in drei Kategorien erfolgreich war, als beste internationale Sängerin, mit dem besten Song, dem besten Video.
Immerhin boten die Mobos auch in diesem Jahr Neulingen ein Podium: Die Soulsängerin Corinne Bailey Rae aus Leeds bekam den Preis für die beste britische Sängerin und beste Nachwuchskünstlerin. Rapper Akala - der in London aufgewachsene, kleine Bruder von Ms. Dynamite - wurde zum besten HipHop-Künstler erklärt.
Ob die Veranstalter ein Einsehen haben und den Jazz 2007 wieder an den Start lassen? Noch ist nichts entschieden.
- Datum 21.09.2006 - 09:13 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 21.09.2006
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