Religion Papst wünscht "gegenseitigen Respekt"

Benedikt XVI. empfängt die Gesandten muslimischer Länder. Nach dem Streit um sein Regensburger Zitat will der Papst den Dialog zwischen den Religionen vorantreiben

Respekt sei notwendig, "vor allem was die religiöse Freiheit betrifft". Das sagte Papst Benedikt XVI. am Montag und wandte sich nicht nur an die zahlreichen Vertreter islamischer Länder, die er am Vormittag in seine Sommerresidenz in Castel Gandolfo geladen hatte. Vor 22 Vatikan-Botschaftern, Islam-Vertretern und hohen Geistlichen erklärte das Kirchenoberhaupt noch einmal, was er mit seiner umstrittenen Rede im Regensburger Dom beabsichtigt hatte: die Wichtigkeit des Dialogs zwischen den Religionen zu betonen.

Nun sprach Benedikt davon, dass gegenseitiger Respekt notwendig sei. Den wollte er der muslimischen Welt mit diesem Treffen offenbar zollen. Zum ersten Mal hatte das Oberhaupt des Kirchenstaats muslimische Gesandte in dieser Form nach Castel Gandolfo geladen. Die Hoffnung ist wohl, so den Dialog nach den heftigen Protesten in vielen muslimischen Ländern gegen seine Äußerungen zum Islam wieder voranzutreiben. Benedikt rief nun Christen und Muslime auf, jede Form von Gewalt abzulehnen.

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Der Einladung waren die Vatikan-Botschafter Indonesiens, Pakistans, des Libanon und des Irak sowie 18 weitere diplomatische Vertreter gefolgt. Lediglich der sudanesische Botschafter nahm nicht an der Begegnung teil, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa . Auch zahlreiche führende muslimische Geistliche aus Italien waren anwesend.

"Ich möchte noch einmal meine Achtung und meinen tiefen Respekt, die ich für die muslimische Welt empfinde, wiederholen", sagte Benedikt. La Repubblica zitiert dazu vatikanische Quellen, die vermelden, der Kirchenstaat hoffe, dass der Dialog mit den Muslimen nach dem Treffen "noch reichhaltiger wird, als er in der Vergangenheit schon war". Zumindest nimmt man dort das Treffen als diplomatischen Erfolg wahr. "Die positiven Antworten der Botschafter auf die Einladung des Papstes sind ein gutes Zeichen und lassen für die Zukunft hoffen", wurde Kardinal Paul Poupard, Präsident des Päpstlichen Rates für interreligiösen Dialog, kurz vor der Begegnung zitiert.

Unterdessen warf der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, Europas Politikern vor, den Papst im Stich gelassen zu haben: "Ich war enttäuscht, dass es nicht mehr europäische Führer gab, die sagten: Natürlich hat der Papst das Recht, seine Ansichten zum Ausdruck zu bringen", sagte Barroso. Das Problem seien nicht die Äußerungen des Papstes, sondern die Reaktionen der Extremisten. Gleichzeitig forderte er die moderaten Führer in der islamischen Welt auf, "sich deutlicher von diesem Extremismus abzugrenzen".

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